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Philippolis im Free State, ein kleines Dorf mit Größe

Geographisch liegt Philippolis im Zentrum des südlichen Afrikas, in der Free State Provinz. Legt man eine Sternform über die Landkarte Südafrikas; so stellt man fest, dass Philippolis – klein aber fein - im Mittelpunkt des Sterns liegt. Historisch zeigt Philippolis seine Grösse. In 1823 wurde – nachdem die Toverberg Mission geschlossen wurde – Philippolis gegründet. Dr John Philip, Superintendent von Südafrika; suchte, um in dieser Region eine Missionsstadt zu haben. Philippolis liegt knappe 60 Kilometer nördlich des Gariep Dammes und ist die älteste Stadt des Free States.

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Namensgeber für Philippolis war Dr John Philip. „Philip“ zuzüglich dem griechischen Wort „Polis“, was ‚Stadt‘ bedeutet. Philippolis ist eng verbunden mit Emily Hobhouse (9 April 1860 – 8 June 1926). Als Tochter aus einer englischen Pfarrersfamilie kam Emily am 27. Dezember 1900 in Kapstadt an. Wohl die Neugier über all die Nachrichten über das Leid und Spektakel des Buren-Krieges in Südafrika hatte ihr Interesse gewegt; am meisten wohl auch die Berichte über das Leid der Frauen und Kinder des Konzentrationslagers in Port Elizabeth. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie nicht, dass anderer Orts weitere Konzentrationslager bestanden.

philippolis-torAm 22. Januar 1901 erhielt Emily Hobhouse die Zustimmung um ihre Reise nach Bloemfontein fortzufahren. Hier war Emily nun in Mitten des zweiten Burenkrieges angekommen. Die Landessprache Afrikaans war ihr natürlich fremd.  Elend zu sehen benötigt keine Sprache. Über 2000 Gefangene, davon 900 Kinder waren für das besuchte Konzentrationslager registriert.  

Der Krieg zwischen den Buren und Engländern war an seinen Höhepunkt angelangt. Wasserknappheit, Hungersnöte und die damit verbundenen Krankheiten wurden ausgestanden. Die Englischen Truppen verhafteten viele Farmer – Free State ist heutzutage noch Farmland von Südafrika – und brannten deren Häuser und Land nieder. Es wurde sichergestellt, dass die Resttruppen der Afrikaner keine Unterstützung sowie Nahrung bekamen. Emily Hobhouse forderte und strengte mit aller Macht den Kampf für Menschenrecht an, welches deutlich in ihrem Einsatz für die leidende Bevölkerung erkennbar wurde. Offizielle Berichte geben nicht unbedingt den Einblick, dass Emily in 1903 in Philippolis eine Spinnerei und Weberei eingerichtet hatte. Ihr Anliegen war, dass die Frauen sich eine Tätigkeit aneigneten, um etwas Geld zu erwirtschaften. Ein Anliegen des Überlebens.

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Ein Schild „Antie Emily“ beim heutigen örtlichen Supermarkt ist noch ein kleines Anzeichen für den Speiseraum, den Emily ebenfalls in Philippolis errichtet hatte.
Gleich gegenüber FoodZone haben Mitbürger von Philippolis ein Gedenkgarten für Emily errichtet. Emily war eine wahre Kämpferin in der Not und verdient Anerkennung und Respekt. Philippolis war ebenso Heimat für Adam Kok, Vater des Griqua-Volkes. Kok war auserwählt um die Mission zu beschützen. Die Kok’s hinterließen kein gutes Licht auf ihrem Namen. Sie töten all die Bushmänner in der Umgebung der Missionsstadt. Als die damalige Regierung der Orange Free State beschloss das Land an Grossbritannien für 400 Pfund zu verkaufen, entschied die Kok-Familie die Gegend zu verlassen. Sie zogen erst nach Bethulie; mit dem gleichen Ergebnis von hinterlassenem Desaster, um kurz darauf knappe 600 Kilometer weiter sich anzusiedeln. Das heutige ‚Kokstad‘ war somit gegründet. Adam Kok III hatte dort seinen Einfluss. Das Kok’sche Haus - über Jahre konnte es nie so richtig bewiesen werden - ist immer noch existent in Philippolis. Die gefundenen Teller und Becher, die in einem zurück gemauertem Bereich in der Wand per Zufall entdeck wurden, waren der Beweis dafür, dass dies Adam Kok’s Haus war. 

philippolis-strasseUnter all den vielen historischen Gebäuden in Philippolis, ist die Holländisch Reformierte Kirche wohl am imposantesten. In 1862, nachdem Philippolis ein Teil von Orange Free State wurde, kaufte die NG Kerk die alte Griqua Kirche für R1,800 auf. 1869 wurden dann auf Grund des Wachstums von Philippolis das Fundament für die neue Kirche gelegt. Die Kanzel der NG Kerk in Philippolis ist schon auf Grund der Tatsache, dass sie aus einem Stück wildem Oliven-Baum geschnitzt wurde, sehenswert. Für die Holzarbeiten wurden keine Nägel verwendet.

Sir Laurens van der Post (13.12.1906 – 16.12.1996), neben seinem Vater C W H van der Post, ist eine weitere Charakterfigur zu Philippolis. Sicherlich die vielen markanten Lebensstationen, die Laurens van der Post durchlief machten ihn zu einer starken Persönlichkeit.  Laurens, ein Abenteurer, Diplomat, Journalist sowie Reiseschriftsteller war ein geborener Literat, welches sich deutlich in den geschriebenen Berichten sowie unter anderem 25 geschriebenen Büchern widerspiegelt. Verfilmungen zählen ebenso zu seinen Werken.

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C. J. Jung galt als langjähriger Freund von Laurens van der Post. Laurens hatte ebenso eine enge Verbindung zur  Englischen Königsfamilie, da er Erzieher von Prinz Charles war. 1980 wurde Laurens van der Post nobilitiert. In Ehrung und Gedenken an ihren Vater haben die Kinder von Laurens von der Post ein  Haus mit anliegendem Grund am philippolis-hausOrtseingang zu Philippolis erworben und zu einer Gedenkstätte umfunktioniert.  Es gilt als einzigartig, zumal die Gedenkstätte keinerlei Verbindung zu Lebzeiten von Laurens van der Post hatte. Die Entscheidung musste so fallen, da das van-der-Post-sche Haus sich in anderweitiger privater Hand befand. Dies ist wahrscheinlich die einzigste literarische Gedenkstätte in Südafrika, welches sich nicht im Haus des Schriftstellers befindet. Um der Gedenkstätte einen weiteren Anreiz zu bieten, wurde ein Labyrinth errichtet und kann von Besuchern genutzt werden.

Philippolis Old Jail“ (1827 erbaut) ist ein weiterer Attraktionspunkt von Philippolis. Nach Renovierungsarbeiten dient das Anwesen heute als Unterkunft. Im hinteren Bereich von Philippolis steht das alte ‚Kruithuis‘ (Pulver-Haus). Die Bücherei sowie das Museum haben ihren erhaltenen architektonischen Karoo-Stil sowie sehr viele Häuser in Philippolis.