Kapstadt in Südafrika

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Squatter Camps in Kapstadts Townships

Um in das Squatter Camp zu gelangen gab es keinen anderen Weg als durch den offenen Abwasserkanal von Stein zu Stein springend. Die Stadtverwaltung hat nun das Gebiet an die Kanalisation angeschlossen und an Stelle des stinkenden Kanals ist eine saubere, noch unbefestigte Strasse entstanden. Es gibt zahlreiche Trinkwasserentnahmestellen und Betonwasserbecken und in unregelmäßigen Abständen sieht man graue Toilettenhäuschen. Für die Anwohner ein Riesenfortschritt. Die neue Strasse ist belebt, es beginnt sich eine Infrastruktur wie in den älteren Teilen der Townships zu entwickeln. Die ersten Gemüsehändler sitzen an der Strasse, ein Shebeen (Bar) hat eröffnet, ein kleiner „Supermarkt“ bietet ein bescheidenes Sortiment und ein Elektrohändler breitet auf einer Platte sein kleines Angebot aus. Die ersten Anwohner beginnen vor ihren Shacks, auf den wenigen Metern die Ihnen zur Verfügung stehen, Gemüse anzubauen.

Bei näherer Betrachtung entpuppt sich die Architektur der Squatter Camps als sehr abwechslungsreich und farbenfroh. Sie wird dadurch bestimmt, wie viel Geld und welche Baumaterialien zur Verfügung standen und wie lange der Hausherr schon an diesem Platz wohnt. Wer länger hier lebt, baut nach und nach und Stück für Stück etwas an seine Hütte an oder setzt sogar ein Stockwerk drauf. Fayo, der vor 4 Jahren mit seiner Frau hierher kam, begann mit einem kleinen Shack.

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Für den Hausbau im Squattercamp sind alle möglichen Baumaterialien nützlich

Nun hat er eines der schönsten zweistöckigen Häuser im Squatter Camp. Er öffnet zwar noch jeden Morgen den Verschlag, aus dem er früher Zigaretten verkaufte, das Geld für neue Ware ist ihm aber schon lange ausgegangen. Jetzt hat er sich auf dem Dach, dem neuen 2. Stockwerk, eine kleine Werkstatt eingerichtet, wo er aus altem Holz Möbel für die Nachbarn baut, so dass er es zu einem bescheidenen Wohlstand bringen konnte.

Die Reihenhäuser von Langa und Guguletu

township-wasserversorgung-180Reihenhäuser sind nur in den älteren Townships wie Langa und Guguletu anzutreffen und bilden historisch gesehen den Ausgangspunkt der Kapstädter Townships. Sie entstanden in den 20iger bis 40iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Nach einem 1923 erlassenen Gesetz wurden die Schwarzen aus den von ihnen illegal errichteten Siedlungen vertrieben und von der Regierung in speziell errichtete Reihenhaussiedlungen gebracht – die Townships in ihrer heutigen Form waren geboren. Für die Menschen verbesserten sich zwar die Wohnverhältnisse, aber sie hatten nun eine Miete an den Staat zahlen, was vielen schwer fiel. Gewachsene soziale Strukturen wurden zerstört und mussten wieder ganz neu entstehen.

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Blick von Langa auf die stillgelegten Kühltürme von Athlone

Nach Beendigung der Apartheid übergab die Regierung diese Reihenhäuser an die Bewohner, die nun Eigentümer der Häuser sind und verantwortlich für die Instandhaltung. Die Wohnverhältnisse sind sehr beengt. Oft leben 5-8-köpfige Familien auf 20 bis 30 qm Wohnfläche.

township-hinterhof-180Patrick Fezile lebt mit seiner Frau in einer Reihenhauswohnung, die aus 2 Zimmern, einem kleinen Vorgarten und einem Hinterhof mit Toilette besteht. Er ist 1958 in Langa geboren und wohnt seit 1981 in diesem Haus, dessen stolzer Besitzer er nun ist. Zeit für den Vorgarten hat er genug, er ist seit 1998 arbeitslos und hat nur gelegentlich einen Job. Die Firma Ebolt, ein Produzent für Schrauben und Bolzen, für die er mehr als 10 Jahre gearbeitet hatte, musste die Belegschaft mangels Aufträgen halbieren. Seitdem muss das schmale Gehalt seiner Frau reichen, die für Cap Bugs arbeitet, einer Firma die Einkaufsbeutel herstellt.



Kommentare 

 
-3 #4 hauke scholz 2011-08-22 06:08
ich habe 32 jahre in den townships gelebt und habe dort gewohnt . ganze 32 jahere lang. ciao
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-2 #3 Fred 2011-02-20 17:36
Ich habe ein Jahr in Khayelitsha gelebt und wenn man als Mensch kommt und nicht als Umlungu, dann klappt das auch. Ich wäre gern dort geblieben, aber leider kann man als Mensch auf dieser Welt nicht ohne Papiere leben, die sind leider wichtiger als der Mensch.
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-2 #2 helene 2011-02-01 18:52
habe heute einen sehr guten Bericht über ein kinderheim, spital und schule gesehen, da war eine muttige frau und eröffnet das kinderheim bhupumelele. es gibt also auch noch hoffnung in der ärmsten gegend dieser welt! solche helfenden leute sollte man unterstützen.
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0 #1 Lilli 2010-07-26 12:55
Ich war sehr sehr oft in diesen Townships unterwegs, hatt dort viele Freunde. In diesen Townships habe ich viel gesehen und gehört. Sehr sehr krasse Sachen. Wie plötzlich gute Freunde, denen du vertraust, das komplette Gegenteil beweisen können. Man muss als weiße Person sehr aufpassen wem man vertraut. Gewalt, Tod, Drogen waren überall an der Tagesordnung!
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