Blue Train Eisenbahn in Südafrika

blue-train-south-africaBlue Train SüdafrikaDer Wunschtraum vieler Südafrika-Reisenden scheitert oft daran, dass dieser berühmte Zug zu spät gebucht wird. Die Buchung (über spezielle Anbieter oder ein Reisebüro) des Blue Train sollte mindestens sechs Monate im Voraus von Europa aus erfolgen. Es ist sinnvoll, diese Züge über ein Reisebüro zu buchen.

Der Blue Train, dessen Holzwaggons 1937 durch blau angemalte Stahlwaggons ersetzt wurden und ihm damit den Namen gaben, fährt ein- bis zweimal die Woche zwischen Kapstadt und Pretoria. Für die 1.600 km lange Strecke benötigt er ca. 28 Stunden.

Auf dem Weg nach Pretoria hält der Blue Train für eine Stunde in Matjiesfontein. Der Ort, der im 19. Jh. ein mitten in der Karoo gelegener „Kurort“ war, ist heute größenteils nur noch Anlaufstation der Eisenbahnen und verfügt über nicht viel mehr als ein kleines Museum. Auf dem Weg nach Kapstadt macht der Zug in Kimberley halt, die Zeit reicht für einen Besuch des Museums an der Diamantenmine „Big Hole“. Beide Programmpunkte gibt es übrigens bei der Rovos Rail (s.u.) auf jeder Fahrt.

Der Blue Train bietet zwei „Zimmertypen“ an, das Deluxe Compartment und das Luxury Compartment, beide mit eigenem Badezimmer. Außerdem verfügt der Zug über einen Speisewagen und zwei Lounges. Einigen Zügen hängt ein Observation Car an, in dem man die Aussicht vom Zugende auf Schienen und Landschaft genießen kann. Was den Blue Train besonders macht, sind das erstklassige Essen und die ausgesuchte Weinkarte. Information und Reservierung: Tel. (012) 334-8459 oder (012) 334-8460, in Kapstadt Tel.(021) 449-2672, www.bluetrain.co.za.

Der Blue Train ist mittlerweile sehr teuer geworden. Diese „Legende auf Schienen“ hat sich einen Ruf geschaffen, der viele Reisende dazu verführt, immer mehr Geld für 24-26 Stunden Zugfahrt auszugeben. Rechnen Sie für eine einfache Fahrt zwischen Kapstadt und Tshwane (ehem. Pretoria) mit über R 13.000-16.000 für eine 2-Personen-Suite (eigene Dusche bzw. Bad/WC), bei der aber auch Essen vom Feinsten und alle Getränke inbegriffen sind. Einzelpersonen müssen pro Suite mit ab R 9.000–12.000 rechnen. In der Nebensaison (1. Mai–31. August liegen die Fahrpreise ca. 30 % unter den Hochsaisonpreisen). Die Preise ändern sich schnell. Hier genannte gelten nur als Richtlinien!

Unser Rat zur Buchungszeit: Buchung mindestens ½ Jahr vorher in Ihrem Reisebüro, mindestens ...

Der „Blue Train - Garden Route“ verkehrt nur einmal pro Monat (und auch das nicht regelmäßig), benötigt einen Tag und zwei Nächte und kostet zw. R 1.000 und 1.500 mehr als der o.g. Zug zwischen Kapstadt und Tshwane (Pretoria), da er über 40 Stunden unterwegs ist.

Ob der Blue Train das Richtige für Sie ist, müssen Sie selbst entscheiden:

  • Vorteile: Das Essen und die Weinkarte sind exzellent und besser als in allen anderen Zügen. Der Zug fährt sehr gemächlich (aber schneller als die „Rovos Rail“), so dass man gut die Landschaft beobachten kann. Beim Service zeigt sich Südafrika von der allerbesten Seite, und der Perfektionismus übertrifft alles Vergleichbare.
  • Nachteile: Der Blue Train (Tshwane (ehem. Pretoria) - Kapstadt) fährt mittags in Pretoria los und kommt mittags in Kapstadt an. Schöne Gegenden (Central Karoo) durchfährt man dann im Dunkeln. In Kapstadt beginnend, setzt die Dunkelheit erst in der Great (Central) Karoo ein, was viel schöner ist. Im Gegensatz zur „Rovos Rail“ ist der „Blue Train“ luxuriöser, bequemer und eben auch perfekter, dafür aber sind die Waggons nicht historisch und der entsprechende Charme ist nicht vorhanden.

Der „Blue Train - Garden Route“ weist noch einen ganz besonderen Nachteil auf: Er fährt kaum entlang des Indischen Ozeans. Nur zwischen Mossel Bay und George und bei Port Elizabeth sehen Sie den Ozean. Von George folgt er nämlich der (ebenfalls beeindruckenden) Inlandsstrecke, denn die Küstenstrecke ist nicht durchgehend.

