Frederik Willem de Klerk

f w de klerkFrederik Willem de KlerkFrederik Willem de Klerk (*18. März 1936 in Johannesburg, Südafrika) war von 1989 bis 1994 Präsident der Republik Südafrika. De Klerk wuchs in einer sehr politischen Familie auf. Sowohl sein Vater als auch sein Großvater waren als Minister in verschiedenen Kabinetten Südafrikas vertreten. Er ging auf die Hoërskool Monument High School und studierte danach an der Potchefstroom University.

Hier graduierte er zum Bachelor of Arts und arbeitete zehn Jahre lang als Rechtsanwalt. Bereits während seines Studiums war er in der National Party (NP) aktiv und nach seinem Abschluss vertrat er diese als Rechtsanwalt bis 1972. Während dieser Zeit wurde er Vorsitzender der Law Society in Transvaal und Mitglied des Vaal Tringle Technikon Council.

Im Jahr 1972 wurde er erstmals in das südafrikanische Parlament gewählt und trat 1978 ins Kabinett Pieter Willem Bothas ein. Er wurde 1980 Vorsitzender der regierenden National Party in der Provinz Transvaal und später Vorsitzender der Landespartei. 1982 wurde er von Botha als Innenminister eingesetzt und 1984 als Minister für Nationale Erziehung.

Politische Karriere

Im Juli 1985 wurde de Klerk zudem Vorsitzender des Ministerausschusses im Abgeordnetenhaus. Als solcher gewann er 1989 die südafrikanischen Präsidentschaftswahlen und löste Pieter Botha als Präsident Südafrikas ab, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr teilnahm.
Obwohl er bis zu seiner Wahl als Verfechter der Apartheid galt, hatte Frederik de Klerk wesentlichen Anteil am Abbau derselben in Südafrika. 1990 ließ er die verbotenen Parteien African National Congress (ANC) und Pan Africanist Congress (PAC) sowie etwa 30 weitere Organisationen wieder als politische Kräfte zu. Nelson Mandela und andere Führer des ANC sowie etwa 120 weitere politische Gefangene wurden aus dem Gefängnis entlassen. Außerdem wurden Einschränkungen der Pressefreiheit und Beschränkungen im Rahmen des Ausnahmezustands aufgehoben.
Im Mai 1990 fanden erste Gespräche von Frederik de Klerk mit Vertretern der African National Congress unter der Führung von Nelson Mandela statt. Der Ausnahmezustand, der in einigen Provinzen galt, wurde beendet und im gleichen Jahr wurde die durch den Separate Amenities Act von 1953 geregelte Rassentrennung aufgehoben. Ab Oktober 1990 öffnete er außerdem die National Party auch für nichtweiße Mitglieder.

Die Aktivität de Klerks führte zu Aufständen und Demonstrationen sowohl weißer als auch schwarzer Gegner seiner Politik, und auch mit dem ANC gab es noch eine ganze Reihe von Unstimmigkeiten. Trotzdem fand im Dezember 1991 eine Mehrparteienkonferenz statt, die notwendige Reformen vorbereiten und einleiten sollte. Im gleichen Jahr kam es zu einer Aufhebung der Wirtschaftssanktionen der Staaten der Europäischen Union, die 1986 beschlossen worden waren. Auch die diplomatischen Beziehungen zu weiteren Ländern wurden wieder aufgenommen. Im Jahr 1993 nahm de Klerk erstmals schwarze und indischstämmige Politiker in seinen Ministerstab auf. Im gleichen Jahr erhielt Frederik Willem de Klerk gemeinsam mit Nelson Mandela den Friedensnobelpreis.
1994 wurden die ersten wirklich freien Wahlen in Südafrika durchgeführt, bei denen alle Volksgruppen das Wahlrecht wahrnehmen konnten, auch die bis dahin unterdrückte Mehrheit der eingeborenen farbigen Staatsbürger. Der African National Congress trug dabei einen überwältigenden Wahlsieg davon und Willem de Klerk wurde von Nelson Mandela im Amt abgelöst. Nach der Wahl arbeitete de Klerk für zwei weitere Jahre für Nelson Mandela und gab im August 1997 seinen Rückzug aus der Politik bekannt.

Leben nach dem Rücktritt

Nach seinem Rückzug wurde es weitgehend ruhig um de Klerk. Im Oktober 1998 schockierte er die konservativen Kräfte des Landes durch seine Scheidung von seiner Ehefrau Marike und der sofort danach stattfindenden Hochzeit mit Elita Georgiades und im Dezember 2001 kam es zu einem erneuten Schock durch den gewaltsamen Tod seiner Ex-Frau bei einem Überfall. Im Jahr 2004 erklärte er seinen Austritt aus der New National Party (NNP), nachdem bekannt wurde, dass sich diese mit dem African National Congress zu einer Partei verbinden will. De Klerk ist Mitglied im Club of Rome.