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Kapstadts Fynbos und andere Vegetation
Die Vegetation am Kap besteht hauptsächlich aus immergrünen Hartlaubgebüschen und ist der Maccie des Mittelmeerraumes sehr ähnlich. In Südafrika werden diese Pflanzengesellschaften des Kaps Fynbos (manchmal auch Kap-Maccie) genannt. Fynbos ist eine Ableitung des Afrikaans vom holländischen fijn bosch und bedeutet feiner Busch. Das Fynbosgebiet bedeckt eine Fläche von ca. 70.000 qkm zwischen dem 18. und dem 27. östlichen Längengrad (bei Port Alfred). Allein 6 Pflanzenfamilien sind in diesem Florenreich endemisch, d.h. sie kommen ausschließlich hier vor: Achariaceae, Bruniaceae, Geissolomataceae, Grubbiaceae, Penaeaceae, Roridulaceae und zu 90 % die Arten der Familie Restionaceae.  Landestypische Vegetation in Südafrika An vielen Stellen erinnert die Vegetation der Kapprovinz an die der mitteleuropäischen Heidelandschaft. Und tatsächlich herrschen Arten der Gattung Erica vor, die weite Teile der Ebenen und Hänge bedecken (mehr als 600 Arten). Höher als die meist niedrigen Heidesträucher werden die Protea-Gehölze (1-4 m), mehrstämmige, buschartige Gewächse, die häufig prachtvolle, große Blüten besitzen. Weit über die Hälfte der weltweit 130 Arten der Gattung Protea kommen im Kapland vor. Der Name Proteen bezieht sich auf Proteus, einen verwandlungsfähigen Meerdämon der griechischen Mythologie. Karl von Linné (1707-1778) selbst hat ihn vergeben. Die Proteen besitzen große, harte Blätter, ihre Zellsaftkonzentration ist durch das Jahr ausgeglichen, da in den tieferen Schichten des Bodens meist noch Wasser vorhanden ist. Die Königsprotea (King Sugarbush - Protea cynaroides) mit ihrer großen (-30 cm), meist rosafarbenen Blüte ist Südafrikas Nationalblume. Ebenso schön aber viel seltener ist die nur in den Cedarbergen vorkommende Snow Protea (Protea cryophila). Sie wächst auf den höchsten Gipfeln und blüht nur in den heißen Monaten von Januar bis März. Eine Vielzahl von Blütenpflanzen, die wir als Gartenpflanzen kennen, findet sich in der Fynbos-Vegetation, z.B. die Geranie. Die meisten von ihnen sind Geophyten, das heißt, sie besitzen ein unterirdisches Speicherorgan (Knolle, Zwiebel), mit dem sie ungünstige Jahreszeiten überbrücken können. Häufig zeigen sie prächtig gefärbte oder eigenartig geformte Blüten und verwandeln Teile des Kaplandes zur Blütezeit in einen farbigen Teppich. Dabei kommen auch Orchideenliebhaber auf ihre Kosten.
Fast alle Arten sind allerdings geschützt und dürfen keinesfalls einfach ausgegraben werden. Am besten die Pflanzen bei Blumenhändlern (mit Lizenz!) oder im Geschäft der Botanical Gardens in Kirstenbosch einkaufen.
Buschbrände und die Fynbos-Flora
Buschbrände schaden der Fynbos-Flora nur kurzfristig, sie regeneriert sich schnell, und viele Arten werden erst durch die häufigen Feuer im Wachstum stimuliert. Das Feuer gehört damit zum natürlichen Ökosystem, nicht aber vorsätzliches Abbrennen durch den Menschen, in Südafrika veld burning genannt. Noch schädlicher ist die Überweidung mit Schafen und Rindern, da nach mehreren Jahren nur ungenießbare oder giftige Pflanzen überleben. Irgendwann ist eine solche Fläche dann auch als Weide wertlos. Auch die städtische Expansion Kapstadts hat Naturflächen zerstört, so ist eine Reihe neuer Wohnviertel in den dünenartigen Cape Flats entstanden. Das Township Mitchell's Plain im Südosten Kapstadts ist ein Beispiel für den Siedlungsbau auf Sanddünen. Mitchell‘s Plain wurde zu Beginn der 70er Jahre für die farbige Bevölkerung errichtet. Dritte Ursache für das Zurückdrängen der einheimischen Flora ist die Einwanderung von Pflanzen aus anderen Kontinenten (vorwiegend aus Australien). Häufig verdrängen diese Neophyten die empfindlicheren südafrikanischen Arten.
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