Ein paar Zahlen und technische Details zum „Blue Train“ (Kapstadt - Pretoria / Tshwane)

  • Zuglänge: 396 m
  • Passagiere: 76-84
  • Anzahl der Anhänger: 18, davon 11 Schlafwagen (2 Luxury, 9 Deluxe), 2 Service-Waggons, ein Energie-Waggon und in der Mitte des Zuges ein Küchenwaggon, ein Restaurant-Waggon sowie zwei Aufenthaltswaggons mit Bar
  • Lokomotiven: 2. Diesel zwischen De Aar und Kimberley, ansonsten E-Loks.
  • Geschwindigkeit: Knapp 90 km/h im Durchschnitt, 100 km/h als Höchstgeschwindigkeit
  • Wasservorat: 31.000 l
  • Strom: 220 Volt
  • Aircondition im ganzen Zug (individuell einstellbar in den Schlafwagen)
  • Personal: 29 Personen sorgen für Ihr Wohl, darunter 9 Butler (= Zugbegleiter), 2 Room-Manager, 10 Kellner, 1 Restaurant-Manager, 1 Zug-Chef, 6 Küchenangestellte. Hinzu kommen zwei Techniker und der Lokomotivführer.

Ein paar praktische Tipps zum Blue Train

  • Entfernung: Kapstadt - Pretoria: 1.600 km
  • Fahrtdauer: Kapstadt - Pretoria: ca. 26 Stunden (inkl. Zwischenstopps)
  • Kleidung: Ihre Kleidung muss den Gegebenheiten angemessen sein, d.h. mittags gepflegt (casual), abends elegant (smart). Herren dürfen zum Dinner nur mit Krawatte und Jackett erscheinen. T-Shirts, Sportschuhe, Jeans haben außerhalb des Abteils nichts verloren, auch der Safari-Outlook würde Stirnrunzeln hervorrufen. In Ihrem Abteil dagegen fragt Sie niemand nach der Kleidung. Bequemlichkeit hat hier Vorrang.
  • Trinkgeld: Außer bei der Abgabe der Koffer am Bahnhof wird während der gesamten Fahrt kein Trinkgeld erwartet. Dafür aber am Ende der Reise. Dann drücken Sie aber nicht jedem einzelnen Angestellten etwas in die Hand, sondern werfen eine angemessene Summe in die Sammelbox. Dieses Geld wird nach einem Punktesystem gerecht an das Personal verteilt.
  • Was sollten Sie möglichst noch dabeihaben? Fernglas, zusätzliche Filme / große Speicherkarte, Batterien für die Kamera (Sie machen im Zug bestimmt mehr Blitzlichtaufnahmen, als Sie denken ...), Straßenatlas (der Zug passiert so viele kleine Bahnhöfe, Bergmassive und Landschaften, dass Sie gern mal nachschlagen, wo Sie gerade sind).

Redaktions-Tipps Blue Train

  • Reservieren Sie diese Zugfahrt rechtzeitig. Oft ist der Zug schon ein Jahr im voraus ausgebucht.
  • Beachten Sie den aktuellen Fahrplan: Wählen Sie Ihre Fahrtrichtung so, dass Sie auf der Strecke Kapstadt - Pretoria den Abschnitt zwischen Kapstadt und Matjiesfontein bei Tageslicht erleben. I.d.R. ist die Süd-Nordstrecke zeitlich günstiger und somit schöner, da die Karoo bei Tageslicht eindrucksvoller ist als auf der Nord-Südstrecke das Gebiet um Kimberley.
  • Die Fensterjalousien werden mit der Fernbedienung für den Fernseher bedient
  • Halten Sie etwas Kleingeld für das Trinkgeld bei der Kofferabgabe vor der Reise parat
  • Fotografieren: bei Außenaufnahmen Autofokus ausstellen, da dieser durch die getönten Scheiben irritiert wird
  • Fotografieren: wegen des leicht schwankenden Zuges eine kurze Belichtungszeit einhalten.
  • Die Weinliste des Zuges wurde mehrmals prämiert: Nutzen Sie die Gelegenheit zum Testen!
  • Buchen Sie ein Abteil mit Badewanne. Der Seegang in der Wanne belohnt Sie dafür.
  • Die teureren Suiten bieten nicht viel mehr: Die Abteile sind etwas geräumiger, haben einen Videorekorder und einen CD-Spieler, und alle haben eine Badewanne.

Hinweis

Zwischenzeitlich wird die Kapstadt-Knysna-Route vom „Blue Train" auch nicht bedient, da die Gesellschaft grundlegende Umstrukturierungen plant. Erkundigen Sie sich also noch mal genau.

Infos: (021) 405-2672, Web: www.bluetrain.co.za
Reservierungen: (021) 449-2672

Blue Train oder Rovos Rail

Ob man sich für den Blue Train oder die Rovos Rail entscheidet, ist eine persönliche Sache. Beide Züge haben ihren Charme, in beiden ist der Service hervorragend und die Bemühungen, alles perfekt zu machen, sind offensichtlich. Der Blue Train ist luxuriöser in Ausstattung und Service, das Essen ist hervorragend. Die schönsten Landschaften des Landes durchreist man allerdings im Dunkeln und das Gefühl einer gemächlichen Zugreise kommt nicht auf. Das bekommt man bei der Rovos Rail, die mit dem historischen Flair authentischer Holzwaggons über zwei Tage durchs Land zieht. Und auch hier stimmen Service und Essen!