Kapstadt in Südafrika

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S ü D - A F R I K A - Eine Reise die sich lohnt!

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Hallo Frau Hoppe,

Sicher warten Sie schon auf eine Information von uns, wie wir Südafrika erlebt haben. Inzwischen hat uns der Alltag bereits wieder und ich finde endlich Zeit, Ihnen zu schreiben. Es war ein tolles Erlebnis und wir werden es versuchen irgendwann zu wiederholen, wenn Geldbörse und Zeit es erlauben. Viele Ihrer Tipps waren sehr hilfreich und organisatorisch hat alles hervorragend geklappt. Die Wahl Ihrer Hotels war ebenfalls sehr gut. Einige neue Informationen haben wir auch für Sie. Da ich eine Familienchronik führe und unsere Bilder manchmal mit Reiseberichten ergänze, habe ich Ihnen im Anhang mal unsere persönliche Sicht dieses Urlaubs mitgeschickt. Sie können sich ja mal melden, wenn Sie noch Fragen haben. Auf jedenfall würden wir es beim ersten Mal wieder so machen. Die Guides, sowohl Herr Broemer, als auch Cracker Jack können Sie ruhigen Gewissens weiterempfehlen.

Liebe Grüße

Familie Schröder





S ü D - A F R I K A - Eine Reise die sich lohnt

Vom 10.03.2000 bis 28.03.2000 machten wir den Versuch, etwas von Südafrika zu entdecken. Eine große Hilfe bei der Vorbereitung war das Reisebüro Gärtner-Reisen in der Person von Frau Hoppe, bei der wir uns auf diesem Wege nochmals bedanken möchten. Unsere Reiseunterlagen hatten wir pünktlich in der Hand und so konnte es losgehen. Und so waren unsere Tage :

Freitag, d. 10.03.2000
Mit 20 min Verspätung starten wir am Freitag Abend (22:35 Uhr) in Frankfurt mit einer Boing 747-300 gen Cape Town via Johannesburg. Bei einer Reisehöhe von 10.700 m und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 900 km/h sind wir nach gut 10 Stunden Flug am anderen Morgen um 9:30 Uhr Ortszeit in Johannesburg. Dabei legten wir knapp 8.700 km zurück. Das Essen und der Service bei SAA waren sehrgut. Die 1,5 Stunden Aufenthalt reichten gerade zum Aus-und Einchecken. 11:15 Uhr ging es wieder mit einer 747-300 weiter Richtung Cape Town, wo uns unser Guide, Gerd Broemer, pünktlich in Empfang nahm.

Samstag, d. 11.03.2000
Cape Town empfing uns mit strahlendem Sonnenschein und 25 ° C, was unsere Stimmung sofort anhob nach den sonnenlosen Monaten in Deutschland. Schon der erste Kontakt mit Gerd Broemer signalisierte uns und ihm Sympathien, so dass wir uns sofort das Du anboten, um die Kommunikation zu vereinfachen. Gert brachte uns auf dem kürzesten Weg zum Fritz-Hotel, wo wir unsere Sachen abstellten, eine kurze Dusche nahmen und uns dann gleich auf die erste Erkundungsfahrt mit Gerd machten. Erstes Ziel war der Tafelberg, der eine fantastische Aussicht versprach, da keine Wolke am Himmel zu sehen war. Eine moderne Seilbahn, deren Kabinen sich selbst um die eigene Achse drehen während der Auffahrt, brachte uns für 65 R pro Person auf den 1087 m hohen Tafelberg. Die Aussicht hielt, was sie versprach. Ein grandioser Rundblick auf Cape Town, Richtung Cape Point und das Meer. Klippschliefer (eine Mischung aus Hase und Hamster) liefen überall herum und waren kaum zu sättigen. Nach diesem ersten Naturkontakt führte uns Gerd entlang der vielen tollen Strände, wo wir auch anhielten und uns die Füsse vertraten zum Winchester Mansion. Ein tolles Hotel mit wunderbarem Ambiente (fast bedauerten wir, nicht dieses genommen zu haben- man sollte es auf jeden Fall empfehlen), wo wir mit Gerd einen Kaffee tranken und die Ruhe genossen. Dieses Hotel gehört übrigens dem Sohn von Dieter Thomas Heck. Von hier fuhren wir zur V & A Waterfront. Ein Hafengelände, welches zu einer Art Freizeit-Center umgestaltet wurde. Tolle Geschäfte, Restaurants, Cafe’s und viel Musik begegnen uns. Hier tauschen wir in Rennys Travelshop unser erstes Geld und geniessen die Atmosphäre, die bereits vom bevorstehenden Cap Argus Radrennen geprägt wird. Freizeit-Musikanten und Profis sind allenthalben zu sehen und zu hören und geben ein stimmungsvolles Bild. Mit der untergehenden Sonne und einer kleinen Nachtfahrt durch Cape Town bringt uns Gerd ins Hotel. Wir machen uns frisch und gegen 20:00 Uhr sitzen wir in einem kleinen Steakhaus um die Ecke und geniessen Wein und Filet zu moderaten Preisen, die uns überall in Südafrika begleiten. Um 22:00 Uhr geht für uns ein langer aber sehr schöner erster Tag zu Ende .

