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"Little Lambs" – Kindergarten im Township in Hout Bay

marlis-schaper-510(usch) - Erstaunlich, was einige wenige Menschen erreichen und erschaffen können, wenn sie sich mit ganzem Herzen für eine gute Sache engagieren!

Bestes Beispiel dafür sind das südafrikanische Ehepaar Marlena and Johann van der Walt (†), Marlis Schaper, eine Sylterin, die regelmäßig eine Hälfte des Jahres in Hout Bay verbringt und ein paar unermüdliche Unterstützer der Little Lambs (kleine Lämmer) aus Imizamo Yethu in Hout Bay.

Deren gemeinsame Geschichte begann 1999, als van der Walts eine bis dahin einzigartige Initiative ins Leben riefen, indem sie ihre Glaubensbrüder und -schwestern von der Vineyard Church unablässig ermutigten, ihr Leben endlich in Ordnung zu bringen.

War es doch bis dahin so gewesen, dass diese Menschen als Arbeiter auf der Kronendal Farm einen Teil ihres Wochenlohns in alkoholischen Getränken beglichen bekamen.

township-mandela-park-510Was dies mit den Frauen und Männern machte, muss nicht explizit erläutert werden, doch schien das niemanden ebenso zu kümmern, wie die Tatsache, dass die Kinder der Alkoholikerfamilien ein absolutes Schattendasein führen mussten: Nie hatten ihre Eltern genügend Geld, sie mit dem mindesten an Essen und Kleidung zu versorgen, geschweige denn „irgend etwas in die Bildung der Kinder zu verschwenden!“

Die Kinder hungerten, darbten, waren verwahrlost und krank vor Mangelerscheinungen, sie waren unversorgt, wurden geschlagen oder niemand achtete auf sie, sie wurden behandelt wie gesellschaftlicher Ausschuss.

Gründung von "Little Lambs"

In eben jenem Jahr 1999 konnten van der Walts das nicht länger mit ansehen, also setzten sie sich jeden Sonntagnachmittag nach dem Gottesdienst mit den anderen Mitgliedern der Vineyard Church zusammen und brachten sie alle in unzähligen Gesprächen dazu, sich zu organisieren, indem einige von ihnen auf die Kinder aufpassen, während die anderen arbeiten gingen.

little-lambs-8-510Die „Tagesmütter“ wurden von einem Teil des erwirtschafteten Gehälter fair bezahlt und dass die Löhne ab sofort ausschließlich in monetärer Währung bezahlt wurden, davon hatten van der Walts die Besitzer der Kronendal Farm überzeugen können.

Die Realisierung einer von Grund auf humanitären Idee stand an ihrem Anfang, doch die sprichwörtlichen Schuhe zum Vorwärtsgehen waren noch winzig klein, zu klein, um den Kindern auf der Stelle die so dringend notwendige Unterstützung angedeihen zu lassen.

Zwar war laut Gesetz der örtliche, private Kindergarten für die Betreuung der Kinder zuständig, nicht jedoch für deren Versorgung mit Nahrung. Die Bilder von Kindern mit aufgetriebenen Hungerbäuchen und schlimmen "Triefnasen" prägten sich ein:  „Mangelhafte Ernährung“ benannte eine kirchliche Einrichtung den Grund für dieses menschenunwürdige Dasein. Oft sind die Folgen dieser Vernachlässigung nachhaltig und oft werden die daraus sich heran bildenden Schäden zu spät oder gar nicht erkannt, so dass sie irreparabel sind.

Marlis Schaper

kinder-zaehneputzen-510Diese Momentaufnahmen schlichen sich in den Alltag von Marlis Schaper ein, dieser großherzigen, selbstbewussten und unglaublich durchsetzungsfähigen Frau aus Sylt. Marlis Schaper ist, was man im englischen eine „No-Nonsense-Lady“ nennt und immer dann, wenn sie zum Blumenkaufen bei den Mamas an der Hauptstraße ging, nahm sie irgendwie wahr, dass da Kinder in den Containern hausten.

