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Ulrich Wunsch Südafrika Reisebericht
Südafrika
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Zunächst ein paar Fakten zum Land, um sich eine Vorstellung von Südafrika machen zu können:
1 120 000 sq km 41.7 mio Einwohner, davon 1/7 in greater Jo'burg eines der reichsten Länder Afrikas Sprache: hauptsächlich Englisch und Afrikaans Religion: hauptsächlich Christentum
Nach Abgabe des Hauptpraktikumberichtes war es endlich mal wieder an der Zeit, andere Luft zu schnuppern. Durch Zufall sahen wir das Angebot eines Fluges von Alitalia für 650 DM über Rom nach Johannesburg. Nach kurzer Lektüre des Reiseführers fiel es uns recht leicht, uns für diesen sagenhaft günstigen Flug zu entscheiden. Mein Reisepartner war der Schlibt, ein begeisterungsfähiger und lockerer Physikus, mit dem ich schon meinen Zivildienst absolviert hatte.
Am 15.4. flogen wir also von Frankfurt nach Rom. Dort starteten wir um Mitternacht Richtung Johannesburg. Bei Sonnenaufgang waren wir irgendwo über dem Staat, der damals noch Zaire hieß und jetzt Kongo genannt wird. Nach 7741 km und neun Stunden Flug erreichten wir Jo'burg, wie hier jeder zu der mit 10 mio Einwohnern größten Stadt Südafrikas sagt.
Zunächst einmal checkten wir die Angebote von diversen Autoverleihfirmen und entschieden uns nach langem Rechnen und Überlegen für eine kleine südafrikanische Firma namens Zizwe. Das Auto mieteten wir für eine Woche und wir konnten es in Durban abgeben.
Da der Schlibt seinen Führerschein erst zwei Monate hatte, durfte er nicht fahren und ich war somit der einzige Fahrer. Links zu fahren war kein größeres Problem, aber rechts zu sitzen und mit links zu schalten fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Da wir auch sofort vom Flughafen aus auf einen vielbefahrenen, aber nahezu unbeschilderten, Highway gelangten und wir weder gleich nach zehn Minuten einen Unfall haben noch verloren in irgendweinem township stehen wollten, war die erste Zeit recht stressig. Umso schöner an einer Raststätte zum erstenmal südafrikanischen Boden zu betreten. WIR SIND DA! Angestrebter Zielpunkt war Nelspruit, das sich als Ausgangspunkt für den Kruger National Park anbot. Die Hälfte dieser Strecke (200 km) war in Middelburg erreicht, was wir als Anlaß für ein ausgiebiges, gediegenes Picknick nahmen. Wir saßen also mit Bier und Wurst (deutsche Touristen...) an einem Feldweg. Viele Schwarzen liefen vorbei und lächelten uns freundlich zu. Eine lachte uns sogar an: "It's a new South-Africa - enjoy it!". Na' das lief doch runter wie Öl.
