Fussball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika

Die 19. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 in Südafrika ausgetragen. Als Austragungsorte waren insgesamt 9 südafrikanische Städte und 10 Stadien festgelegt worden. Das Weltmeisterschafts-Finalspiel 2010 fand in Johannesburg im FNB Stadion stattfinden, ein reines Fußball-Stadion mir zur Zeit 80 000 Plätzen. 

Das FNB-Stadion in Johannesburg, auch Soccer-City-Stadion genannt, war der Austragungsort des Eröffnungsspiels und des Finalspieles sein. Das Stadion ist ein reines Fußballstadion und bietet  Platz für etwa 96.000 Zuschauer. Die beiden Halbfinalspiele fanden in Kapstadt und Durban statt, das Spiel um Platz drei wurde in Port Elizabeth ausgetragen.

Insgesamt fanden im Soccer City sowie in Kapstadt und Port Elizabeth acht Partien statt, der Ellis Park war - wie das Stadion in Durban - Schauplatz für sieben Spiele. In Rustenburg, Bloemfontain und Pretoria wurden jeweils sechs Spiele ausgetragen. Für die beiden Stadien in Polokwane und Nelspruit standen jeweils vier Vorrundenpartien an.

WM 2010 - Highlights von Deutschland - Fußballspektakel in Südafrika

Rückblick auf die Fußballweltmeisterschaft 2010

„Ke Nako!“ schallte es aus Millionen von Fernsehern und Radios während der WM, „Es ist Zeit!“. Und was für eine Zeit hatten wir in Südafrika, dem Ausrichter der größten Show auf Erden, der 2010 FIFA Fußballweltmeisterschaft. Bunt, laut und mit einem letzten bisschen Mandela - Magie als Nelson Mandela auf dem Feld des Endspiels erschien während die Zuschauer immer noch in Trance waren von einer der spektakulärsten Abschluss-zeremonien, die die Welt jemals gesehen hat. 145 Tore, Spanien erstmalig Weltmeister und ein deutscher Krake namens Paul, der das alles vorhersah!

Einem unvergleichlichen Hoch und einer Euphorie folgt nun eine angenehme und beruhigende Stille! Still sind nämlich nicht nur die Tausenden von Vuvuzelas, die diese WM in den Strassen und den Stadien begleiteten und es zum Wort der WM machten, still sind auch all die Spieler, die sich trotz wochenlanger Trainingszeit während der Spiele über den Jabulani Fußball beschwerten. Aber richtig still sind all die selbst ernannten Propheten, missgünstigen „Journalisten“ und fehlinformierten Sportfunktionäre (Hallo Herr Hoeness?) im Ausland, die bis zuletzt versuchten eine Katastrophe für die Fußballfans herbei zu beschwören und Südafrika als Veranstalter darzustellen, der unfähig ist, eine solche Weltmeisterschaft zu organisieren. All diese Neider und Hetzer sind nun still, würgen an ihrer post-kolonialen Arroganz und ihre Warnungen und Unkenrufe finden in den heiligen Hallen der Weltpresse kein Echo mehr.

Die Stadien werden nicht fertig“ krakeelte die europäische Presse, „vielleicht machen wir es lieber noch einmal in Deutschland“ musste der deutsche Michel in der Boulevardpresse lesen. Von zehn Stadien in Südafrika mussten sechs neu gebaut und vier umgebaut und renoviert werden, doch allen wurden pünktlich fertig und die Bilder flimmerten um die ganze Welt und zeigten die manchmal an die Allianzarena erinnernde Kalabash in Johannesburg, das Stadion mit Henkel und Sky Train in Durban oder die faszinierende Silhouette des neuen Stadions in Kapstadt. „Ich habe fertig!“ sagte mal ein berühmter Trainer in Deutschland, „Wir hatten längst fertig!!“ sagte Südafrika.

