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Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen für Südafrika
Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg lag 1939 die Entscheidung für oder gegen Kriegseintritt bei Südafrika selbst. Dadurch wurden alte Gegensätze zwischen Briten und Buren wieder deutlich. Während die Briten und einige gemäßigte Buren dem Mutterland beistehen wollten, lehnte die Mehrheit der Buren einen Eingriff ins Kriegsgeschehen ab. Die Befürworter des Kriegseintritts siegten am 4. September bei einer Parlamentsabstimmung mit 80 zu 67 Stimmen. Die nationalistischen Buren fühlten sich geprellt, Hertzog und 38 Abgeordnete verließen die Regierung und vereinigten sich mit der GNP Malans zur wieder hergestellten Nationalen Partei = Herenigde Nasionale Party (HNP). Doch Hertzog gingen die Ansichten Malans, der die englischsprachigen Südafrikaner ganz aus dem politischen Leben verdrängen wollte, zu weit und zog sich 1940 verbittert aus der Politik zurück. Sein früherer Finanzminister und langjähriger Weggefährte N. C. Havenga gründete die Afrikaaner Partei. Die Kriegserfolge der Alliierten schienen den Kurs von Premierminister Smuts, der 1941 zum Feldmarschall der britischen Armee ernannt wurde, zu bestätigen. So bescherten die Wahlen von 1943 der Vereinigten Partei noch einmal eine überwältigende Mehrheit. Doch das Blatt wendete sich bald. Die Regierung Smuts hatte anfänglich die Rassengesetze geringfügig entschärft, stand jedoch mit der Zeit dem wachsenden Selbstbewusstsein der urbanisierten Schwarzen konzeptlos gegenüber. Die zunehmende Politisierung der Schwarzen und einhergehende wilde Streiks schwarzer Arbeiter riefen Existenzängste eines großen Teils der Weißen hervor. Darüber hinaus entstand außenpolitischer Druck, da nach 1945 – als Folge der Ereignisse im nationalsozialistischen Deutschland – jegliche Form der Rassendiskriminierung bei der internationalen Staatengemeinschaft auf wesentlich größere Ablehnung stieß als bisher. Die Regierung Smuts hatte zur Lösung der Rassenfrage kein konkretes Programm anzubieten. Abgesehen davon betrachteten viele national gesinnte Afrikaaner den Premierminister selbst, dem britische Interessen offenbar wichtiger erschienen als die Probleme seines eigenen Landes, inzwischen als untragbar: Die meisten der Nachwahlen nach 1945 verlor die Vereinigte Partei. Die parlamentarische Opposition der Nationalisten hingegen baute ihr Programm auf der totalen gesellschaftlichen Trennung von Schwarz und Weiß, der Apartheid, auf und bot damit manchem durch die Politik der Kriegs- und der ersten Nachkriegsjahre verunsicherten Afrikaanern eine glaubhafte Alternative mit einer hoffnungsvollen Zukunftsperspektive. Bei den Parlamentswahlen 1948 erzielten Malans Nationale Partei und Havengas Afrikaaner Partei, die zuvor ein Wahlabkommen geschlossen hatten und sich 1951 zur Nationalen Partei vereinigten, die Mehrheit. Dies bedeutete für Südafrika einen völligen Umbruch: Innenpolitisch verhärteten sich die Fronten zusehends, außenpolitisch wurde das Land mehr und mehr ins Abseits gedrängt und geriet in die Isolation.
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