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Literatur und Schriftsteller aus Kapstadt

Aus der Western Cape Province stammende Schriftsteller, die auch in Übersee ein Begriff sind, sind dünn gesät. Kein Wunder, hört doch meistens auch die Aufzählung südafrikanischer Literaten insgesamt schon bei der in Johannesburg lebenden Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer auf.

J. M. Coetzee

Bei näherem Hinsehen gibt es sie dennoch, die Literaten aus der Western Cape Province mit internationaler Anerkennung, wie den in Kapstadt geborenen und in Worcester aufgewachsenen zweifachen Brooker-Preisträger J. M. Coetzee. Besonders für Reisende ins Kapland lesen sich die Kindheitserinnerungen Coetzees, 1998 unter dem Titel Der Junge. Eine afrikanische Kindheit“ erschienen, wie in einem Atemzug. Romanhaft schildert der Autor die Geschichte eines Jungen, der in Worcester, einem öden Provinznest ca. 160 Kilometer nördlich von Kapstadt, aufwächst. Unsentimental werden zum einen die multikulturelle Situation der 40er und 50er Jahre des 20. Jahrhunderts in Südafrika, das belastende Nebeneinander von Afrikaanern, Engländern und Schwarzen und zum anderen die individuellen Eigenarten des Jungen beschrieben. Ein Buch, das nicht nur literarisch ein Genuss ist, sondern Reisenden des Gebietes zwischen Port Elizabeth und Kapstadt ein Stück Geschichte lebendig werden lässt.

Während der Apartheid

Literatur schwarzer Autoren äußerte sich während der Apartheid vor allem in Form von Lyrik. Im Gegensatz zum Roman, der eine lange Entstehungsphase und komplexe Handlungsstrukturen fordert, stellt das Gedicht eine schnelle Möglichkeit dar, Gefühlen wie Wut und Ohnmacht ein Forum zu geben. Der schwarze Poet Lesego Rampolokeng entlehnt darüber hinaus den Rhythmus seiner Lyrik dem Klang jamaikanischer Klänge und sucht damit nach der Wende nicht nur nach neuen Inhalten, sondern auch nach neuen Gewändern für seine Verse. Njabulo Ndebele wählte Kurzgeschichten als sein Ausdrucksmittel, um bildhaft das Leben unter der Apartheidgesetzgebung zu schilden. Mit „Fools and other Stories“ erlangte der Literaturprofessor und Vorsitzende des Congress of South African Writers (Cosaw) literarische Anerkennung. Das 1997 in deutscher Übersetzung erschienene Buch „In Kapstadt kannst du nicht verloren gehen“ der schwarzen Autorin Zoë Wicomb versucht in zehn Erzählungen den Spagat zwischen Politik und Literatur. Die 300 Kilometer nördlich von Kapstadt in der Western Cape Province geborene Autorin war 1970 für zwölf Jahre nach England gegangen und kehrte 1991 das erste Mal wieder in ihr Heimatland zurück.

Während des Reformprozesses

Der bekannteste Afrikaans-sprachige Prosa-Autor ist der Literaturprofessor André Brink, der seit 1991 an der Universität Kapstadt lehrt. Brink wurde in ein burisches Elternhaus geboren. 1960 wird sein Gewissen wach gerüttelt, als die südafrikanische Polizei 1960 in Sharpeville ein Massaker unter schwarzen Demonstranten anrichtet. Der junge Schriftsteller ging ins Pariser Exil. Als Brink 1987 an einer Reise prominenter weißer Südafrikaner in den Senegal teilnahm, die dort erstmals Kontakt mit dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC) hatten, löste er unter den konservativen Buren Empörung aus – vom Autor wurde sie als eigentlicher Beginn des Reformprozesses gewertet. Brink lehrte in dem kleinen Universitätsstädtchen Grahamstown Afrikaans, bevor er 1991 den Kapstädter Lehrstuhl für englische Literatur erhielt. Brink wurde mehrfach für den Literaturnobelpreis nominiert und zählt neben Breyten Breytenbach und J. M. Coetzee zu den bedeutendsten Afrikaans-sprachigen Schriftstellern Südafrikas. Sechs seiner Romane wurden bereits in Deutsche übersetzt. Sein 1995 erschienenes Buch „Im Gegenteil“ handelt von einem aus der Reihe tanzenden Buren, der sich – im geschundenen Schoß der Sklavin Rosette – in den schwarzen Kontinent verliebt.

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