Bisschen Musik aus Südafrika gefällig?

Unser Dank gilt Daniel Roy, der diese Songs zusammengestellt und locker kommentiert hat!

Aus persönlichen Gründen möchte ich mit einem Song in afrikaanser Sprache beginnen. Aber nicht mit einem der popeligen Schlager, wie man sie auf Radio Pretoria oder Radio Rosestad hören muss, sondern mit einem Lied, das beweist, dass Afrikaans richtig gut klingen kann: "Afrika Kind" von Machiel Roets. Im folgenden Video hat er für sein Piano wohl den ungewöhnlichsten Standort gefunden, den man sich vorstellen kann:

Und hier habe ich gleich als Kontrast etwas sehr "Urban-Afrikanisches" aus Kapstadt. Blue African Skies:

Mandoza und der Kwaito

Wenn man junge SüdafrikanerInnen nach ihrer Lieblingsmusikrichtung fragt, werden viele von ihnen (und keineswegs nur Schwarze) mit "Kwaito" antworten. Kwaito ist in den neunziger Jahren in den Townships entstanden und ist eigentlich nur in Südafrika populär, aber dort dafür wirklich populär. Wer es noch nie gehört hat: Kwaito ist von der Musik her Hip Hop in Zeitlupe, begleitet von Sprechgesang meist in Zulu, seltener in den anderen Landessprachen

Ich selbst bin jetzt nicht so der große Kwaito-Fan, aber meine Freundin Yvette (eine Burin aus Bloemfontein ) schwärmt mir seit Jahren etwas von Kwaito und von diesem Herrn hier vor: Mandoza. Die Sprache dürfte Xhosa sein, oder?

Fokofpolisiekar - Punkrock vom Kap

Die afrikaanse Band, die dem Clichébild der konservativen und kreuzfrommen Buren wohl am meisten widerspricht, kommt aus der Nähe von Kapstadt und trägt den herrlichen Namen "Fokofpolisiekar". Der Name bedeutet das, wovon ihr glaubt, dass er es bedeutet, und einige südafrikanische Radiostationen nennen die Band daher auch einfach: "Polisiekar".

Ihre Musik kann man als Punk Rock klassifizieren, und auch das ist Lichtjahre entfernt von der "guten alten Burenmusik". Kontroversen gab es um Fokofpolisiekar schon genug: Bei einer ihrer CD-Präsentationen zum Beispiel sprangen die Bandmitglieder von der Bühne, um sich an einer Schlägerei zu beteiligen. Die größte Aufregung um die Band gab es jedoch immer über religionskritische Äußerungen, denn damit kann man sich in Südafrika und gerade bei den Buren so richtig in die Nesseln setzen. Obwohl die Band sehr erfolgreich ist (und - was ungewöhnlich ist - als afrikaanssprachige Band auch von rein englischsprachigen Radiosendern Südafrikas gespielt wird), gibt es Auflösungsgerüchte. Zurzeit arbeiten einige der Bandmitglieder an Soloprojekten, und ein neues Album ist noch nicht angekündigt. Warum Fokofpolisiekar für konservative Buren harter Tobak ist, wird klar, wenn man sich das Video von "Brand Suid-Afrika" anschaut:

Freshlyground

Freshlyground hatte damit einen echten Nummer-1-Hit in Südafrika. Die Band kommt aus Kapstadt und ist so bunt wie das Land selbst. Auch in Europa sind die „Frischgemahlenen“ keine Unbekannten mehr und wurden 2006 mit einem MTV Award ausgezeichnet. Inzwischen hat Freshlyground sogar eine deutsche Website: http://www.freshlyground.de .

Johnny Clegg, der "weißen Zulu"

Johnny Clegg (in England geboren und in Rhodesien aufgewachsen, ehe er als Jugendlicher nach Johannesburg kam) wurde zunächst Anfang der achtziger Jahre mit seiner Band Juluka bekannt. Später gründete er Savuka, die Musik wurde poppiger, rockiger und auch erfolgreicher – aber ausgerechnet nach einer Deutschlandtournee löste sich die Band auf. Anschließend gründete Clegg wieder eine neue Band, und die heißt ausgerechnet: Juluka. Und nach einigen ruhigeren Jahren hört man von Johnny Clegg inzwischen wieder etwas mehr: Das folgende kennt wahrscheinlich jeder, der Südafrika mag und noch nicht über sechzig ist. Die „Scatterlings of Africa“ - Website: http://www.johnnyclegg.com :

Philip de Villiers

Alternativ kann man sich natürlich auch wie Philip de Villiers aus Kapstadt einfach das ganze Wochenende vor die Glotze („Vorie TV“) setzen. Es lebe die Sofakartoffel:

DJ Mujava

Die letzten Lieder waren auf Afrikaans, jetzt gibt es noch ein bisschen Kwaito von DJ Mujava als scharfen Kontrast.

Ja, das ist wirklich etwas anderes als Burenmusik. Zum Vergleich:

Sorry, da gefällt mir der Kwaito irgendwie doch besser