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Milnerton

Das "Tor" zur Westküste

Milnerton ist eine Vorstadt von Kapstadt am Atlantischen Ozean ungefähr 11 km nördlich vom Stadkern Kapstadts.

Milnerton ist bekannt für seine hervorragende Immobilien, den Golfplatz (mit dem einzigartig faszinierenden Ausblick auf die Table Bay Bucht und den Tafelberg und die verkehrmässig sehr günstige Verbindung zur Innenstadt von Kapstadt.

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Der Strand von Milnerton an der Lagune, die hier die Verbindung zum Meer hat

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Blick auf den Milnerton Leuchtturm, Woodbridge Island, Lagune und Golfplatz

180 Grad Panaroma-Bild von Milnerton in Richtung Tafelberg


Woodbridge Island

Bekannt ist Milnerton auch für die vorgelagerte "Woodbridge Island" - Insel (benannt nach der alten, noch stehenden Holzbrücke), die nebst zahlreicher Ferienhäuser auch den aktiven Leuchtturm von Milnerton und den Milnerton Golfplatz (mit uneingeschränktem Blick auf den tafelberg) beherbert. Es ist ein grosser Parkplatz vorhanden, der am Wochenende von den zahlreichen Strandbesuchern (oder den Besuchern des Restaurants "Maestro") gefüllt wird.

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Die Milnerton Lagune mit Woodbridge Island und dem Milnerton Leuchtturm

360 Grad Panaroma-Bild vom Strand von Woodbridge Island


Strand und Lagune von Milnerton

Nur ca 1km südlich Richtung Tafelberg mündet die Milnerton Lagune ins Meer ("Lagoon Beach"). Milnerton ist bekannt für den allgemein stark wehenden Wind. Der sehr gut zugängliche Strand auf Woodbridge Island ist daher bei Wind- und Kitesurfern sehr beliebt macht. In der Milnerton Lagune kann man ideal Kanu fahren. In der Lagune von Milnerton kann viele Seevögel wie Pelikane, Reiher, Flamingos und andere Seevögel beobachten.

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"Lagoon Beach" in Milnerton


Canal Walk und Ratanga Junction

In Milnerton befindet sich mit Century City eines der grössten Shopping Malls ("Canal Walk") Südafrikas. Direkt angeschlossen ist das "Ratanga Junction", ein Vergnügungspark mit Achterbahnen und alle möglichen Fahr- und Unterhaltungsgeschäften. Leider verwahrlost der Park zusehens und wird wegen mangelnden Interesses nur noch in den Schulferien geöffnet.

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"Canal Walk", eines der grössten Shopping Mall der südlichen Erdkugel


Flohmarkt in Paarden Island


In Höhe vom Stadtteil "Paarden Island" in Milnerton ist einer der grössten Flohmärkte in Kapstadt.  Der Flohmarkt ist JEDEN Sonntag von ca 09:00 geschäftig und dünnt sich nach 14:00 aus. Touristische Artikel und afrikanische Handarbeiten (wie in Green Point) sucht man hier praktisch vergebens...

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Flohmarkt in "Paarden Island", dem industriellen Stadtteil von Milnerton

Dafür jede Menge Kleinkram von netten Dekorationsideen, altem Werkzeug, Münzen, Bücher bis zu echtem Schrott. Es werden Fahrräder repariert, man quatscht, döst oder verkauft hausgemachte Produkte (Kuchen, Atjar, bemahlte Steine etc.) und als Besucher zieht man sich eine Boerewors (am besten bei den "Cholesterol Brüdern") rein und probiert ein selbstgebrautes Gingerbier und kauft hier und da mal etwas Kleinkram.



Webcam in Milnerton

Man hat von Milnerton aus einen einmalig schönen Blick auf den Tafelberg - die Live Webcam "www.capetown-webcam.com" (gesponsored von www.kapstadt.de) bietet diesen grandiosen Blick von Milnerton mit Woodbridge Island und der Lagune im Vordergrund rund um die Uhr. Die Bilder erneuern sich alle 5 bis 10 Minuten...

Kapstadt Webcam
Aktueller Blick der Webcam auf Kapstadt

Robben Island

Südafrikas historische Insel vor Kapstadt, die jetzt zum wichtigsten Museum des Landes im 21.Jahrhundert wird. Kein anderer Ort im neuen Südafrika ist so sehr mit der Geschichte des Landes verbunden, wie die 574 Hektar große Insel in der Tafelbucht. Als 1488 der Portugiese Bartholomeu Diaz das Kap erkundete, fanden nur einige Expeditionen statt.. Über 500 Jahre sollten vergehen, bis im demokratischen Südafrika heute Touristen vor allem die Zelle Nummer 5 ansteuern, wo Präsident Nelson Mandela 18 seiner 27 Haftjahre verbringen mußte.

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Robben Island mit Kapstadt und dem Tafelberg im Hintergrund
(Foto courtesy of SA Tourism)

Die Verantwortlichen des Robben-Island Museums wollen alle Spuren der Insel und der kerkerähnlichen Haftanlage authentisch erhalten.

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Der Eingang zu Robben Island

Dauer des Ausfluges nach Robben Island

½ Tag. Abfahrten: 5 mal täglich von den beiden Ablegern an der V & A Waterfront. Es gibt einen historischen Dampfer, der für die Überfahrt mind. 1 ¼ Stunden benötigt, und eine moderne Schnellfähre (ab Nelson Mandela Gateway), die die Strecke in der Hälfte der Zeit schafft. Vorherige Anmeldung: Tel.: (021) 413-4200.

Tipp: Rechtzeitig buchen bzw. an der Fähre erscheinen, da nur max. 300 Personen pro Tag nach Robben Island zugelassen werden.



Robben Island Geschichte

Die Geschichte der 575 ha großen Insel – uns allen bekannt als Nelson Mandelas „Gefängnis“ – geht einige tausend Jahre zurück. Also lange vor der Kolonisation lebten hier bereits Menschen. Zumeist waren es San-Fischer, die hier temporär während der klimatisch angenehmen Jahreszeit verweilten und ihre Fangtouren von der Insel aus starteten.

Die ersten Holländer erkannten dann sehr schnell das eigentliche „Potential“, welches in dieser Insel steckte, nämlich das einer Sträflingsinsel: Zu weit vom Land entfernt (7 km bis Bloubergstrand), um von ihr fliehen zu können, und nahe genug für die Versorgung.

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Heute strömen jährlich unzählige Touristen auf die Gefängnisinsel
(Foto courtesy of SA Tourism)

Seit Mitte des 17. Jahrhundert wurden hier Gefangene gehalten
, i.d.R. politische Aktivisten, Sklaven und später auch Moslems, die sich den Gesetzen der Kolonialherren widersetzt hatten. Erster Häftling soll 1658, während des Krieges zwischen Holländern und San, van Riebeecks „Strandloper“-Dolmetscher Authumao gewesen sein. Andere Quellen behaupten, dass es hier bereits 15 Jahre vorher „Sträflinge“ gegeben haben soll.

Viele Häftlinge versuchten, trotz der Entfernung, von der Insel zu fliehen. Der überwiegende Teil scheiterte natürlich und ertrank (Authumao aber ist die Flucht geglückt). Auch die Briten nutzten Robben Island für die Deportation von „unwanted subjects“. Sie schickten im 19. Jahrhundert nicht nur Unruhe stiftende Xhosa-Führer ins Insel-Exil, sondern auch Prostituierte, Taschendiebe, Leprakranke sowie chronisch und mental Kranke. Später, während des 2. Weltkrieges, folgten die Kriegsgefangenen und zum Schluss, ab 1961, eben die politischen Häftlinge der Apartheidszeit, zusammen mit Schwerverbrechern, um den äußeren Schein zu wahren. Der letzte Häftling verließ Ende 1996 die Insel, zusammen mit dem gesamten Gefängnispersonal.

Doch die Insel wurde nicht ausschließlich als Gefängnis genutzt, zwischenzeitlich und auch parallel dazu war sie Versorgungsstation für Seefahrer und Kolonaialisten sowie Walbeobachtungsstation, Krankenhaus und militärische Basis. Oft wurden diese Vorhaben aber nach wenigen Jahren wieder abgebrochen, da der dafür nötige Fährverkehr zu häufig auch den Gefangenen als Fluchtmöglichkeit diente.

Am 4. September 1996 beschloss die südafrikanische Regierung, die Insel als National Monument und National Museum zu erklären, und seit 1997 steht sie unter der Leitung des Ministeriums für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technik.

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Robben Island Museum - (Foto courtesy of SA Tourism)

Das Robben Island Museum (das die Insel als Ganzes einschließt) versucht, ihre Grundlagen und Aktivitäten so zu leiten, dass „ihr einzigartiges Symbol, ihre Kreativität und Innovationen einen Beitrag zur sozial-ökonomischen Entwicklung und Änderung der südafrikanischen Gesellschaft und Bereicherung der Menschheit wird“. Man hofft, dass Robben Island auch zum Weltkulturerbe deklariert wird. Andere Pläne sprechen davon, hier ein Nobelhotel bzw. ein Ferienresort zu errichten. Sicher ist, dass die Tierwelt auf der Insel geschont werden soll. Elandantilopen, Böcke, Seemöwen und die namengebenden Robben haben sich wieder etabliert.

Ob die im 17. Jahrhundert von den Holländern hier ausgesetzten Kaninchen aber geschützt werden, ist noch fraglich. Denn die Legende behauptet, dass James Cook Mitte des 18. Jahrhunderts hier anlandete und anschließend ein paar der Hoppler nach Australien mitnahm, wo es dadurch später zur allbekannten Kaninchenplage kam. Hierzu gibt es aber auch andere Gerüchte.


Besuch auf Robben Island

Im Dezember 2001 wurde das Nelson Mandela Gateway neben dem Clocktower an der Victoria & Alfred Waterfront eingeweiht. Von hier fahren jetzt die Fähren zur ehemaligen Gefängnisinsel. Wechselnde Ausstellungen und Multimedia-Präsentationen im Nelson Mandela Gateway informieren bereits vor der Abfahrt über die Insel. Mittlerweile werden auch spezielle Touren zur Insel angeboten, so z.B. Überfahrt mit einem historischen Dampfer, BBQ auf der Insel u.ä. Geplant sind auch Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel und selbst die Einrichtung eines Universitätscampus dort ist im Gespräch ...

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Die Überfahrt zur Insel erfolgt in modernen Schnellbooten

Der Besuch auf Robben Island dauert ca. 2,5 Stunden. Zunächst werden die Besucher mit dem Bus über den südlichen Teil der Insel gefahren, vorbei an Robert Sabukwe’s Haus, durch das Inseldorf und zum Kalksteinbruch, in dem die Gefangenen arbeiten mussten. Bei dieser Arbeit haben viele Gefangene durch den feinen Staub ihre Augen verletzt, so auch Mandela. Schon im 17. Jahrhundert wurde der Kalkstein abgebaut und damit das „Castle“ und andere Gebäude im Kapland erbaut. Anschließend folgt der Besuch des Gefängnisses unter der Leitung eines ehemaligen Gefangenen. Man sitzt in einer Zelle, in der ehemals 80 Gefangene übernachteten, und hört fassungslos den Berichten des ehemaligen Gefangenen zu.

So wurden in den 1960er Jahren Gefängniswärter auf Robben Island strafversetzt. Hier ließen sie dann ihre Frustration an den Gefangenen aus. Kriminelle und politisch Gefangene wurden getrennt behandelt. Man machte natürlich auch einen Unterschied zwischen Farbigen und Schwarzen. Die Farbigen hatten z.B. das Privileg, Unterwäsche zu tragen oder im Winter lange Hosen und Socken.

In der Zeit zwischen 1961 und 1971 durften Schwarze nur alle sechs Monate für 30 Minuten Besuch empfangen oder alle halbe Jahr einen Brief mit maximal 500 Wörtern senden bzw. empfangen. Um so erstaunlicher ist es, wie die Gefangenen über die Jahre bessere Haftbedingungen durchsetzten konnten (durch Hungerstreiks und andere Proteste), studierten und Informationen mit der Außenwelt austauschten. Was die Behörden nämlich nicht bedachten, war die Tatsache, dass die Isolation der Insel auch eine gewisse Solidarität zwischen Gefangenen und Gefängnispersonal schürte und einige Wärter sich sogar mit den Sträflingen anfreundeten und ... von ihnen unterrichtet wurden! Wenn internationale Presse kam, durften einige Gefangene Näharbeiten ausführen, statt Steine zu schlagen. Dann gab es sogar besseres Essen.