Eines Tages dann öffnete sie eine der Türen und mit dem Anblick, der sich ihr bot, veränderte sich ihr Leben – aber auch das der Kinder. Auf der Stelle sozusagen, denn vom Elend der Kleinen berührt, wurde Marlis Schaper auf der Stelle aktiv und kaufte fortan täglich Obstportionen für alle 80 Kinder in dem so genannten Hort.

Doch das reichte bei Weitem nicht, die haarsträubenden Mängel in der Versorgung der Kinder zu beseitigen: So stand ihnen lediglich eine Bau-Container-Toilette zur Verfügung, die aber aus Geldmangel nicht gereinigt werden konnte. Es gab keine Stühle, keine Tische oder Decken für die Kleinkinder. Außerdem fehlte Vieles mehr, Dinge, von denen wir uns in unserer selbstverständlich komfortablen Welt nicht vorstellen können, dass sie nicht da sind. Kurz: Es herrschten katastrophale Zustände.

gebaeudeansicht-kindergarten-510Und das in einer Umgebung, die zauberhafter kaum sein kann: In dem pittoresken Fischerort Hout Bay, wo einst die Geschichte des heutigen Südafrika begann, als der Holländer Jan van Riebeeck und seine Armada im Jahre 1651 in der „Holzbucht“ (Houtbaatjen = Hout Bay) anlandete und damit von dort aus die europäische Besiedlung Südafrikas ihren Anfang nahm.

Viele Jahre sind seither vergangen und auch schon fast zwei Dekaden, seit die Rassentrennung Anfang der 1990er Jahre mit dem politischen Ende der Apartheid abgeschafft wurde, doch sind die Elendsviertel Südafrikas noch immer Ausdruck furchtbarer Benachteiligung der armen, meist schwarzen  Bevölkerung.

Mandela Park Township

Nicht anders sieht es in Hout Bay aus, wo der traditionelle Township zu einem wild wuchernden Slum heran wuchs. Zu einem Moloch, der Hintergrund und Nährboden zugleich ist für eine zahlenmäßig unschätzbare Gesellschaft ärmster Menschen mit all ihren Problemen. „Imizamo Yeto“ nannten sie ihre Ansiedlung („wir werden es schaffen“) und „Mandela Park“, als Ausdruck für Aufbruch und Hoffnung.

little-lambs-14-510Dass der Aufbruch nicht statt gefunden hat und die Hoffnung für die meisten Menschen aus Mandela Park nicht mehr existiert, das lernte auch Marlis Schaper auf drastische Art und Weise kennen, indem sie die Schwächsten dieser unseligen Verknüpfung „Armut, Verlust von Selbstvertrauen und Identität = Hoffnungslosigkeit“ traf, die Kinder vom Mandela Park – wo auch jene Kiddies leben, die Marlis Schaper vor nunmehr zehn Jahren in den Containern bei den Blumenfrauen antraf.

Man musste was tun. Der zunächst an den staatlichen Kindergarten angegliederte Kindergarten strotzte vor Unzulänglichkeiten, doch immerhin war ein Anfang gemacht und wer Marlis Schaper je erlebt hat, weiß, dass sie keine halben Sachen duldet. Es konnte den „Little Lambs“ also nichts Besseres geschehen, als dass diese selbstbewusste Geschäftsfrau „ihre kleinen Schäfchen“ in ihr großes Herz schloss und sich fortan darum kümmerte, fundierte Hoffnung für deren positive Zukunft zu verbreiten.

So konnte der Hort 2005 auf ein neues Gelände verlegt werden und es ist der Großzügigkeit von Marlena und Johann van der Walt zu verdanken, dass dieses Grundstück den „Little Lambs“ für mehrere Jahrzehnte kostenlos zur Verfügung steht.

Der Stand heute

little-lambs-1-510Eine Initiative fügte sich zur anderen, doch da Gutes nicht einfach vom Himmel fällt, sorgten die Initiatoren und eine Handvoll Freiwilliger für die Anstöße dazu.