Sonntag, d. 12.03.2000
Heute konnten wir nach dem Aufstehen das Fritz-Hotel, unser Zuhause für 3 Tage in Cape Town, erst richtig in Augenschein nehmen. Was sich am Anfang oberflächlich betrachtet als etwas ältlich eingerichtetes Hotel darstellte, entpuppte sich nun als ein mit viel Liebe im Art-Deco-Stil eingerichtetes Haus. Die Betten waren hervorragend und alles war sehr sauber. Das tolle Wetter erlaubte uns das Frühstück auf der Terasse einzunehmen, was unserer Stimmung sofort den richtigen Kick verpasste. Mit dem Taxi fuhren wir zunächst zum Stadion, um den sonntäglichen Flohmarkt zu besuchen. Aber auch dieser viel den 34.000 Teilnehmern des Radrennens zum Opfer, wie auch ein gemeinsamer Tag mit Gerd. Innenstadt und Cap-Halbinsel waren gesperrt. Nachdem wir den „Verrückten“ des Rennens etwas zugesehen hatten, spazierten wir zur Waterfront, um hier den Tag zu verbringen. Es wurde uns nicht langweilig, da wir für alle Dinge viel Zeit hatten und uns diese auch nahmen. Das Treiben an der Waterfront schien noch intensiver als am Samstag. Gegen 18:00 Uhr hatten wir uns mit Gerd bei Ferrymans verabredet, um gemeinsam bei Bier, einem Dinner und Live-Musik den Tag ausklingen zu lassen. Tolle alte Herren trotzten den elektronischen Klängen auf der nahegelegenen Bühne mit herrlichem Jazz. Leider verpassten Gerd und wir uns, so daß wir gegen 19:30 Uhr mit dem Taxi zum Hotel fuhren. Nach einer Dusche gingen wir Fisch essen in das von Gerd empfohlene Ocean Basket, nahe unserem Hotel. Wir hatten es nicht bereut. Inzwischen waren wir auch mit ersten Ansichtskarten und einer Basket-Cap von Cape Town versorgt, so daß die Lieben daheim von uns hören konnten. Da im Hotel auch SAT-TV vorhanden war, konnte ich sogar die letzten Ergebnisse der Fußball-Bundesliga erfahren und so den Tag abschliessen.

Montag, d. 13.03.2000
Mit Gerd hatten wir uns für die Fahrt zum Cape-Point zu um 9:00 Uhr verabredet, so hiess es um 8:00 Uhr aufstehen und das Frühstück geniessen - wieder im Freien, einfach herrlich, zumal das Buffet kaum Wünsche offen ließ und das Personal freundlich und hilfsbereit war. Pünktlich um 9:00 Uhr stand Gerd vor der Tür und strahlte über alle Backen. Wir hatten mit Ihm wirklich Glück und es war uns ein Vergnügen die Zeit mit ihm zu verbringen. Viel Wissenswertes erfuhren wir durch ihn, der schon 40 Jahre in diesem Teil der Erde lebte (Namibia und Südafrika). Erster Halt auf unserer Fahrt war in Muizenberg, einem ehemaligen Strandbad der Engländer. Einige Häuser zeugten noch vom Glanz vergangener Tage, aber man sah auch den nahenden Verfall, weil immer mehr Schwarze die Stadt auf ihre Weise „erobern“. Leider hat die Einstellung zur Umwelt und zur Sauberkeit noch keine mitteleuropäischen Züge. In Kalkbaai konnten wir den vom Nachtfang hereinkommenden Fischern beim Entladen zuschauen, aber nicht nur wir waren Zaungäste, sondern auch zahlreiche Möwen (Erinnerungen an Hitchcocks „Die Vögel“ wurden wach) und ein Seelöwe lauerten auf Abfälle.
Gegen Mittag waren wir in Simons-Town, wo wir nach einer Tasse Kaffee die Südafrikanischen Pinguine besuchten. Das Liebesspiel eines Pärchens konnten wir leider nicht auf Zelluloid bannen, da das letzte Bild verschossen war und die Filme im Auto lagen. Am Cape-Point angekommen begrüßten uns Paviane, die nur darauf lauerten, daß irgendjemand etwas eßbares unbeobachtet ließ. Nach den obligatorischen Fotos auf dem höchsten Punkt fuhren wir weiter zum berühmtesten Punkt, dem Cape of Good Hope. Hier genossen wir die etwas rauhere See und sahen zu, wie sich Indischer und Atlantischer Ozean die Hand reichen. In Saarborough einem ehemaligen Räubernest aßen wir im Camel Rock zu Mittag. Vorbei an abgebrannten Berghängen (die Folge von heftigen Waldbränden) ging es zurück ins Hotel. Ein Spaziergang durch die nahe gelegenen Hauptstraßen und ein Absacker im Hotel beendete unsere Stippvisite in Cape-Town, denn es galt die Sachen zu packen für die Abfahrt am nächsten Tag. Unser Fazit - Cape-Town ist eine Wiederholung wert.