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Die Gefängnismauern und ein Gefängnisturm von Robben Island

Natürlich fehlt zum Abschluss nicht der Besuch Nelson Mandelas Zelle. Wie konnte man 27 Jahre lang, 16 Stunden täglich, in einer 2 x 2,5 m großen Zelle leben? Bis zu den Hafterleichterungen in den 1970er schliefen die Gefangenen sogar auf einfachen Strohmatten auf dem kalten Steinfußboden. Die höchste Belegung des Gefängnisses verzeichnete man Ende der 1960er Jahre: 1.100 Gefangene. Bei der Schließung waren es dann „noch“ 300. Heute leben ca. 230 Einwohner auf Robben Island, die fast alle für das Museum tätig sind.

Ein großes Manko ist der hohe Preis für den Besuch. So können sich die meisten Südafrikaner einen Besuch auf der für ihre Geschichte wichtigen Insel kaum leisten.

Ausflug planen

Dauer des Ausfluges: ½ Tag.

Abfahrten:
5 mal täglich von den beiden Ablegern an der V & A Waterfront. Derzeit fahren in der Hochsaison 600-900 Personen pro Tag auf die Insel. Heute Fahren Schnellboote ca 30-35min pro Strecke. Die historischen Originalboote werden nur in Ausnahmefällen noch genutzt.

Nelson Mandela Gateway:
Tel: (021) 413 4200
Fax: (021) 419 1057
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tipp:
Telefonische Buchung mit Kreditkarte ist in der Hochsaison anzuraten, teilweise 3-5 Tage (um Weihnachten herum) Vorlauf. In der Nebensaison sind 24 Std vorher ausreichend.


Robben Island Reisebericht

Zum ersten Mal besucht auch der 27jährige Andreas Rheinhard aus Deutschland die Insel: "Einfach mal zu sehen, wo Mandela lange Zeit gelebt hat, wie das dort aussieht,und alles rund herum um die Insel."

Wie viele andere Besucher wird auch er auf der Insel Einzelheiten über die unmenschlichen Haftbedingungen der politischen Gefangenen der Apartheid erfahren. Pastor Timothy Harry, 41 Jahre, aus Richards Bay kommt natürlich auch, um die Zelle Mandelas zu sehen: "Es geht mit um die Spuren der Geschichte, es ist eine Erfahrung, eine Gelegenheit im neuen Südafrika, solche Orte kennenzulernen".

Die wilden Versuche einiger Piratenboote, illegal Touristen anzulanden, verurteilt er scharf: "Es müssen Recht und Ordnung herrschen, die Dinge müssen sich normal gestallten. Die Touren sollten geführt sein und nicht jeder irgenwie auf die Insel stürmen können".

Sewunele Sitole ist erst 15, sie kann sich an die Zeit, als Nelson Mandela auf der Insel war, nicht erinnern.Dennoch ist hier für sie der Ort, an dem das politische Wunder Südafrika möglich wurde: "Er war solange eingesperrt, kam frei und wurde Präsident- so geschehen die Dinge".

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Luftaufnahme von Robben Island

Rundfahrt auf Robben Island

Unsere Rundfahrt mit dem Bus geht zunächst vorüber am Kramat, also dem Schrein von Prinz Sayed Abduraman Madura von Jafet, die grünen Kuppeln und der Halbmond mit Stern bieten eine überraschung. Am Dieselkraftwerk vorbei, das die einzige Stromquelle des Eilands ist, fahren wir zu Bucht mit über 10.000 Pinguinen. Diese Kap-Jackass-Spezies wurde erst 1982 nach 300jähriger Abwesenheit wieder angesiedelt. Der Natur- und Artenreichtum ist überwältigend: 75 Vogelarten, Springböcke, Strausse, Schildkröten, sie alle schaffen ein einmaliges Szenario, das so erhalten bleiben soll.

Einsam mahnt ein Steinbruch am Uferrand der Zeiten, als Häftlinge vor 350 Jahren ihre eigenen Kerkerwände aus dem Felsgestein herausbrechen mußten. Nicht weit davon die Badestelle für die Leprakranken, die von 1846-1931 auf der Insel dahinsiechten.Heute zeugen nur der Friedhof und die arg zerfallene Kirche des Guten Hirten vom Leiden jener Kranken.

Die Wetterstation mit dem automatischen Nebelhorn, das Walskelett mit den riesigen Eckzähnen und die Verteidungsanlagen aus dem 2.Weltkrieg liegen an der Route wuchtig, gut getarnt zwischen Büschen und Bäumen liegt ein B1-Geschütz der Attillerie, 42 Tonnen schwer, mit 48 Kilometer Reichweite. Die Japaner wollte man damals abschrecken, sie kamen nie nach Kapstadt. 30 Meter über dem Meeresspiegel und auf dem höchsten Punkt der Insel liegt der Leuchtturm, der Rotlicht ausstrahlt: eine besondere Warnung vor dem Walriff-Seegebirge, auf das schon manch Dampfer beim Einfahren nach Kapstadt auflief....
Auch der Golfplatz mit seinen neuen Löchern ist ein Unikum, ebenso wie die schrottreifen Autos, die auf der Insel fahren, weil sie lediglich einen Scheibenwischer,einen Scheinwerfer,ein Bremslicht und eine Bremse brauchen.

Zellenblock "B Seksie"

"B SEKSIE" steht dort in großen afrikaansen Buchstaben, und No 5, nur zwei mal drei Meter im Umfang, war Mandelas Zelle. Damals trug sie noch die Nummer 4 und wurde erst später neu nummeriert. Kontakt zur Aussenwelt gab es nur duch die Zensur, meist wurden alle Zeitungen und Briefe, die seine damalige Frau Winnie schrieb, bis zur Lächerlich verkürzt. Lionel erzählt:

"Wer hierher kam, hatte gar nichts. Man mußte auf einer einfachen Matte schlafen, später kam eine zweite hinzu und nach Jahren das Stahlbett. Alles diente dazu, uns die menschliche Würde zu rauben.So mußten wir für unsere Würde kämpfen."
Als Toilette diente ein Eimer, den die Gefangenen einmal am Tage selbst reinigen mußten. In den Zellen gab es keinerlei privaten Besitz, die Arbeit im Kalksteinbruch, die kalten Duschen..., all das hat bei den politischen Streitern für Freiheit und Gerechtigkeit gesundheitliche Spuren hinterlassen. Nelson Mendela mußte seine Augen operieren lassen und darf heute nur noch ohne Blitzlicht und Scheinwerfer fotografiert werden. Doch in der Haft wurde keiner von ihnen gebrochen; draussen im Hof mit dem Sportplatz auch jener kleiner Garten an der Mauer, wo Mandela die ersten Kapitel seines Buches "Der lange Weg zur Freiheit", in Mikroschrift verfaßt, heimlich vergrub. Mandela schreibt über seine Einlieferung:
Die Wärter riefen aus: "Dies ist eine Insel. Hier werdet ihr sterben! Am Gefängnis ist nichts, was einen erfreuen könnte, mit einer möglichen Ausnahme. Man hat Zeit zum Nachdenken. Ständig waren wir in politische Debatten verwickelt."

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Ausflug mit dem Schnellboot nach Robben Island

Robben Island Museum

Wer die unmenschlichen Haftbedingungen so hautnah sieht, der bewundert umso mehr die Fähigkeit Mandelas und der politschen Führer des neuen Südafrikas, ihre Versöhnungspolitik umzusetzen und den ehemaligen Tätern und Helfern der Apartheid zu vergeben.
Erst seit dem 1. Januar 1997 untersteht die Insel dem Robben Island Museum, im Dezember 1996 verließen die letzten, nicht-politischen Häftlinge die schwer gesicherten Anlagen. Bereits am 21.Dezember 1995 war die Insel und eine nautische Meile ihrer Umgebung zum National-Historischen Monument (National Historical Monument) durch Präsident Mandela erklärt worden. Im September 1996 wurde ihr Schutz erweitert, das Kabinett stufte sie als Weltkulturdenkmal ein.

Professor Andre Odendaal leitet kommissarisch das Robben Island Museum, bis ab April 1997 ein Beirat endgültig über die personelle und konzeptionelle Zukunft dieser wohl wichtigsten Institution im neuen Südafrika anhand eines Masterplans entscheidet:
"Wir hatten nur 120 Tage Zeit, zum Beispiel um einen Haushaltsplan aufzustellen. Wir standen vor der Alternative, die Insel erstmal zu schliessen. Das hätte jedoch für den Erhalt nur Negatives bedeuted, unbewohnte Gebäude usw. und es wäre teurer geworden...

Wir entschieden uns dagegen, und machten die Insel vom ersten Tag an für Besucher zugänglich. Noch sind es 300 am Tag, sobald wir mehr Kapazitäten haben, werden die Zahlen erheblich ansteigen. Wichtig ist dies auch im Sinne der Dienstleistung durch die neue Regierung: in nur vier Monaten haben wir einen Zugang geschaffen, der die Unversehrtheit des Ortes gewährleistet. Im kommenden Jahr werden dann auch übernachtsungsmöglichkeiten geboten,die Infrastruktur ist da, wenn man bedenkt, daß einmal 1500 Menschen dort lebten, unter ihnen 800 Gefangene und dazu die Familien der Wärter."

Kulturelles Schaufenster

In Zukunft finden verschiedene Institutionen Südafrikas auf der Insel Platz, sie soll als kulturelles Schaufenster des Landes im 21. Jahrhundert dienen. über 200 Vorschläge wurden eingereicht. Dabei soll immer die Geschichte im Mittelpunkt stehen. Es geht nicht nur um die Zelle Mandelas, deretwegen die Meisten kommen, sondern um ein lebendiges Gesamtkonzept. Dann könnten auch das alte Gouverneurshaus oder die Grundschule der viktorianischen Zeit eine Bedeutung und Funktion bekommen. Man will so schnell wie möglich die Schule mit Kindern der Museumsmitarbeiter füllen. Auch der Umweltschutz hat Priorität, anders als bei den umstrittenen Erweiterungen der Kap-Spitze oder des Tafelbergs soll ein Gleichgewicht gewahrt werden zwischen den Interessen der Natur und des Tourismus. Als wir nach zwei Stunden die Insel wieder verlassen, sind viele Touristen und Einheimische sehr nachdenklich gestimmt. Was bringt die Zukunft für Südafrika, werden die Visionen jener Männer wahr, die nur eingesperrt wurden, weil sie Demokratie und Wahlrecht für alle forderten? Man kann es an diesem Sommertag nur wünschen...


Nelson Mandela ("Madiba")

Nelson Rolihlahla Mandela wurde am 18. Juli 1918 bei Umtata in der heutigen Provinz Ost-Kap/Südafrika geboren. Als Sohn eines Thembu-Häuptlings wurde er von klein an auf eine spätere Rolle eines Häuptlings vorbereitet und interessierte sich von Jugend an für Geschichte und Kultur seines Volkes. Er besuchte Missionsschulen, studierte Jura an der Universität Fort Hare, von der er wegen aufrührerischen Verhaltens verwiesen wurde und sein Studium in Johannesburg fortsetzte. 1944 wurde er ANC-Mitglied und 1951 zum Präsidenten der Jugendliga gewählt. Zusammen mit Oliver Tambo gründete er 1952 das erste schwarze Anwaltsbüro Südafrikas und stand 1953 erstmals vor Gericht. Reisen und öffentliche Auftritte wurden ihm lange Zeit verboten, und er kam 1960 mehrere Monate ins Gefängnis. Später im Untergrund organisierte er Streiks und Protestaktionen, war Mitgründer von Umkhonto we sizwe (Speer der Nation), der Guerillaeinheit des ANC.

nelson-mandela1962 wurde er zu fünf Jahren Haft, im Juni 1964 dann im sogenannten Rivonia-Prozess – aufgrund des ein Jahr zuvor im Hauptquartier der Umkhonte im Johannesburger Stadtteil Rivonia gefundenen Materials – wegen Spionage mit anderen ANC-Führern zu lebenslanger Zuchthausstrafe auf der Kapstadt vorgelagerten Insel Robben Island verurteilt. Aus der Haft begann er Verhandlungen mit der weißen Regierung, am 11. Februar 1990 wurde er nach 27 Jahren Gefangenschaft entlassen. Zusammen mit Frederik Willem de Klerk erhielt er 1993 den Friedensnobelpreis. Von 1994 bis 1999 stand Mandela mit dem ANC an der Spitze einer Regierung der Nationalen Einheit.