Ihre Bitten und Spendenaufrufe stießen bei Freunden und Bekannten auf Resonanz. Bereits 2003 trafen erste, generöse Sach- und Geldspenden ein und zwei Jahre später stand der Umzug an. Doch war das Gebäude auf dem schönen Gelände renovierungs- und erweiterungsbedürftig, zumal die Zahl der zu versorgenden „Little Lambs“ mittlerweile auf 130 angewachsen war.

Heute sind es bereits 150 „Little Lambs,“ kleine Kinder im Alter zwischen zehn Monaten und sechs Jahren, die in der Obhut des „Little Lambs“ Kindergartens wohl behütet sind. Die spielend lernen, dass man sich vor dem Essen die Hände wäscht, dass man sich regelmäßig ernähren kann und das auch gesund, dass man sich die Zähne putzt und mittags schlafen darf. Dass Lernen und Bildung zum Leben gehören, sowie Verantwortung, Fürsorge und Liebe – nicht nur Gewalt, Drogen, Dreck, Armut, Hass und Hoffnungslosigkeit.

So erhalten die Kleinen seit 2006 neben der täglichen Obstration auch eine warme Mahlzeit, es wurde eine Brotausgabe eingerichtet und 2008 begann man mit einem Anbau von 450 Quadratmetern und dem Spielplatz für Kleinkinder.

little-lambs-510Das war der Start zur Sanierung des Platzes und der bestehenden Gebäude, sowie der Errichtung der neuen Bauten, mit insgesamt elf Zimmern und Klassenräumen, zehn Toiletten, einer Küche, einer großen, überdachten Terrasse, einem Parkplatz und vielem anderen mehr.

Diese umfassende Aktion wurde durch den enormen Einsatz von Jan Summs aus Hout Bay ermöglicht und beendet durch die Baufirma Mike Naumann-Construction aus Camps Bay, einem weiteren Vorort von Kapstadt. Die Restfinanzierung dann kam zustande durch eine großzügige Spende von „Bild hilft „Ein Herz für Kinder“ und kleine und große Privatspenden.

Pläne und Zukunfstaussichten

little-lambs-2-510„Home of Hope“ expandiert - Richtung Little Lambs.

Laut den Statuten der Organisation „Little Lambs Christian Daycare“ endet die Betreuung der Kleinen im Alter von sechs Jahren - wenn aus den „kleinen Schäfchen“ Schulkinder werden und sie ab sofort den Vormittag in der Schule verbringen.

Da bot sich das Projekt iKhaya le Themba in der direkten Nachbarschaft des Little Lambs Hauses geradezu an, da deren Türen ab 13:00 geöffnet sind.

Zwei Jahre lang hat Marlis Schaper mit den Organisatoren von Home of Hope verhandelt, doch nun ist es amtlich, dass in Zukunft auch ehemalige Little Lambs nach Schulschluss ihre Nachmittage in iKhaya le Themba verbringen dürfen – warum das, selbst für Marlis Schaper nicht so einfach war und warum es, Dank Marlis Schaper, nun doch so ist, das erfahren Sie in einem Artikel, der alles über iKhaya le Themba berichten wird.

Kontakt und Spenden

Die Spendengelder kommen zu 100% diesen beiden Projekten über die Organisation „Ein Herz für Kinder“ zugute.

Spenden für die Little Lambs und iKhaya le Thembe nimmt an:

Ein Herz für Kinder - Bild hilft e.V.*

Deutsche Bank
Konto-Nr: 0238238
BLZ: 20070000
Verwendungszweck: „Little Lambs“

Tel.: 040-34723273
Fax: 040-34723332

Spenden-Gelder sind von der Steuer absetzbar:

*Die Abwicklung der Spenden über „Ein Herz für Kinder – Bild hilft e.V.“ garantiert eine von den Finanzämtern anerkannte Spendenquittung.


Alle Projekte und die Gehälter der Lehrer werden über Spenden finanziert. Jeder Betrag ist willkommen und von Herzen bedankt. Ihre Spenden-Gelder sind von der Steuer absetzbar.

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