Und der erste Eindruck sollte, wie die weitere Reise zeigte, nicht täuschen; die Berührungsängste zwischen Schwarz und Weiß verschwinden.(der Schlibt möchte hierzu anmerken, daß man trotzdem nie Schwarz und Weiß auf der Straße zusammen sieht). Die Schwarzeßn sind stolz auf das, was sie erreicht haben. In Südafrika herrscht ein sehr optimistische, positive Stimmung. Sehr wichtig scheint den Schwarzen zu sein, daß sie jetzt offen sagen können, was sie denken. Wenn man an die menschenverachtenden Aktionen des Apartheidregimes denkt, so kann man nur Hochachtung davor aufbringen, daß kein Haß von Schwarz auf Weiß zu erkennen ist. Es gibt zwar noch immer einen ökonomische Rassentrennung, "but things are improving". Einhellige Meinung ist, daß man das Land ökonomisch nicht von heute auf morgen umkrempeln kann. So wurde nach dem Machtwechsel '94 von Nelson Mandela alles darangesetzt, die Weißen im Land zu behalten, so daß die wirtschaftlichen Grundstrukturen nicht unkontrolliert zerbrechen. Nicht verschweigen möchte ich aber in diesem Zusammenhang die gigantischen Probleme, die Jo'burg hat. Die Stadt quillt aus allen Fugen - es existiert eine uferlose Kriminalität. In diesem Belange ist die Jo'burg Caracas oder Jakarta durchaus ähnlich, wenn nicht gar schlimmer. Die Mensch müssen darauf achten, daß sie sich über Wasser halten. Da ist kein Platz für Restaurants, Kneipen, Theater oder andere Dinge, die eine Stadt lebendig und gemütlich machen. Es gibt für Touristen fast nichts zu sehen und man fühlt sich selbst in downtown unsicher. Der Reiseführer gibt als Highlight von Jo'burg an: "` Not to be mugged in Jo'burg". Freilich fühlen sich manche von dieser knisternden Atmosphäre angezogen. Zurück zum Reiseverlauf: In Nelspruit sahen wir zum Glück gleich das Hinweisschild zum Campingplatz. Zelt aufstellen und noch schnell in's Städtle eine teure, billige Flasche Wein besorgen, der sich dann als "Widerwein" entpuppte. Aber unter dem Sternenhimmel der südlichen Hemisphere ist das natürlich völlig belanglos.
Nach einem fetten, fettigen Frühstück fuhren wir dann über das Malelane Gate in den Kruger National Park. Dieser erstreckte sich 350 km entlang der Grenze zu Mozambique und ist im Durchschnitt 60 km breit. Es handelt sich also um ein großses Schutzgebiet und nicht um einen Zoo. Der Schlibt zeigte sich sofort begeistert von den baboons (Pavian) und deren Affenärschen und verknipste im Verlaufe der vier Tage Kruger Park mindestens einen Film mit Affenärschen. Ich dagegen beschränkte mich vergleichsweise genügsam auf das Überfahren von Elefantenmist aller Reifheitsstufen.
Es gibt im Park einige gute, geteerte Straßen und ein Netz von dustroads. Auf letzteren sieht man teilweise stundenlang keine anderen Autos. Als erstes "afrikanisches" Tier sahen wir ein Rudel schreckhafter Zebras. Erstes Ziel war das main camp "Skukuza". Die main camps sind sehr gut organisiert; ein das camp umgebender Zaun schützt z.B. vor Hyänen, anderen beißenden Bestien und bulligen Tramplern. Ein typisches Camp beinhaltet ein Infozentrum, Campingplatz, Tankstelle, Supermarkt und Restaurant und zwar netterweise alles zu fairen Preisen. Häufig gibt es auch eine Aussichtsplattform z.B. auf eine riverbank. So kann man gemütlich (tourist) beim Frühstück dem Tierleben zukucken. Erwähnenswert vielleicht noch eine Szene, die sich mitten in der Nacht abspielte: Ich war aufgewacht und nestelte nervös am Reißverschluß des Zeltes herum. Auf Schlibt's Frage, was los sei, antwortete ich: "Ich hab' Bock auf 'n Burger!". Der gute Mann war zunächst einmal geschockt und dann fing er an zu lachen und hörte nicht mehr auf. Jetzt waren wir auch wach genug, um den glasklaren Sternenhimmel bewundern zu können. Schon ein erregendes Gefühl, als wir dann am nächsten Tag einen Elefanten durch die Büsche sahen. Ein anderer kam uns auf der Straße entgegen und kam immer näher und näher. Die Viecher sind ganz schön groß!! Wenn der seine Stoßzähne ins Auto gerammt hätte, dann wären sicher Tränen und Blut geflossen. Außerdem hätte es Ärger mit der Mietwagenfirma gegeben. Plötzlich ging er in Angriffsposition mit breiten Beinen und gesenktem Kopf, um dann aber zu unserer Erleichterung doch noch abzudrehen. An einschlägige Tierfilme denkend sahen wir dann auch die ganze Palette an Giraffen, dicken Nilpferden, Krokodilen, Warzenschweinen und Straußen. Begeistert zeigte vor allem ich mich von den baobabs, den Affenbrotbäumen. Beeindruckend auch, was man für eine Freude empfinden kann, wenn man nach 60 km trockener Buschlandschaft wieder einen Fluß mit saftig grüner Uferbewachsung sieht. Im camp "Letaba" gab es so wie schon gestern ein Open-air-Kino mit einem Tierfilm. Die Filme sind die, die man von zu Hause kennt, aber man sieht sie aufgrund der Erlebnisse mit ganz anderen Augen. Man kann die Bilder leichter fassen, einordnen, kann sich die Umstände vorstellen.
