Kapstadt in Südafrika

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Rüdiger Voigt Südafrika Reisebericht

Südafrika

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Reiseroute: Flug nach Johannesburg
3 Tage Kruegerpark (gefuehrte Safari von Welcome Tours)
10 Tage mit dem Wohnmobil von Johannesburg ueber Durban, Gartenroute nach Kapstadt.
1 Woche Kapstadt in einer Ferienwohnung mit Mietwagen
Rueckflug von Kapstadt
Empfehlenswerte Literatur: Suedafrika, Baedeker Reisefuehrer "Verlorene Erde" von Michener (man sollte 2 Monate vorher mit dem Lesen anfangen)

Empfehlenswert:
Kruegerpark mit Welcome Tours (gebucht ueber Reisebuero)
Nicht empfehlenswert:
Britz Africa (Wohnmobilvermietung) speziell mit dem Club 2 Camper

Reisebericht:
Kruegerpark:
Wir wurden morgens um 8 Uhr vom Hotel mit einem VW-Bus abgeholt und wurden dann die 450 km in Richtung Kruegerpark gefahren. Der Fahrer hatte deutsche Vorfahren und erzaehlte uns auf der Fahrt die komplette Geschichte Suedafrikas in deutsch und englisch (fuer unsere australischen Mitfahrer). Faszinierend war die Weite der Landschaft, der am Anfang ungewohnte Linksverkehr, die riesigen Farmen mit vereinzelten Kuehen und der nicht bemerkte Hoehenunterschied, denn man fuhr immer durch eine leicht huegelige Landschaft, sind jedoch von Johannesburg (1700m) ueber einen Pass (2300m) dann in den Kruegerpark (nur 300m) gefahren, ohne die Hoehenunterschiede zu merken. Gegen 13 Uhr kamen wir in einer Lodge in der Naehe des Kruegerparks an, konnten dort etwas essen und trinken. Dann fuhr uns der Guide mit einem offenen Safariwagen in den Kruegerpark zum Skukuza-Camp. Dort bezogen wir strohgedeckte Rundhuetten, konnten uns etwas frischmachen, denn um 16 Uhr war unsere erste kurzeTour. Wir sahen Impalas (aehnliche Tiere wie bei uns die Rehe), Krokodile und einen "Eisvogel". Gegen 18 Uhr wurde es dunkel, und wir kehrten ins Camp zurueck.

Beim oppulenten Abendessen (warmes Bueffet) eroeffnete uns der Guide, dass er uns morgens um 4.30 Uhr wecken wuerde, 5 Uhr Abfahrt zum Tor, und um 5.30 Uhr wuerden wir das Camp verlassen, weil dann erst das Tor aufgemacht wuerde und Fahrzeuge das Camp verlassen koennen. Die Wartezeit wurde uns durch eine Mondfinsternis und die Suche nach dem "Kreuz des Suedens" verkuerzt.

