World of Birds - Vogelpark in Hout Bay

world-of-birdsFür Vogelliebhaber gibt es in Hout Bay den größten Vogelpark Südafrikas, die World of Birds, zu besuchen. Dazu biegen Sie am nördlichen Ortseingang an der Ampel links ab, nächste Straße wieder links und folgen dann immer geradeaus den Hinweisschildern.

Auf dem 4 ha großen Gebiet, auf der Rückseite des Tafelbergs, sind ca 3.000 Vögel und Kleintiere (300 verschiedene Arten) auf einem Wanderweg zu beobachten. Geöffnet: täglich 9–17h.

Vogelparadies in Hout Bay - Welt der Vögel

world-of-birds-hout-bay Der "World of Birds" Vogelpark in Hout Bay ist auf jeden Fall einen Besuch wert!Ein strahlender Sommermorgen jenseits des Tafelberges: Unter tropischen Palmen, Bambus- und Bananenstauden schnattert es wild durcheinander: Papageien, Ibisse, Gänse, Enten und ... 120 Schulkinder! Eine resolute farbige Lehrerin bringt Ordnung in die Reihen. Erst als die Schulklassen abmarschiert sind, tritt wieder Ruhe ein im "World of Birds", Afrika's größtem Vogelpark - und einer der ganz großen Attraktionen hier im Kapland.

"...Seit frühester Kindheit galt mein Interesse der Natur und den Lebewesen. Bücher und Spielzeug standen immer im Zusammenhang mit Tieren und mein größter Schatz waren all die lebenden Vögel und Tiere, die ich zum Glück besitzen durfte. Bevor ich einschlief, beschäftigte sich meine Fantasie mit den Bildern von tropischen Vögeln und Lebewesen aus meinen Büchern, und ich lebte in deren Mitte. Eine Vorstellung, die sich besonders stark eingeprägt hatte, war ein großer geschützter tropischer Garten mit vielen befreundeten Tieren..."

Als Walter Mangold sein "World of Birds" gründete, hatte er bereits ein bewegtes Leben mit allen Höhen und Tiefen hinter sich; wie er es formuliert, "das Leben von zehn normalen Menschen": Geboren 1937 in Deutschland, war er auf abenteuerlichen Umwegen nach Südafrika gekommen, hatte es vom einfachen Bäckerlehrling zum Eigentümer einer Kinderspielzeug-Geschäftskette geschafft. Erst als diese in Konkurs ging und er außer seiner Vogelmenagerie nicht einmal mehr ein eigenes Auto besaß, widmete er sich wieder seinem Jugendtraum: der Pflege und Aufzucht von Vögeln. Er mietete ein Grundstück in Hout Bay, nahe seinem ehemaligen eigenen Besitz, transportierte die ihm verbliebenen Tiere zu Fuß in einer Schubkarre dorthin, und benötigte ein volles Jahr, bis alle an Ort und Stelle untergebracht waren. Er konstruierte alle Käfige und Gehege selbst, pflanzte einen Park an und baute mit eigenen Händen das auf, was inzwischen als World of Birds bekannt ist - ein Dschungel-Paradies mit über 3000 Vögeln aus allen Kontinenten und vielen anderen Tierarten in 100 Durchgangsgehegen.

vogel zooDer Park erstreckt sich heute auf einer Fläche von über 4 Hektar an der Rückseite des Tafelbergmassivs. Die Landschafts-Durchganggehege sind in Meandern, Schleifen und Kurven um einen Haupt-Ringweg angelegt, versehen mit Teichen und Tümpeln und immergrüner tropischer Vegetation - ein gezähmter Urwald.

Eigene Abteilungen für Raubvögel, wie Eulen, Adler und Bussarde und Geier wurden errichtet, Seen für Flamingos, Pelikane, Schwäne und alle erdenklichen Gänse- und Entenarten angelegt; auch verschiedenste Ibisarten gibt es zu sehen: Hadida-Ibis, Heiliger Ibis, sowie auch die leuchtend scharlachroten. Walter führt mich in das neue Gehege Tea in Paradise. Hier kann man - wirklich paradiesisch - an Mosaiktischchen unter Tropenbäumen sitzen, Tee trinken und dabei seltenen südamerikanischen Urwaldvögeln zuschauen, wie sie völlig unbefangen, und manchmal ganz dicht über unseren Köpfen hinweg, von einem Wipfel zum anderen fliegen. Nichts trennt den Besucher von den Tieren, er kann bei ihnen sitzen, sie beobachten, fotografieren oder filmen, denn sie sind furchtlos und akzeptieren ihn, den Menschen, als einen Teil ihrer Natur.

Nie hatte Walter Mangold es für möglich gehalten, dass hier im World of Birds einmal über 450 Tierarten ihr Zuhause finden würden und dass, so wie im vergangenen Jahr, ihn mehr als 100 000 Besucher aus aller Welt aufsuchen würden.

Was einst eine Papageien-, Fasanen- und Kranichzucht werden sollte, beherbergt heute so seltene und wertvolle Wesen wie die Zwergäffchen Kaiser-Tamarin und Pygmäen-Marmoset, aber auch große Tiere, wie zum Beispiel die aus Südamerika stammenden Alpakas, eine Lamaart, die in Südafrika zur Zucht und Wollerzeugung immer beliebter wird In den Anfangsjahren erhielt Walter manchmal bis zu 300 Tiere im Monat, die entweder krank, verletzt oder als Babys seiner Hilfe bedurften - und kein einziges Tier wurde jemals abgewiesen. Nie gab es finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite und so war man seit jeher auf die Zuwendungen engagierter Mitglieder und Förderer angewiesen! Wie echte Wunder erschienen das Spenden und Nachlässe, die einige Male den Tierpark vor dem finanziellen Aus retteten.