Dienstag, d. 14.03.2000
Noch vor dem Frühstück, pünktlich um 8 Uhr brachte der Fahrer von AVIS unser Auto, ein weisser Nissan mit Klimaanlage und 4 Türen. Groß genug um alle Sachen unterzubringen. Bevor wir uns in das Abenteuer Linksverkehr stürzten nahmen wir in Ruhe unser Frühstück ein und besuchten noch den Green Market, um für Susi vielleicht ein Bild zu erwerben, aber zwecklos. Der Flohmarkt bot allerlei, aber zumeist nichts von Qualität. Gegen 10:30 Uhr ging es dann problemlos durch Kapstadt über die N1 Richtung Franschhoek unserer ersten Station. Nach gut einer Stunde kamen wir in dem wunderhübsch gelegenem Weingut Chamonix an und bezogen unser geräumiges Cottage. Mit Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer und Bad war es auch für längere Aufenthalte geeignet. Im La Maison, dem Restaurant des Weinguts halfen ein Salat und eine Pizza über den Mittagshunger hinweg. Der Weinmeister des Hauses, der seit 1991 hier lebt und arbeitet und aus Wertheim stammt gab uns gute Tipps für das Dinner und empfahl uns Stellenbosch noch als Nachmittagsausflug. Zuvor nahmen wir eine Weinprobe im Keller und 4 Flaschen 98’er Chamonix Blanc als Erinnerung mit. Ein Rundgang in Franschhoek mit Besichtigung des Hugenotten-Memorial war der Start bevor wir nach Stellenbosch fuhren. Stellenbosch als Universitätsstadt und zweitälteste Stadt Südafrikas bekannt war die Reise wert. Hier hatte ich einmal den Linksverkehr vergessen, aber meine Gegenüber nahmen es locker. Eine herrliche Kirche mit tollen Fenstern eines südafrikanischen Künstlers und viele kleine Geschäfte machten das Bummeln zum Vergnügen. Den Abend beendeten wir der Empfehlung des Weinmeisters folgend in einem typisch afrikanischem Restaurant, dem „Polfyntjies“-sehr empfehlenswert, wer mal afrikanisch essen möchte. Aber auch andere Gerichte waren zu haben, doch die Atmosphäre war toll. Wir entschieden uns für Bobotie (Hackfleisch mit Käse überbacken und Reis) und einem guten Roten. So ging trotz Bewölkung ein schöner Tag zu Ende. Der Kilometerstand zeigte insgesamt 179 gefahrene Kilometer an.

Mittwoch, d. 15.03.2000
Nach einem guten englischen Frühstück im La Maison ging es gegen 10:30 Uhr weiter in Richtung Oudtshorn, der Straußenmetropole Südafrikas. Zunächst tankten wir noch in Franschhoek und freuten uns über den günstigen Spritpreis (2,88 R je Liter). über Worcester, Barrydale, Ladysmith ging es durch die Kleine Karoo nach Calitzdorp und nach gut 400 km waren wir in Oudtshoorn, wo ich zum zweiten Mal und glücklicher Weise auch zum letzten Mal auf dieser Reise den Linksverkehr vergaß - wieder ohne Folgen. Im Hotel wohnten wir in riesigen Rundhütten mit allem Komfort direkt am Pool. Sachen auspacken, duschen und dann sofort auf die Safari-Straußenfarm. Wir hatten Glück und bekamen mit Alma eine Deutsch sprechende Führerin, die uns alles auch mit lustigen Anekdoten erklärte. Als es darum ging, einen Strauß mal zu reiten gehörte Marion zu den Mutigen und hatte sehr viel Spaß an dem Ritt. Ich musste leider passen, da ich die ominöse Gewichtsgrenze von 75 kg überschritten hatte. Bevor wir ins Hotel zurückkehrten machten wir einen Bummel durch die Stadt und waren wieder vergeblich auf Bilderjagd. Aber ein deutscher Geschäftsmann gab uns eine Empfehlung für Restaurants mit Straußenfleisch für den nächsten Abend. Am Abend hatten wir uns im Hotel zum Buffet angemeldet, aber leider ohne Straußenfleisch. Ansonsten war alles zu haben, auch wieder guter Wein, der uns das Einschlafen erleichterte.