In der Morgendaemmerung durchfuhren wir eine Strauch-/Gestruepplandschaft mit vereinzelten Baeumen. Nach einer halben Stunden sahen wir auf der Strasse eine Loewin mit 2 Jungen, die im Gegensatz zu uns munter und verspielt waren. Von einer Huegelkette konnten wir dann in eine Tiefebene mit viel Gras und einem kleinen Flusslauf schauen. Mit dem Fernglas entdeckten wir dort 5 vereinzelt stehende Elefanten, eine weisse Nashorngruppe und 2 Nilpferde. Bei der Weiterfahrt fuhren wir dann ganz dicht an einer Elefantenherde mit 2 jungen Elefanten, Giraffen, einer riesigen Gnu- und Zebraherde, groesseren Affenherden in allen Altersgruppen, Warzenschweinen, Hyaenen, Geiern und vielen anderen exotischen Voegeln vorbei. Um 11 Uhr gab es endlich Fruehstueck in einem anderen Camp, man konnte sich etwas die Beine vertreten. Nach einer kurzen Mittagspause in unserem Camp ging es dann um 16 Uhr wieder fuer eine kurze Tour raus. Es war jedoch so, wie der Guide es vorhergesagt hatte: morgens sah man die meisten Tiere, mittags und abends war nicht mehr soviel los. Ausserdem hatte es geregnet, so dass die Tiere auch nicht an die Wasserstellen kamen, weil ueberall Wasser zu finden war. Am naechsten Morgen ging es wieder ganz frueh raus, als erstes bekamen wir ein Loewenrudel mit 9 Tieren und anschliessend ein Loewenpaar zu sehen. Der Hoehepunkt des Morgens war jedoch ein schwarzes Nashorn, das ziemlich selten ist. Nach dem Fruehstueck suchten wir noch Bueffel, sie waren jedoch leider woanders. Um 13 Uhr war Wagenwechsel, und ein anderer Fahrer fuhr uns nach Johannesburg zurueck. Er nahm eine Strecke ueber die Berge, mit sehr schoenen Aussichten, einem Abstecher in "Pilgrims Rest" (einem alten Goldgraeberdorf, heute ein Museumsdorf) und erzaehlte die ganze Fahrt ueber Land und Leute, so dass einem die Fahrt trotz der 5 Stunden Fahrtzeit ganz kurzweilig vorkam.

Johannesburg - Durban - Kapstadt
Nach einer Uebernachtung im Hotel uebernahmen wir bei Britz Africa 2 Camper (Typ Club 2 und Club 3). Auf der Strecke nach Durban (600km) konnte man wieder die Weite der Landschaft erleben. Bei der Zwischenuebernachtung auf dem Campingplatz in Bergville (verschlafenes Nest) erlebten wir den Standard aller suedafrikanischen Campingplaetze, die wir danach besucht hatten: viel Platz, die Anlage meistens riesig, die Waschhaeuser, erbaut ca. 1950 oder frueher, mit Badewannen, abbroeckelndem Putz, jedoch waren alle sanitaeren Anlagen immer sehr sauber. Ueberall Grillstellen, und alles zu einem Preis, den man in Deutschland fuer ein kleines Zelt mit einer Person bezahlt (wir waren 5 Personen mit 2 Campern). Durban empfing uns mit Stau und vierspurigem Verkehr. Die Innenstadt brodelt vor schwarzen Menschen und ist einen Besuch wert. Nicht empfehlenswert ist fuer Europaeer der Besuch des Marktes in der Naehe der Moschee, weil die ueberall haengenden Innereien, die Schafskoepfe und der alles ueberlagernde Geruch nichts fuer unsere Gemueter waren. Im Gegensatz zur Innenstadt die Strandpromenade: Highlife, Wellensurfmeisterschaften, ueberall Musik, ein fast leerer kilometerlanger Strand. Hier konnte man gut stundenlang bummeln und den Leuten zuschauen, waehrend sich ein Teil der Gruppe im Riesenrutschenbad vergnuegte.

Beim weiteren Weg ueber die "Wild Coast" und die "Transkei" hatten wir leider ein bisschen zuviel Regen. Ausserdem merkten wir sehr schnell, dass es ratsam war, schon bei halbem Tankinhalt jede sich anbietende Tankstelle anzusteuern (Entfernung dazwischen teilweise 300 km!!). Weitere Stationen waren dann East London (schoene Haeuser, man ist jedoch schnell durch). Der Campingplatz im Tsitsikama-Reservat (zwischen Port Elisabeth und Knysna) liegt traumhaft direkt an der Kueste, leider kommen hier dieWale nur September/Oktober vorbei. Sehr schoen der Weg ueber die Haengebruecke oder der Weg zur Hoehle (anstrengend, es geht ueber Stock und Stein). Enttaeuschend die Qualitaet und der Service im einzigen Restaurant. Man sollte fast selber kochen. Ein Aufenthalt lohnt sich hier nur fuer 1 oder 2 Tage. Weitere Station war Mossel Bay mit einem alten Postbaum und dem Museum, in der eine nachgebaute Caravel ausgestellt ist, die von Portugal auf der alten Route (Bartholomaeus Diaz, Vasco da Gama) hierher gesegelt wurde. Auf dem mittleren Campingplatz stehtman sehr schoen direkt an der Kueste. Zum nahegelegenen Pavillion Restaurant (sehr gut, etwas teurer) kann man bequem zu Fuss gehen. Naechste Station war dann der Campingplatz in Kleinmond mit einem traumhaften Sandstrand hinter der Duene und der Besichtigung der geschuetzten Brillenpinguinkolonie (Weg am besten erfragen). Letzte Station war dann Kapstadt, fuer das wir noch eine Woche Zeit hatten.

