Southern Right Whales in Südafrika

southern-right-whaleSchwanzflosse eines "Southern Right Whales"Der Name stammt aus der Zeit, als die Wale noch gejagt wurden. Sie waren die „richtigen", geradezu idealen Wale zum Jagen, da sie viel von dem begehrten Tran und den Barten enthielten. Außerdem gehen diese Tiere nach dem Erlegen nicht unter, sondern schwimmen an der Wasseroberfläche. Das machte es den Walfängern sehr einfach.

Im Sommer und Herbst, also in der Zeit von Dezember bis Mai halten sich die Wale in den kalten Polargewässern auf. Dort ernähren sie sich von Krill, etwa 1,5 mm großen Krustentieren. Im Durchschnitt benötigen sie davon 600 bis 1600 kg pro Tag. Um diese riesige Menge an so kleinen Tieren aufnehmen zu können, haben sie eine besondere Technik entwickelt: sie nehmen eine große Menge Wasser ins Maul und drücken mit der Zunge das Wasser durch die Barten wieder nach außen. Die kleinen Krebstiere bleiben an den Barten wie in einem Sieb hängen und können dann heruntergeschluckt werden.

Die Zunge ist übrigens eine bevorzugte Delikatesse für die Ocras, auch Killerwale genannt. Sie sind neben den Menschen die einzigen natürlichen Feinde der Southern Right Whales. Sie durchstoßen die weiche und dünne Haut unterhalb des Kiefers und reißen oft nur die Zunge heraus, ohne den Wal gänzlich zu töten und zu fressen. Dadurch werden häufig Haie angelockt und denen fallen sie dann endgültig zum Opfer.

Etwa 4 Monate lang fressen sich die Wale in den Gewässern 2000 km südlich von Afrika voll und haben genügend Speck angesetzt, um über das Jahr zu kommen. Hier an der Küste zehren sie dann von den angefressenen Depots. Um Energie zu sparen, sind sie in dieser Zeit auch relativ träge und bewegen sich nur langsam. Die Southern Right Whales können bis zu 18 Meter lang werden und ein Gewicht von bis zu 60 Tonnen erreichen. Die Weibchen kalben alle 3 Jahre einmal. Die meisten Jungen werden im August geboren. Im Durchschnitt sind sie bei der Geburt 6 Meter lang und wachsen pro Tag um 3 cm. Sie werden 6 - 12 Monate lang gesäugt und bekommen etwa 600 Liter Milch pro Tag.

Bei der Paarung paart sich ein Weibchen mit bis zu 7 Männchen. Die Tiere sind von der Natur nicht mit „Waffen" ausgestattet worden, um um ein Weibchen zu kämpfen und um Konkurrenten in die Flucht zu schlagen. Daher hat sich im Laufe der Evolution eine sogenannte „Sperma-Konkurrenz" entwickelt. Das Männchen, welches die größte Samenmenge produziert, hat die größte Chance, sich fortzupflanzen. So ist es zu erklären, daß ein Männchen bis zu 500 kg Samen produziert.

Ein charakteristisches Merkmal der Southern Right Whales sind die hellgefärbten Auswüchse am Kopf, die „Callosities". Sie sind bei jedem Wal anders und dienen als Unterscheidungsmerkmal. Hervorgerufen werden sie durch Tausende von sogenannten „Wal-Läusen". Das sind natürlich keine Läuse, sondern kleine Krustentiere (Cyamids). Sie bleiben ihr ganzes Leben lang auf dem Wal und ernähren sich von der abgestorbenen äußeren Hautschicht. Neben den Cyamids sind auch kleine muschelähnliche Tiere für die Bildung der Callosities verantwortlich. Diese Lebewesen (Tubicinella major) leben ausschließlich auf Right Whales und sind etwa 3 - 4 cm tief in der Haut verankert.

The Southern Right Whale