Kapstadt in Südafrika

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Das neue Südafrika

Die ersten allgemeinen und freien Wahlen im April 1994 – kilometerlange Warteschlangen hatten sich vor den Wahllokalen gebildet – waren für Südafrika der “Startschuss“ in ein neues Zeitalter: Mit dem Amtsantritt des neuen Staatspräsidenten Nelson Mandela, dessen Partei ANC 62,6 Prozent der Stimmen erhalten hatte, endeten 342 Jahre weißer Vorherrschaft in Südafrika. Die Nationalpartei hatte 20,4 Prozent und die Inkatha-Freiheitspartei 10,5 Prozent der Stimmen erhalten. Thabo Mbeki und Frederik W. de Klerk wurden Vizepräsidenten und Mangosuthu Gatsha Buthelezi (Inkatha Freedom Party) Innenminister. Der ANC erzielte in der Nationalversammlung 252 der 400 Sitze. 7 Millionen in den Homelands lebende Schwarze hatten vor den Wahlen ihre südafrikanische Staatsbürgerschaft zurückerhalten. Unter den 23 Millionen wahlberechtigten Südafrikanern waren 18 Millionen Schwarze, von denen 10 Millionen in Elendsquartieren leben.

Die neue Verfassung Südafrikas

Am 27. April 1994 trat die Übergangsverfassung in Kraft. In ihr wurde die Gleichberechtigung aller Rassen festgelegt. Weiterhin wurde Südafrika in neun Provinzen unterteilt; durch die Übertragung von Erziehungs-, Verkehrs-, Gesundheits- und Wohnungswesen auf Provinzebene sollten föderale Strukturen entstehen. Den „Homelands“ wurde ihre „Selbstständigkeit“ aberkannt, und sie wurden wieder in die Republik Südafrika integriert.

Der Präsident hat nach der Verfassung eine dominierende Stellung wie in Frankreich oder Amerika. Er wird von der Nationalversammlung gewählt. Er ernennt den Vizepräsidenten, die Minister und Botschafter, erklärt den Verteidigungszustand oder Krieg und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er wird vertreten von einem „exekutiven Vizepräsidenten“. Die Volksvertretung, deren Sitz vorerst Kapstadt bleibt, umfasst eine Nationalversammlung und einen Nationalen Provinzrat. Die 350 bis 400 Abgeordneten werden durch ein Verhältniswahlrecht gewählt. Ein Rat traditioneller Führer (Häuptlinge, Könige) soll die Regierung über Stammesgewohnheiten beraten. Im Mai 1994 wurde Südafrika in die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) und im Juni in das Commonwealth of Nations aufgenommen, und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) erklärte alle noch gegen Südafrika bestehenden Sanktionen für aufgehoben. In Johannesburg wurde im Februar 1995 von Mandela das Verfassungsgericht eröffnet, das im Juni die Todesstrafe für verfassungswidrig erklärte. Die letzte Hinrichtung fand 1989 statt.

Zur Aufarbeitung der Vergangenheit setzte Mandela im Juli 1995 eine „Wahrheits- und Versöhnungskommission“ (Truth and Reconciliation Commission, TRC) ein, die die Menschenrechtsverletzungen untersuchen sollte, die zwischen dem 1. März 1960 (Massaker an Demonstranten in Sharpeville) und dem 5. Dezember 1993 sowohl von der weißen Minderheitsregierung als auch von ihren Gegnern begangen wurden.




Kommentare 

 
+9 #2 May-Line 2011-05-23 16:14
Ich schreibe im Moment meine Facharbeit über Nelson Mandela. Ich fand Mandela schon immer eine eindrucksvolle Person, doch durch diese Arbeit wurden mir erst richtig die Augen geöffnet wie hart die Apartheid wirklich war! Wir denken uns vielleicht, dass es nicht möglich ist einem anderen Menschen so etwas schreckliches anzutun...doch dies geschiet noch heute an vielen Orten auf der Welt, vielleicht nicht in diesen Ausmassen aber denoch geschiet es! Die Welt ist friedlich, die Menschen aber nicht!! Dies ist traurig aber wahr!!
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-3 #1 Julietta Martire 2011-05-03 06:40
Die Demokratie ist in in der jetzigen zeit nun mal die vorherrschende Regierungsform. Doch in der tatsächlichen Durchführung kommen große Probleme auf, die prinzipiell heutzutage nicht auftreten dürften. Nun wird auch in mehreren Arabischen Staaten die Demokratie eingeführt, und die Probleme treten auch hier auf. Und wer kommt dafür auf? Natürlich der Steuerzahler. Zum Beispiel guckt man sich nur mal diese riesigen Wahlkampagnen an. An Stelle Wähler (die übrigens für den Bestand der Parteien verantwortlich sind) objektiv zu schildern welche Zielsetzungen sie haben, und welche Schritte sie dazu unternehmen, verschwenden sie Unmengen an Toner und Papier, oder fahren mit großen Wahlständen umher. Anstatt den Staat mit ebendiesen Finanziellen Mitteln zu stützen, sorgen sie dafür, dass Unternehmen, sogar teilweise Ausländische, viel Geld mit der Toleranz des Deutschen Bürgers zu verdienen. Lasst uns handeln! Ich drucke Plakate gegen solche Verschwendung.
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