Erfahrungen mit dem Camper:
Die Anmietung des Club 2 Campers der Firma "Britz Africa" war eine mittlere Katastrophe. Ein Bekannter hatte mit dem Club 2 Camper schon die Erfahrung gemacht, dass es durch die Dachluke regnete. Weil es bei der uebernahme in Johannesburg auch regnete, kontrollierte ich sofort die Dachluke, die jedoch dicht war. Am Anfang wunderten wir uns nur ueber den seltsamen Geruch (Raumspray) im Camper. Abends und 500 km von Johannesburg weg entdeckten wir dann die Ursache: Das seitliche Schiebefenster war falsch herum eingebaut worden (der Regen konnte waehrend der Fahrt direkt durch den Spalt zwischen den beiden Fenstern ins Wageninnere gedrueckt werden), mit Silikon war von aussen der untere Teil des Fensters abgedichtet worden. Es troepfelte jedoch an der Ober- und Unterkante des Fensters in den Innenraum (die Seitenwand war voellig aufgequollen), das Sitzpolster (das nachts als Liegepolster verwendet wurde) war voellig durchnaesst. Es bleibt zu vermuten, dass dieser Fehler Britz bekannt war und wir den Camper trotzdem so bekamen. Der muffige Geruch von nassen Polstern (auch im Alkoven) begleitete uns die ganze Fahrt. Wegen der Osterfeiertage dauerte es ziemlich lange, bis wir Silikon besorgen konnten, um das Fenster weiter abzudichten. Dies brachte jedoch nicht den gewuenschten Erfolg, weil das Fenster ausserdem nicht richtig in der Umrandungsdichtung sass. In der Hoffnung auf trockene Tage (hatten jedoch leider 6 Regentage) verbrachten wir die Fahrt mit nachts nassen Fuessen und morgendlichem Trocknen der Polster. Der Club 2 Camper ist jedoch insgesamt eine Fehlkonstruktion. Wenn man die Stuetzen herunterkurbelte, um den Wagen waagerecht zu stellen, verzog sich die hintere Ecke so, dass die Tuer nicht mehr ins Schloss fiel und zu verriegeln war. Bei Einfuellen von Frischwasser lief einem sofort das Wasser entgegen. Die Ursache war, dass der Zufuehrungsschlauch zum Tank erst ganz nach unten und dann in steilem Bogen nach oben in den Wassertank fuehrte. Man musste ganz nahe an den Wasserhahn fahren, um dann den nur 1m langen Wasserschlauch ueber die Boegen im Zufuehrungsschlauch zum Tank zu fuehren. Nur so liess sich der Tank befuellen. Insgesamt war der Camper ziemlich alt (80000 km), die Polster waren alt und zerschlissen. Die Bettenkonstruktion eine unsichere Laubsaegearbeit. Die Fuehrung der Gangschaltung war ausgeleiert. Die Ausstattung mit Geschirr und Besteck war minimal und in einem Zustand, den man hier nur im Sperrmuell vorfindet. Geschirr zum Kaffeekochen fehlte vollstaendig, wuenschenswert waere ein Grillrost gewesen, weil auf allen suedafrikanischen Campingplaetzen Grillstellen vorhanden waren. Der von unserer Gruppe auch angemietete Club 3 Camper war standardmaessig in Ordnung, obwohl dort trotz der vorhandenen Mikrowelle jegliches Mikrowellengeschirr fehlte und die Fahrer waehrend der Fahrt dort durch staendige Quietschgeraeusche des Alkovenbettes genervt wurden. Aus unserer Sicht ist auch fuer 2 Personen nur der Club 3 Camper zu empfehlen, wegen des Zustandes und der bautechnischen Maengel sollte der Club 2 nicht genommen werden. Als Entgegenkommen erliess uns Britz Africa wegen des Zustandes des Wagens nur die Ueberkilometer im Wert von ca DM 150.-, was ich bei Gesamtkosten in Hoehe von DM 2000.- (Campermiete, Versicherung und Einwegmiete) und gemessen an den getruebten Urlaubsfreuden als ziemlich minimal empfand. Als ich in Deutschland der Buchungsfirma (Feria, gab eine gute Information heraus) die Maengel mitteilte, bekam ich ueber sie die Nachricht, dass Britz Africa den Camper mit 80000 km nicht als alt empfand und die Ausstattung vollstaendig gewesen waere. Es scheinen wohl unterschiedliche Standards zu bestehen. Ich hatte bei PKW-Mietwagen immer Wagen mit maximal 10000km, bei Campern weiss ich, dass sie mit ca 40 - 50000km von den Vermietfirmen verkauft werden. Wegen des undichten Fensters gab's noch einen Scheck ueber DM 200.-. Na ja.