Robben Island Filmdokumentation

Dokumentar-Film "BACK HOME"
Roots of a New South Africa


Heute, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende des Apartheid Regimes, erzählt der Dokumentarfilm BACK HOME die Geschichte von drei Ex-Gefangenen, die auf ihre Schicksalsinsel Robben Island zurückgekehrt sind. Eine ungewöhnliche neue Reflektion von Zeitgeschichte. Eine emotionale Odyssee durch die Vergangenheit, eine visuelle Reise mit Einblicken und Hintergrund, erzählt von den Opfern und ihren Familien.

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BACK HOME erzählt die Geschichte dreier Männer die zurückkehrten, um auf der Insel zu leben und zu arbeiten, die ihr Leben, aber auch die Geschichte Südafrikas, veränderte. Eine Geschichte verschiedener Generationen, eine Geschichte eines gemeinsamen Schicksals und eines gemeinsamen Ziels.

Robben Island, eine kleine Insel in der Bucht vor Kapstadt ist eine der geschichtsträchtigsten Inseln weltweit. Seit dem 15. Jahrhundert ein Platz der Verbannung für politische Gegner, Zwangsexil für geistig und körperlich Kranke. In den sechziger Jahren vom damaligen Apartheids-Regime zum Hochsicherheitsgefängnis erklärt.

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Tata Sindile Mngqibisa war einer der Ersten, der 1963 auf die Insel deportiert wurde, noch bevor der wohl prominenteste Häftling jener Zeit, Nelson Mandela, eintraf, der spätere erste schwarze Präsident Südafrikas. 15 Jahre lang war es sein Schicksal, unter entwürdigenden Bedingungen auf Robben Island um´s Überleben kämpfen zu müssen.

Tata Elias Mzamo, ein Mitgefangerner von Sindile, erinnert sich an die brutale Behandlung der Gefangenen - und die überraschenden Überlebensstrategien der Menschen. Heute im neuen Südafrika, kehrt er täglich zurück an den Ort des Schmerzes und der Brutalität, der zugleich aber auch ein Ort der Erinnerung und der Kraft ist, die bis heute von dort ausgeht.

Vusumzi Mcongo wurde 1978 inhaftiert. Heute lebt er zusammen mit seiner Familie in dem kleinen Dorf auf der Insel, welches das Zuhause der Gefägnisaufseher war, nur wenige hundert Meter vom früheren Gefängnis entfernt.

Warum sind sie zurückgekehrt? Ihre Einstellung und Motive überraschen. Sie haben untersschiedliche Lebenswege hinter sich, doch sie verbindet bis heute eine Insel, ein Land, ein Gedanke.

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ÜBER DIE GRENZEN HINAUS

BACK HOME - ist ein Projekt, was die andersartige Denkweise eines Kulturraums am "anderen Ende der Welt" beleuchtet. Es zeigt
Standpunkte, die sich von europäischen unterscheiden, wohlbekannte Vorurteile und Entwicklungen, aber auch andere Sichtweisen und Gedanken zum Problem des Rassismus in der Welt aus einem anderen Blickwinkel. Überraschend dabei: Opfer, die zumeist ohne Hass vergeben, aber nicht vergessen wollen. Menschen, die für die Freiheit noch heute auf ihre Art kämpfen. Menschen, die durch ihre Kultur und ihren Glauben, die Vergangenheit als Schicksal und Opfer für eine bessere Zukunft ihrer Kinder ansehen. Sie blicken nach vorne. Vergangenheitsbewältigung, die sich von europäischer unterscheidet, zum Nachdenken, Vergleichen aber auch zum Umdenken anregt. Rassimus, Verschiedenheit und Einheit - nicht nur ein afrikanisches Problem!

ZEIT FÜR DIE SUCHE

Die Kölner Filmproduktion Crew 4 You TV/Film GmbH produzierte das engagierte Langzeit Dokumentarfilm Projekt unter der Regie von Marc Köbler. Marc Köbler , geboren in Deutschland 1968 - Absolvent der KHM Kunsthochschule für Medien, Köln. Heute arbeitet er als Regisseur für TV Spielfilme und Dokumentationen. Seit mehr als einem Jahrzehnt lebt und arbeitet er auch in Kapstadt. Seine persönlichen Erfahrungen seit dem Wandel in Südafrika und seine besonderen Kenntnisse des Landes boten das Potential, den Blickwinkel und die Gedanken der südafrikanischen Gesellschaft authentisch zu vermitteln. Durch die enge Kontakte sowohl zu ehemaligen politischen Gefangenen und deren Familien, als auch zum RIM Robben Island Museum, war es möglich, dieses einfühlsame Filmprojekt zu realisieren. Eine umfangreiche Seite zum Thema, mit Trailer, download Möglichkeit und Hintergrund-informationen sowie Bestellmöglichkeit der Film-DVD finden Sie hier.


Robben Island - Video-Trailer

  • Germany 2004
  • Colour
  • 115/92/59 min.
  • Digital Betacam
  • now available as DVD / video
  • 16:9
  • Stereo
  • English




Robben Island Gestern und Heute

AUF DER SUCHE NACH DER EIGENEN GESCHICHTE

Bereist man heute als Tourist Südafrika, verdrängt man schnell die Tatsache, dass die Demokratie des Landes noch sehr jung ist. Die Zeit der Apartheid ist mit den ersten freien Wahlen im Jahre 1994 zu Ende gegangen. Enorme Fortschritte sind seither gemacht worden, doch vieles muss auch heute noch - im neuen demokratischen Südafrika – verbessert werden. Was gerne übersehen wird: nach Jahrzehnten der Desinformation und Zensur gilt es, die Geschichte des Landes neu zu schreiben, nicht zuletzt um die tiefsitzenden Vorurteile auszuräumen.

GEFÄNGNISINSEL IM WANDEL

Robben Island, eine kleine Insel in der Bucht vor Kapstadt, ist eine der geschichtsträchtigsten Inseln weltweit. Seit dem 15. Jahrhundert ein Platz der Verbannung für politische Gegner, Zwangsexil für geistig und körperlich Kranke. In den sechziger Jahren vom damaligen Apartheids-Regime zum Hochsicherheitsgefängnis erklärt. Prominentester Häftling dieser Zeit: Nelson Mandela. 1990 verließ er die Insel nach 27 Jahren Haft. 1994 wurde er der erste schwarze Präsident von Südafrika.

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Die Geschichte von Robben Island und Nelson Mandela
(Foto courtesy of SA Tourism)

BESUCH DES KULTURERBES

Seit mehreren Jahren ist Robben Island eine Museumsinsel: touristisches Top-Ziel. Besonders im Frühjahr wirkt die Natur auf der Insel so, als wenn sie dabei wäre „zu vergessen“. Blumen erblühen auf den alten Gräbern und den verfallenen Ruinen. Im Hofe des Gefägnisses durchbricht junges Grün den mageren Boden.

Heute ist es jedem interessierten Besucher möglich, vom Nelson Mandela GATEWAY direkt an der V& A Waterfront, die Insel zu besuchen und auf einer rund dreistündigen Tour Einblicke in die Vergangenheit zu bekommen. Der moderne Museums-Glasbau steht im Kontrast zu dem kargen Eindruck der Gefängnisgebäude auf der Insel, die man nach einer halben Stunde erreicht. Der Besuch ist ohne Frage empfehlenswert. Die Insel wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Doch trotz der Tatsache, dass diese Auszeichnung auch für den Erhalt der nationalen Gedenkstätte beitragen soll, wandelt sich schleichend die Authentizität des Erscheinungsbildes der Museumsinsel. Zudem kommt, dass viele der betagten, ehemaligen Exgefangenen, die in den ersten Jahren der Insel in der Funktion als Museumsführer agierten und aus „erster Hand“ berichteten, unterdessen verstorben sind. Viele Bücher wurden geschrieben über die Insel, seine Politiker und Ex-Gefangenen. Das wohl bekannteste "A long walk to freedom" (Der lange Weg zur Freiheit ) die Autobiografie von Neslon Mandela. Viel Filmbeiträge und Interviews haben das Thema bereits aufgegriffen. Ein Dokumentarfilm scheint die Zeit in besonderer Weise festgehalten zu haben...

UND DIE ZEIT STEHT STILL

„BACK HOME - Roots of a New South Africa“ erzählt die ungewöhnliche Geschichte von der Rückkehr ehemaliger Gefangener, die freiwillig (noch bis vor ein paar Jahren) im „neuen Südafrika“ auf der Insel leben. Es stellt sich die Frage: Was ist Freiheit? Die Freiheit eine Insel verlassen zu können; jedoch auch die Freiheit, an den Ort des Leidens zurückzukommen, um freiwillig dort zu arbeiten und zu leben. Die einfühlsame Dokumentation konzentriert sich dabei nicht auf die prominenten Exgefangen, sondern
schenkt stellvertretend den vielen unbekannten Freiheitskämpfern Gehör, die den Wandel Südafrikas mit ihren Familien mitgetragen haben.

Der über mehrere Jahre recherchierte und im Jahr 2003/2004 fertiggestellte Film „BACK HOME - Roots of a New South Africa“ wurde 2006 vom australischen Verleiher LGI Looking Glass International entdeckt und auf der internationalen Dokumentarfilmmesse MIPCOM in Cannes präsentiert.

WETTLAUF GEGEN DIE ZEIT

Der deutsche Regisseur Marc Köbler kennt seit über einem Jahrzehnt die Kapregion wie seine Westentasche. Als die Gefängnisinsel 1997 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, war er einer der ersten Besucher auf Robben Island. Seither verfolgte er die Wege einiger der vielen unbekannten Freiheitskämpfer, die auf Robben Island inhaftiert waren. Ihre Geschichten bieten Zugang zu bislang wenig bekannten Hintergründen und enthüllen Details der Vergangenheit. Dazu der Regisseur des Films: „ Für unser Filmprojekt recherchierten wir über drei Jahre. Zwischen meinem späteren Hauptinterviewpartner Tata Sindile und mir wuchs langsam eine Vertrauensbeziehung und Freundschaft, gleichsam der Wille, seinen Leidensweg einem breiten Publikum zugänglich machen. Diese Offenbarung vor der Kamera stellt für Exgefangene eine besonders große Überwindung dar. Bedingt durch Tata Sindiles sich verschlechternden Gesundheitszustand stellten wir uns jedoch jeden Tag die Frage, ob wir die Dreharbeiten verantworten konnten, die er selbst so sehr wünschte.“ Tata Sindile Mngqibisa erhielt die Möglichkeit seine Geschichte zu erzählen. Er verstarb nur wenige Wochen nach den Dreharbeiten. Die oft hochemotionalen Momente und Recherchen des Filmteams der engagierten Filmproduktion Crew 4 You GmbH gingen unter die Haut aller Beteiligten.

NEUE GESCHICHTSBÜCHER FÜR SÜDAFRIKA

Um die Vergangenheit Südafrikas national und international transparent zu machen, sind bis heute Bestandsaufnahmen notwendig - Gespräche mit Opfern, Tätern und Überlebenden. Auf Grund des Alters vieler Zeitzeugen ist dies bis heute ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Heritage Department des Robben Island Museums (RIM) versucht täglich, damalige Zeitzeugen ausfindig zu machen und durch Gespräche und Tonaufnahmen Informationen für die zukünftigen Generationen zu sichern. Dazu der Regisseur des Films : „Robben Island - die berüchtigte Gefängnisinsel vor Kapstadt spielt hierbei eine zentrale Rolle. Der grösste Teil der heutigen politischen Führer wurde seinerzeit vom Apartheids-Regime auf die Insel deportiert und jahrelang isoliert. Robben Island ist nicht nur ein Symbol für Unterdrückung, sondern auch Keimzelle des Wandels in Afrika.“ Eine Nation im Wandel und auf der Suche nach sich selbst.

