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Mittwoch, den 02. November 2011 um 07:16 Uhr |
Die momentane Schwäche der südafrikanischen Währung
Oktober 2011, die Wirtschaft ist konfus, die Presse konzentriert sich auf die Walmart/Massmart Fusion und der durchschnittliche Südafrikaner sieht sich mit unnachgiebig hohen Benzinkosten und weiter steigenden Preisen importierter Produkte konfrontiert, während er sich immernoch die psychologischen Wunden eines frühzeitigen Ausscheidens aus dem Rugby Weltcup leckt und der Krönung der „All Black Schafhirten“ zusehen muss.
Das bringt einen zu einer eher Shakespearischen Frage: „Was ist faul im Staate Dänemark“? Fakt ist, dass sich der Ölpreis zwar langsam aber sicher wieder auf die USD 100 Marke zurückbewegt, der Rand aber schneller verfällt als einem dies Entwicklung noch zu Gute kommen könnte. Kürzlich kostete ein Euro gerade noch neun südafrikanische Rand, heute jedoch – vor allem wenn man Bargeld sucht – muss man bald fast zwölf Rand auf den Tisch legen, was soviel wie ein über 20%igen Wertverlust seit Juli 2011 bedeutet. Wie geht dem?
Die lokalen Exporteure haben ihr lang verloren geglaubtes Grinsen zurück in ihren Gesichtern angesichts zunehmender Wettbewerbsfähigkeit südafrikanischer Produkte auf dem Weltmarkt. Gold, Platin und Diamantenexporte haben zunächst einmal wieder gute, harte Auslandswährungen in die lokalen Koffer gespült und es ist schon fast erbärmlich, dass wir unser Öl im Mittleren Osten einkaufen müssen, wo das Fässchen Schwarzes Gold in den US aus A fast 25 US Dollar günstiger ist.
Aber zur selben Zeit sorgt die Euro-Schulden-Krise leider auch dafür dass die Auslandsnachfrage nach unseren Edelmetallen zurückgeht....und die verzweifelte Suche nach Cash zwischen London und Athen drückt schwer auf die Entwicklung des Währungskurses des Randes. Es ist ein wiederkehrendes Phänomen, dass der südafrikanische Rand eine der höchst flüssigen Währungen im Korb der Emerging Markets ist und am schnellsten von verantwortungslosen, nervösen oder verzweifelten Investoren zu Gunsten von schnellem Cash umgerubelt werden kann. Und wieder einmal ist Südafrika Opfer seines eigenen Erfolges und vergnatzter Spielball der „Reichen und Berühmten“.
Nicht jeder teilt die Euphorie eines Methews Phosa, ANC Hauptschatzmeister, der der Auffassung ist, dass der Stimulus des Exportmarkts alle negativen Konsequenzen eines schwachen Randes überwiegt. Die importierte Inflation treibt die lokale Gesamtinflation weiter mit heissen Sporen an und wird diese schon kurzfristiger als von vielen Auguren gedacht aus dem regierungsgesetzten Korridor zwischen 3% und 6% schieben. Zug um Zug kommt damit die Zentralbank unter Druck und deren Gouverneurin Gill Markus wird dann ihren grössten Kritikern nach dem Mund reden müssen und die Leitzinsen senken. Das klingt alles gut und recht, aber realwirtschaftlich gesehen ist genauso unnötig wie die Überstunden der Notenpressen in den Vereinigten Staaten aller Amerikas!
Zusammengefasst: Oktober hat mässig beeindruckte Minengesellschaften gezeigt, fröhliche Exporteuere und Autofahrer knapp bei Kasse, die dennoch schon bald ihre Ferienhäuser wieder besuchen können, da diese im Lichte sinkender Zinsen nun doch nicht dem Banken-geschwungenen Hammer zum Opfer fallen. Daher hier der Rat: kauft lokal, exportiert was Ihr nicht braucht, bleibt zuhause und seht im Fernsehen zu, was die Welt mit unserem geliebten Rand macht!
Autor: Dirk Meissner -
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Wir danken IBN für die Erlaubnis der Veröffentlichung
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