Donnerstag, d. 16.03.2000
Heute war der Swartbergpass unser Ziel. Nach einem guten Frühstück füllten wir unseren Tank wieder auf und starteten bei total bedecktem Himmel über die fast 2000 m hohen Berge in Richtung Prince Albert. Nachdem wir 48 km unbefestigter Strasse in Serpentinen hoch und runter gefahren waren, vorbei an wild zerklüfteten Schluchten kamen wir bei herrlichem Sonnenschein in Prince Albert an. Eine gute Stunde hielten wir uns in diesem kleinen verschlafenen Ort auf, tranken eine Cola und starteten dann wieder gen Oudtshoorn. Um 14:00 Uhr waren wir an den Cango Caves und besichtigten selbige. Selten haben wir Tropfsteine solchen Ausmasses gesehen, obwohl es in Deutschland auch einige solcher Höhlen gibt. Im Anschluss besuchten wir die Cango-Wildlife Ranch. Eine Aufzuchtstation für gefährdete Tierarten, die es zu besuchen lohnte. Löwen, Pumas, Tiger, Leoparden, Zwergflusspferde und auch Krokodile waren als Pärchen zu besichtigen und Geparden sogar zu streicheln. Da konnte Marion nicht widerstehen, solche zahmen Wildkatzen im Fell zu kraulen. Gegen 18:00 Uhr waren wir wieder im Hotel und machten uns fertig, um endlich in den Genuss von Straussenfleisch zu kommen. Bernhards Taphuis war unser Ziel. Eine Empfehlung, die man unbedingt weitergeben muss, wenn man vorzüglich zubereitetes Straussenfleisch essen will. Als Vorspeise genossen wir Carpaccio vom Strauss mit Parmesan und das Mainmenu war ein fantastisches Filet vom Strauss. Dazu konnten wir uns auch deutsch unterhalten, weil der Inhaber ein österreicher ist. Mit seinenm Vater der auf Besuch war, hatten wir viel Spaß und verabredeten uns für den anderen Morgen zum Frühstück im gegenüberliegenden Wiener Cafe, was ihm auch gehört. Im Hotel bewunderten wir den klaren Sternenhimmel und den Chamonix Blanc von Franschhoek, den wir ja nicht bis nach Johannesburg mitnehmen wollten.

Freitag, d. 17.03.2000
Um 8:30 Uhr waren wir ausgeschlafen und es hieß wieder die Koffer packen, denn mit Knysna lag unser nächstes Ziel vor uns. Doch zuvor lockte ein Frühstück im Wiener Cafe bei Bernhard. Marion kann sich vom Strauss nicht trennen und probiert Leberkäs vom Strauss, eine Spezialität des Hauses. Bevor wir unseren Nissan in Richtung Knysna lenken, besichtigen wir noch dieses im viktorianischen Stil wunderschön wieder hergerichtete Haus und besuchen das Museum von Oudtshoorn, in dem über die Geschichte des Ortes und der Umgebung berichtet wird. überall waren auch schon die Vorbereitungen zu sehen für das Art-Festival, was in einer Woche Oudtshoorn zu einer einzigen Bühne macht. Gegen Mittag verabschieden wir uns von Oudtshoorn und lassen schönes Wetter und schöne Tage hinter uns. über den Outeniqua-Pass fahren wir nach Georg, vorbei an Wilderness und landen schliesslich ohne Probleme in unserem Hotel direkt an der Waterfront von Knysna. Da unser Zimmer Blick zur Lagune hat und die Lage des Hotels ideal für abendliche Unternehmungen,checken wir sehr zufrieden ein. Inzwischen weist der Tacho unseres Nissans 910 gefahrene Kilometer aus.Den Nachmittag verbringen wir in der Stadt und entdecken erstmalig eine Galerie, wo ein Bild hängt, welches uns gefällt. Das Abendessen geniessen wir im von Frau Hoppe empfohlenen River-Club-Cafe. Der Kingklip-Fisch war etwas trocken, aber das Rinderfilet vorzüglich und die Atmosphäre sowieso. Unsere Grüsse von Frau Hoppe wurden freudig entgegenommen und wir bestellten für den Samstag Abend gleich wieder ein ‚table for two’.

