"Everyone can learn" - Township Projekt

everyone can learn 66Schüler der Imbasa Public Primary Schule zeigt stolz die Früchte seiner ArbeitIm Jahre 2000 haben sich die Sozialarbeiterinnen Mpumi Ngoqo und Nosipho Sikutshwa aus Langa zusammengetan und das Projekt "Everyone can learn" (Jeder kann lernen) ins Leben gerufen. Es umfasst 2 große Bereiche, im Ersten werden Townshipbewohner befähigt, den zur Verfügung stehenden Boden zu nutzen, um Gemüse, Obst und Blumen anzubauen und die Produkte in der eigenen Kommune zu verkaufen. Im zweiten Bereich werden überwiegend Frauen in einzelnen Lehrgängen geschult, mit der Zielstellung sich selbstständig zu machen. In zahlreichen Einzelprojekten wird den Teilnehmern neben dem fachlichen Wissen eine "Management" Ausbildung vermittelt, um sie zu befähigen, ihr kleines Gewerbe unternehmerisch zu leiten. Bisher wurden einige Schulungen in biologischen Gemüseanbau erfolgreich durchgeführt und die Absolventen in die Lage versetzt aus eignen Anbau Obst und Gemüse für die Familie, aber auch um Verkauf zu produzieren. Da die staatlichen Zuschüsse für dieses Projekt sehr gering sind und bisher keine Sponsoren gefunden wurden, ist der Geldmangel ein permanentes Problem.

everyone can learn kapstadt 67Schüler der Imbasa Public Primary Schule

everyone can learn township 67Mpumi und Nosipho, Gründer von "Every one can learn"Durch die Kommune wurden Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, aber es fehlt an Geld für die Ausstattung der Schulungsräume und des Büros, für Lehrmaterialien und Lehrer. Da die beiden Begründer des Projektes in der Kommune fest verankert sind und großes Vertrauen genießen, wurden dennoch in den letzten zwei Jahren einige Erfolge erzielt, viele freiwillige Helfer, die Voluntary's, arbeiten ohne Bezahlung in den Einzelprojekten mit. Ein Voluntary ist Douglas Mkhosi, der Großvater einer Schulerin. der jeden Tag für mehrere Stunden kostenlos für das Projekt Everyone can learn, in einem Schulgarten arbeitet. Dieser Schulgarten gehört zu einem Einzelprojekt in der Imbasa Primary School in Cross Road. Mpumi und Nosipho haben hier vor zwei Jahren, zusammen mit 3 Lehrern eine Garten und Umweltarbeitsgruppe gegründet.

everyone can learn imbasa public primary 68Douglas Mkhosi ist verantwortlich für das GartenprojektEs wird auf sehr einfache Art versucht, in den Kindern Umwelt- bewusstsein zu wecken. So reinigen sie den Schulhof und das Schulgebäude selbstständig, was dazu führt, dass nicht mehr soviel achtlos fallen gelassen wird. In dem neu eingeführten Fach Naturkunde bekommen die Kinder Grundlagen wissen vermittelt, das bei der Bestellung des Schulgartens angewendet werden kann. Sie beobachten und betreuen die Pflanzen vom Samenkorn bis zur Frucht und sind sehr engagiert bei der Hege und Pflege ihre Pflanzen.
Die Leiterin der Gruppe, die Lehrerin der Klasse 3 erzählt uns, dass die Gewalttätigkeiten und Kriminalität in der Schule in Zusammenarbeit mit der Kommune und den Eltern eingedämmt werden konnte. Größtes Problem ist nun die hohe Arbeitslosigkeit. Zwei Drittel aller Eltern sind ohne Arbeit und können die ohnehin niedrigen Schulgebühren nicht aufbringen. Auch die Auswirkungen der zunehmenden HIV- und Aidsfälle stürzt Familien ins Elend. Allein in ihrer Klasse starben acht Mütter an Aids. Die betroffenen Kinder werden von anderen Angehörigen, meist den Großeltern betreut, die oft nicht in der Lage sind, sich ausreichend um diese Kinder zu kümmern. Häufig kommen die Schüler hungrig und schlecht vorbereitet zum Unterricht. Das von der Gartenarbeitsgruppe im Schulgarten geerntete Gemüse wird in der Schulküche verarbeitet und so etwas gegen den Hunger der Kinder getan.

