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Rechtssystem in Südafrika

In den Siebzigern, während der Jahre des Widerstands in den Townships, verloren die „weißen“ Gerichte ihre Legitimität in den Augen der schwarzen Südafrikaner, da sich viele Richter an Apartheidgesetzen orientierten. Daraufhin sprachen junge Schwarze in der Mitte der Achtziger das Recht durch Straßenkomitees und „Volksgerichte“ selbst. Schwarze, die als „weißenfreundliche“ Verräter galten, wurden mit dem Verbrennungstod durch einen um den Hals gehängten brennenden Autoreifen, dem necklacing (Halskrausenmorde; 24 Tote 1985) bestraft. Es hatte sich eine Kultur der Rechtlosigkeit entwickelt, deren Auswirkungen noch heute zu sehen sind.

Das südafrikanische Recht basiert hauptsächlich auf römisch-holländischem Recht mit britischen Einflüssen. Das „Stammesrecht“, basierend auf Tradtitionen und mündlicher Überlieferung, gilt in ländlichen Gebieten etwa als Familienrecht neben den (offiziellen) Gesetzen. Der oberste Gerichtshof, mit Sitz in Bloemfontein, besteht immer noch zu einem überwiegenden Teil aus Weißen. Zum obersten Richter wurde 1996 der indische Südafrikaner Ismail Mahomed ernannt.

Das Justizsystem wurde seit 1995 stark umgebildet, und das mit der Verfassung von 1994 eingerichtete, dem deutschen Bundesgerichtshof nachempfundene Verfassungsgericht hat u.a. mit seinen Gutachten – einige Artikel der am 8. Mai 1996 verabschiedeten Verfassung verstießen gegen unabänderliche Verfassungsgrundsätze – Respekt erhalten. Während es bis 1994 britischem Rechtsdenken der „Souveränität des Parlaments“ entsprach, kann es Gesetze am neuen Grundrechtskatalog messen und für nichtig erklären.