Informationsquellen:
Crew 4 You GmbH, IMDB Intern. Movie Database, Mediarights.org
http://www.crew4you.de


Reisevideos zu Robben Island und Nelson Mandela in Kapstadt

An dieser Stelle haben wir einige Videos von Youtube verlinkt, die zum Thema Robben Island gut passen - viel Spass dabei! Kennt Ihr noch andere Videos, dann lasst uns bitte wissen...


Robben Island

Robben Island

Robben Island, South Africa -- In the footsteps of Nelson Mandela

Ceres

Ceres ist ein außergewöhnlich liebenswerter Ort. Er liegt im herrlichen Bokkeveld Valley und wird durch die umgebenden Felsen der Skurweberge und Witsenberg vor dem oft stark wehenden Südoster geschützt.

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In Winter liegt regelmässig Schnee in Ceres - Quellenhinweis Foto: Wikipedia

Ceres bietet hervorragende Bedingungen für den Obstanbau von u.a. Orangen, Kirschen, äpfel und Birnen. Hier steht auch eine der größten Obstverpackungsfabriken des Kontinents. Frisches Obst wird sowohl lokal als auch international verkauft, genauso daraus erzeugte Waren wie Säfte und Trockenobst. Auch hier geerntete Kartoffeln und Zwiebeln gelangen in den Export. Neuerdings werden sogar Ceres-Weine hergestellt.

Ceres wurde übrigens benannt nach der römischen Göttin der Fruchtbarkeit. Das Klima ist eher schon kontinental. Die Sommer sind warm und windstill und im Winter fällt sogar häufig Schnee, der auf den Bergen liegen bleibt und Skifahrer aus Kapstadt anlockt. Kapstädter nennen die Gegend daher auch gerne das "Switzerland of South Africa". Interessant ist auch das "Transport Riders' Museum" mit zahlreichen Wagen, Karren und Utensilien, die von dem frühen überlandhändlern benutzt wurden. Sehr empfehlenswert für Autoreisende ist die aussichtsreiche Straße über den "Mitchell's Pass".

Weiter im Osten befinden sich die steilen Sandsteinklippen und Schluchten der Hex River Mountains, die Bergsteiger und im Winter Skifahrer anlocken. In dem unterhalb gelegenen breiten, flachen und unglaublich fruchtbaren Tal gibt es über 200 Farmen. Das Hex-River-Tal ist zu allen Jahreszeiten sehenswert, doch besonders im Herbst und frühen Winter.

Zentrum des Obst und Fruchtanbaus

Benannt nach der römischen Fruchtbarkeitsgöttin, wurde die Stadt Ceres 1849 gegründet. Nach der Entdeckung der Diamanten 1869 wurde die Straße durch Ceres zur Hauptroute in Richtung Kimberley. Der Du Toits Pass (eröffnet: 1949) bzw. der Huguenot Tunnel (eröffnet: 1988) existierten damals noch nicht, und die Hex River Mountains mussten umfahren werden. Das Umland von Ceres ist eines der größten Gemüse- und Obstanbau-Gebiete in Südafrika. Frisches Obst wird sowohl lokal als auch international verkauft, genauso daraus erzeugte Waren wie Säfte und Trockenobst. Auch hier geerntete Kartoffeln und Zwiebeln gelangen in den Export. Neuerdings werden sogar Ceres-Weine hergestellt. Jeder von Ihnen hat sicherlich schon den überall in Südafrika erhältlichen Ceres-Saft probiert. Besichtigungen der Ceres Fruit Juices-Fabrik sind über das Informationszentrum zu buchen, werden aber nur selten angeboten.

Auf dem Weg nach Tulbagh bietet sich entweder ein Stopp in dem kleinen „Tollhouse Tea Garden“ (kurz hinter Ceres) oder einer im gemütlichen Teegarten „The Grain & Grape“ (an der R46, ca. 13 km vor Tulbagh) an. Der schöne Michell’s Pass, gleich hinter Ceres, stellt sich übrigens eher als Schlucht dar, denn die Passhöhe selbst befindet sich in Ceres.

Tourism Bureau: Ecke Voortrekker/Owen Sts., Ceres 6835, Tel.: (023) 316-1287.


Buschmann - Felsenzeichnungen

Das "Ceres Bergfynbos Reserve", das zweitgrößte Naturreservat der Kapregion, beherbergt eine große Artenvielfalt einheimischer Flora und bietet dramatische Felsenansichten sowie alte Buschmann - Felsenzeichnungen. Tausende von Felszeichnungen und Gravuren im südlichen Afrika geben Hinweise und Einblicke in die private Welt der Jäger und Sammler und die Entwicklung der Buschmänner.

Diese kleinen Kunstwerke, die nahezu unscheinbar an Felswänden, in Ecken und Höhlen, in Flussläufen und Bergformationen im gesamten südlichen Afrika zu finden sind, beschreiben den wechselnden Lebensstil der Menschen vom späten Steinzeitalter, vor mehr als 20.000 Jahren, bis in die heutige Zeit hinein. Die detaillierten Porträts ihres Zusammenlebens haben eine unschätzbare Aufzeichnung ihrer Kultur hinterlassen, welche durch die Siedlung der Weißen und der Bantu-sprechenden Menschen zerstört wurde. Telefon: (0233) 22301. Im nahegelegenen Vogelschutzgebiet trifft man auf seltene, einheimische Vögel und Affen.


Unterkünfte in Ceres

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass eine Übernachtung in den relativ nahen Orten Tulbagh und Paarl einer in Ceres vorzuziehen ist.

Belmonte Hotel

$$–$$$: Porter St., Ceres 6835, Tel./Fax: (023) 312-1150. 43-Zimmer-Hotel, das einst wohl das Juwel des Ortes gewesen ist, heute aber renovierungsbedürftig erscheint. Trotzdem belohnen der schöne Garten sowie die zentrale und trotzdem ruhige Lage. Es gibt auch kleine Rondavels ($$) zu mieten. Nicht alle Zimmer haben ein eigenes Bad. Fragen Sie vorher an.

Pine Forest Resort

$$: 1 km vom Zentrum Krige St. folgen (ausgeschildert), Ceres 6835, Tel.: (023) 312-1170. Schönes und sehr sauberes Ferienresort. Selbstversorger-Chalets und Campingplatz. Großer Swimmingpool, Trampoline, Spielplatz, Ruderboote etc.

Namaqualand

Sollten Sie noch 1–2 Urlaubstage „übrig“ haben, wäre das Namaqualand, besonders während der Frühlingsmonate, ein lohnendes Ziel. Im Rahmen dieses Buches können wir aber nur in Kürze auf dieses Reisegebiet eingehen.

Auf den ersten Blick wirkt das aride Namaqualand öde und menschenfeindlich. Wie an der Küste Namibias fallen auch hier nur wenig Niederschläge, die teilweise sogar unter 50 mm/Jahr liegen. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts lebten hier nur Buschmänner und Khoi-Khoi. Selbst die Trekburen (Ende des 18. Jh.) blieben nicht. Erst die Kupfererzfunde bei Springbok lockten die ersten sesshaften Weißen hierher. Mittlerweile wurden an der Küste auch Diamanten gefunden, und Farmer haben sich auf Schafzucht konzentriert.

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Das blühende Namaquland im Frühling (Sept-Okt)

Seinen eigentlichen Reiz zeigt das Land aber vor allem im Süd-Frühling (ab Mitte August bis Mitte Oktober), wenn der Regen fällt. Dann erblühen auch hier einige Felder zu einem Meer von Blumen. Eine „Explosion der Farben“ setzt ein, und wie ein Teppich ist der sonst so trostlose Boden dann bedeckt. Besonders verbreitet sind die Namaqua Daisies, auch Kapmargerite genannt. Gelb, ocker- oder orangefarben blühen diese „Gänseblümchen“ auf. Weiterhin gibt es noch die folgenden Gattungen: Cotula (Laugenblume), Arctotis (Bärenohr) und Ursinia. Diese Pflanzen überdauern die langen Trockenperioden im Boden, und der Nebel vom Atlantik, wo der kalte Benguela-Meeresstrom für kühle Temperaturen sorgt, ist Garantie für die nötige Mindestfeuchte. Man kann diese Halbwüste also zu den Kaltwüsten zählen, zumindest die küstennahen Abschnitte.

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Daisies im Namaqualand

Das Namaqualand hat aber auch einige andere interessante Seiten.
Dazu gehören u.a.:


  • die Langustenfischerei am Atlantik,
  • das Diamantentauchen bei Port Nolloth, bei dem vom Meeresboden Schlamm abgesaugt wird, der dann an Land auf Diamanten abgesucht wird und
  • der Richtersveld National Park, der an der Grenze zu Namibia liegt (230–300 Fahr-km von Springbok!) und durch die aride Bergwüstenlandschaft, seine Abgeschiedenheit sowie die vielseitige Sukkulentenwelt besticht.
Der o.g. Nebel, der sich besonders in den Morgenstunden ausbreitet, wird erst über Tag von der Sonnenwärme absorbiert. Zum Landesinneren nimmt die Niederschlagsmenge zu und erreicht an den Berghängen zwischen Springbok und Bitterfontein teilweise mehr als 250 mm/Jahr. Trotzdem reicht auch dieses nicht für eine ganzjährige üppige Pflanzenwelt, und die Vegetation besteht hier hauptsächlich aus wasserspeichernden Sukkulenten, wie z.B. den urig-knorrigen Köcherbäumen (Kokerbaum = Aloe dichotoma).

In so einer trockenen Welt können viele Pflanzen nur gedeihen, indem ihre Samen die ungünstigen Perioden im Erdboden überdauern und dann zu wachsen beginnen, wenn genügend Niederschlag fällt, ob als Nebel oder als Regen. Wissenschaftliche Theorien gehen schließlich davon aus, dass eine chemische Substanz in diesem Niederschlag, nicht zu viel Wind und besondere Bodenbeschaffenheiten letztendlich erst für die „Initialzündung“ bei der Keimung der Samen verantwortlich sind. Da diese Faktoren zusammengenommen nur selten gemeinsam auftreten, gibt es halt nur an wenigen Stellen die Blütenmeere, und jedes Jahr findet man sie an anderen Stellen.


Namensherleitung und Geographie

Der Name kommt von den Namaquas (Plural von Namas). Sie stammen von den Khoi-Khoi (die „Kleinen Namas“) ab, die hier als erste fest siedelten und die Weidetierhaltung einführten.

Das gesamte Gebiet des Namaqualands teilt sich in vier große Einzelgebiete auf, die alle einer anderen geologischen Formation angehören:

  1. So erstreckt sich im Nordwesten zwischen der Grenze zu Namibia, Port Nolloth und der N7 das Richtersveld, eine Halbwüste.
  2. Entlang der N7 von Springbok bis Bitterfontein mit Bergen bis zu 1.700 m und Niederschlägen von ca. 300 mm befindet sich die Namaqualand Klippkoppe.
  3. Knersvlakte nennt man das Areal, das sich von Bitterfontein bis Vanrhynsdorp südlich der Klippkoppe anschließt und eher eine trostlose Halbwüste ist.
  4. Das Sandveld schließlich erstreckt sich als 20–30 km breiten Streifen an der Küste entlang. Im Landesinneren ist der Sand dunkelrot, an der Küste weiß. Diese Färbungen resultieren aus unterschiedlichen Niederschlagsmengen, der rote Sand erhält mehr Niederschlag und oxidiert.

(Offiziell genannte) geographische Lage des Namaqualandes: Zwischen Oranje River im Norden, Garies im Süden, Atlantik im Westen und der Linie Pofadder-Loriefontein im Osten.

