Kapstadt in Südafrika

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Südafrikas Geschichte im Kurzüberblick

Vor 1–3 Mio. Jahren
Funde des Australopithecus africanus (“Afrikanischer Südmenschenaffe”)

Vor 500.000 Jahren
Erste Funde von Steinwerkzeugen in Nord- und Osttransvaal

26000 v.Chr.
Älteste Felszeichnungen von Buschmännern

300 n.Chr.
Schwarze besiedeln das östliche Südafrika

1488
Bartolomeu Diaz segelt um das Kap der Guten Hoffnung

1497/99
Vasco da Gama umsegelt die Südspitze Afrikas auf dem Wege nach Indien

1605
Erste Schiffe der East India Company ankern am Kap

1652
Jan van Riebeeck landet in der Tafelbucht – Bau der ersten europäischen Siedlung

1666
Baubeginn des Kapstädter Kastells in Form eines fünfzackigen Sterns

1679
Simon van der Stel wird neuer Kommandant (ab 1691 Gouverneur) der Kapkolonie; das Kastell ist vollständig ausgebaut, Kapstadt ist ein Ort mit vier Straßen und 290 weißen Einwohnern

1679
Van der Stel gründet den nach ihm benannten Ort Stellenbosch sowie den Regierungsbezirk Swellendam.

1688
Khoikhoi siedeln sich am Kap an

1779/91
Erste Kriege zwischen Xhosa und den nach Nordosten vordringenden weißen Siedlern

1798
Der Ausbruch eines Feuers zerstört weite Teile Kapstadts

1814
Das Land am Kap wird britische Kronkolonie

1820
In Algoa Bay (Port Elizabeth) treffen 5.000 englische Siedler ein

1835
Beginn des Großen Buren-Treks nach Nordosten (Transvaal)

1838
Schlacht am Bloedriver, Sieg der Voortrekker über die Zulus

1844
Auch Natal wird britische Kronkolonie

1848
Annektion des Gebietes zwischen Vaal und Oranje durch die Briten

1852/1854
Anerkennung der Burenrepubliken Transvaal und Oranje-Freistaat durch die Briten

1860
Bau eines sturmfesten Hafens in Kapstadt; die ersten Inder kommen als Zuckerrohr-Arbeiter nach Natal

1867
Erste Diamantenfunde im Norden der Kapprovinz

1869
Die Eröffnung des Suez-Kanals wirkt sich negativ auf die Zahl der in Kapstadt anlegenden Schiffe aus

1877
Die Briten annektieren die burische Transvaalrepublik, verlieren jedoch 1880 das Gebiet im Krieg mit den Buren

1882
Kapstadt bekommt elektrisches Licht

1883/1900
Ohm Kruger regiert als Präsident die Burenrepublik Transvaal

1886
Die Goldvorkommen am Witwatersrand werden entdeckt

1899/1902
Burenkrieg, bei dem die Briten siegen

1901
Zwischen Großbritannien und Kapstadt wird eine Telegrafenverbindung eingerichtet

1910
Gründung der Südafrikanischen Union

1913
Das ”Eingeborenen-Gesetz” untersagt den Schwarzen, Land außerhalb der Reservate zu erwerben

1915
”Deutsch-Südwestafrika” (heute Namibia) wird von den Südafrikanern besetzt

1918
Verheerende Grippe-Welle in Kapstadt: Tausende von Menschen finden den Tod

1925
Afrikaans wird neben Englisch die zweite Amtssprache in Südafrika

1939
Südafrika erklärt dem Deutschen Reich den Krieg

1946
Kapstadt wird von der britischen Königsfamilie besucht

1948
Aus den Parlamentswahlen geht die Nationale Partei als Siegerin hervor und baut die Apartheid auf (”Politik der getrennten Entwicklung”)

1950
Verbot der kommunistischen Partei; Group Area Act (Gesetz über die Gebietseinteilung für die Bevölkerungsgruppen)

1960
Eskalation des nicht-weißen Widerstandes im Aufstand von Sharpeville. Die Regierung erklärt den Ausnahmezustand und verbietet die Befreiungsbewegungen ANC und PAC.

1961
(Weißer) Volksentscheid für die Unabhängigkeit von Großbritannien und Etablierung der ”Republik von Südafrika­”

1962
ANC-Führer Nelson Mandela wird verhaftet

1967
Erste Herztransplantation im Kapstädter Krankenhaus Groote-Schuur durch Prof. Barnard

1976
Blutige Unruhen wegen der Einführung eines nach Rassen streng getrennten Schulsystems

1976–81
Gründung von ”selbstständigen” Homelands mit Selbstverwaltung (international nicht anerkannt): Transkei (1976), Bophuthatswana (1977), Venda (1979) und Ciskei (1981)

1977
Ermordung des Studentenführers Steve Biko durch die Polizei

1983
Eine neue Verfassung gestattet den Indern und Farbigen ein stark eingeschränktes Mitspracherecht, wobei Schwarze aber weiter voll ausgeschlossen bleiben

1984
Bischof Desmond Tutu erhält Friedensnobelpreis

1985
Arbeitsboykott der Schwarzen im November (24 Tote, Jahr der ”Halskrausenmorde”); davon sind Schwarze betroffen, die als ”weißenfreundliche” Verräter gelten

1986
Eskalation der Gewalt – Präsident Pieter Willem Botha verhängt den Ausnahmezustand. Einige Apartheidgesetze werden aufgehoben (Passgesetze, Zuzugskontrollen, Rassentrennung in Restaurants und Hotels). Die USA, in der Folge die meisten anderen westlichen Staaten, beginnen mit umfangreichen Wirtschaftsboykotts.

