Kapstadt in Südafrika

banner-hinterland-kapstadt
Home Südafrika Gesellschaft
Beitragsseiten
Gesellschaft
Schwarze Bevölkerung
Weiße Bevölkerung
Coloureds (Farbige)
Asitaten
Buschmänner
Bevölkerungszahl
Arm und Reich
Kriminalitätsproblem
Sprachen
Bevölkerungsstruktur
Demographie
Apartheidssfolgen
Weg zum Sozialstaat
Politik
Rechtssystem
Bildungswesen
Universitäten
HIV-Aids
Religion
Glossar - Umgangssprache

Bildungswesen in Südafrika

In kaum einem anderen Bereich manifestieren sich die Auswirkungen der Apartheidspolitik so deutlich wie im Bildungswesen. Ministerpräsident Verwoerds (1958–1966) System hatte durch Kürzung der Mittel einen nachhaltigen Qualitätsverlust zur Folge. Mit Ausnahme einiger Zweige der universitären Bildung), herrschte bis Anfang der 1990er Jahre in allen Bildungszweigen eine strikte ethnische Trennung vor. Diese fand ihren Niederschlag in ausgeprägten Unterschieden der Unterrichtsqualität und der Ausstattung mit schulischen Einrichtungen, der Einschulungsquoten sowie des Bildungsniveaus. Besonders gravierend sind die Bildungsunterschiede im Vergleich der schwarzen und der weißen Bevölkerung.

Die rücksichtslose Durchsetzung der Apartheidpolitik im Bildungswesen und eine ungerechte Mittelzuweisung zwischen schwarzen und weißen Schulen waren in der Vergangenheit Anlass für eine wachsende Unzufriedenheit unter der schwarzen Bevölkerung. Der Beschluss der Regierung, dass ein Teil der Unterrichtsfächer an schwarzen Schulen in Afrikaans (für Schwarze die Sprache der Unterdrücker) abgehalten werden sollte, löste massive ethnische Spannungen aus, die im Soweto-Aufstand von 1976 gipfelten. Wirtschaftskrise, Einflüsse der Black-Consciousness-Bewegung, düstere Zukunftsaussichten und trostlose, sich verschlechternde Lebensbedingungen in den Städten hatten zu einer explosiven Lage geführt.

schule-suedafrika
Grundschule in Südafrika - Quellenhinweis Foto: Wikipedia

Um gegen die Missstände an afrikanischen Schulen zu demonstrieren, wurde im Rahmen der vom ANC initiierten „Liberation before Education“-Kampagne der Besuch schwarzer Schulen zum größten Teil boykottiert. Damit wurden allerdings die schon bestehenden Bildungsunterschiede weiter ausgebaut, und die Gefahr einer ausbildungslosen Generation entstand. Daraufhin fasste 1986 das schwarze National Education Crisis Committee den Entschluss, alle Schüler wieder an die Schulen zurückzurufen. Als Folge des ANC-Boykotts verfügt heute ein Großteil junger Schwarzer, auch Lost Generation genannt, über nur geringe oder gar keine schulischen Qualifikationen. Sie finden kaum Arbeit und fallen für den nationalen Entwicklungsprozess des neuen Post-Apartheid-Südafrikas weitgehend aus.

Ausbildung und Schulen in Südafrika

Eine allgemeine Schulpflicht existiert vom 7. bis zum 16. Lebensjahr bei kostenlosem Unterricht. Im Alter von sieben Jahren beginnt die sechs Jahre dauernde Primary Education, anschließend folgen weitere sechs Jahre Secondary Education. Ende der 90er Jahre gingen etwa 80 Prozent der schwarzen Kinder zur Schule, Tendenz steigend. Heute gibt Südafrika im internationalen Vergleich, relativ betrachtet, viel fürs Bildungswesen aus, doch sind immer noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Lesens und Schreibens unkundig (in der Western Cape Province ist die Analphabetenrate mit 24 Prozent die niedrigste in Südafrika). Nach den ersten demokratischen Wahlen 1994 rief der ANC die Schwarzen dazu auf, die in den Jahren des Widerstandes zerrüttete „Kultur des Lernens und Lehrens“ an den schwarzen Schulen wieder herzustellen.

