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Bischof Desmond Tutu

Bischof Desmond Tutu

Desmond Mpilo Tutu (* 7. Oktober 1931 in Klerksdorp, Südafrika) ist anglikanischer Erzbischof und Friedensnobelpreisträger.

Im Alter von zwölf Jahren zog Desmond Tutu mit seiner Familie nach Johannesburg. Eigentlich wollte er immer Arzt werden, aber diese Ausbildung konnte sich seine Familie nicht leisten und deshalb wurde er Lehrer. (Studium 1951-1953, Arbeit als Lehrer 1954-1958).

1955 heiratete er Leah Nomalizo Tutu. Das Paar hat vier Kinder: Trevor Thamsanqa, Theresa Thandeka, Naomi Nontombi und Mpho Andrea.
Da die südafrikanische Regierung per Gesetz verordnete, dass schwarze Kinder eine schlechtere Ausbildung erhalten sollten als weiße, gab Desmond Tutu den Lehrerberuf auf und wurde 1961 anglikanischer Priester. 1962 bis 1966 lebte Tutu mit seiner Familie in London, wo er einen Masterabschluss der Theologie erwarb. Zwischen 1967 und 1972 lehrte er Theologie in Südafrika, drei weitere Jahre verbrachte er als assistierender Direktor an einem theologischen Institut in London. 1975 kehrte er nach Johannesburg zurück, wo er, als erster schwarzer Afrikaner, Dekan der anglikanischen St. Mary´s-Kathedrale wurde.
1976 wurde Desmond Tutu Bischof von Lesotho, 1978 Generalsekretär des South African Council of Churches. 1984 wurde Desmond Tutu für sein Engagement gegen die Apartheid der Friedensnobelpreis verliehen. 1985 wurde er Bischof von Johannesburg und 1986 Erzbischof des Erzbistums Kapstadt. 1996 wurde Njongonkulu Ndungane Tutus Nachfolger als Erzbischof von Kapstadt und Primas der Church of the Province of Southern Africa.

Tutus Rolle in der Anti-Apartheid-Bewegung

Sein Entschluss, den Lehrerberuf wegen politischer Vorgaben aufzugeben, ließ Tutu zunehmend selber politisch aktiv werden. Seit Anfang der 1970er Jahre nutzte er seine Vorträge, um auf die Situation der schwarzen Bevölkerung aufmerksam zu machen. Als er 1975 Dekan wurde, schrieb er an Premier Voster einen Brief, in dem er die Situation in Südafrika beschrieb als ein „Pulverfass, das jederzeit explodieren kann“. Dieser Brief blieb unbeantwortet, die Situation verschlimmerte sich. Schon 1976, beim Schüler- und Studentenaufstand in Soweto, begann, wovor Tutu gewarnt hatte: der Kampf wurde gewalttätiger. Fortan setzte er sich für einen Wirtschaftsboykott seines Landes ein.

Mit seiner Wahl zum Generalsekretär des Südafrikanischen Kirchenrats konnte Tutu denn auch mit Zustimmung fast aller Kirchen seine Arbeit gegen die Apartheid fortführen. Es gelang ihm, das Interesse der Weltbevölkerung durch seine Publikationen und Auslandsreisen mehr und mehr auf die innenpolitische Lage in Südafrika zu lenken. Auch die Vergabe des Friedensnobelpreises war in dieser Hinsicht sehr nützlich. Zugleich aber konnte sich nun auch der Staatsapparat nicht mehr der Persönlichkeit Tutus entziehen. Die Ausstrahlung, die von dem Mann ausging, vor allem sein unerschütterlicher Glaube eines gewaltlosen Wandels, zog nun mehr und mehr weiße Südafrikaner in seinen Bann. Tutu predigte ständig von einer Aussöhnung zwischen den beiden Bevölkerungsschichten. Er argumentierte, dass wenn der schwarze Mann nicht frei sei, könne es der Weiße erst recht nicht sein, da dieser in ständiger Angst vor dem schwarzen Mann lebe. Diesen Kreis zu durchbrechen könne aber nur gelingen, wenn den Schwarzen ein gleichwertiges Leben gegeben werde.

Mehr und mehr wurde Tutu zu einer Symbolfigur der Schwarzen und sowohl als Gesprächs- wie auch Verhandlungspartner von Seiten der Regierung akzeptiert. Sein Ziel hat Desmond Tutu erreicht. Seit 1995 ist er Vorsitzender der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika. Er ist Mitglied der Ehrenschutzkomitee des Internationale Koordination für die Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit für die Kinder der Welt (2001-2010).

Auszeichnungen

  • Ehrenmitglied der International Academy of Science
  • Pacem in Terris Award
  • Planetary Consciousness Prize 1998
  • Sydney Peace Prize 1999

Desmond Tutu

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Desmond Tutu aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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