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Graaff-Reinet

Graaff-Reinet, das auch „Perle der Karoo“ genannt wird, ist eine kleine Stadt mit heute 34.000 Einwohnern. Bereits 1786 gegründet, ist sie die viertälteste Stadt der Kapprovinz. Sie wurde in der Flussschleife des Sunday-River angelegt, da man sich damals davon einen natürlichen Schutzwall versprach. In den ersten Jahrzehnten seiner Existenz war Graaff-Reinet eher ein Dorf, das den Farmern als Versorgungszentrum diente und als Schutz während der zahlreichen Angriffe der Xhosa.

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Graaff-Reinet, die„Perle der Karoo“

Bereits 1794 gründete die Kapregierung hier einen Verwaltungssitz, den Drostdy. Die Ansiedlung erhielt ihren Namen von dem Kapgouverneur Cornelis Jacob van de Graaff und seiner Frau Cornelia Reynet. In der Verwaltung wurden aber nur wenige Angestellte eingesetzt, die in Zeiten der Unruhen somit kaum militärische Hilfe versprachen. Unzufrieden mit diesem Zustand und der ihrer Meinung nach zu freundlichen Behandlung der Khoi und San, vertrieben die Bürger daraufhin 1796 den von den Engländern eingesetzten „Landdrost“ aus der Stadt und erklärten Graaff-Reinet zum eigenständigen Staat („Erste Burenrepublik“). Dieser Zustand hielt aber nicht lange an, und Truppen wurden entsandt, um die Regierungsgewalt wieder zu übernehmen. Doch blieb Graaff-Reinet für die Kolonialherren in Kapstadt bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein unruhiges Pflaster, und die Bürger lehnten sich immer wieder auf. Viele von ihnen waren so unzufrieden, dass sie ihre Farmen verließen und sich dem Großen Trek von Pretorius und Maritz anschlossen, um ins heutige Transvaal zu ziehen.

Trotz dieser Zwischenfälle entwickelte sich Graaff-Reinet im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelsposten, wurde in den 1820er Jahren mit einem wirkungsvollen Bewässerungssystem umgeben, diente als Versorgungsbasis für die Trekburen auf dem Weg nach Norden und entwickelte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum größten Angoraziegen-Zentrum des Landes. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen viele englische und deutsche Siedler hierher, und die Stadt war zeitweise sogar das zweitwichtigste landwirtschaftliche Handelszentrum der Kapprovinz.

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Die Hauptstrasse von Graaff-Reinet - (Foto courtesy of SA Tourism)

Heute ist Graaff-Reinet einer der historischen Glanzpunkte des Landes, und es rühmt sich damit, dass es 200 Gebäude hat, die unter Denkmalschutz stehen. Unter ihnen befinden sich Bauten aus allen Zeitepochen, zumeist erbaut im kapholländischen Stil. Keine Stadt des Landes erreicht diese Zahl nur annähernd. Und keine andere Stadt ist, wie Graaff-Reinet, von einem Nationalreservat umgeben.

Hauptwirtschaftszweig dieser Region ist, bedingt durch die geringen Niederschläge, auch heute noch die Angoraziegen- und Merinoschafzucht. Doch mit den Absatzschwierigkeiten für Wolle haben mittlerweile viele Farmer als zweites Standbein die Straußenzucht gewählt, und die Städter konzentrieren sich mehr und mehr auf den Tourismus. Da es aber keine nennenswerte Industrie in dieser Region gibt, haben viele Einwohner der Stadt wirtschaftliche Probleme, und die Arbeitslosenrate ist entsprechend angestiegen. Viele von ihnen sind abgewandert nach Port Elizabeth.

Sehenswertes in Graaff-Reinet

Die Innenstadt bietet unzählige schöne und interessante Gebäude, die alle im Umkreis von etwa 500 m um das Drostdy Hotel liegen, so dass man sie in Ruhe zu Fuß an einem Tag besichtigen kann und sich zwischendurch in den Tee-Gärten erholen oder im Drostdy-Restaurant bzw. auf dessen Terrasse erfrischen kann. Beginnen Sie Ihren Rundgang am besten im Touristenamt, das sich im Old Library Museum in der Church Street (zw. Patronage u. Somerset/Khartoum Sts.) befindet, und besorgen Sie sich dort einen Stadtplan.

Rundflüge über Graaff-Reinet und die Karoo

Ein Rundflug über die Karoo ist sicherlich ein Höhepunkt. Als Tipp dazu: Fliegen Sie über die Stadt, das Valley of Desolation und bitten Sie den Piloten, wenn das Wetter gut genug ist, einmal sehr hoch zu fliegen, damit Sie einen Eindruck über die Beschaffenheit und die Weitläufigkeit der Karoo erhalten. Der Flugplatz von Graaff-Reinet liegt etwa 8 km nordwestlich an der N9 nach Middelburg.
Auskünfte über Charterflüge erteilt das Touristenamt. Und für ganz Mutige gibt es noch die Gelegenheit, mit einem Ultralightflieger mitzufliegen. Das Fluggefühl in so einem „motorisierten Drachen“ ist einmalig, aber sicherlich nicht Jedermanns/-fraus Sache.

Informationen

Publicity Association:
Im Old Library Museum in der Church Street, P.O.Box 153, Graaff-Reinet 6280, Tel./Fax: (049) 892-4248

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