Südafrikas Einwanderungs- und Immigrationspolitik

Der Finanzminister prophezeit, dass für die kommenden drei Jahre ein Wirschaftswachstum von 4 bis 4,5% zu erwarten ist. Ihm zufolge werden Wachstumraten die bei 4% oder darüber liegen, eine Krise offenlegen, welche auf den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zurückzuführen ist.

Der Präsident sprach offen über den Mangel an Kapazitäten im öffentlichen Dienst und die dadurch entstehenden Lieferengpässe. Der ‘Global Entrepreneurship Monitor’ stuft Südafrika deutlich unterhalb einiger konkurrierender Entwicklungsländer ein, da keine risikofreudigen Unternehmer ermutigt werden, nach Südafrika zu kommen.

Das Finanzministerium legt seinen Schwerpunkt nun auf die Forderung für weniger Zulassungsbeschränkungen beim Import von gut ausgebildeter Manpower. Auch wenn eine drastische Verbesserung des Bildungssystems die wirksamste Maßnahme zur Bekämpfung der Krise um Ausbildungsstand im eigenen Land zu sein scheint, ist eine kurzfristige Lösung dringend erforderlich. Es wird noch Jahre, sogar Jahrzehnte dauern, bis heutige Ausbildungsprogramme Früchte tragen werden. Zudem sind diese Programme mit dem Mangel von Wissen hiesiger Lehrer, Ausbilder und Mentoren belastet.

Eine unverzügliche Lösung, die marktgesteuerte Immigrationspolitik, steht dem Land weit offen. Es müssen Wissen und Fähigkeiten importiert werden, um das Land ökonomisch zu stärken. Es besteht hier ein Missverständnis bezüglich der Behauptung, dass Einwanderer mit Wissen und Fähigkeiten den Südafrikanern die Jobs wegnehmen würden.
Die Wahrheit ist, dass durch einen qualifizierten immigrierten Mathematik- oder Buchhaltungslehrer viel Personal eingestellt werden kann und folglich viele Jobs geschaffen werden können. Es werden dadurch jedoch nicht die Arbeitsplätze südafrikanischer Lehrer oder Ausbilder gefährdet.

Viel bemerkenswerter ist, dass jede qualifizierte und gut ausgebildete Führungskraft direkt oder indirekt weitere Arbeitsplätze generiert. Und durch viele Einwanderer werden wiederum neue Arbeitsplätze für Südafrikaner durch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen, Warenkauf und die Zahlung von Steuern geschaffen. Die Reaktion des Centre for Development and Enterprise (CDE) auf den Entwurf der neuen Immigrationsregularien der Regierung ist mehrheitlich positiv – viele Änderungen vereinfachen die Einreise nach Südafrika deutlich.

Trotzdem werden zwei bedenkliche allumfassende Faktoren genannt.
Viele der Schlüsselanforderungen für Einwanderer können zu Zeit- und Kostenproblemen bei der Bewilligung von Anträgen führen, hervorgerufen durch Kapazitäts- und Effizienzprobleme der Behörden. Die zweite Besorgnis richtet sich gegen das allgemeine Verständnis der Regularien und gegen die richtige Interpretierung und folglich Implementiertung. Es stellt sich die Frage, wie die Regierung der Migrationspolitik im Allgemeinen gegenübersteht.

Wie sollen sich Beamte bezüglich der unvermeidlichen Entscheidungsrichtlinien, die jedes Immigrationssystem mit sich bringt, verhalten? Aufgrund der eindeutigen Haltung des CDE zur Migration, sind die Chancen groß, dass das neue Gesetz und daran gekoppelte Regularien nur eingeschränkt in Kraft treten werden. In diesem Prozess werden kleine Interessengruppen innerhalb des Landes geschützt und Fortschritte (und die der Region) stark zurückgehalten. Des weiteren wird sich an ganz speziellen Anforderungen des neuen Gesetzes gestört, welche im Folgenden erläutert werden.