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Kamiesberge östlich von Garies im Namaqualand


Redaktions-Tipps

Unterkünfte vorher buchen, da es nicht viele gibt und diese schnell ausgebucht sind

Gute Regionen, um die Wildblumen im Frühling zu bewundern:


Bester „Blütemonat“: September

Redaktions-Tipps Namaqualand

  • Unterkünfte vorher buchen, da es nicht viele gibt und diese schnell ausgebucht sind
  • Bester „Blütemonat“: September
  • Gute Regionen, um die Wildblumen im Frühling zu bewundern:
  • Das „Skilpad Wildflower Reserve“ bei Kamieskroon
  • bei Springbok das Goegap Nature Reserve
  • Immer etwas Proviant dabei haben
  • Richtersveld National Park
  • Sie müssen sich für einen Besuch des Parks vorher bei einer Nationalpark-Behörde anmelden (z.B. in Kapstadt) - Für den Besuch benötigen Sie ein Allradfahrzeug.
  • Tipp: Buchen Sie bereits in Kapstadt eine organisierte Tour. Sie können – nach Absprache – dann auch in Springbok zusteigen bzw. einen anderen Plan absprechen. -
  • Es kann sehr heiß werden im Park, im Sommer sogar über 50 °C! Bringen Sie also genug Trinkwasser, Sonnenschutzcreme und Kopfbedeckungen mit.
  • Ein voller Tank (+ Reservekanister), ein intakter Reservereifen u.a. elementare Dinge fürs Auto verstehen sich von selbst.
  • Wenn Sie etwas Muße haben und eine ein wenig raue Piste nicht scheuen, sollten Sie von hier aus eine kleine Rundtour nach Osten unternehmen. Die Piste führt südlich aus dem Ort und passiert einen Wasserfall, schöne Felsformationen und am Ende, kurz bevor Sie wieder Vanrhynsdorp erreichen, den Tumaqua-Marmorsteinbruch. Lassen sie sich am besten eine Karte im Tourist Office geben.

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Wildeperdehoek Pass im Namaqualand

Eine weitere Alternative ist ein Ausflug nach Niewoudtville, wo es neben einem schönen Flower Reserve auch die 100 m hohen Niewoudtville-Wasserfälle gibt. Von der Anhöhe des Vanrhyns-Passes haben Sie einen Ausblick auf die Ebene bis hin zum Atlantik.

Routen und Hinweise

Unternehmen Sie, wenn Sie ausreichend Zeit haben, eine Zick-Zack-Route um die N7. So kommen Sie in den Genuss der Atlantikküste und können auch die nördlichen Randgebiete der Karoo erleben. Eine feste Route wollen wir nicht empfehlen, geben Ihnen nur den Rat, sich im Frühling in den einzelnen Ortschaften individuell nach den aktuellen Blumenstandorten zu erkundigen. Denken Sie aber immer daran, dass Sie genügend Trinkwasser mit sich führen, rechtzeitig tanken und Kühlwasser, Öl und Reservereifen kontrollieren. Sollte Ihre Zeit begrenzt sein, halten Sie sich einfach an die N7 und schauen Sie sich die Pflanzenwelt im Goegap Nature Reserve nahe Springbok an.

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Blütenmeer von Wildblumen am Ortsrand von Nieuwoudtville

Den Richtersveld Nat. Park erreichen Sie über die R382 von Steinkopf aus. Zuerst führt die Straße nach Port Nolloth, dann geht es parallel zur Küste nach Alexander Bay und schließlich südlich des Oranje River zum Park. Die Alternativstrecke von Vioolsdrif zum Park ist bei weitem uninteressanter. Erkundigen Sie sich aber sicherheitshalber in Steinbok nochmal, ob die Diamantenfirmen nicht gerade die Straße haben sperren lassen wegen Schürf- oder Bauarbeiten. Das passiert nicht oft, aber ...

Entfernungen

  • Kapstadt - Clanwilliam: 233 km
  • Springbok - Port Nolloth: 147 km
  • Clanwilliam - Vanrhynsdorp: 75 km
  • Port Nolloth - Richtersveld Nat. Park: 150 km
  • Vanrhynsdorp - Springbok: 258 km


Hinweis
Der Richtersveld NP kann auch von der N7 über Vioolsdrif erreicht werden. Jeweils die letzten Abschnitte und die Pisten im Park sind aber nur mit Allradfahrzeugen zu bewältigen!



Vanrhynsdorp

Der Ort wurde irgendwann in der Mitte des 18. Jahrhunderts von den ersten Trekburen gegründet. Er diente als kleine Versorgungszentrale. Damals hieß er noch Troe-Troe, was sich von dem Kriegsruf Toro-Toro der Khoi-Khoi ableitete und so viel hieß wie „Attacke-Attacke“. Später wurde er nach dem Friedensrichter dieser Region benannt.

Der Ort eignet sich gut für die Erkundung des südlichen Teils des Namaqualands. Lohnend ist sicherlich ein Besuch der Kokkerboom Nursery (auch „Kern Succulent Nursery“ genannt) am Ende der Vortrekkerstreet. Sie gilt als die größte Sukkulentengärtnerei in Südafrika. Hier können Sie sich eventuell auch eine Pflanze für zu Hause mitnehmen. Die Besitzer haben Erfahrungen damit und verpacken Ihnen die Pflanze so, dass sie auch den Rückflug übersteht.

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Vanrhyns Pass  (Bokkeveldbergen) zwischen Nieuwoudtville und Vanrhynsdorp


Bitterfontein bis Garies

Dieses sind verschlafene Örtchen, denen Sie während der blumenlosen Zeit nur wenig Beachtung schenken sollten. Alle drei verfügen über kleine Hotels bzw. Guest Houses. Zur Hauptblütezeit aber fungiert vor allem Garies  als „Tor zum Namaqualand“. Besonders in der Stadthalle gibt es dann zahlreiche „Flower-Festivals“ und andere blumenorientierte Veranstaltungen.

Etwas nördlich von Garies führt eine Piste östlich der N7 durch die Kamiesberge, die auch als die Garden Route of Namaqualand bezeichnet wird. An den feuchteren Berghängen ist die Chance auf ein buntes Blütenmeer im Frühling besonders groß. Als den schönsten Teil bezeichnet man das Areal östlich von Kamieskroon. Sie können bei Kamieskroon wieder auf die N7 bzw. auf der Piste weiterfahren bis Sprinbok (entweder direkt oder über Gamoep).

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Palmen auf kargem Farmland im Namaqualand

Westlich von Kamieskroon lockt zur Blütezeit das nahe Skilpad Wildflower Reserve, ein gut 1.000 ha großes Gebiet an der ersten Bergkette, die das Inland vom Atlantik trennt. Hier fällt besonders viel Niederschlag und sorgt für eine bunte Blütenpracht. Das Reserve ist nur während der Blütemonate geöffnet!

Information Bitterfontein

Tourism Bureau: Main Rd, P.O.Box 25, Bitterfontein 8200, Tel./Fax: (027) 642-7144 od. 642-7017. Hier erhalten Sie auch Infos zu Gästehäusern, Privatunterkünften und ausgefallenen Attraktionen (z.B. Marmor- und Granit-Steinbrüche)

Unterkünfte in Bitterfontein

Bitterfontein Hotel $$: P.O.Box 1, Bitterfontein 8200, Tel.: (027) 642-7042. Einfaches Hotel mit 12 Zimmern. Recht sauber, lassen Sie sich nicht vom äußeren Eindruck täuschen.

Camping in Bitterfontein

Es gibt auch einen einfachen Campingplatz (Tel.: (027) 642-7152 od. 642-7060).
Information Garies

Tourist Office: 22 Main St., Garies 8220, Tel.: (027) 652-1014, Fax: (027) 652-1148.

Unterkünfte in Garies

Garies Hotel

$–$$: Main St., Garies 8220, Tel.: (027) 652-1042, Fax: (027) 652-1141. Kleines Hotel mit 12 Zimmern (nicht alle mit eigenem Bad!). Verschlafen wie der Ort selbst. Im Hause gibt es das kleine „Braai Restaurant“.


Es gibt noch einige kleine und/bzw. private Unterkunftsmöglichkeiten, die oft aber nur während der Blumensaison öffnen. Erkundigen Sie sich diesbezüglich im Touristenbüro.

Camping in Garies

Es gibt einen Municipal Caravan Park in Garies. Tel.: (027) 6521-014, Fax: (027) 6521-148


Springbok und Umgebung

Springbok ist umgeben von hohen Granitfelsen. Einst tranken hier große Springbokherden an einer Quelle, doch wurden sie durch die Ausbeutung der Kupferminen Mitte des 19. Jahrhunderts vertrieben.

Das erste Kupfer wurde hier bereits 1685 von Gouverneur Simon van der Stel entdeckt und abgebaut. Eigentlich suchte er damals das sagenumwogene Goldreich Monomatapa. Der Abbau des Kupfers im großen Stile lohnte sich aber eben erst 170 Jahre später, denn es fehlte vorher an Infrastruktur und vor allem Trinkwasser.

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Blick auf den Ort Springbok

Die 1852 eröffnete „Blue Mine“ war das erste bedeutende Bergbauprojekt in Südafrika. Das Kupfer wird noch heute abgebaut, obwohl der Abtransport immer noch mühsam ist. Um die Transportkosten niedrig zu halten, wird das Kupfer bereits vor Ort vom Gestein durch Schmelzen extrahiert und dann erst per Lkw nach Bitterfontein und von dort aus per Bahn nach Kapstadt gebracht. Van der Stel’s erste Mine kann heute angeschaut werden, ca. 3 km südlich von Carolusberg (Goegap NR). Die Aussichtsplattform auf die „Blue Mine“ liegt am Hügel westlich von Springbok.

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Alte Anglikanische Kirche (ehem. Informationszentrum) in Springbok

Heute ist Springbok ein zentraler Ort und gilt als die „Hauptstadt des Namaqualands“. Die tätigen Kupferminen befinden sich mittlerweile außerhalb des Stadtgebietes in den nahen Ortschaften Nababeep und Okiep. Bergbau-Interessierte sollten sich das kleine Minen-Museum in Nababeep ansehen, wo ehemalige Fördergeräte, historische Fotografien, eine alte Dampflok u.a. ausgestellt sind. Ein kleines Museum in Springbok spiegelt die Stadtgeschicht wider.

Information Springbok

Namaqualand Info Office: Namaqua St. (in der Anglican Church beim Post Office), P.O.Box 5, Springbok 8240, Tel.: (027) 712-2071/2, Fax: 712-1421

Unterkünfte in Springbok

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Annie's-Cottage in Springbok

Die Hütten im Goegap

NR können Sie unter der Tel. (027) 742-1880 buchen.

Okiep Country Hotel

$$$: P.O.Box 17, Okiep 8270, Tel.: (027) 744-1000, Fax: (027) 744-1170. Landhotel in Südafrikas ältester Minenstadt. Gut ausgestattete Zimmer. Pub im Hause. Der Besuch der Attraktionen sowie Flower-Touren (während der Saison: Aug./Sept.) können arrangiert werden.

Masonic Hotel

$$–$$$: Van Riebeeck St., Springbok 8240, Tel.: (027) 712-1505, Fax: 712-1730. 28-Zimmer-Hotel mit einem Touch von Art déco. Nicht alle Zimmer haben ein eigenes Bad.

Springbok Hotel

$$–$$$: Van Riebeeck St., Springbok 8240, Tel.: (027) 712-1161, Fax: 712-1932. Kleinstadthotel. 28 Zimmer.

Springbok Lodge & Restaurant

$–$$$: 37 Voortreker St., Springbok 8240, Tel.: (027) 712-1321, Fax: (027) 712-2718. Relativ günstiges Hotel mit annehmbarem Restaurant. Es verteilt sich auf mehrere Häuser. Es gibt von Schlafsälen über Selbstversorger-Apartments bis hin zu gut ausgestatteten Doppelzimmern mit eigenem Wohnzimmer alles. Der Besitzer, Jopie Kotze, gilt als „Unikum“ und Kenner der Region und kann somit gute Informationen zum Namaqualand geben.