Am darauffolgenden Tag steuerten wir zunächst "Shingwedsi" an, weil da ein Swimmingpool ist. Auf freundliche Anfrage erlaubte man uns auch den Zutritt, obwohl wir nicht in diesem camp schlafen wollten. Ein beinahe mystisches Erlebnis in Wasser zu schwimmen innerhalb so heißer, trockener Landschaft. Der Frischeeffekt war zwar nach einer halben Stunde verklebt, aber wir fuhren dennoch bis "Punda Maria" am nördlichen Ende des Parks an der Grenze zu Zimbabwe.
Von einigen Bieren angeregt unterhielten wir uns noch über dies und das (vor allem das). Aus Katerbekämpfungsgründen unternahm ich dann am nächsten Morgen eine ausführliche Wanderung, während Schlibt noch selig weitergrunzte und sabberte. Nach dem Highway- und Abgezäunter-Park-Südafrika begann nach dem Kruger Park das "richtige" Südafrika. U.a. in Transvaal ist die Behausung sehr traditionell. Das Haus ist rund gemauert und in einer Farbe bemalt. Das Dach aus Stroh läuft im Mittelpunkt spitz zu. Wir fuhren Richtung Süden durch die nördl. Drakensberge zum monumentalen Blyde River Canyon. Leider war es etwas diesig, so daß man die 1000 m hohen Abstürze nicht in voller Klarheit sehen konnte. An einem der Aussichtspunkte sind offensichtlich die klimatischen Verhältnisse solcherart, daß sich ein kleiner Regenwald ausbilden konnte. Von der langen Fahrt ziemlich ausgemergelt kamen wir an dem uns schon bekannten Campingplatz in Nelspruit an. Nach einer herrlichen Morgendusche frischten wir die Vorräte auf, frühstückten, tankten, kuckten uns kurz Nelspruit an und flitzten über Baberton in Richtung Swaziland. Die letzten 40 km zur Grenze führten über eine gebirgige, steinige dustroad, die zum Teil nur im ersten Gang zu bewältigen war. Der Grenzübergang entpuppte sich als wenig modern, und bei der Weiterfahrt zwischen Hühnern mußte ich zweimal hinkucken, um die Hauptstraße von einer Hofeinfahrt unterscheiden zu können. Die Hauptstadt des Königreichs Swaziland ist Mbabane. Da der König just Geburtstag hatte, waren viele Geschäfte geschlossen. Wir besuchten eine Art Flohmarkt und eine Musikkneipe mit Restaurant. Man stellte mir eine Knochensuppe vor, die ich sogar teilweise auslöffelte! Der blutberauschte Schlibt dagegen hätte wohl am liebsten einem Huhn den Kopf abgebissen... Die folgenden vierzig km Straße waren im Guinnes book of records als "gefährlichstes Stück Straße der Welt" eingetragen. Es passierte nichts und wir freuten uns auf ein hochgelobtes Restaurant in einem fruchtbaren Zuckerrohrtal. Ich aß ein Steak mit der besten Pilzsoße, die ich je gegessen habe. Wir hatten nur ein Tagesvisum und mußten somit noch aus Swaziland rausfahren, schafften es aber nicht mehr zu einem Hotel oder Campingplatz, da Kwazulu/Natal nicht mit großen Städten gepflastert ist. Aber egal, wir schlugen unser Zelt in einem Zuckerrohrfeld auf. Blaulicht weckte uns, doch die Polizisten