Es besteht der Plan, noch vorhandenes, ungenutztes Land einzuzäunen und im Rahmen des Projektes "Everyone can earn" durch die Eltern der Schulkinder zu bearbeiten, um so zur Deckung des Eigenbedarfs der Familien und zu deren Broterwerb beizutragen. Ein weiteres Projekt, dass die Schulung in biologischen Anbau zum Zwecke der Eigenversorgung und der Vermarktung der Erträge zum Ziel hat, steckt noch in den Kinderschuhen. Es geht um die Patienten der Tagesklinik Langa, täglich nehmen hier ca. 30 Tuberkulosepatienten unter Aufsicht ihre Medikamente ein.

everyone can learn kapstadt 69Erika Jardine in ihrer BäckereiDa die gute Ernährung, ein wichtiger Bestandteil der Therapie, zu Hause oft nicht gewährt ist, bekommen die Patienten neben der Medizin auch eine warme Suppe. Geld steht dem Hospital nur für die medikamentöse Behandlung zur Verfügung, die Suppe wird in der Krankenhausküche aus Lebensmittelspenden bereitet, die zur Zeit der Lionsclub Tokai im Rahmen des "Food Project", wöchentlich liefert. Ziel des Projektes ist es, auf vom Krankenhaus zur Verfügung gestelltem Land einen eigenen Gemüsegarten anzulegen. Hier sollen die Tbc Patienten, nachdem sie morgens ihre Medizin und die Mahlzeit eingenommen haben, unter Anleitung für 1 bis 2 Stunden arbeiten. In biologischem Anbau soll durch die aktive Mithilfe der Betroffenen soviel Gemüse produziert werden, dass sich die Tagesklinik selbst versorgen kann.

Es steht mehr Land zur Verfügung, so dass für die Zukunft die Erweiterung des Gemüsegartens geplant ist und die Überschüsse verkauft werden können. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die oft arbeitslosen, unter Depressionen leidenden Patienten, eine Aufgabe bekommen und damit das Gefühl gebraucht zu werden, wieder ein nützlicher Teil der Gesellschaft zu sein.

everyone can learn township 69Patienten erhalten täglich ihre MedikamenteNoch reicht das Geerntete nicht einmal für die eigene Küche, in der Madlamini täglich die Mahlzeiten zubereitet, bis zur Vermarktung von Gemüse ist es noch ein langer Weg.Ein weiteres Projekt ist die Bäckereivon Erika Jardine. Erika hat sich vor anderthalb Jahren mit Hilfe des Projektes Everyone can learn mit ihrer Hausbäckerei selbstständig gemacht. Besonders die von ihr gebackenen Dounuts sind in den umliegenden Schulen sehr beliebt. Sie bekommt Bestellungen für Hochzeits- oder Geburtstagstorten, die sie in der heimischen Küche anfertigt.

Inzwischen können sie und ihre Familie gut von dem Erlös der Bäckerei leben. Nun möchte sie die gesammelten Erfahrungen an andere Frauen weitergeben.

Dazu ist ein Lehrgang in den Räumen von "Everyone can learn" mit 10 Frauen geplant. Hier sollen siedas kaufmännische Rüstzeug für ihre spätere Selbstständigkeit erhalten. BeiErika werden sie in einem 4-wöchigen Kurs das professionelle Backenerlernen. Der erhoffte Schneeballeffekt wird eine positive Auswirkung auf die gesamte Kommune haben.

Every One Can Learn
Nr 21 Cru Mama & Ndlwana Ways
Settler's Place
Langa 7455
Tel: 021 6955864/Cell: 0836908977
Contact: Mpumi Ngoqo