Steve Biko

steve bikoPhoto of South African anti-apartheid activist Steve Biko, likely taken in the 1970s. By Source (WP:NFCC#4), Fair use, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=54095214Steve Biko, eigentlich Stephen Bantu Biko - "Bantu" war im Zuge der Apartheid ein stigmatisierender Namenszusatz für Schwarze - (* 18. Dezember 1946 in King William's Town, damals Südafrikanische Union; † 12. September 1977 in einer Gefängniszelle in Pretoria) war ein bekannter Bürgerrechtler in Südafrika. Er gilt als Begründer der Black-Consciousness-Bewegung.

Biko, der sich bereits seit seiner Schulzeit für Anti-Apartheids-Politik interessierte, begann 1966 ein Studium der Medizin in Durban an der University of Natal Medical School (Black Section), wo er seinen späteren Freund und Mentor Joshua Mboya Dada kennen lernte. Sein wachsendes politisches Engagement, zunächst in der von ihm begründeten South African Students Organisation (SASO), führte jedoch zu nachlassender Studientätigkeit. So wurde er 1973 zwangsexmatrikuliert. Biko beteiligte sich 1972 an der Gründung des Black Community Program (BCP) und trat bei großen öffentlichen Versammlungen auf. 1973 verhängte die Apartheids-Regierung einen "Bann" über ihn, der mit scharfen Auflagen verbunden war: er wurde überwacht, durfte seine Heimatstadt nicht verlassen und nicht mit mehr als einer Person gleichzeitig sprechen.

Aufgrund dieser Auflagen konnte Biko, der sich zunehmend für Rechtsfragen interessierte, nur ein Fernstudium der Jurisprudenz aufnehmen. Zugleich verstärkte er seine Aktivät im BCP. Diese riefen erneut den Staatsapparat auf den Plan, mit der Folge dass er sich ab 1975 überhaupt nicht mehr politisch betätigen durfte. In der Folgezeit wurde Biko mehrfach verhaftet, zuletzt am 18. August 1977, als die Sicherheitspolizei ihn an der Stadtgrenze aufgriff und wegen Verletzung seiner Auflagen verhaftete. Am 13. September 1977 wurde sein Tod in Pretoria bekannt gegeben. Justizminister James Kruger behauptete zunächst in beispiellosem Zynismus, der Tod sei Folge eines Hungerstreiks. Eine gerichtlich angeordnete Untersuchung im November 1977 zeigte jedoch, dass Biko an den Folgen einer schweren Kopfverletzung gestorben war, die ihm beim Verhör im "Police-Room 6-1- 9" (einem berüchtigten Folterraum) zugefügt wurde. Zu einer Anklage wegen Mord oder Totschlag kam es gleichwohl nicht.

Die brutalen Umstände von Bikos Tod führten zu einem weltweiten Aufschrei. Biko wurde zu einem Symbol der Widerstandsbewegung gegen das Apartheid-Regime. Die südafrikanische Regierung belegte in Folge der Ereignisse eine Reihe von Personen und Organisationen mit einem "Bann". Darunter u.a. auch den Journalisten Donald Woods, der die Umstände von Bikos Tod mit aufgedeckt hatte. Der UN-Sicherheitsrat reagierte letztlich mit einem Waffenembargo gegen Südafrika. Donald Woods veröffentlichte das Schicksal Bikos in seinem Buch: Steve Biko - Stimme der Menschlichkeit, welches die Aufmerksamkeit der Welt auf die Apartheidspolitik Südafrikas lenkte. Richard Attenborough drehte nach diesem Buch seinen Film Schrei nach Freiheit und Peter Gabriel schrieb das vielbeachtete Lied "Biko", welches verschiedentlich nachgespielt wurde (z.B. Simple Minds, Ray Wilson).