Samstag, d. 18.03.2000
Heute schliefen wir etwas aus und waren dann überrascht von dem großartigen Frühstücksbuffet im Protea-Hotel. Insbesondere das reichhaltige Obstangebot hatte es uns angetan. Gegen 10:30 Uhr fuhren wir los in Richtung Tsitsikamma Nationalpark. Unseren ersten Halt machten wir bei den Knysna-Elefanten. Insbesondere für Marion war es ein Highlight diese großen Tiere berühren und füttern zu können. Im Bemühen die Elefanten in diesem Areal wieder anzusiedeln, werden noch 10 weitere Elefanten in einigen Monaten aus dem Krüger-Nationalpark kommen. Bei 150 kg Tagesration ist es erklärlich,dass nur ca 15 Elefanten hier leben können, sonst reicht das Futter nicht. Auf unserer Weiterfahrt verlassen wir die N2 und fahren durch Natur’s Valley. Hier machen wir eine längere Pause und geniessen den weiten einsamen Strand der an einer wunderschönen Bucht liegt. Die Möwen sind sehr zutraulich und nach ein paar Keksen werden sie sogar lästig.
In Storms-River tanken wir an der Paul-Sauer-Bridge und werden zufällig Zeuge eines besonderen Spektakels. Die BBC hat für Filmaufnahmen einen Stunt gedreht. Zu diesem Zweck hat man über den Storms-River in 130 m Höhe eine Hängebrücke installiert, die ein Stuntman mit dem Motorrad überqueren wollte. Von einem Hubschrauber aus wurde alles aufgenommen. Nach zwei vergeblichen Versuchen, das Motorrad landete jedesmal im Fluß und der Stuntman hing am Sicherungsseil, brach man die Sache ab und hunderte von Zuschauern verliefen sich so schnell wie sie gekommen waren. Die Paul-Sauer-Bridge war der Endpunkt unserer Tour und auf dem Rückweg fuhren wir an die Mündung des Storms-River. Da es sich um ein Naturreservat handelt, mussten wir auch hier wieder Eintritt bezahlen. Aber es lohnte sich, denn die Brandung und die Urwüchsigkeit der Felsen waren fantastisch. Auf einer Hängebrücke in bescheidenerer Höhe konnte man auch ans andere Ufer der Mündung. Den Abschulss unserer Rückfahrt bildete ein Stop in Plettenberg Bay. Eigentlich niemals zuvor haben wir solche Strände gesehen, Breit und kilometerlang. Toller Sonnenschein und angenehme Wassertemperaturen lockten zum Bad in den Wellen, die eine beachtliche Höhe erreichten, zur Freude zahlreicher Surfer. Den Abend verbrachten wir beim Dinner im River-Club-Cafe und diesmal saßen wir wegen der milden Temperaturen auf der Terasse bei Kerzenlicht und tollem Sternenhimmel, fast kitschig aber schön. Nach einem Absacker im Hotel liessen wir diesen schönen Tag nochmal an uns vorbeiziehen und begaben uns zur wohlverdienten Ruhe.

Sonntag, d. 19.03.2000
Schon am Ankunftstag hatten wir uns nach Möglichkeiten umgesehen, die nähere Umgebung zu entdecken. So hatten wir heute einen Ausflug zum Featherbed-Reserve gebucht. Ein Naturreservat an den Heads zu dem man nur per Schiff von autorithierten Unternehmen gelangt. Um 10:00 Uhr war Start zu diesem 4 Stunden-Ausflug (mit 50 R waren wir dabei). Per Allrad wurden wir auf die Spitze gezogen und Chris, unser Führer erklärte das Anliegen dieses Reservates, seine Entstehung und die Geschichte seines Gründers. Das ganze wurde für uns auch immer in deutsch wiederholt, denn wie sich herausstellte hatte er mal in Bamberg studiert. Der grandiose Ausblick aufs Meer und der Fußmarsch zurück, vorbei an unberührter Natur und Nestern von Kormoranen, die wir bei der Fütterung ihrer Jungen beobachteten, machten diese Stunden zum Erlebnis. Den Nachmittag verbrachten wir in der Stadt, tranken Kaffee und ruhten uns am Pool aus. Das Abendessen im Dry Dock an der Waterfront konnte nicht mit dem River-Club-Cafe konkurrieren. Aber um diese Erfahrung sind wir jetzt reicher.

