Literatur und Schriftsteller aus Kapstadt und Südafrika

cobra deon meyer 1Ein echter Coup vom Kap - Deon MeyerDie ersten literarischen Werke wurden von Einwanderern geschaffen, die über ihr Leben in der harschen und zugleich schönen Landschaft und ihre Erfahrungen mit anderen Menschen und Kulturen erzählten.

Olive Schreiner, deren „The Story of an African Farm“ 1883 erschien, wird oft als erste große Autorin südafrikanischer Literatur bezeichnet. Ihr Leben auf einer Missionsstation, wo sie geboren wurde, und als Gouvernante auf Farmen in der Karoo ist die Grundlage ihrer Geschichten. Ihre Personen repräsentieren verschiedene Seiten afrikanischen Lebens ihrer Zeit, mit Ausnahme schwarzer Afrikaner, wofür ihre Geschichten oft kritisiert werden.

Zu den Autoren, die vor dem Beginn der Apartheid veröffentlicht wurden, gehören Douglas Blackburn, ein britischer Journalist, Herman Bosman, bekannt für seine Kurzgeschichten, und Alan Paton, der, selbst ein Weißer, mit „Cry, the Beloved Country“ auf die Situation schwarzer Afrikaner aufmerksam machte.

Zu Zeiten der Apartheid war es undenkbar, etwas zu schreiben, was die Regierung auch nur indirekt kritisierte, weshalb viele Schriftsteller, das Land verließen und im Ausland unzensiert ihre Bücher veröffentlichten. In den 1950er-Jahren kam eine neue Generation schwarzer Schriftsteller auf, die über ihre eigenen Lebens-bedingungen schrieben, ihr Forum war die Zeitschrift Drum.

Die Veröffentlichungen reichten von Reportagen und Berichten, über satirische Kommentare bis zu Gedichten und Romanerzählungen. Bekannteste Vertreter dieser Zeit sind Henry Nxumalo, Todd Matshikiza, Lewis Nkosi, Can Themba und Ez‘kia Mphahlele, der mit seinem autobiografischen Roman „Down Second Avenue“ das Leben in einem Township beschreibt. Der schwarze Poet Lesego Rampolokeng gab seiner Lyrik zusätzlich den Rhythmus jamaikanischer Klänge. Njabulo Ndebele wählte Kurzgeschichten als sein Ausdrucksmittel, um bildhaft das Leben unter der Apartheid-Gesetzgebung zu schildern. Mit „Fools and other Stories“ erlangte der Literaturprofessor künstlerische Anerkennung. In ihrem in deutscher Übersetzung erschienenen Buch „In Kapstadt kannst du nicht verloren gehen“ versucht die schwarze Autorin Zoë Wicomb, in zehn Erzählungen Politik und Literatur zu vereinen.