Kapstadt:
Die Ferienwohnung in Kapstadt war ein Traum, sie lag so guenstig am Hang gegenueber des Tafelberges (dessen Seilbahn leider wegen Neubaus noch laenger nicht zu benutzen sein wird), dass man ueber den Kloof sehr schnell zu den Straenden an der Westkueste oder in die andere Richtung in die Stadtmitte oder den Hafen kam. Besichtigt hatten wir Stellenbosch mit seinen vielen umliegenden Weinguetern (der Wein ist von hervorragender Qualitaet und dabei nicht zu teuer), Fish Hoek mit seinem Vogelpark und den nationalen botanischen Garten in Kirstenbosch. Die Tagestour zum Kap der guten Hoffnung sollte man im Uhrzeigersinn fahren, die Lichtverhaeltnisse sind besser. Das Kap der guten Hoffnung ist eigentlich nicht sehr imposant, der danebenliegende Cape Point mit dem Leuchtturm bietet eine wesentlich schoenere Aussicht, der Fussweg zum alten Leuchtturm in der Spitze ist empfehlenswert und dauert nur halb so lang wie angegeben. Die Tage verbrachten wir mit Einkaufsbummeln in der Innenstadt und am Hafen und jeden Tag einen kurzen Abstecher an den Strand (Baden ist wegen der Stroemung und der Wassertemperatur [13°C] nicht empfehlenswert). Essensmaessig wird man in Suedafrika sowieso verwoehnt, besonders hervorzuheben ist jedoch das "Carradine" am Hafen mit seinem afrikanischen Menue (5-6 Gaenge, Hauptgericht 5 Fleischsorten vom Grill (Lamm, Zebra, Strauss, Rind und Bueffel [schmeckte am besten] direkt auf den Teller geschnitten). Der Service war hervorragend, alles schmeckte, Preislage mittel. Sollte man sich fuer Schmuck oder Diamanten interessieren, kann ich Prins&Prins empfehlen , die Beratung ist sehr gut und umfangreich (Herr Himmel spricht deutsch). Die Mehrwertsteuerrueckerstattung am Flughafen ist zwar unkompliziert, betraegt jedoch letztendlich nur 10,7%.

Rueckblick:
Mir hat von allen Urlauben Suedafrika am besten gefallen, weil einerseits die touristische Infrastruktur (Campingplaetze, Restaurants, Strassenzustand) hervorragend ist, andererseits traumhafte Landschaften und Straende vorhanden sind und alle Leute immer sehr nett und zuvorkommend waren. Staendig unterschaetzt hatten wir jedoch die riesigen Entfernungen. Es wird sicher nicht mein letzter Urlaub in diesem Land gewesen sein. Ruediger Voigt

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