Montag, d. 20.03.2000
Heute hieß es Abschied nehmen von Knysna und auch von der Gartenroute. Ein letzter Versuch ein Bild zu kaufen, war von Erfolg gekrönt. In der Apple-Tree-Galerie nahe des Hotels hatte uns am ersten Tag schon ein Bild gefallen und so schlugen wir zu in der Hoffnung, daß wir es im Koffer verstauen konnten. Für Carina erschwangen wir auch noch eine hübsche Tischdecke, die ebenfalls handgemalt war in tollen kräftigen Farben. Um 10:00 Uhr starteten wir Richtung Pt. Elizabeth bei herrlichem Sonnenschein. In Jeffreys Bay machten wir Halt, da uns Bernhard aus Oudtshoorn einen Tip gab für eine Galerie in der wir nach Bildern unseres Geschmacks schauen konnten. Auch hier sind wir pfündig geworden. Um 14:00 Uhr waren wir in Pt. Elizabeth im Hotel und machten noch eine Testfahrt zum Flughafen, für die wir 10 min brauchten. So waren wir sicher, daß wir am nächsten Morgen in kurzer Zeit zum Flughafen kommen. In Walmers Shopping-Center tauschten wir für Zimbabwe US-Dollar un dkauften Packpapier und Klebeband für unsere Bilder, denn in den Koffer paßten sie nicht hinein. Dabei lernten wir noch die Freundlichkeit der Südafrikaner kennen. Denn auf der Suche nach dem Shopping-Center fragten wir ein Ehepaar und ohne lange zu überlegen stiegen sie in ihr Auto und führten uns hin. Am Nachmittag gingen wir noch am Strand spazieren, verpackten dann unsere Bilder und begaben uns zum Dinner. Wir wurden von einem vorzüglichen Buffet überrascht und ein guter Wein beendete unsere Tage im südlichen Teil von Südafrika.

Dienstag, d. 21.03.2000
Heute ist Feiertag in Südafrika, der Human Right Day, und wir mußten um 5:45 Uhr aufstehen. Nach 1450 km gaben wir den Nissan am Airport wieder ab. Der Riß in der Frontscheibe hatte glücklicherweise nach gut 30 cm aufgehört zu wachsen, ansonsten hat er uns problemlos geholfen einen Teil Südafrikas selbständig zu entdecken. 8:15 Uhr ging es pünktlich mit einer kleinen Express-Maschine nach Durban. Unsere Bilder konnten wir mit in den Flieger nehmen. 9:30 Uhr landeten wir und die Cracker-Jacks Peter und Jan standen schon vor dem Ausgang und warteten auf uns. Auch hier gab es keine Kontaktprobleme und beide waren sehr um uns bemüht. Peter als ehemaliger Deutscher konnte uns gleich alles gut erklären und eine kleine Stadtrundfahrt durch Durban vermittelte erste Eindrücke. Jan erwies sich als ruhiger aber sehr sympathischer Typ. Vorbei an endlosen Zuckerrohrplantagen und Eukalyptus-Wäldern, deren Holz zur Zellulose-Gewinnung genutzt wird, ging es nach Richards Bay. Richards Bay hat den größten Kohlehafen der Welt und auf Grund des billigen südafrikanischen Stroms befinden sich hier der Welt größten Aluminiumfabriken, deren Produktionshallen eine Länge von 1,2 km aufweisen. Das Bauxit kommt aus Australien, die Kohle für die Energiegewinnung aus den eigenen Tagebauen in bis zu 3 km langen Zügen. Die Stadt Richards Bay ist noch sehr jung (32) und befindet sich mitten in einem Natur-Reservat auf einer Fläche in die bequem ganz Berlin mit Umland hineinpassen. Verkehrsschilder warnen hier vor Flußpferden und Krokodilen und das ist kein Spass. 13:30 fahren wir mit Peter weiter nach Hluhluwe-Umfolozi. Peter war ganz aufgeregt, damit es uns ja an nichts fehlte. Es war rührend, wie er um unser Wohl bemüht war. Jan war so nett unsere Bilder mit zu sich nach Hause zu nehmen. Wie wir erfuhren war er mit uns für Tag 3 und 4 geplant. Im Game-Reserve angekommen liefen uns die ersten Tiere im Sinne des Wortes über den Weg. Zebras, Impallas, Giraffen und Nashörner ließen uns Vorfreude aufkommen auf das, was uns noch erwartete. 15:15 Uhr kamen wir im Camp an und es erwrtete uns ein tolles Chalet und nach einer Dusche waren wir zu neuen Taten bereit. Peter versorgte uns mit ausreichend Getränken und dann ginmg es auf die erste Pirschfahrt ums Hilltop-Camp. Peter hatte erst befürchtet, daß wir gar nicht alle Wege befahren können, denn heftige Regenfälle (ungewöhnlich für diese Jahreszeit) machten einige Stellen unpassierbar. Aber der Wasserspiegel war schon sehrgefallen, so daß nur noch eine Strasse gesperrt war. Peter hatte uns für eine Nachtfahrt angemeldet und so gab es 17:45 Uhr bereits Essen, denn 18:45 Uhr ging es auf Nachtpirsch. Bis 22:00 Uhr dauerte die Tour und wir sahen Büffel, Zebras, Eulen, Hyänen, Hasen, Giraffen, Impallas, Nyalas u.v.m. Ziemlich müde verschwanden wir pünktlich im Bett, nachdem wir vorher noch auf der Terasse bei einem Bierchen den Geräuschen der Nacht lauschten und einen tollen Sternenhimmel bewunderten.

