Protea Pflanze aus Südafrika

protea-suedafrikaDie Protea Pflanze in Südafrika Der Fynbos ist evolutionär gesehen eines der weltweit ältesten Biome. Für die Familie der Proteaceen oder Zuckerbüsche finden sich fossile Belege seit 96 Mio Jahren (für Restionaceen und Ericaceen seit 65 Mio Jahren).

Seit etwa 16 Mio Jahren existiert das Eis der Antarktis, dessen Kaltwasser seit 4 oder 5 Mio Jahren vom Benguela-Strom an die Westküste Afrikas gespült wird. Spätestens seit dieser Zeit herrscht hier ein Regime von Winterregen und sommerlicher Feuersaison. Das brachte zwar den Verlust der Waldbedeckung, aber immerhin blieb die Region seit der Auftrennung von Gondwana eisfrei.

Eine Lebensversicherung der Proteen ist die Resistenz gegen Feuer. Sie treiben aus dem Wurzelstock oder intakt gebliebenen Stämmen und Ästen. Sie verkapseln ihre Samen in hölzernen Fruchtständen, manchmal so fest, dass diese sich überhaupt erst nach der Einwirkung von Feuer öffnen. Oder sie verlassen sich auf die Hilfe der hiesigen Ameisen, welche die Samen unter der Erde einlagern.

Der extrem mineralarme Boden zwingt die Vegetation, von der Asche des letzten Feuers zu leben, oder mittels spezieller Wurzeln zu einem Trick zu greifen. Wie die Proteaceen bilden 75 % der höheren Fynbos-Pflanzen eine Symbiose mit Mycorrhiza-Organismen, um von deren Stoffwechselprodukten zu profitieren (woraus sich die verheerende Wirkung von Dünger und Herbiziden erklärt). Stickstoff ist knapp, folglich auch Aminosäuren, aus denen Eiweiß synthetisiert werden könnte. Dagegen stellt die Kohlenhydratsynthese bei reichlich Sonne und Wasser kein Problem dar. Damit steht Nektar zur Belohnung von Bestäubern so reichlich zur Verfügung wie Lignin für feuerfeste Samenbehälter. Ebenso finden sich ätherische Öle, giftige Alkaloide und bittere Gerbstoffe. Kennzeichnend für die Familie sind winzige Einzelblüten, die sich in vier Teile spalten, um den "Pollen-Präsenter" genannten Griffel freizugeben.Mit freundlichem Dank an Klaus Minges www.minges.ch

Protea South Africa