Namastat

$–$$: 2 km südl. von Springbok (geht von N7 ab), P.O.Box 999, Springbok 8240, Tel.: (027) 712-2435, Fax: 712-1926. Schön gelegen am Hang eines kleinen Berges. Die Unterkünfte befinden sich in nachgebauten, traditionellen Nama-Hütten aus Lehm (kein Strom). Jeweils 2–4 Betten. Die sanitären Anlagen müssen geteilt werden. Zudem gibt es auch Holzhütten mit eigenem Bad. Es wird traditionelle Küche des Namaqualandes geboten (vorher anmelden!). Alles ist einfach, aber originell und gut. Es gibt auch Plätze für Camper und Caravans.

Camping in Springbok

Springbok Caravan Park: Gamoep Rd (R355), ca. 2 km außerhalb von Springbok, Tel.: (027) 718-1584. Nahe der Hauptstraße und auch sonst nicht besonders attraktiv. Versuchen Sie besser, im Goegap Nature Reserve zu campieren oder auf dem kleinen, privaten Campingplatz in Springbok (ausgeschildert)“.

Restaurants in Springbok

BJs Steak House

1 Hospital St.,Tel.: (027) 712-2701. Bis nach Port Nolloth hin bekanntes Steak-Restaurant.

Das Springbok Hotel bietet deftige Landküche, hat aber ziemlich nachgelassen. Erkundigen Sie sich vor Ort, ob es wieder besser geworden ist.


Goegap Nature Reserve

Dieses Nature Reserve liegt ca. 15 km östlich von Springbok, an der Straße in Richtung Flughafen. Dieses mittlerweile auf fast 16.000 ha erweiterte Gebiet ist ein Muss für jeden Pflanzenfreund.
Im Wild Flower Garden sind alle im Namaqualand vorkommenden Sukkulenten zu bewundern, und während der Blumenblütezeit wird hier ein Flower Information Office eingerichtet, wo man Informationen über den Standort der Blumen im Namaqualand erhält. Im Park kann man auf Wanderwegen die Vegetation bewundern oder einfach eine abgesteckte Strecke mit dem Auto abfahren.

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Das Goegap Nature Reserve bei Springbok

Schön sind auch die Ausblicke von den einzelnen Erhebungen, deren höchste der 1.345 m hohe Carolusberg ist.

sukkulente-ian-meyershiking-trailMittlerweile zählt man im Goegap NR 590 Pflanzenspezies, und während der Blütezeit werden 3-stündige Blumen-Touren durch das Areal angeboten. Die Tierwelt bietet verschiedene Antilopenarten (Oryx), Klippspringer, Duiker, ein paar Hartmann Mountain Zebras, Strauße sowie 93 Vogelarten, darunter auch Greifvögel, 26 Reptilienarten.

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Goegap Nature Reserve in Südafrika

Übrigens gibt es einige harte Pisten im Goegap NR. Doch auch die können bewältigt werden: Im Info-Zentrum können Sie Geländewagen und auch Mountain Bikes ausleihen, und wer im Reserve nächtigen möchte, kann in einer der (wenigen) Hütten unterkommen.


Alexander Bay

Hinweis
Die Strecke ab Alexander Bay kann nur mit geländegängigen Fahrzeugen gefahren werden, und Sie sollten sich auch aktuell erkundigen, ab die Minenfirmen nicht gerade Streckenabschnitte gesperrt haben.


Port Nolloth wurde 1855 gegründet und nach dem Kommandanten, der ein Jahr zuvor die Küste erkundet hat, benannt. Es wurde als Hafen für die Kupferexporte aus Springbok angelegt. Nach dem Ersten Weltkrieg, als die Kupferpreise drastisch absackten, erlosch seine Bedeutung. Doch der Zufall wollte es, dass man hier nur 8 Jahre später Diamanten fand, und der Ort erwachte aus seinem kurzen Schlaf. In nur einem Monat, bevor die Minengesellschaften alle Schürfrechte erhielten, fanden eilige Glücksritter bereits 12.549 Karat Diamanten.

Südafrika Diamanten

Heute werden die Diamanten zum großen Teil aus dem Wasser geholt. Während de Beers alle Schürfrechte direkt am Strand und im flacheren Wasser hat, gehen private Diamantentaucher weiter ins Wasser hinaus und pumpen den Meeresschlamm ab, um hinterher an Land die Diamanten herauszufiltern. Bei den kühlen Luft- und Wassertemperaturen ist das ganz bestimmt kein angenehmer Job. Mit den Absatzschwierigkeiten von de Beers und dem allmählichen Verlust seines Weltmarktmonopols gibt es aber Schwierigkeiten für die Diamantentaucher. Ihnen werden als erste die Schürfgenehmigungen abgenommen.

Wer nach Port Nolloth kommt, sollte sich darauf einstellen, dass es hier weder Sehenswürdigkeiten gibt, noch der Strand und das Klima besonders reizvoll sind. Es ist vielmehr die Pionieratmosphäre, die hier herrscht und einen Besuch lohnend macht, und die Landschaft auf dem Weg hierher.

Grazia de Beer fand wohl die richtigen Worte, als sie schrieb:

“Port Nolloth continues to exist ... although always on the brink of extinction. This is the only part of the world where gem quality diamonds are dredged from the sea bed by hardy divers. Its a tough job and certainly takes a certain type of person to pit his strength against the elements and dive deep into the icy Atlantic waters in every type of weather. Sometimes many diamonds are found and sometimes few or none at all. Boats have come and gone and fortunes have been made and lost. It’s a risky lifestyle, echoed by the unpredictability of the ocean here and not meant for anyone less than the stout of heart. So don’t expect the ordinary here in cowboy country, for dogs are dogs, and men are men! Where does that leave the more delicate forms of life? When the desert’s seeming barreness is suddenly transformed by a carpet of spring flowers, and colour and life is back to remind us of what could be – then we can take nature’s good example and find reward in the creation of something out of nothing ...“

Alexander Bay ist ein weiterer Diamantenort und wirkt äußerlich noch verschlafener als Port Nolloth. Einmal pro Woche kann die Diamantenmine besichtigt werden (Tourlänge: gut 3 Std.). Ein kleines Minenmuseum erzählt die Geschichte des hiesigen Diamantenfiebers. Wer noch keine Seehunde gesehen hat, sollte der großen Kolonie Beachtung schenken. Bis zu 8.000 Seehunde tummeln sich bei Alexander Bay.

Die Piste zum Richtersveld National Park führt nach Sendelingsdrif, einer ehemaligen Minensiedlung und dem heutigen Parkhauptquartier. Dabei passieren Sie den Köcherbaumwald Cornellskop, unterhalb dessen sich ein über 40 m tiefes, natürliches Wasserloch („Sinkhole“) befindet, das für die Namas große Bedeutung hat: Eine Schlange bewacht hier einen großen Diamantenschatz, und ihr Gott Heitsi Eibib nennt das Loch seine Heimat.

Information
Municipality Tourism Bureau: Main Rd, Private Bag X113, Port Nolloth 8280, Tel.: (027) 851-8229, Fax: (027) 851-8366

Unterkünfte in Alexander Bay

Scotia Inn $$

Main Rd, P.O.Box 9, Port Nolloth 8280, Tel.: (027) 851-8353, Fax: (027) 851-8847. 25-Zimmer-Kleinstadthotel. Nichts Spektakuläres, aber durchaus okay. Bedrock $$: Beach Rd, P.O.Box 187, Port Nolloth 8280, Tel.: (027) 851-8865. Unterkunft in kleinen, hölzernen Häusern. Es gibt wohl kaum jemanden, der Ihnen mehr über den Ort erzählen kann als Garcia de Beer („Mama“), die Besitzerin der Lodge. Sie organisiert auch Touren in die Umgebung und zum Richtersveld. Da Alexander Bay z.Zt. für Besucher gesperrt ist, gibt es hier keine Unterkünfte. Richtersveld Nat. Park: Es gibt drei Chalets in Sendelingsdrift (95 km von Alexander Bay).

Camping in Alexander Bay

Port Nolloth: McDouglas Bay Caravan Park (Tel.: (027) 851-8657, auch einfache Hütten) und JWH Du Plessis Park (Tel.: (027) 851-8706) liegen beide südlich von Port Nolloth an der McDouglas Bay. Beide sind nicht außerordentlich attraktiv, erfüllen aber ihren Zweck. Knapp 30 km entfernt von Alexander Bay liegt die Farm Brandkaros am Oranje River. Kleine Chalets und ein Campingplatz stehen hier zur Verfügung. Tel.: (027) 831-1856. Richtersveld NP: Es gibt einfache, ausgewiesene Campingplätze im Park, aber keine besonderen Einrichtungen! Unbedingt über die Nationalparkbehörde vorher buchen.

Restaurants in Alexander Bay

In Port Nolloth gibt es eine Reihe kleiner, einfacher Restaurants, die für die Diamantentaucher und Angestellten der Minenfirmen als „Freizeitprogramm“ fungieren. Meeresfrüchte beherrschen natürlich die Speisekarten. Im Richtersveld Nat. Park gibt es z.Zt. noch kein Restaurant. Alle Lebensmittel müssen mitgebracht werden.


Richtersveld National Park

Der 1.625 qkm große Richtersveld National Park, eine typische Bergwüstenlandschaft, nördlich begrenzt durch den Oranje River, wurde erst 1991 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zuerst benötigte man umständliche Permits und konnte teilweise sogar nur per Flugzeug hier anreisen. Das ändert sich nur sehr langsam.

Da sich der Park also noch im Umbruch befindet, ist es unbedingt ratsam, dass Sie sich vor Ihrer Anreise über den aktuellen Stand der Dinge erkundigen. Anmelden für einen Besuch müssen Sie sich aber allemal (am besten schon von Deutschland aus), denn die Besucherzahl ist streng limitiert! Die Unterkünfte bestehen nur aus einfachen Campsites.

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Richtersveld National Park

Das Gebiet des heutigen Nationalparks hatte große Bedeutung für einen Teil der Namas. Zuerst siedelten sie sich aufgrund der zunehmenden Aridität hier, südlich des Oranje River, an, und später zogen sie weiter ins jetzige Namaqualand. Daher gehört das Parkgelände auch jetzt den Namas. Es gab aber auch eine Zeit, wo Prospektoren in die Region eindrangen, um Kupfer und Diamanten abzubauen. Der Name stammt übrigens von einem Pater der Rheinischen Missionsstation, Rev. W. Richter.

Die Vegetation im Park ist bestimmt durch das aride Klima. Köcherbäume sowie unzählige, z.T. sehr seltene Sukkulenten wachsen hier. Es wird behauptet, dass es keinen Platz auf der Welt gäbe, wo die Vielfalt an Sukkulenten so groß ist. Besonders beliebt ist die Suche nach den Steinpflanzen.

Die Tierwelt musste sich diesen schwierigen Naturbedingungen anpassen. Es gibt an die 200 Vogelarten. Oft kommen Küstenvögel auf „Stippvisite“ hierher. Zudem werden verschiedene Böcke, Hartmann Mountain Zebras und Baboons gesichtet, wobei deren Zahl wegen des Nahrungs- und Wassermangels sehr begrenzt ist. Reptilien und 26 Schlangenarten sowie einige Süßwasserfische runden das Bild der Fauna schließlich ab.

Um den Park zu erkunden, können Sie verschiedene Allradpisten nutzen, an denen es einige wenige Campingplätze (sehr einfach) gibt. Zudem ist damit begonnen worden, Wanderwege einzurichten.

Grundsätzlich lässt sich also sagen: Wer Einsamkeit, Trockenheit und Natur liebt, ist hier absolut richtig. Das Erreichen sowie die Erkundung des Parks erfordern aber einigen Aufwand, Entbehrungen und eine gründliche und rechtzeitige Planung – Reservierung inbegriffen!

Ein grenzübergreifender Nationalpark, wie bereits um den Krüger NP und dem ehem. Kalahari Gemsbok NP entstanden, ist nun auch im Ai-Ais (Fish-River Canyon)-Richtersveld-Gebiet in Planung. Der neue Park wird zu 69 % in Namibia und zu 31 % in Südafrika liegen und den Fish River Canyon sowie die heißen Quellen von Ai Ais mit einschließen. Auf über 6.200 km² soll ein Ökosystem geschützt werden, in dem 56 Säugetierarten und 194 Vogelarten leben.

