Thabo Mvuyelwa Mbeki

thabo mbekiThabo Mbeki von Antônio Milena/ABr - Agência Brasil [1], CC BY 3.0 br
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Thabo Mvuyelwa Mbeki (* 18. Juni 1942 in Idutywa in Ostkap) war bis 2008 der Staatspräsident von Südafrika.

Mbeki ging 1962 ins britische Exil und studierte dort Volkswirtschaftslehre, 1970/71 absolvierte er eine militärische Ausbildung in der Sowjetunion. Seit 1971 war er Mitglied im Führungsgremium des African National Congress (ANC) und vertrat ihn in mehreren Ländern. Ab 1984 fungierte er zunächst als Informationssekretär und später als außenpolitischer Sprecher des ANC. Er vertrat ihn außerdem bei den Verhandlungen mit der weißen Minderheitsregierung Südafrikas nach seiner Rückkehr aus dem Exil 1990.

1994, nach den ersten freien Wahlen in der Geschichte des Landes, wurde Mbeki Vizepräsident in der Regierung der nationalen Einheit unter Nelson Mandela. Im Dezember 1997 beerbte Mbeki Mandela als Vorsitzender des ANC und 1999 als Präsident der Republik Südafrika. Nach der Wahl 2004 wurde er am 23. April vom Parlament wiedergewählt und am 27. April, dem zehnten Jahrestag des offiziellen Endes der Apartheid (dem Beginn der Wahl 1994), vereidigt. Von Juli 2002 bis Juli 2003 war er Präsident der Afrikanischen Union.

Am 14. Juni 2005 entließ Mbeki den stellvertretenden ANC-Vorsitzenden Jacob Zuma aufgrund von Korruptionsvorwürfen aus dem Amt des Vizepräsidenten. Am 18. Dezember 2007, auf dem Parteitag des ANC, gewann Zuma die Kampfabstimmung um das Amt des Vorsitzenden. Die Popularität Zumas beim Volk und beim ANC verhinderten schließlich eine Fortsetzung der politischen Karriere Mbekis. Mbeki hätte 2009 kein drittes Mal zum Präsidenten gewählt werden können, hatte aber angestrebt, für eine weitere Periode an der Spitze seiner Partei zu bleiben.

Nachdem ein Prozess gegen Jacob Zuma mit dem Vorwurf der Korruption Anfang September 2008 wegen Formfehlern eingestellt wurde, wurde gegen Mbeki der Vorwurf erhoben, dass er das Ermittlungsverfahren politisch beeinflusst habe. Der ANC forderte daraufhin am 20. September 2008 Mbeki auf, sein Amt als Präsident niederzulegen. Mbeki reichte am folgenden Tag bei Parlamentspräsidentin Baleka Mbete seinen Rücktritt ein. Des Weiteren bekundeten zehn Minister und drei Vizeminister ihren Rücktritt. Am 25. September wurde sein Rücktritt wirksam; der stellvertretende Vorsitzende des ANC, Kgalema Motlanthe, übernahm bis zur Parlamentswahl von 2009 das Amt des Präsidenten. Er wurde am 9. Mai 2009 vom neu gewählten Zuma abgelöst.

In die Kritik geriet Mbeki unter anderem wegen seiner Haltung zum Diktator Simbabwes, Robert Mugabe, die von Beobachtern bisweilen als Unterstützung Mugabes ausgelegt wurde.