In kaum einem anderen Bereich manifestieren sich die Auswirkungen der Apartheidspolitik so deutlich wie im Bildungswesen. Ministerpräsident Verwoerds (1958–1966) System hatte durch Kürzung der Mittel einen nachhaltigen Qualitätsverlust zur Folge. Mit Ausnahme einiger Zweige der universitären Bildung, herrschte bis Anfang der 1990er Jahre in allen Bildungszweigen eine strikte ethnische Trennung vor. Diese fand ihren Niederschlag in ausgeprägten Unterschieden der Unterrichtsqualität und der Ausstattung mit schulischen Einrichtungen, der Einschulungsquoten sowie des Bildungsniveaus. Besonders gravierend sind die Bildungsunterschiede im Vergleich der schwarzen und der weißen Bevölkerung.

Die rücksichtslose Durchsetzung der Apartheidpolitik im Bildungswesen und eine ungerechte Mittelzuweisung zwischen schwarzen und weißen Schulen waren in der Vergangenheit Anlass für eine wachsende Unzufriedenheit unter der schwarzen Bevölkerung. Der Beschluss der Regierung, dass ein Teil der Unterrichtsfächer an schwarzen Schulen in Afrikaans (für Schwarze die Sprache der Unterdrücker) abgehalten werden sollte, löste massive ethnische Spannungen aus, die im Soweto-Aufstand von 1976 gipfelten. Wirtschaftskrise, Einflüsse der Black-Consciousness-Bewegung, düstere Zukunftsaussichten und trostlose, sich verschlechternde Lebensbedingungen in den Städten hatten zu einer explosiven Lage geführt.

Um gegen die Missstände an afrikanischen Schulen zu demonstrieren, wurde im Rahmen der vom ANC initiierten „Liberation before Education“-Kampagne der Besuch schwarzer Schulen zum größten Teil boykottiert. Damit wurden allerdings die schon bestehenden Bildungsunterschiede weiter ausgebaut, und die Gefahr einer ausbildungslosen Generation entstand. Daraufhin fasste 1986 das schwarze National Education Crisis Committee den Entschluss, alle Schüler wieder an die Schulen zurückzurufen. Als Folge des ANC-Boykotts verfügt heute ein Großteil junger Schwarzer, auch Lost Generation genannt, über nur geringe oder gar keine schulischen Qualifikationen. Sie finden kaum Arbeit und fallen für den nationalen Entwicklungsprozess des neuen Post-Apartheid-Südafrikas weitgehend aus.

Eine der ersten Maßnahmen der Regierung Mandela war 1994 die Zusammenlegung der 16 nach Rassen getrennten Erziehungsministerien zu einem einheitlichen. Neue Lehrpläne vor allem für den Geschichtsunterricht wurden erstellt, die von der bisherigen Sicht einer rein „weißen“ Geschichtsschreibung abweichen. Während die Privatschulen seit den frühen Achtzigern für alle Rassen zugänglich waren, begann die Öffnung der Staatsschulen 1991. Es dauerte noch bis Ende 1996, bis die Schüler aller Rassen das gleiche Schulabschlussexamen (Matrik) ablegen konnten.

In der Praxis herrschen heute noch überwiegend chaotische Zustände: Wegen Lehrermangels, überfüllter Klassen und schlechten Images schicken die Schwarzen ihre Kinder, wenn es irgendwie geht, trotz der sehr langen Anfahrtswege in die ehemaligen Schulen der Weißen. Die Folgen sind übermüdete Kinder, Kontaktlosigkeit zwischen Lehrern und den weit entfernt in den Townships lebenden Eltern und deren Kultur sowie eine Überforderung der weißen Lehrer, die zum großen Teil die Sprachen der Schüler nicht verstehen. Befürchtungen der Lehrer, der Rassendiskriminierung bezichtigt zu werden, führt zu der Tendenz, es mit Leistungsnachweisen nicht so genau zu nehmen und generell alle Schüler „durchzuschleusen“.

Aus Sorge ums Bildungsniveau schicken daher diejenigen, die es sich finanziell leisten können, d.h. vor allem die Weißen, ihre Kinder auf teure Privatschulen. Viele weiße Familien wandern sogar aus – vorwiegend nach Australien, Neuseeland und Großbritannien –, weil sie glauben, dass ihre Kinder dort eine bessere Bildung erhalten­.

Die Gefahr einer „Ausblutung“ droht, denn nun folgen andererseits Lehrer ihren ehemaligen Schülern. In vielen Bereichen fehlen mittlerweile erfahrene, gut ausgebildete Lehrer. Die Furcht vor einem Teufelskreislauf mit der Folge der Niveausenkung ist sicherlich nicht unbegründet. Dass Lehrer nun auch noch relativ niedrige Gehälter erhalten, deren Anhebungen in den letzten Jahren nicht mit denen der Inflationsrate Schritt gehalten haben, trägt sicherlich nicht zur Entschärfung der Situation bei.



 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

twitterfacebook
Artikel
News