Die Kriminalität ist so schlimm am Kap, die Fans sollten kugelsichere Westen tragen!“ war in der britischen Presse zu lesen. Was für ein gewaltfreies und friedliches Spektakel musste sich der Engländer nun tatsächlich angucken. Keine Aufstände in den Strassen, keine abgemurksten Fußballfans oder entführten Busse mit ängstlichen Besuchern. Die privaten Sicherheitskräfte arbeiteten wie ein Uhrwerk Hand in Hand mit der Polizei und die südafrikanische Armee stand im Hintergrund bereit, hatte aber genügend Zeit sich die Spiele anzuschaun. CCTV Kameras überwachten die Innenstädte und nicht ein einziger Besucher war zu finden, der sich „nach fünf Uhr nicht mehr auf die Strasse“ traute. Sogar die englischen Fußballfans haben sich benommen und die eigens dafür bereit gestellten Zellen in den Stadien blieben leer.

Ein Premierminister einer australischen Provinz bat an, dass Australien als Plan B die Spiele ausrichtet, falls die Organisation in Südafrika versagt. Man weiß bis heute nicht, was der Mann sonst so raucht, aber Tausende von australischen Fußballfans genossen die perfekte Organisation. Südafrika bewies einmal mehr sein organisatorisches Talent und dass keine Veranstaltung zu groß ist um sie zu meistern. Während der gierige Moloch FIFA in seiner Arroganz und Verblendetheit beinahe den Kartenverkauf bis zur Unmöglichkeit verkomplizierte, zeigte Südafrika eine der reibungslosesten Organisationen aller Zeiten. Keiner musste nach Parkplätzen suchen, keiner ging verloren und am allerwichtigsten: wer auch immer gemeinsam mit 60 000 Gleichgesinnten ins Stadium strömte brauchte generell weniger als 15 Minuten vom Vorplatz bis zum Sitzplatz. Beeindruckend!

Nur zehn Tage vor der Eröffnungszeremonie gab die US Regierung eine Warnung heraus, dass mit Terroranschlägen zu rechnen sei. Ein letzter Versuch die ersten Spiele auf afrikanischem Boden zu verhindern? Lediglich zwei Pakistanis wurden an der Grenze von Simbabwe in diesem Zusammenhang verhaftet, es stellte sich aber später heraus, dass es nur zwei verirrte Fußball Begeisterte waren. Keine Pläne, keine Anschläge, nur Boerewurst und Vuvuzelas! „Keiner wird die Stadien erreichen, es gibt kein Transportkonzept!“ konnte man immer wieder hören. Wir alle haben ein organisiertes Park-and-Ride Konzept erfahren, bunte Busse gesehen, die begeisterte Fans vom Flughafen zum Hotel und vom Hotel zum Stadion gefahren haben, selbst die Minitaxi Mafia war friedlich und man freute sich über die neuen Minibusse der Quantum Klasse auf den Strassen. Außer in Johannesburg und an Spieltagen in Kapstadt kam es kaum zu nennenswerten Verkehrsstaus, was vermutlich auch der Tatsache zu verdanken war, dass die Schulen über die WM geschlossen waren, ebenso wie viele Regierungseinrichtungen.

Auch wenn es uns manchmal traurig gemacht hat – Danke FIFA! – dass unsere Fußballhemden made in China waren und wir statt eines der südafrikanischen Biere nur ein amerikanisches Gesöff in Bierfarbe im Stadion kaufen konnten, nachdem der Schlusspfiff am 11. July 2010 verhallte dankte ein emotionaler Präsident Zuma allen Beteiligten für einen „wahrhaftig inspirierenden, bewegenden und erhebenden Monat“, was er auch wirklich war! Sepp Blatter, Kopf der FIFA und bereits seine steuerfreien Einnahmen zählend, gab Südafrika 9 aus 10 Punkten für die Umsetzung der WM und dass er guten Gewissens jede Bemühung Südafrikas, sich um die Ausrichtung der olympischen Sommerspiele 2010 zu bewerben, unterstützen würde .

Autor: Ralph M Ertner, Bastian Paetzold  - Wir danken IBN für die Erlaubnis der Veröffentlichung

Südafrika WM 2010: Enttäuschung weit und breit