Mittwoch, d. 22.03.2000
Peter sorgte dafür, daß uns nicht langweilig wurde. Er hatte uns nämlich zum Morgen Walk angemeldet und so hieß es 4:45 Uhr aufstehen, denn 5:30 Uhr war Abfahrt. Zuvor konnten wir einen fantastischen Sonnenaufgang fotografieren. Ein etwas maulfauler Ranger führte uns nach einer halben Stunde Fahrt auf verschlungenen Pfaden vorbei an Wasserlöchern, wo wir Nashörner beobachteten, an übergroßen Spinnen, deren Netze im Sonnelicht gleissten und Giraffen, die ihr erstes Frühstück einnahmen. Um 8:00 Uhr waren wir wieder im Camp mit feuchten Hosen und tollen morgendlichen Eindrücken vom Erwachen der Tierwelt. Das Frühstück schmeckte nach einer erfrischenden Dusche hervorragend, zumal wir einen wunderbaren Ausblick auf den Nationalpark hatten. Kurz nach 9 begannen wir mit Peter unsere Morgenrundfahrt bei großer Hitze. Die Tierwelt war aus verständlichen Gründen auch nicht sehr aktiv bis auf einige Geier, die sich als Saubermänner des Parks betätigten. Die Mittagszeit nutzten wir für eine 3-stündige Siesta am Pool, zumal jetzt sich der fehlende Schlaf bemerkbar machte. Am Pool des Camps ruhten wir uns aus und ich testete, wieviel Sonne meine Zarte Haut verträgt. Am Abend stellte ich fest, daß jeder Indianer stolz auf mich gewesen wäre. Die Nachmittagsfahrt brachte ein besonderes Highlight, denn wir überraschten ein Giraffenpaar beim Liebesakt, was ich auch im Film festhielt. Wie sich später herausstellte habe ich ausgerechnet diesen Film incl. der Bilder vom Morgen-Walk verloren. Ich bin heute noch sauer auf mich. Nach dem Dinner nehmen wir noch einen Absacker im Chalet und brauchen heute nicht lange, um einzuschlafen. Auch Peter, der ja keine Minute mehr geschlafen hat und mit den Augen immer auf der Jagd nach Tieren war, hatte das Bedürfnis schlafen zu gehen.

