Thriller aus Südafrika 80x80„Wie wäre es“, dachte ich mir, „wenn in einer Firma plötzlich der Geschäftsführer stirbt - zum Beispiel durch ein Flugzeugunglück - und jemand aus der zweiten Reihe seinen Platz einnehmen muss?
Und was wäre, wenn er dadurch auf kriminelle Machenschaften stoßen würde, durch deren Kenntnis er zur Zielscheibe für einen Mörder wird?“

matthias bollMatthias Boll, AutorDas waren die ersten Gedanken zu „Das Muthi“. Die erdachte Firma liegt in der Nähe von Durban, der Mann, der sich auf dem Platz des Geschäftsführer wiederfindet, heißt Frank Sattler und ist Wissenschaftler.

Der dreihundert Seiten lange Roman spielt im Südafrika der Gegenwart. Es ist mir bei „Das Muthi“, aber auch in allen nachfolgenden Romanen sehr wichtig, die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen zu lassen.

Mit anderen Worten: All das, was ich schreibe, könnte so auch tatsächlich passieren. Dass einem „Muthi“, einem speziellen Zaubertrank, in dieser Geschichte eine besondere Bedeutung zukommt, versteht sich sich von selbst…

In „Verbindung Y“, meinem zweiten Thriller, geht es um Rassismus und eine geheimnisvolle Gruppierung, die einen teuflischen Plan ausgeheckt hat und umsetzen möchte. Der Taxibusfahrer Bonga gerät durch unglückliche Umstände zwischen die Fronten. Der Chef einer Chemiefabrik in Nelspruit, dem heutigen Mbombela, verschwindet zuerst spurlos und taucht später an einem Ort auf, an dem ihn niemand vermutet hatte.

Eine Chemikalie, die den Goldbergbau der ganzen Welt revolutioniert, hat Frank Sattler für die Firma Chemcons in „Das Jahr mit den zwei Sommern“ entwickelt. Bald stellt er fest, dass die Firma bestohlen wurde. Außerdem findet sich die Leiche seines ehemaligen Praktikanten an Bord einer Maschine in Gaborone. Wie kommt diese dahin und um was geht es eigentlich? Frank Sattler und Zamma, eine Kollegin aus Johannesburg, kommen einer Verschwörung auf die Spur und bringen sich dadurch selbst in große Gefahr.

In Kapstadts Waterfront lernt Frank Sattler wie durch Zufall mit Isabell eine hübsche, junge Frau kennen. In „Das Koeberg Projekt“ ist aber nichts wie es scheint. Die Umstände verändern sich laufend und werden immer bedrohlicher. Das Kernkraftwerk in Koeberg steht dabei immer im Mittelpunkt. Die Situation spitzt sich schnell zu, und die wahre Bedrohung wird langsam sichtbar.

Auszug aus meinem Roman „Verbindung Y“

 

Princess entdeckte ihre Tante in der Menschenmenge auf der anderen Straßenseite. Voller Begeisterung riss sie sich von der Hand ihrer Mutter los und stürmte auf die Straße, um der Tante von der Bewunderung der Nachbarskinder für ihre neue Frisur zu berichten. Dabei schaute sie weder nach rechts noch nach links. Princess kam nicht weit. Bonga hatte sich inzwischen mit völlig überhöhter Geschwindigkeit in seinem hoffnungslos überladenen weißen Toyota Taxibus genähert.

buch verbindung yVielleicht hätte Princess noch eine Chance gehabt, wenn Bonga nicht so weit links gefahren wäre. Vielleicht hätte Bonga den Bus rechtzeitig zum Stillstand bringen können, wenn die Bremsen in einem guten Zustand gewesen wären. Er sah aus etwa zwanzig Metern Entfernung Princess plötzlich auf die Straße laufen und stieg mit dem rechten Fuß und aller Kraft auf das Bremspedal. Aber der letzte Werkstattbesuch lag drei Jahre zurück, und damals hatte man die vorderen Bremsbeläge auf der rechten Seite durch Beläge aus einer chinesischen Billigproduktion ersetzt. Das hatte Bongas Chef so gewollt, denn er sparte auf diese Art knapp einhundert Rand. Bonga hatte schon gemerkt, dass der Wagen seitdem beim Bremsen nach links ausbrach.

Er hatte das zwar seinem Chef immer wieder gesagt, getauscht wurden die billigen Bremsbeläge aber nie. Ein Fahrzeug mit dieser Geschwindigkeit, mit dieser Überladung und in diesem katastrophalen technischen Zustand brachte man nicht eben so innerhalb von zwanzig Metern zum Stehen. Bonga hörte kaum etwas, als er das kleine Mädchen mit dem linken Kotflügel traf. Nur eine Art leises Klopfen. Es war zu spät.

Kaum stand der Bus endlich, sprang er aus dem Wagen und lief die rund dreißig Meter gegen die Fahrtrichtung zurück. Er sah das kleine Mädchen bewegungslos auf der staubigen Straße liegen. Es sah aus, als hätte man eine Puppe achtlos weggeworfen. Das Kind war bestimmt verletzt, das konnte er aus der Entfernung erkennen. Eine Frau - die Mutter vielleicht - hatte sich aus der Gruppe der Wartenden gelöst und rannte auf das leblose Kind zu. Sie schrie vor Angst, blieb neben dem Mädchen stehen, sah hinunter, und für einen Moment schien sie fassungslos zu sein. Bonga konnte auch aus dieser Distanz erkennen, wie sich plötzlich etwas in ihrer Körperhaltung veränderte - die Frau sackte sichtbar in sich zusammen.

Sie kniete sich neben das Kind, schaute in den Himmel und begann in einer Mischung aus Wut, Verzweiflung und Angst laut zu weinen und zu beten, bevor sie schluchzend neben dem reglosen kleinen Mädchen zusammenbrach. Bonga konnte diese Szene nicht mehr ertragen, drehte sich verzweifelt um und sah die Straße entlang. Dort stand sein Bus und er sah auf dem Rückfenster die Worte, die er selbst vor einigen Jahren dort angebracht hatte: »I don’t care«.

matthias boll 847Mein Name ist Matthias Boll (geb. 1971) und ich bin von Beruf promovierter Naturwissenschaftler mit einem großen Interesse an guten und in sich stimmigen Krimis. Nach einem mehrjährigen beruflichen Aufenthalt in Südafrika mit meiner ganzen Familie habe ich begonnen, selber Krimis beziehungsweise Thriller zu schreiben, die - natürlich - im wesentlichen in Südafrika spielen. In einem Land voller Widersprüche und Extreme, das damit eine ideale Kulisse für Verbrechen aller Art darstellt. Ich versuche so, eigenen Erfahrungen geschickt in die erzählten Geschichten einfließen zu lassen.

Weitere Informationen zu den Büchern auf der Webseite https://matthiasboll.jimdo.com/