Richtersveld Nat. Park: Infos erteilt die Nationalparkbehörde in Tshwane (ehem. Pretoria) bzw. Kapstadt. Hier müssen Sie sich auch anmelden für den Besuch des Parks, denn nur eine begrenzte Anzahl Besucher wird zugelassen. Das Headoffice im Park selbst ist nur bedingt besetzt: Tel.: (027) 831-1506.

Kanutouren auf dem Oranje River

Die Kanutouren, die zwischen einem und sechs Tagen dauern können, werden im Voraus geplant. Noch gibt es keine „spontanen“ Kurztrips vor Ort. Erkundigen Sie sich also rechtzeitig und vorher in Kapstadt, z.B. im Touristenamt oder aber bei einem Outdoorausrüster.


Reisevideos aus dem Namaqualand

An dieser Stelle haben wir einige Videos von Youtube verlinkt, die zum Thema Namqualand gut passen - viel Spass dabei! Kennt Ihr noch andere Videos, dann lasst uns bitte wissen...



Spring in Namaqualand, South Africa

Namaqualand Flowers South Africa Namakwaland

Cederberg Wilderness Area - Die Cederberge

Die Cederberg Wilderness Area liegt etwa 200 km nördlich von Kapstadt. Das weitläufige Gebiet reicht vom Middelberg-Pass bei Citrusdal bis zur nördlichen Begrenzung, dem Pakhuis Pass bei Clanwilliam, und umschließt 71.000 ha rauen Gebirges. 1973 wurden die Cedarberge als Wilderness Area proklamiert und haben damit den höchsten Status des Naturschutzes erhalten.

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Sandsteinfelsformationen in den Cederbergen

Die Cedarberge sind bekannt für ihre atemberaubende Landschaft, die Felsformationen sowie die seltene Clanwilliam-Zeder. Diese ist mit den Zypressen verwandt, nicht, wie vielleicht anzunehmen, mit der Libanonzeder. Sie wächst in 1.000–1.400 m Höhe auf felsigem Boden. Für Wanderer ist dieses Gebiet ein attraktives Ziel.

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Die östlichen Cederberge

felsbogen-im-wolfberg-crackDie Cedarberg-Bergkette gehört bereits zu den geologischen Formationen der Tafelberg-Gruppe und besteht hauptsächlich aus Sandstein. Auffällige Sandsteinformationen, wie z.B. der Wolfberg Arch (bogenförmiger Fels) und das 20 m hohe Maltese Cross, machen eine Wanderung dorthin lohnend (vorher aber bei der Forststation Algeria anmelden). Die meisten Niederschläge fallen im Südwesten, so dass dort die Vegetation üppiger ist und in Richtung Citrusdal eben die o.g. Zitrusfruchtplantagen angesiedelt wurden, wenn auch nur mit Hilfe von zusätzlichen Bewässerungsmaßnahmen.

Informationen zum Rooibos Tee aus Südafrika (in den Cederbergen)



Cederberg Wilderness Area

San (Buschmänner) und Khoi bewohnten die Cedarberge schon in frühester Zeit. Europäische Siedler begannen hier zu Beginn des 18. Jahrhunderts, Viehzucht zu betreiben, und 1876 wurde ein Förster zur Überwachung der Cedarberge eingesetzt. Ein französischer Abgeordneter für die Cedarberge gab der Forststation Algeria ihren Namen aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Atlasgebirge in Algerien.

Von 1903 bis 1973 erfolgte die Ausbeutung der Natur der Cederberge. Unzählige Bäume, Rooibos-Pflanzen und besonders Baumrinden (meist Buche) wurden abgeerntet. Farmer nutzten die Berge als Versorgungsmöglichkeit in Zeiten der Trockenheit. Eine große Anzahl an Zedern wurde gefällt. Z.B. wurden 7.200 junge Bäume als Telefonmasten zwischen Piketberg und Calvinia verwendet. Die Cederberg-Zedern sind nun vom Aussterben bedroht. Erst 1973 endete die Ernte dieser Zedern.

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Badeplatz bei Maalgat in den Cederbergen

Die Winter in den Cederbergen sind kalt und naß, im Sommer ist es warm und trocken. Der meiste Regen fällt zwischen Mai und September, und in den höheren Lagen schneit es zeitweise sogar. Im Winter kann es auch zu Bodenfrost kommen, während im Sommer die Temperaturen bis auf 40 °C steigen. Blitzeinschlag ist der häufigste Auslöser für Waldbrände, die dann durch den im Sommer auftretenden Süd-Ost-Wind noch verstärkt werden.

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Stadsaal Caves (Höhlen) in den Cederbergen in Südafrika

Die Vegetation wird dominiert durch den Mountain Fynbos, einschließlich der schönen roten Disa-Orchidee und der Nadelkissen-Protea. Ganz besonders und sehr selten ist die Schneeprotea, die über den winterlichen Schneegrenzen wächst, vor allem um den 2.027 m hohen Sneeuberg, der höchsten Erhebung der Cederberge. Viele Tiere sind in den Cederbergen zu finden. Häufigste Bewohner sind Paviane, Dassies und diverse Antilopen, wie z.B. Steinantilopen, Klippspringer und Greisböcke. Und es gibt auch Wildschweine und Otter. Bergleoparden oder Luchse sieht man nur sehr selten. Mehr als 100 Vogelarten leben hier, darunter diverse Raubvögel. 16 verschiedene Schlangenarten sind ebenfalls zu entdecken.

flutbruecke-ueber-driehoeks-river Die Cederberg Wilderness Area bietet diverse Wanderwege und einfache Hütten. In dem Informationzentrum dieser Area, an der Algeria Forststation (mit Campingplatz), erhält man eine sehr informative Broschüre mit einer genauen Karte dieses Gebietes. Für genaue Angaben zu den Hiking-Trails und Übernachtungmöglichkeiten sollte man aber vorab auch das Citrusdal Tourism Office in Citrusdal bzw. selbiges in Clanwilliam kontaktieren.


Kagga Kamma

Südöstlich der Cederberge, in der Swartruggens-Bergkette gelegen, breitet sich das Naturreservat Kagga Kamma aus. Kagga Kamma bedeutet bei den Buschmännern „Place of Water“. Dieses ca 17.000 ha große Gebiet, das ehemals aus fünf Farmen bestand, hat einen erheblichen Wasservorrat, was bei einem Jahresniederschlag von weniger als 300 mm und einer hohen Verdunstungsrate von entscheidender Bedeutung war und ist.

1989 wurde es von einer Privatgesellschaft in ein Reservat umgewandelt, und über 4.000 eingezäunte Hektar des Gebietes stellen heute ein Game Reserve dar. Hier leben unter anderem Antilopen, Steinbok, Kudu, Eland, Springbok, Gemsbok und Bergzebras, seltener auch Luchse sowie Kap-Füchse. Und mit ganz viel Glück taucht auch mal ein Leopard auf. Vögel, darunter auch Greifvögel, gibt es wie in den Cederbergen in großer Anzahl.

Besonders bemerkenswert in diesem Gebiet sind einige schon sehr alte Buschmann-Zeichnungen.

Von Clanwilliam nach Kagga Kamma

Wollen Sie von Clanwilliam durch die Cederberg Wilderness Area nach Kagga Kamma fahren, müssen Sie aufgrund der zeitweise nur langsam zu befahrenden (aber für einen Mittelklassewagen gut zu bewältigende) Schotterpiste mindestens vier Stunden Fahrzeit einplanen. Diese auf jeden Fall empfehlenswerte Strecke mit einer einmaligen Landschaft führt durch die Cederberge, über einen Pass und später vorbei am Cederberg Weingut. Anschließend erreichen Sie Matjiesrivier, eine Gehöftansiedlung, wo Sie nach rechts abbiegen müssen (nach links führt hier die 4x4-Piste nach Wuppertal).

Möchten Sie nach Kagga Kamma, biegen Sie nach ca. 120 km (ab Clanwilliam) an der Abzweigung links in Richtung „Ceres Karoo, Swartrug Drv. Rd.“ ab und folgen Sie der Beschilderung nach Kagga Kamma (weitere 35 km, ein weiterer Abzweig).


Informationen / Buchung

Kagga Kamma Private Game Reserve: Postanschrift: P.O.Box 7143, North-Paarl 7623, Tel.: (021) 863-8334, Fax: (021) 863-8383. Die direkte Telefonnummer zum Camp lautet: (023) 317-0888.

Hinweis
Fragen Sie bei der Buchung nach den Öffnungszeiten der Parktore. I.d.R. sind sie unter der Woche ab 18h30 geschlossen.


Übernachten in Kagga Kamma

Kagga Kamma kann man als Tages- oder auch als Übernachtunggast besuchen. Angeboten werden Übernachtungen in luxuriösen Chalets (rund mit Strohdach), in gemütlichen, aber nicht weniger luxuriösen Felshütten und in Selbstversorger-Häusern. Entsprechend sind die Übernachtungspreise hoch ($$$$–$$$$$), wobei aber drei Mahlzeiten und alle Rundfahrten eingeschlossen sind. Angeboten werden verschiedenste Exkursionen im offenen Allradfahrzeug, angefangen mit einem frühen Game Drive (Tierbeobachtungsfahrt) über einen Besuch in der o.g. Buschmannsiedlung und der Felsmalereien bis hin zu einer abendlichen Fahrt zu einem Canyon. Zuvor erhalten Sie sehr informative Vorträge über die Buschmänner und deren Felszeichnungen. Weiterhin gibt es einige Wanderwege.

In Anbetracht der doch vergleichbar hohen Übernachtungskosten empfehlen wir, nur eine Nacht zu buchen, vor 14h anzureisen, dann an zwei Nachmittagsexkursionen und an zwei weiteren Exkursionen am darauf folgenden Vormittag teilzunehmen.

Bedenken Sie bei Ihrer Planung den zeitintensiven Anfahrtsweg über die Schotterpisten (4 Stunden von Clanwilliam, knapp 3 von Kapstadt) und vergessen Sie nicht, warme und wetterfeste Kleidung (in der Halbwüste wird es nachts kalt!), ein Fernglas und eine Taschenlampe mitzubringen. Weiterhin sollten Sie kleine Geldscheine für Souvenirs der Buschmänner einstecken. Sie kennen kein Wechselgeld, und Handeln ist ihnen auch fremd. Selbstverständlich ist es ratsam, den Aufenthalt so früh wie möglich zu buchen.

Unterkünfte in Kagga Kamma

Alle $$$$$, wobei alle Aktivitäten und Mahlzeiten inbegriffen sind. Es gibt reetgedeckte runde bzw. ovale Chalets, die bis zu 8 Personen beherbergen können, und die urigeren (und ca. ZAR 260 teureren) Felshäuser, die sich Bushmen Lodge nennen. Hierbei sind 2-Bettunterkünfte in die Felsen eingelassen.

Campingmöglichkeiten gibt es hier nicht.

Das Restaurant bietet, außer So, à la carte-Gerichte, und oft wird bei gutem Wetter draußen im „Boma“, nach afrikanischer Tradition, gegrillt. Dabei sitzen alle in einem kraalförmigen „Verschlag“ an einem Felsvorsprung im Garten und können sich beim Koch am Feuer die Teller auffüllen lassen.


Buschmänner in Südafrika

Buschmänner, jetzt „San“ genannt, repräsentieren eine kleine Population, die einmal große Teil des südlichen Afrikas bewohnten. Die ersten weißen Siedler fanden diese Jäger am südwestlichen Kap. Später, im 17. Jahrhundert, wurden sie allgemein Bosjesmans genannt.

Aufgrund ihrer relativ hellen Haut und der Augenfalten hatte man zuerst angenommen, sie seien ursprünglich aus Asien eingewandert. Aber Studien über Felszeichnungen, alte Knochen und die biologischen Strukturen der heutigen Buschmänner lassen darauf schließen, dass sie tatsächlich aus Ost- und Süd-Afrika stammen und schon vor über 20.000 Jahren hier lebten.