waren ebenso besorgt wie freundlich. Wir dürften auch auf dem Innenhof der Polizei campen, aber wenn wir uns sicher fühlten, dann wäre es auch hier OK.. Aus Faulheitsgründen folgten wir dem zweiten Ratschlag. Dann rasten wir "Beware of hippos"-Schilder ignorierend an den indischen Ozean nach St.Lucia. Warmes Wasser, Wellen, Sonnenbrand. Wegen letzterem mußten wir mittags schon weiter. Die Küstenstraße führte uns in Südafrika's drittgrößte Stadt Durban, wo wir recht ausgemergelt auf einem schäbigen Campingplatz die letzte Nacht neben unserem Auto verbrachten. Nach Autoabgabe frühstückten wir gemütlich und tankten Geld bei Amex, um dann den Bahnhof aufzusuchen. Wir hatten riesiges Glück, denn der Zug, der einmal wöchentlich nach Kapstadt fährt, verließ Durban am selben Abend. Sprich: Zeit, Durban anzuschauen und dann los!
Wir besuchten das National Science Museum und die Art Gallery. Dabei unterhielten wir uns recht offen mit dem stuff über die politische Situation im Lande. Danach watschelten wir zum feudalen Hafen und zurück zum Bahnhof.
Von dort aus sollte uns der "Trans Oranje" in 36 1/2 h von Durban über Kimberley nach Tape Town, dem Mekka der Tesafilmfetischisen bringen. Das 6-er-Abteil teilten wir uns mit einem alten Schwarzen, der nur Afrikaans sprach (anerkennende Bemerkung zu Schnaps: "Et kraacht"), einem fußballbegeisterten Inder ("coulored") und einem weißen Althippie. Mit anderen Worten eine bunte Mischung, die zu einigen guten Gesprächen führte. Sitzbank, Lehne und Gepäckfach konnten jeweils hochgeklappt werden, so daß 2x3 Betten zur Verfügung standen. Im Zug gab es auch ein preisgünstiges Restaurant und Duschen! Auf diese Art und Weise war es ein sehr angenehmes Reisen. Nach zwei Nächten und einem Tag kamen wir in den frühen Morgenstunden in Cape Town an und versuchten in der Dämmerung den Tafelberg ausfindig zu machen. Im Bahnhof ankommend wurde es gerade hell und wir sahen zum ersten Mal diesem monumentalen Berg als Kulisse hinter der Stadt. Kapstadt wirkt sehr relaxed, es gibt viele Cafe's, Kneipen und man fühlt sich sicher - im absoluten Gegensatz zu Jo'burg. Auch aufgrund der bergigen Straßen fühlte ich mich an San Franzisco erinnert. Und der Golden Gate Bridge entspricht hier eben der Tafelberg. Daß die Züge hier wirklich ein bequemes Reisen erlauben, kann man an der Tatsache ablesen, daß wir nach dem Einchecken in das backpackers noch am selben Tag die Kraft fanden, direkt die 1087 m auf den Berg zu steigen -mit der Belohnung einer sagenhafen Aussicht auf die Bay, auf den City Bowl auf das Cape of the good hope. Dieses Stück Erde gehöhrt sicherlich zu den schönsten Flecken auf diesem Globus. Da war sowohl eine Tafel Schokolade als auch eine Meditation fällig. Beim Runtergehen und die nächsten Tage zwickten uns beide die Knie, aber was macht ma' nid' alles mit bis ma' Obba' isch'.