Donnerstag, d. 23.03.2000
Heute war Stabübergabe von Peter auf Jan und wir waren gespannt, wie gut unsere Verständigung sein würde, denn Jan spricht so gut wie Kein Deutsch und unser Englisch ist weder perfekt noch schulmäßig. Um 7:30 Uhr trafen wir uns beim Frühstück, denn Jan wollte gegen 8:00 Uhr da sein. Wir verabschiedeten uns von Peter, der rührend um uns bemüht war und und mußten uns von seinem unruhigen Wesen umstellen auf Jan’s ruhige aber nicht weniger sympathische Art. Gegen 8:30 Uhr geht es mit Jan in den südlichen Teil, den Umfolozi-Park. Schon bald merken wir, daß wir gut miteinander auskommen und er alles versteht, was wir sagen wollen. Er hat Augen wie ein Adler und sieht von weitem bereits Tiere, die wir erst bei näherem Hinsehen erkennen. „ Du mußt nicht auf den Busch schauen, sondern durch den Busch“ waren seine Worte und sie stimmten. Neben Impalas, Nyalas, Büffeln, Zebras, Giraffen und Rhinos sehen wir auch viele bunte Vögel und ein sehr gutes Fernglas, welches Jan mitbrachte half sehr beim Beobachten. Als überraschung hatte Jan von Daheim ein Lunchpaket mitgebracht. Am Black-Umfolozi machen wir gegen 13:00 Uhr Rast, Trinken etwas und genießen sein Lunch-Paket. Leider laufen uns von den ca 350 Elefanten keine über den Weg, obwohl wir viele frische Spuren gesehen haben. Man braucht eben auch etwas Glück, aber der Tag war trotzdem schön. Ein Bad im Pool im Hiltop Camp bildete einen erfrischenden Abschluß. Um 19:00 Uhr treffen wir uns mit Jan beim Essen und unterhalten uns ausgezeichnet trotz unseres bescheidenen Englisch. Bei sternenklarem Himmel und einem gut gekühltem Bier lernen wir Jan auf unserer Veranda auch privat etwas näher kennen.

Freitag, d. 24.03.2000
Unser letzter Tag bricht an und er beginnt mit einem guten Frühstück und herrlichem Ausblick über das Hluhluwe-Tal. Jan wollte nicht aufgeben Elefanten zu finden und versuchte nochmal alles, um in einer kurzen Buschfahrt welche aufzustöbern, aber leider Fehlanzeige. So verliessen wir den Nationalpark ohne aber traurig zu sein, denn wir hatten tolle Tage mit den beiden und haben die herrliche Landschaft und die Tierwelt genossen. Gegen 11:00 Uhr waren wir im Duma-Zulu-Kraal und statteten den Ureinwohnern einen Besuch ab. Duma-Zulu heißt soviel wie Donner des Himmels. In diesem Dorf werden wir mit der traditionellen Lebensweise der Zulus vertraut gemacht. Wir können uns trotz aller Bemühungen des Eindruckes nicht erwehren, daß alles doch sehr kommerziell betrieben wird. Um 13:00 Uhr fahren wir weiter nach St. Lucia zum größten Estorya Afrikas (eine Vermischung von Süss-u. Salzwasser) mit 67 km Länge. Es ist die Heimat von Flusspferden, Krokodilen und vielen Vögeln. Auf der Bootsfahrt, die bei herrlichem Wetter stattfindet können wir eine ganze Reihe von ihnen sehen. Um 16:00 Uhr fahren wir nach Richards-Bay, wo uns Peter in Richards Guest-House, einer tollen Unterkunft mit Blick auf den Hafen und das Meer, bereits erwartet. Leider kann er unserer Einladung zum Dinner nicht Folge leisten, da er am nächsten Morgen bereits ganz früh die nächste Tour hat. So lernen wir Jan’s Frau und das Restaurant ‚Grill-Fish’ direkt am Hafen gelegen kennen. Wir es Prawn’s und wissen nun, daß es Garnelen sind.

Samstag, d. 25.03.2000
Unser endgültig letzter Tag mit Gärtner Reisen bricht an. Um 7:00 Uhr nehmen wir unser letztes Frühstück, diesmal englisch, denn Jan wollte uns pünktlich um 8:00 Uhr zum Flughafen bringen. Nocheinmal geniessen wir das Frühstück auf der Terasse mit Blick auf den Hafen und dann heisst es Abschied nehmen von diesem schönen Land. Jan holt uns pünktlich ab und wir besuchen nocheinmal den Strand und machen eine Mini-Stadtrundfahrt bei der er uns auch an seinem herrlich gelegenen Haus vorbeifährt. Um 9:15 Uhr ist Take off. Jan wartet bis zum Schluss und wir haben bei beiden gespürt, wie sehr ihre Liebe zur Natur und zu Tieren ihr Handeln bestimmt. Selbst ein Wurm auf der Strasse bringt ihr Auto zum Halten und lässt sie vorsichtig daran vorbeifahren. Um 10:20 Uhr landen wir nach ruhigem Flug in Johannesburg.

Hier übernimmt nun ein anderes Reisebüro für die nächsten 4 Tage die Verantwortung. Unsere Bilder können wir für 4 Tage und geringes Entgelt auf dem Flughafen von Johannesburg lassen. Gärtner-Reisen hat alles vorzüglich organisiert und wir haben ein unvergessliches Erlebnis mehr in unserer Familien-Chronik. Danke Frau Hoppe und alle, die daran mitgewirkt haben.

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