Inzwischen gibt es zusätzliche neue Ziele: Durch die Zusammenarbeit mit Zucht-Spezialisten lokaler und internationaler Wohlfahrts-Organisationen geht es nun auch um die Nachzucht gefährdeter Tierarten in Gefangenschaft, und deren Rückführung in die Natur, wie zum Beispiel das Bald-Ibis-Projekt, das Projekt für Ägyptische Geier oder den bereits ausgestorbenen Edwards Fasan.

world of birds vogelVieles musste im Laufe der Jahre angeschafft werden: Geräte für Verwaltung, Küche, Spital und Inkubatoren. 45 Angestellte helfen heute die nie enden wollende Arbeit zu bewältigen und zum Glück hat er in seiner jungen Frau Debbie eine überaus dynamische und engagierte Mitarbeiterin. Man trifft sie häufig an der Rezeption, und auch ihre beiden kleinen Jungs, denn Walter wurde mit über 60 Jahren noch stolzer Vater. Beneidenswert, wie diese Kinder hier aufwachsen dürfen, im Paradies zwischen all den vielen vertrauten Tieren. Ich begleite Walter in den Monkey-Dschungel: Als sie das Futtertütchen in seiner Hand sehen, stürzen sich 13 Squirrel-Monkeys gleichzeitig auf ihn, klettern an ihm hoch, ein besonders fürwitziges setzt sich sogar auf seine Mütze. Alle bekommen ein leckeres Häppchen und ein paar liebevolle Worte von ihm.

Es gibt so viele Anekdoten und Geschichten über die zahlreichen Tiere, die im Laufe der Jahre hierher kamen. Eine davon ging um die Erde, es war die vom amputierten Sekretärvogel mit nur einem Bein, der eine eigene maßgefertigte Beinprothese erhielt und seine restlichen Lebensjahre munter und zufrieden mit dieser durch die World of Birds stakste. Oder die verzwickten Liebesgeschichten und Eifersuchtsdramen zwischen Pelikan, Schildkröte, Pinguin und Walter ... viele davon findet man im "World of Birds - Newsletter", einer lesenswerten Fundgrube an Informationen und Unterhaltsamem, aber auch mit kritischen Anmerkungen zu Natur und Umwelt. Diesen "Newsletter" erhält automatisch, wer Mitglied wird, und für nur 175 Rand Mitgliedsbeitrag im Jahr hat man jederzeit freien Eintritt zum gesamten Park und kann sogar kostenlos noch einen Gast mitbringen. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, Tiere zu adoptieren {das sind dann die sogenannten "Adopt-Tiere" - die Red.) und somit das World of Birds finanziell zu unterstützen. Heute belaufen sich die Kosten auf stattliche 400.000 Rand pro Monat.

world of birds voegelparkVon 100 Tieren, die hierher gebracht werden, verbleiben etwa 40 im Park, werden gesundgepflegt und genießen ihr weiteres Leben in Sicherheit.

Wie Rolf, der Adler, der nach einem Autounfall schwerverletzt eingeliefert wurde. Ein Flügel musste amputiert [Entschuldigung, aber das muss raus: ein sogenanntes "Ampu-Tier" - Die Red.) werden und auf einem Auge ist er blind; aber wenn man ihn munter in seinem Gehege von einem Ast zum anderen springen sieht, dann begreift man, dass auch dieses Leben absolut lebenswert ist.
Vor allem Raubvögel in oft durch Unfälle mit Autos betroffen. Obwohl die Relation zwischen verletzten / kranken Tieren einerseits und gezüchteten / gesunden andererseits 50:50 beträgt, sind nur bei etwa 5% der verletzten Tiere sichtbare Behinderungen zu bemerken.

Jeder Besucher verlässt den Park mit bleibendem Eindruck und Erlebnissen, die ihm die Natur näher gebracht haben. Vor allem für Kinder kann der Besuch des Parks ein für ihre Zukunft prägendes Ereignis sein. Und das ist schließlich auch eines der Hauptziele des Walter Mangold:
"Indem man Mensch und Tier näher zusammenbringt, fördert man den Respekt und das Verstehen für die Natur - und die Wertschätzung für Gottes wunderbare Schöpfung in all ihrer Vielfalt."


"Worls of Birds" Wildlife Sanctuary and Monkey Park, Valley Road, Hout Bay 7806, Tel 021-790 2730

Wenn man eine Reise tut (im World of Birds), dann kann man viel erzählen:

Im Raubvogel-Gehege fliegt ein junger Schakal-Bussard zärtlich (?) zirpend und zwitschernd (!) auf meinen Kopf und ist für eine volle Viertelstunde von dort nicht mehr runterzubringen. Reichlich schmerzhaft krallt er seine Klauen in meine Kopfhaut und lässt nicht los. Liebe??? (das sogenannte Buss-Buss, ein Bussard-Busserl - Die Red.) Im Eulen-Wald stolpere ich beim Fotografieren über einen ausgewachsenen Uhu, der schnurstracks durch meine Beine hindurch zu seinen Futter-Mäusen will, die der Wärter ihm eben gebracht hatte. Ein schwarzer Oystercatcher begleitet mich zu Fuß durch sein ganzes Gehege und stochert alle paar Meter völlig selbstvergessen in meinen Schuhen herum, vor allem in den Löchern für die Schnürsenkel.
Text von Eva Doelitzsch-Tatzreither - Das Copyright liegt beim Echo-Magazin

Video zu "World of Birds"

The World of Birds in Hout Bay featured on 48hOURSTV