Kapstadt in Südafrika

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Stationen zu den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika

In seiner als historisch bezeichneten ersten Regierungserklärung am 2. Februar 1990 hatte Präsident Frederik de Klerk angekündigt, dass er die Apartheid und die weiße Vorherrschaft beenden werde. Er hob damals das Verbot schwarzer Befreiungsbewegungen – darunter auch der Afrikanische Nationalkongress (ANC) – auf. Die nächsten Stationen der Reformpolitik:

11. Februar 1990: ANC-Führer Nelson Mandela wird aus lebenslanger Haft entlassen.

2.–4. Mai: Erste Verhandlungen zwischen Regierung und ANC.

7. Juni: Die Regierung hebt das landesweite Ausnahmerecht nach vier Jahren auf.

6. August: Der ANC ”suspendiert” den Guerilla-Kampf, den er seit 1960 gegen Südafrika führt. Die Regierung verspricht die Freilassung aller politischen Häftlinge und eine Amnestie für Exil-Aktivisten.

15. Oktober: Die Apartheid in öffentlichen Einrichtungen wie Parkanlagen und Schwimmbädern wird abgeschafft.

20. Mai 1991: Wegen andauernder Gewalt in den Schwarzensiedlungen bricht der ANC formell die Gespräche mit der Regierung in Pretoria ab.

27. Juni: De Klerk setzt mit der Zustimmung des Parlaments 46 Apartheidgesetze außer Kraft.

14. September: Die Regierung, der ANC und die mit dem ANC verfeindete Zulu-Bewegung Inkatha unterzeichnen ein Friedensabkommen zur Beendigung der Gewalt.

20. Dezember: Die Regierung und 18 Parteien beginnen Verhandlungen im ”Kongress für ein demokratisches Südafrika” (Codesa), der die Richtlinien für den Übergang zur Demokratie ausarbeiten soll.

19. Febr. 1992: Nach ihrem Sieg bei einer Nachwahl zum Parlament erklärt die oppositionelle Konservative Partei, de Klerk habe kein Mandat mehr, im Namen der Weißen zu verhandeln. Der Präsident kündigt daraufhin ein Referendum an.

17. März: De Klerk erhält 68,7 % Ja-Stimmen aus dem Referendum zur Fortführung seiner Reformen.

Juni: Die Gipfelgespräche werden abgebrochen. Unruhen in den ”Townships” (Boipatong bei Johannesburg). Streiks und Demonstrationen folgen.

26. September: Die Gipfelgespräche werden wieder aufgenommen. Der Präsident der Inkatha-Partei Buthelezi lehnt eine Teilnahme ab.

10. April 1993: Chris Hani, der Führer der Kommunisten und des radikalen Flügels des ANC, kommt bei einem Attentat eines rechtsradikalen Weißen ums Leben. Chris Hani war ein Idol der schwarzen Jugend, die er in den Friedensprozess eines neuen Südafrika einbinden wollte. Mandela und de Klerk appellieren gemeinsam an die Vernunft aller Südafrikaner, um ein großes Blutvergießen zu verhindern, was auch gelingt.

10. Dezember: Mandela und de Klerk erhalten in Oslo gemeinsam den Friedensnobelpreis

22. Dezember: Das Parlament verabschiedet die neue Verfassung, die erstmals allen Südafrikanern Wahlrecht gibt.

28. Februar 1994: Die Inkatha entscheidet sich „in letzter Minute“ zu einer Wahlteilnahme und beendet damit Sorgen vor einem Bürgerkrieg

26. bis 29. April: Die ersten freien Wahlen Südafrikas verlaufen friedlich und mit hoher Beteiligung

27. April: Südafrikas neue Verfassung tritt in Kraft. Die weiße Vorherrschaft endet nach 342 Jahren

6. Mai: Der ANC gewinnt mit 62,6 % die Wahlen

10. Mai: Mandela wird in Pretoria als Präsident vereidigt; Übergangsregierung der „Nationalen Einheit“ tritt in Kraft. Sie setzt sich zusammen aus 18 Mitgliedern des ANC, 6 Mitgliedern der NP und 3 Mitgliedern der IFP. Vizepräsidenten sind Thabo Mbeki/ANC sowie der bisherige Staatschef Frederik de Klerk.



Kommentare 

 
+9 #2 May-Line 2011-05-23 16:14
Ich schreibe im Moment meine Facharbeit über Nelson Mandela. Ich fand Mandela schon immer eine eindrucksvolle Person, doch durch diese Arbeit wurden mir erst richtig die Augen geöffnet wie hart die Apartheid wirklich war! Wir denken uns vielleicht, dass es nicht möglich ist einem anderen Menschen so etwas schreckliches anzutun...doch dies geschiet noch heute an vielen Orten auf der Welt, vielleicht nicht in diesen Ausmassen aber denoch geschiet es! Die Welt ist friedlich, die Menschen aber nicht!! Dies ist traurig aber wahr!!
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-3 #1 Julietta Martire 2011-05-03 06:40
Die Demokratie ist in in der jetzigen zeit nun mal die vorherrschende Regierungsform. Doch in der tatsächlichen Durchführung kommen große Probleme auf, die prinzipiell heutzutage nicht auftreten dürften. Nun wird auch in mehreren Arabischen Staaten die Demokratie eingeführt, und die Probleme treten auch hier auf. Und wer kommt dafür auf? Natürlich der Steuerzahler. Zum Beispiel guckt man sich nur mal diese riesigen Wahlkampagnen an. An Stelle Wähler (die übrigens für den Bestand der Parteien verantwortlich sind) objektiv zu schildern welche Zielsetzungen sie haben, und welche Schritte sie dazu unternehmen, verschwenden sie Unmengen an Toner und Papier, oder fahren mit großen Wahlständen umher. Anstatt den Staat mit ebendiesen Finanziellen Mitteln zu stützen, sorgen sie dafür, dass Unternehmen, sogar teilweise Ausländische, viel Geld mit der Toleranz des Deutschen Bürgers zu verdienen. Lasst uns handeln! Ich drucke Plakate gegen solche Verschwendung.
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