Musik aus Südafrika #2

Unser Dank gilt Daniel Roy, der diese Songs zusammengestellt und locker kommentiert hat!

Mir ist aufgefallen, dass ich bisher die Mädels ein wenig vernachlässigt habe. Ist sonst gar nicht meine Art und soll sich auch gleich ändern.

Thandiswa Mazwai

Den folgenden Namen sollte man sich merken, und ich würde ihn mir auch merken, wenn er nicht so schwierig wäre: Thandiswa Mazwai. Sie war erst acht Jahre mehr oder weniger Hintergrundsängerin in Kwaito-Bands und tritt nun endlich solo in Erscheinung.

Herrlich frisch, oder?

PJ Powers

PJ Powers (die eigentlich Penelope Jane Dunlop heißt und aus Durban stammt) ist schon so etwas wie eine Veteranin, denn sie singt schon seit den frühen achtziger Jahren professionell. PJ hat sich damals auch beim südafrikanischen Regime kräftig in die Nesseln gesetzt, denn auf die sogenannten „Rassenschranken“ pellte sie sich ein Ei und trat im Ausland (als weiße Südafrikanerin) bei Anti-Apartheid-Veranstaltungen auf, weshalb ihre Musik ab 1988 in Südafrika hochoffiziell nicht mehr gespielt werden durfte. Das ist inzwischen zum Glück ja wieder anders, und es wäre auch schade, wenn sie „Jabulani“ nicht geschrieben und gesungen hätte. Im folgenden Video ist PJ selbst gar nicht zu sehen, aber der Clip ist nichtsdestotrotz sehr sehenswert:

Ein Ohrwurm, ne?

Johnny Clegg & Juluka

Auf Seite 1 hatten wir schon die berühmten "Scatterlings of Africa" von Johnny Clegg & Savuka. Jetzt machen wir in der Zeit einen Sprung zurück und hören einen Song, der eigentlich eine Geschichte erzählt. Johnny Clegg & Juluka mit "Impi". Das Lied ist übrigens auf der allerersten CD, die ich mir in meinem Leben gekauft habe.

Yvonne Chaka Chaka

Es folgt etwas sehr Poppiges von der südafrikanischen Sängerin mit dem wunderbaren Namen Yvonne Chaka Chaka – die sich offenbar in einen Discjockey verguckt hat. Yvonne, die in Soweto geboren wurde, gehört zu den erfolgreichsten Sängerinnen Südafrikas, hat aber offensichtlich mehr im Kopf als nur Musik: An der University of South Africa studierte sie Erwachsenenbildung sowie Lokale Verwaltung und schloss beide Fächer auch erfolgreich ab. Einige Jahre später studierte sie auch noch Theaterwissenschaften im Londoner Trinity College, wiederum mit Abschluss. Bildung und populäre Musik schließen sich ja auch keineswegs aus.

Joy Denalane

Es ist ja gar nicht so, dass ich deutschsprachige Musik ablehne. Die wird ja durchaus auch im südlichen Afrika gespielt. Der namibische Sender Radio Kudu in Windhuk spielt beispielsweise jede Stunde einen deutschen Song. Hat also offensichtlich eine "Krautquote". Leider spielen die aber nichts von der guten deutschsprachigen Szene, sondern mehr sowas von Wolfgang Petry, dem gröhlenden Wischmob. Ich könnte jetzt darüber witzeln, dass der Chef von Radio Kudu ausgerechnet Norman Kotze heißt (tut er wirklich!), aber das wäre ja ein billiger Scherz über etwas, das der gute Mann nicht selbst verschuldet hat, und sowas tun wir natürlich nicht.

Aber wisst ihr, dass der Johannesburger Sender Kaya FM (etwas weiter oben schon mal angeführt), dessen Hauptzielgruppe schwarz ist, tatsächlich immer wieder mal einen Song aus Deutschland spielt? Joy Denalane ist eine deutsche und deutsch singende Sängerin aus Berlin, aber ihr Vater ist Südafrikaner und schwarz. Und obwohl ihr Song "Im Ghetto von Soweto", in dem es um die Geschehnisse von 1976 geht, aber auch um die aktuelle Bedrohung durch AIDS, deutsch gesungen wird, ist er sozusagen "schwarz genug" für Kaya FM: