Brenda Fassie

brenda fassieLebensgroße Brenda Fassie-Bronzeskulptur von Angus Taylor in Johannesburg - Von Axel Bührmann, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11384341Brenda Fassie (* 3. November 1964 in Kapstadt; † 9. Mai 2004 in Johannesburg), war eine südafrikanische Popsängerin, die als eine Stimme der rechtlosen schwarzen Mehrheit des Landes während der Apartheid galt.

Geboren wurde sie in Langa, dem ältesten Township von Kapstadt, als die Jüngste von neun Geschwistern. Ihr Vater starb, als sie zwei Jahre alt war, und mit Hilfe ihrer Mutter, einer Pianistin, begann sie schon früh damit Geld zu verdienen, indem sie für Touristen sang.

Im Jahre 1981, mit 16, verließ sie Kapstadt und ging nach Soweto, dem Township von Johannesburg und versuchte ihr Glück als Sängerin. Zunächst arbeitete sie für die Gruppe "Joy", dann für "Blondie and Papa". Später wurde sie die Sängerin der Gruppe "Brenda and the Big Dudes". Mit allen Bands erlangte sie schon relative Bekanntheit, auch über Johannesburg hinaus. Ihr größter Hit war wohl das Solo-Stück "Weekend Special" (aufgenommen 1983, erfolgreich 1986) das es bis in die britischen Charts schaffte. Sie hat einen Sohn, Bongani (* 1985), mit einem ihrer Bandkollegen von den "Big Dudes". Sie war von 1989 bis 1991 mit dem Ex-Sträfling Nhlanhla Mbambo verheiratet. In dieser Zeit wurde sie vermutlich auch Kokainabhängig und ihr persönliches Leben geriet immer mehr aus der Bahn. Skandale, wie ihre Bisexualität, ihre Drogensucht, das häufige Fernbleiben von vereinbarten Auftritten und Konzerten und ein auch sonst sehr auffälliger Lebensstil schadeten ihrem Ansehen und ihrer Karriere erheblich. Der Tiefpunkt dieses Abstieges war ein Vorfall im Jahre 1995, bei dem sie und ihre Lebensgefährtin, Poppie Sihlahla, eine Überdosis Kokain kosumierten. Poppie verstarb im Krankenhaus, Brenda überlebte und versuchte nach diesem Schock, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Obwohl sie ihre Karriere wieder zum Laufen brachte, hatte sie auch weiterhin Probleme mit Drogen. Im Lauf ihres Lebens war sie mehr als 30 mal in Entziehungskuren.

Seit 1996 veröffentlichte sie beinahe jährlich ein neues Solo-Album und feierte wieder große Erfolge. Ihr größtes Comeback-Album ist das 1998 erschienene "Memeza". Es war das meistverkaufte Album Südafrikas in diesem Jahr. Fast alle ihre Alben haben den mehrfachen südafrikanischen Platinum-Status erreicht.

Im Jahre 2001 brachte das "Time Magazine" einen dreiseitigen Bericht über Brenda und nannte sie "Die Madonna der Townships" und machte sie damit auch einem größeren Publikum über die Grenzen Afrikas hinaus bekannt. Ihre unglaubliche Beliebtheit in Südafrika verdankt sie ihren Liedtexten, die oft das Leben der schwarzen Bevölkerung in der Townships beschreiben, und ihrer Verbundenheit zu der schwarzen Bevölkerungsschicht. So lebte sie auch nach ihrem musikalischen Durchbruch weiterhin in Soweto und trat auch weiterhin oft in den verschiedensten Townships im Land auf, häufig sogar kostenlos.

In den Morgenstunden des 26. April 2004 kollabierte Brenda in ihrem Haus in Buccleuch (einem Stadtteil von Sandton, einer Vorstadt, die zu Johannesburg gehört) und fiel in ein Koma. Sie wurde in das private Sunninghill Krankenhaus in Johannesburg gebracht. Der Presse wurde zunächst gesagt, sie habe einen Herzanfall erlitten, der durch einen Asthmaanfall ausgelöst worden sei. Der erst Monate nach Ihrem Tod veröffentlichte Autopsiebericht zeigte aber eindeutig, dass sie an einer Überdosis Kokain starb. Ihr Herz-Lungen-System brach zusammen und sie erlitt infolge des Sauerstoffmangels einen Hirnschaden, der das Koma zur Folge hatte. Brenda Fassie verstarb 13 Tage nach diesem Vorfall am 9. Mai 2004 im Alter von 39 Jahren, ohne noch einmal das Bewußtsein zu erlangen, nachdem die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet worden waren.

Einem Bericht der südafrikanischen "Sunday Times" und zweier Manager ihrer Plattenfirma zufolge zeigte der Autopsiebericht auch, daß sie HIV-positiv war. Ihr Manager, Peter Snyman, hat diese Berichte immer verneint, allerdings behauptete er auch, daß die tödliche Überdosis Kokain mit Rattengift versetzt gewesen sei, es sich somit um einen Mord gehandelt haben müsse. Die Familie hat einer Veröffentlichung des Autopsieberichts zugestimmt, um jedweder Gerüchtebildung um und/oder Verunglimpfung zu Lasten von Brenda Fassie entgegenzuwirken.

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