Einer langen Nacht folgte ein geniales Frühstück (Bohnenkaffee!!!) im Tourist Office. Cape Town ist "Candidate City" für die Olympischen Spiele 2004 und gibt sich dementsprechend Mühe, daß Touristen sich wohl fühlen... Das Herz des "District Six Museums" bildet eine große Straßenkarte, die den Stadtteil zeigt, den die Apartheidregierung von Bulldozern hat platträumen lassen, um Wohnfläche für Weiße zu schaffen. Die Anzahl der Toten allein im Zuge dieser Auseinandersetzung ist schwer zu fassen und verschlägt einem die Sprache. Das South African Museum ist eines der größten im südlichen Afrika. Im Planetarium wurde eine Dokumentation über Hale Bopp gezeigt, den man in der nördlichen Hemisphere so gut sehen könne. On n'est pas content où on est... Im Backpackers gab es Internetanschluß, so daß ich zwei Stunden im Netz surfen und e-mailen konnte. Schon ein komisches Gefühl, auch physikalisch mit dem Computer in Freiburg (10000 km away) zu arbeiten. Danach waren wir noch in "Grass Harp" mit Walter Mathau und Jack Lemmon.
Inzwischen schrieben wir den 27.April - in Südafrika ein Feiertag (Freedom Day), da am 27.4.1994 der ANC die ersten freien Wahlen gewann und damit auch offiziell Schluß war mit dem Apartheidregime.
Wir organisierten die nächste Busfahrt zu den Victoriafällen, worüber ich mich riesig freute. Das stand nun wirklich ursprünglich nicht auf dem Plan. Dem internationalen Trend folgend hat auch Cape Town sein Hafenfront zur touristsight umgebaut. Im Restaurant des Aquariums speiste ich ein herrliches Lachsfrühstück, während der Schlibt an irgendeiner Gräte würgte. Das Aquarium selbst ist sehr großzügig neu gebaut worden. Am Hafen befindet sich auch in riesiges Shopping-Mall. Wir unternahmen eine harbourcruise und schauten uns dann den Film über Vulkane "ring of fire" im IMAX-theatre an.
An unserem letzten Tag in Cape Town mieteten wir uns nochmal ein Auto und fuhren die 70 km zum Cape of the good hope, dem südwestlichsten Punkt Afrikas. Hier herrscht eine recht rauhe See und man kann sich recht gut vorstellen, warum hier schon so viele Schiffe gesunken sind. Zurück fuhren wir über ein herrliche Küstenstraße, die mich sehr an Korsika erinnerte. Wenn man der Bucht folgt, dann kommt man zum Bloubergstrand, von dem aus man den berühmten Blick auf die Skyline von Cape Town mit dem Table Mountain hat (siehe Bild). Eine der Stellen, an denen man die Augen fast nicht losreißen kann. Die Busfahrt nach Jo'burg verlief glatt. In Jo'burg ließen wir möglichst alle Wertsachen in der Busstation und wagten uns in den Großstadtdschungel. Auf dem Carlton Center ist eine Aussichtsplattform und wir besuchten das African Museum. Die deutschen Juristen, die wir danach in der Busstation kennenlernten, wurden von der Polizei in downtown aufgegriffen und zum Zielort gefahren. Ihnen wurde gesagt, sie sollen nicht durch die Innenstadt gehen - das sei zu gefährlich.
Der nächste Bus führte uns nach Zimbabwe. Die Einreise gestaltete sich sehr langwierig (3 h), aber noch willkürlicher erschien mir die Polizeisperre auf offener Landstraße; wir mußten mit unserem Reisebus zurück zu einem Dorf, um dort den Chef zu suchen. Man wußte nicht, ob die uns nun einsperren, weiterfahren lassen oder zum Umkehren zwingen. Zimbabwe ist sichtlich ärmer als Südafrika (In einem 50 x 50 km großen Quadrat um Jo'burg wird über 1/4 des Bruttosozialproduktes von ganz Afrika erwirtschaftet). Auf jeden Fall bekamen wir unseren Stempel und mein Victoriafalls-traum war doch nicht geplatzt. Bei einer Pause in Bulawayo stürmten die Schwarzmarkthändler beinahe den Bus und eine mitreisende Amerikanerin mußte leider feststellen, daß ihre Wertsachen (schon länger?) nicht mehr da waren.
