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Freitag, den 02. Oktober 2009 um 07:02 Uhr |
Julius Malema – Macher oder Gemachter?
Keine Person hat einen politischen Verband mehr aus seinem Schattendasein geholt und beschäftigt derzeit die Medien mehr, so dass selbst der immer noch umstrittene Präsident Jacob Zuma aus dem Rampenlicht verdrängt wird, als der Führer der ANC Jugendliga: Julius Malema.
Julius Sello Malema, 28 Jahre alt, und Nachfolger des Hitzkopfes und seines Mentors Fikile Mbalula, spielte sich nicht nur während des Wahlkampfes für die früher im Jahr abgehaltenen Wahlen noch vorne, sondern bleibt mit seinen kontroversen Aussagen Titelseitenmaterial. Geboren im Armenviertel Masakeng Zone 1 in Seshego in der Provinz Limpopo, wuchs er bei seiner Mutter, die 2005 verstarb, und vor allem seiner Großmutter auf.
Mit neun Jahren lief er von zu Hause weg, schloss sich der Masupatsela Bewegung des ANC an und suchte gezielt die Nähe zu seinen ANC Vorbildern. Mit 14 übernahm er den Vorsitz der ANC Jugendliga in seiner Heimatstadt, mit 16 den Vorsitz über den südafrikanischen Studentenkongress (COSAS) und wurde nur vier Jahre später deren nationaler Präsident.
Malema musste zwei Schuljahre wiederholen und machte sein Abitur erst mit 21, nach Auskunft seiner ehemaligen Klassenkameraden aber eher seiner politischen Ablenkung als einer niedrigen Intelligenz geschuldet. Sein weiterer Werdegang war geprägt von der Abneigung gegen Akademiker wie Naledi Pandor, einem früheren Minister für Ausbildung und dem früheren Präsidenten Thabo Mbeki, sowie von Aufsässigkeit und einem Hang zur Gewalt. Aussagen wie „wir brennen das Gefängnis nieder“ oder „wir töten für Zuma“ sind laute Kennzeichen dafür.
2008 wurde er in einer von Alkohol und mangelnder Disziplin gekennzeichneten Versammlung zum derzeitigen Präsidenten der ANC Jugendliga gewählt. Über Malemas Rolle bei den jüngsten Wahlen wurde an dieser Stelle bereits berichtet, doch seitdem ist es nicht ruhiger um ihn geworden. Seine Auftritte sind weiterhin laut, ziehen hunderte von Zuhörern magnetisch an und hinterlassen kontroverse Stimmen in der Presse. Die Einen handeln ihn als lauten Emporkömmling und Clown, die anderen verachten ihn als verspätetes Relikt aus einer von Gewalt geprägten Zeit des ANC Widerstandes.
Max du Preez, politischer Analyst und Co-Autor des Buches „Die Welt wie Julius Malema sie sieht“ (Kwela Books 2009), geht sogar so weit, dass es sich bei Malema bereits um die einflussreichste Person im ANC nach Zuma handelt, der seine Augen auf die Nachfolge von Zuma als Staatsoberhaupt Südafrikas gerichtet hat. Insider gehen sogar soweit, dass Malema einen Putsch innerhalb des ANC plant, um die sechs führenden Positionen, einschließlich der von Jacob Zuma, neu zu besetzen.
Die Zukunft wird zeigen ob und wie weit Malema willens, fähig und bereit ist zu gehen. Die nächsten Wahlen sind noch ein paar Jahre hin und der nächste wichtige Termin im politischen Kalender liegt im Jahr 2012, wenn der ANC die kommende nationale Konferenz hält. Schafft es Malema Generalsekretär des ANC zu werden und seinem Mentor Mbalula den Rang abzulaufen? Oder wird ihm seine zweifelhafte Einstellung zu Recht und Gesetz zum Verhängnis? Nur eins steht fest, Angst und Ehrfurcht zeigt Julius Malema keinesfalls, denn wie er schon im März gesagt hat:
„Mandela and Mokaba did not teach us to be afraid of anybody!“.
Autor: Ralph M Ertner -
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Wir danken IBN für die Erlaubnis der Veröffentlichung
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