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Ein Buschmann in der Kalahari

Die Buschmänner teilen diverse genetische Charaktere mit den schwarzen Einwohnern des südlichen Afrikas, aber ihre engsten Verwandten sind die Khoi (früher als „Hottentotten“ bezeichnet), mit denen sie einige Eigenschaften, wie z.B. die Hautfarbe, gemeinsam haben. Außerdem sprechen Sie die Klick-Sprache, eine Sprache mit vielen Klick-Lauten. Man glaubt heute, Buschmänner und Khoi haben dieselben Vorfahren, aber die Khoi wurden vor 2.000 Jahren zu Hirten, später auch zu Fischern. Mit der Zeit sind erhebliche Unterschiede in der Kultur der jagenden Buschmänner und der Khoi entstanden.

Obwohl alle Buschmänner Jäger waren, haben sie nicht alle die gleiche Kultur. Und obwohl sie alle die Sprache mit den charakteristischen Klick-Lauten sprechen, kann es vorkommen, dass sich zwei Buschmänner nicht verständigen können.

Da dieses Volk an abgeschiedenen Orten lebt, war nur sehr wenig über ihre Lebensweise bekannt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Buschmänner nahezu vom Aussterben bedroht, denn ihre Lebensweise passte nicht in das Konzept der immer weiter vordringenden und landfordernden weißen Siedler. Es gab sogar Zeiten im 18. und 19. Jahrhundert, da durften sie gejagt und getötet werden wie Tiere – ganz legal. Doch aufkeimendes Interesse an ihrer Kultur hat letztendlich – sozusagen in letzter Minute – dazu geführt, dass ihr Volk und ihre Lebensweise als eigenständiger Kulturkreis anerkannt wurde, als letzter aller Volksgruppen in Afrika. Heute leben knapp 50.000 Buschmänner hauptsächlich in der Kalahari. Die meisten leben in Botswana (ca. 25.000), Namibia (ca. 15.000) und Angola (ca. 4.000), aber kleine Gruppen findet man auch in Sambia, Zimbabwe und Südafrika.

Als Jäger und Sammler repräsentieren die Buschmänner eines der wenigen Beispiele, wie Menschen die längste Zeit gelebt haben: jagend und sammelnd, aber nur für den Eigenbedarf und ohne richtige Vorratswirtschaft. Zu bedenken ist hier aber auch, dass die Mehrzahl der Buschmänner ehemals in den feuchteren und küstennaheren und damit fruchtbareren Regionen zu Hause waren. Erst mit dem Vordringen der weißen Siedler wurden sie immer weiter zurückgedrängt in die Halbwüsten und Wüsten.

Da die Buschmänner nicht mehr in isolierten Landstrichen leben können und nur noch wenige (< 5 %) immer noch traditionell jagen, teilen sie das traurige Schicksal aller Jäger und Sammler, nämlich, ihre traditionelle Kultur zu verlieren.

Buschmänner in der Kalahari

Erst 1931 wurde ein kleiner Teil der Kalahari zum Nationalpark erklärt, dem Kalahari Gemsbock National Park. Hier durften die Buschmänner leben und auch jagen für den Eigenbedarf. Im Grunde eine gute Idee. Doch die zu jagenden Tiere hielten sich nicht an die Grenzen des Nationalparks und liefen oft auf das angrenzende Farm- und Weideland. Die Buschmänner folgten ihnen und entdeckten so einen viel einfacheren Weg, Tiere zu fangen, nämlich auch die der Farmer. Aufgrund der daraus resultierenden Beschwerden der weißen Farmer mussten die Buschmänner das Gebiet verlassen. Man teilte sie in drei Gruppen ein. Einige sollten für Farmer als Spurensucher arbeiten, andere erhielten dieselbe Aufgabe beim Militär. Die meisten Buschmänner aber mussten von nun an in festen Siedlungen im südlichen Teil der Kalahari leben. Folgen dieses Eingreifens in ihre Lebensweise waren, wie schon bei den Aborigines in Australien, Prostitution, Alkohol- und Drogenprobleme sowie der Verlust ihrer Traditionen und Kultur und damit ihrer Identität.

Einige Farmer stellten den Buschmännern später Land zur Verfügung, damit sie wieder ihrer traditionellen Lebensweise nachgehen können. In Kagga Kamma hat man den Buschmännern ermöglicht, viele ihrer Traditionen zu bewahren, aber auch schulisch ausgebildet und medizinisch versorgt zu werden.

Informationen

  • Algeria Foreststation: Direkt ca. 18 km von der N7. Private Bag XI, Citrusdal 7340, Tel.: (027) 482-2812, Fax: (027) 482-2406. Geöffnet: Mo–Fr 8–16h30. Angeschlossen ist ein Campingplatz, und einfache Hütten („Algeria Wilderness Cottages“) können hier auch gebucht werden.


Buschmannsiedlung

Touristen aus aller Welt kommen nach Kagga Kamma (Platz der Buschmänner), um Einblick in Lebensweise und Tradition der Buschmänner zu gewinnen. Etwas abseits von dem luxuriösen Camp gelegen, wurde eine kleine Buschmannsiedlung eingerichtet. Gegründet wurde diese 1989 mit dem Zweck, den traditionellen Lebensstil dieses alten und nahezu ausgerotteten Volkes zu erhalten und auch, um den Touristen das Leben der Buschmänner zu erläutern. Man hat damals eine Gruppe von 27 Buschmännern (heute sind es ca. 40) hierher eingeladen. Sie führten bis dahin ein eher ziviles, aber kaum befriedigendes Leben am Rande des Kalahari Gemsbock Nat. Parks. Alkoholismus und Kriminalität breiteten sich dort aus. Daher nahm diese Gruppe von Buschmännern die Einladung des Kagga Kamma-Reservates gerne an, sich wieder an dem Ort anzusiedeln, wo bis vor 250 Jahren auch schon Buschmänner lebten.

Menschlicher Zoo

Ziel dieses Projektes ist es, dass den Buschmännern freigestellt ist, wie lange sie hier bleiben möchten, und ob sie wieder zurückgehen in die Kalahari. Als Ausgleich für ihre den Touristen zur Schau gestellten Lebensweise erhalten die Buschmann-Kinder eine schulische Ausbildung und medizinische Betreuung. Die Buschmänner gehen ihren traditionellen Handarbeiten nach und fertigen Souvenirs an, die sie an Touristen verkaufen. Mit dem erhaltenen Geld können sie sich neue Lebensmittel kaufen. Langfristiges Ziel ist es aber auch, die Buschmänner zu lehren, in „Harmonie mit ihren alten Traditionen und der modernen Welt der Europäer“ klarzukommen. Ein gewagtes Spiel, doch hat selbst die UN das Projekt als positiv eingestuft und bereits zweimal den hiesigen Clanchef eingeladen, um seine Erfahrungen in Genf vorzutragen.

Ob man diesem als menschlichem Zoo oder als anschaulicher Demonstration der Tradition der Buschmänner gegenübersteht, muss jeder selber entscheiden. Doch trotz aller Kritik, Vorurteile und vorgesetzter Klischeebilder sollte man anerkennen, dass es eine freiwillige Aktion ist, es den Buschmännern hier besser geht als in den Camps der Halbwüsten-Kleinstädte und dass sie die Chance erhalten, sich hier so weit zu bilden und mit den „Bedürfnissen“ der Touristen auseinanderzusetzen, dass sie einmal selbst ein Reservat ähnlicher Art aufziehen können. Erste Gespräche darüber laufen bereits.

Das Empfinden, in einem „menschlichen Zoo“ herumzulaufen, kann aber wohl niemand mit gutem Gewissen ablegen, wenn man sich in Scharen um die kleinen Strohverschläge aufstellt, die Kamera zückt und jede Bewegung der handwerkelnden Buschmänner für zu Hause festhält. Doch haben wir auch das Gefühl gehabt, dass die Buschmänner uns fotografierende Reisende sicherlich auch mit einer gewissen Belustigung betrachten. Jeder mag hinterher anders über den etwa einstündigen Besuch im Buschmanndorf denken, doch sind die Erklärungen zur Lebensweise und Handwerkskunst allemal interessant. Zudem sollte man sich auch vor Augen halten, dass die Buschmänner sich nach Ihrem Besuch wieder zurückziehen in ihre eigentliche Siedlung und dort dann wieder in europäische Hosen steigen, Bücher lesen und ihre Kinder in die angeschlossene kleine Schule schicken.


Buschmann-Zeichnungen

Tausende von Felszeichnungen und Gravuren im südlichen Afrika geben Hinweise und Einblicke in die private Welt der Jäger und Sammler und die Entwicklung der Buschmänner. Diese kleinen Kunstwerke, die nahezu unscheinbar an Felswänden, in Ecken und Höhlen, in Flussläufen und Bergformationen im gesamten südlichen Afrika zu finden sind, beschreiben den wechselnden Lebensstil der Menschen vom späten Steinzeitalter, vor mehr als 20.000 Jahren, bis in die heutige Zeit hinein. Die detaillierten Porträts ihres Zusammenlebens haben eine unschätzbare Aufzeichnung ihrer Kultur hinterlassen, welche durch die Siedlung der Weißen und der Bantu-sprechenden Menschen zerstört wurde.

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Kunstvolle Felszeichnungen der Buschmänner in Südafrika

suedafrika-felszeichnungenDie schönsten und farbenfrohesten Sammlungen von Buschmann-Zeichnungen in Südafrika findet man in den Drakensbergen (in und um Lesotho). In der nordöstlichen Kapprovinz häufen sich nahe dem Oranje River eher Felsritzungen. Erwähnung sollten an dieser Stelle schließlich auch noch die Zeichnungen finden, die um den Olifants River westlich der Cederberge entdeckt wurden. Sie sind aber jüngeren Datums. Vergleichen Sie auch mit der Karte auf S. 20.

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Buschmannszeichnungen in Südafrika

Buschmann-Zeichnungen finden sich an geschützen Felsvorsprüngen oder Höhlen Gezeichnet wurde nur von den Medizinmännern, die sich durch Rauchen von Marihuana („Dhagga“), durch Konzentration und durch manchmal 2–3 Tage dauernden Tanz in Trance versetzt hatten. Während unterschiedlicher Stadien der Trance wurden zunächst nur Punkte, dann Linien und später ganze Figuren gezeichnet (bzw. geritzt). Als Farbe diente eine Mischung aus Tierblut, Pflanzen, Tierfetten, die dann zermahlen und mit Wasser verflüssigt wurde. Als Pinsel dienten Vogelfedern, Knochen, Zweige oder Tierhaare. Das Alter der Zeichnungen lässt sich aufgrund der Struktur des Sandsteins oft nur sehr schwer bestimmen, und über die Bedeutung der Figuren gibt es nur Vermutungen. So glaubt man z.B., die Darstellung der langen dünnen Menschen mit Antilopenhufen stellt den Wunsch der Buschmänner nach Größe (sie sind durchschnittlich nur 160 cm groß) und die Verschmelzung von Mensch und Tier dar. Die meisten Figuren tragen Waffen, und deren Köpfe sind blasser gezeichnet. Das könnte ein Zeichen für Heiligtum sein.

Die in schwarz gezeichneten Figuren (aus Holzkohle und Tierfett) sollen darstellen, wie die Buschmänner den weißen Mann sahen: oft mit in die Hüften gestemmten Armen.


Unterkünfte in den Cederbergen

Im Park gibt es an der Forststation einen Campingplatz (Tel.: (027) 482-2812) und Farmen wie Kromrivier (Tel.: (027) 482-2807, Mahlzeiten anmelden! Auch Camping) sowie Dwarsrivier (Tel.: (027) 482-2825) empfehlen sich durch einfache Selbstversorger-Häuschen und das Ausstellen von Permits für die Erkundung der Wanderwege und des Malteser Kreuzes.

Weitere Farmen in der weiteren Umgegend bieten auch Unterkunftsmöglichkeiten. Infos dazu in Algeria bzw. den Touristenämtern von Clanwilliam und Citrusdal.

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