In dem Reisebus hatten wir auch Nils kennengelernt, ein Dortmunder, der in Jo'burg studiert. Die Ankunft in Vicfalls war schon berauschend - man hört donnerndes Wasser und sieht von Weitem eine Dampfwolke über der Landschaft schweben. Leider konnten wir nicht mehr zu den Fällen, da er eingezäunt und abgeschlossen ist. Mit der ebenfalls Deutschen Kerstin und Nils gingen wir dann Pizza essen (typisch Zimbabwe) und in eine Bar, in der wir die einzigen Weißen waren. Immerhin sollte um Mitternacht mein Geburtstag sein und wir versuchten durch ein Loch im Zaun doch noch zu den Vicfalls zu kommen, das dann aber fest verschlossen war und auch die Zöllner ließen uns nicht über die Brücke des Sambesi, von wo aus man auch die Fälle sehen kann. Na ja, bleibt die Vorfreude. Meinen Geburtstag feierten wir mit Wein aus dem Tetrapack und ein paar Keksen. Irgendwo her kam auch noch eine Kerze. Gut, aber das setting war nett und der gute Wille zählt. Lieber so an den Vicfällen als mit abgestaubten Freunden daheim oder in irgendeinem Bus. Am 1.Mai war es dann endlich soweit: die Victoria Fälle - eines der ganz großen Naturwunder dieser Erde. Es war beeindruckend und ich schoß ein Bild nach dem anderen. Durch den Wasserdampf ist man nach drei Minuten naß bis auf die Haut und das bei blauem Himmel! Wir wanderten dann entlang des Sambesi zu einem tausend Jahre alten Baobab, der sogar von einem bewaffneten Soldaten bewacht wird. Ungefähr 500 Meter oberhalb der Fälle durchquerte gerade eine Elefantenherde den Sambesi! Am Nachmittag folgte der Fußmarsch nach Sambia. Auf dieser Seite sind die Fälle noch tosender. Über eine bridge over troubled water gelangt man auf eine feuchte Insel, die von herunterstürzendem Wasser umgeben ist. Sowas vergißt man nicht so schnell.
Danach fuhr irgendein Bus nach Pretoria, in dem der Schlibt seinen Geburtstag feierte. Pretoria ist eine ruhige, beschauliche Regierungshauptstadt. Die Esselenstreat ist sehr belebt und beliebt (wir danach beleibt). Um den Church Square Park liegen ein paar nette, alte Häuser und in der Mitte steht eine riesige Statue von Kruger. Mit dem Betrachten eines soccergames überbrückten wir die Zeit zu "The return of the Jedi". Auf die Premiere dieses Filmes hatten wir in Freiburg schweren Herzens wegen des Südafrikatrips verzichten müssen.
Einem letzten Breakfast in Africa folgte der Kauf einiger Flaschen Wein für die Lieben daheim. Die Union Buildings, der Regierungssitz von Nelson Mandela, sind monumental - schließlich hauste (schloßte) hier früher das Apartheidregime. Nach dem Besuch einer Moschee, vertrieb ich mir gemütlich den Nachmittag in dem riesigen zoologischen Garten. Dann stiegen wir in den Airport-bus... Am 4.Mai um 6:oo Uhr waren wir in Rom (Candidate town of the olympics 2004...) und flogen dann nach Düsseldorf. Recht anstrengend waren dann die zehn Stunden Bummelzug (35-DM-ticket). Fast um Mitternacht kamen wir dann in Freiburg nach einem wieder einmal genialen Urlaub an. Bis zum nächsten Mal!!!
ULI
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