Kapstadt in Südafrika

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Südafrikanisches Kino im Aufwind

Auch der einheimische Kinomarkt kann sich sehen lassen:

2005: Erstmals in der südafrikanischen Filmgeschichte wurde der Film "Yesterday" - der erste in Spielfilmlänge produzierte Film von isiZulu film - in der Kategorie - Bester fremdsprachiger Film - mit dem Academy Award nominiert. "Hotel Rwanda" eine südafrikanisch / britisch / italienische Koproduktion bekam ebenfalls drei Oscar Nominierungen, für Don Cheadle als "Bester Hauptdarsteller", Sophie Okonedo für die "Beste Nebenrolle" und für das "Beste Original Drehbuch".

2006: Gerade jetzt kommt der südafrikanische Township-Film Tsotsi in die deutschen Kinos. Tsotsi, basiert auf einer dramatischen Geschichte aus den Townships von Johannesburg, inszeniert vom Regisseur Gavin Hood,der für den Streifen den Oscar für den besten ausländischen Film 2006 erhielt. Der Film erzählt die Geschichte des 19jährigen Tsotsi (Presley Chweneyagae), der mit seiner Gang regelmäßig kaltblütige Gewalttouren unternimmt. Raub und Mord sind das Tagesgeschäft der Bande. Als beim Autodiebstahl plötzlich ein Baby auf dem Rücksitz des gestohlenen Wagen schreit, wird Tsotsi mit den bitteren Folgen seiner nächtlichen Überfälle konfrontiert und die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung.

Südafrika entdeckt Finanzkraft der Filmindustrie

filmen-suedafrikaDer Southern African Film and Television Market (SITHENGI) findet jährlich zumeist im November statt und bringt rund 1200 Branchenkenner von Afrika, Europa und Nord Amerika an die Südspitze des Kontinents. Film screenings, das sind Filmvorführungen für Einkäufer und Händler, aber auch Seminare stehen auf dem Programm. Eine ebenfalls wichtige Veranstaltung der Filmindustrie ist das Cape Town World Film Festival welches zeitnah zum Filmmarkt jährlich stattfindet. Hier haben Indepentent Film & Newcomer eine Chance ihre Filme einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Ohne Frage bieten besonders Kapstadt und Umgebung enorme Reize, dank unterschiedlicher Architektur und Landschaften. Ironischerweise liegen durch die starke Kluft zwischen Arm und Reich, viele Drehorte in strategischer Nähe zueinander: Townships unweit von luxuriösen Shopping Malls. Farmarbeiter neben Golfspielern . Neben den klassischen Motiven wie den tierreichen Nationalparks sind märchenhafte Kulissen wie Sun City / Lost City schon oft abgelichtet worden.

Die Stadtverwaltung von Kapstadt versucht zunehmend den Filmcrews die Organisation von Projekten zu erleichtern. City of Cape Town, South Peninsula Municipality und National Parks Board haben eigene Ansprechpartner die bei Drehgenehmigungen, Strassensperren und Verkehrsumleitungen weiter helfen. Dennoch ist die Organisation einer Filmproduktion in Südafrika nicht einfach. Obwohl nach dem 11. September der Drehort ironischerweise als „sicher“ eingeschätzt wird, ist das Drehen in Südafrika mit einem höheren Sicherheitsaufwand verbunden als an anderen Orten. Lokale sogenannte "production service companies" helfen bei der Betreuung und Organisation eines Film- und Fotoshootings.

Wo das große Geld lockt ...

Für internationalen Produzenten muss sich eine Produktion in Südafrika trotz Fernreisen mit Team rechnen. Bis vor wenigen Jahren galt die Faustregel, dass die Produktion in Südafrika 15-20% günstiger im Vergleich zu Marktpreisen ist und dies nicht zuletzt auf Grund des Währungsgefälles und einem attraktiven Umtauschkurs. Jedoch im „Dschungel der Filmmetropole“ ist für Produzenten Vorsicht geboten: immer wieder ist von überteuerten Leistungen zu hören, wenn die Filmindustrie Angebote einholt. Das Verhalten schadet der gesamten Filmindustrie, denn schnell kursiert die Information in der Branche und der Wirtschaftszweig bröckelt. Immer mehr Kinoproduktionen verschiffen Container mit Equipment lieber aus der Heimat, als auf lokale Anbieter zurückzugreifen. Castingbüros bieten Models zu überteuerten Gagen an, die europäische Preise in den Schatten stellen. Die Cable Car Gesellschaft am Tafelberg schreckt Dokumentarfilmer mit Motivkosten die an Musik Clip Produktionen erinnern ab. Der Gedanke an das schnelle leichte Geld ist allgegenwärtig.

Produzenten setzen daher auf Firmen mit Referenzen und vertrauen Empfehlungen von Branchenkennern. Eine Alternative bieten lokale Produktionsberater, die produktionsbedingt Crews und Zulieferfirmen zusammenstellen. Sie kennen die europäische Mentalität und den Anspruch am Film-Set und bieten unterm Strich auf Grund ihrer Unabhängigkeit die günstigste Produktionsalternative.

Doch der Boom setzt sich fort und im afrikanischen Sommer, wird man auch in Zukunft regelmäßig auf das Schilder treffen -
"filming in progress".




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