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Matjiesfontein

Eigentlich hieß die kleine Siedlung zu Beginn Matjesgoed, benannt nach einer Binse, aus der ehemals schöne Matten hergestellt wurden. Dieses Handwerk verschwand aber um 1850 aus der Gegend, und man besann sich eines schöneren Namens: Matjiesfontein, die „Quelle der jungen Mädchen“. Der Ort wurde später zu einer kleinen Bahnstation umfunktioniert, an der die Dampflokomotiven ihren Kühlwasservorrat auffüllten.

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Das alte Postgebäude in Matjiesfontein

doppeldecker-matjiesfonteinDer Schotte James Douglas Logan, ein Pionier, der sich sein erstes Geld in Südafrika als Gepäckträger in Kapstadt verdiente, kaufte dann 1884 das Land um die Bahnstation. Aus ein paar Bretterverhauen machte er in kurzer Zeit eine „Oase im Nichts“. Logan eröffnete Getränkestände, belieferte die nach Norden fahrenden Züge mit Proviant und etablierte an dieser Stelle zudem noch einen Kurort für die High Society. Besonders Lungenkranke genossen das trockene Klima. Ein nobles Hotel rundete das Bild schließlich ab, und die Prominenz vom Kap entdeckte ihr Wochenend-Refugium. Auch von weither kam die High Society: Betuchte Persönlichkeiten, wie z.B. der Sultan von Zansibar, mieteten gleich den ganzen Ort und luden sich nur auserwählte Gäste ein. VIPs, wie Cecil Rhodes, Edgar Wallace, die Schriftstellerin Olive Schreiner und Lord Randolph Churchill (Vater von Sir Winston), verweilten ebenfalls in Matjiesfontein.

Für reiche Kapstädter galt es bis zur Jahrhundertwende als schick, mit dem Zug hierher zu kommen, um Champagnerfeste zu feiern. Das führte auch dazu, dass viele Neuerungen in Südafrika hier zum erstenmal ausprobiert wurden, so z.B. das fließende heiße Wasser. Logan wurde reich, und auch auf dem politischen Parkett gewann er an Einfluss.

Während des Anglo-Burischen Krieges diente der Ort als englisches Truppenlager, und das Hotel wurde zum Lazarett umgebaut. Danach geriet Matjiesfontein etwas in Vergessenheit, und erst 1968 wurde es schließlich restauriert. Heute bietet der Ort eine willkommene Gelegenheit, einen kurzen Imbiss einzunehmen und etwas zwischen den viktorianischen Gebäuden herumzuwandern. Die alten Straßenleuchten wurden übrigens einst von Logan eigens aus London importiert.

Und wer sich überlegt, im „Lord Milner Hotel“ die letzte Nacht vor Kapstadt zu verbringen, dem sei dieses wärmstens empfohlen. Die alten (natürlich restaurierten) Gästezimmer mit ihren schweren Holzfußböden haben ihren Reiz: Wackelige Knöpfe an den Wänden, um den Musiksender auszuwählen, antike Möbel, z.T. Kamine und in den Honeymoon-Suiten doppelte Badewannen. Und abends bietet sich dann noch die Gelegenheit, unter dem Sternenzelt der Südhalbkugel das abendliche Festmahl sacken zu lassen.

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Interessanter und unter Denkmalschutz stehender Wegweiser in Matjiesfontein

Ansonsten gibt es eine nette Kaffee-Stube, eine historische (und noch funktionierende) Tankstelle, einen Souvenirshop und im Bahnhof gegenüber ein kleines Museum (geöffnet bis 17h), in dem es ein Sammelsurium von Relikten aus vergangenen Zeiten zu bewundern gibt, so z.B. eine ausgesprochen große Sammlung historischer Fotoapparate, eine alte Apotheke, Badezimmer-Utensilien aus der „Ära ohne fließendes Wasser“, eine Dorfschule, verschnörkelte Küchengeräte und und und. Der Besuch lohnt! Gehen Sie auch in den Keller (durch die Küche durch). Die Abteilung zur Geschichte des südafrikanischen Transportwesen befindet sich einen Eingang weiter.

Wer nun schließlich eine Rundfahrt durch den Ort mit 1 ½ Straßen unternehmen möchte, sollte an der Hotelrezeption einmal nach dem roten Londoner Doppeldeckerbus fragen.

Informationen

Matjiesfontein Tourism Bureau: Im Lord Milner Hotel

Matjiesfontein Lageplan

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