1988
1 Milliarde Fernsehzuschauer beim Londoner Pop-Konzert zum 70. Geburtstag Mandelas

1989
Frederik de Klerk tritt als Staatspräsident Bothas Nachfolge an und deklariert als Ziel seiner Politik das Ende der Apartheid

1990
Nelson Mandela wird aus der Haft entlassen, Oliver Tambo (ANC) kehrt aus dem Exil zurück. De Klerk kündigt Verhandlungen über eine neue Verfassung an. Zahlreiche Reisen de Klerks und Mandelas nach Europa, Amerika und Afrika

1991
Die EG-Staaten sowie die USA heben nahezu alle Wirtschaftssanktionen gegen Südafrika auf. Innerhalb der ”CODESA” (= Konferenz für ein demokratisches Südafrika) finden Verhandlungen über die neue Verfassung statt. Kämpfe zwischen Zulu (Inkatha-Bewegung unter Buthelezi) und Xhosa (ANC) nehmen zu.

1992
Im Referendum sprechen sich 2/3 der weißen Bevölkerung für den Reformkurs de Klerks aus. Im Juni kommt es zum Massaker von Boipatong, wo Inkatha-Anhänger im Zusammenspiel mit der Polizei ANC-Mitglieder töten. Daraufhin stellt der ANC die CODESA-Verhandlungen ein, nimmt sie aber Ende 1992 wieder auf.

1993
Frederik de Klerk und Nelson Mandela bekommen für ihr Bemühen um ein ”neues”, demokratisches Südafrika gemeinsam den Friedensnobelpreis zugesprochen.

1994
Der ANC geht bei den ersten freien Wahlen als eindeutiger Sieger hervor

1995
Mandela verkündet am 17.02. ein Programm zur Eindämmung von Gewalttaten und Korruption.

1996
Am 1. Juli beendet die nationale Partei unter der Führung von Frederik W. de Klerk ihre Mitarbeit in der Regierung der nationalen Einheit.

1997
In seiner Regierungserklärung gibt Mandela dem Wohnungsbau, der Ausbildung und der Bekämpfung der Kriminalität höchste Priorität; „endgültige“ Verfassung tritt in Kraft

1998
Mandela gibt seinen Parteivorsitz an seinen Stellvertreter Thabo Mbeki ab. Im Oktober beendet die Wahrheits­kom­mis­sion ihre Arbeit und legt den Abschlussbericht vor.

1999
Bei den zweiten demokratischen Wahlen im Juni erhält der ANC fast die Zweidrittel-Mehrheit. Thabo Mbeki wird Ministerpräsident.

2002–2003
Südafrika hält sich bedeckt und wird dafür kritisiert, sich nicht stark genug gegen die diktatorischen Machenschaften des Präsidenten von Zimbabwe, Robert Mugabe, und für Demokratie einzusetzen.

2002/03
Der ANC gewinnt immer mehr Einfluss auch in den bisher nicht von ihm geführten Provincen KwaZulu-Natal und Western Cape. Angst geht um, dass sich auch in Südafrika immer mehr eine Ein-Parteien-Politik durchsetzt.

2003
Im Mai 2003 stirbt Walter Sisulu.



Kommentare 

 
+9 #2 May-Line 2011-05-23 16:14
Ich schreibe im Moment meine Facharbeit über Nelson Mandela. Ich fand Mandela schon immer eine eindrucksvolle Person, doch durch diese Arbeit wurden mir erst richtig die Augen geöffnet wie hart die Apartheid wirklich war! Wir denken uns vielleicht, dass es nicht möglich ist einem anderen Menschen so etwas schreckliches anzutun...doch dies geschiet noch heute an vielen Orten auf der Welt, vielleicht nicht in diesen Ausmassen aber denoch geschiet es! Die Welt ist friedlich, die Menschen aber nicht!! Dies ist traurig aber wahr!!
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-3 #1 Julietta Martire 2011-05-03 06:40
Die Demokratie ist in in der jetzigen zeit nun mal die vorherrschende Regierungsform. Doch in der tatsächlichen Durchführung kommen große Probleme auf, die prinzipiell heutzutage nicht auftreten dürften. Nun wird auch in mehreren Arabischen Staaten die Demokratie eingeführt, und die Probleme treten auch hier auf. Und wer kommt dafür auf? Natürlich der Steuerzahler. Zum Beispiel guckt man sich nur mal diese riesigen Wahlkampagnen an. An Stelle Wähler (die übrigens für den Bestand der Parteien verantwortlich sind) objektiv zu schildern welche Zielsetzungen sie haben, und welche Schritte sie dazu unternehmen, verschwenden sie Unmengen an Toner und Papier, oder fahren mit großen Wahlständen umher. Anstatt den Staat mit ebendiesen Finanziellen Mitteln zu stützen, sorgen sie dafür, dass Unternehmen, sogar teilweise Ausländische, viel Geld mit der Toleranz des Deutschen Bürgers zu verdienen. Lasst uns handeln! Ich drucke Plakate gegen solche Verschwendung.
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