Rovos Rail (teilweise Dampflok) in Südafrika

The Pride of Africa - Rovos Rail South Africa„Reisen wie in der guten alten Zeit“ lautet die Devise. Gezogen werden die luxuriösen 1920er- und 30er-Jahre-Waggons (einige auch älter) um Tshwane (ehem. Pretoria) von einer restaurierten Dampflok. 22 Waggons (davon 2 Lounge-Waggons, 1 Service -Waggon und 2 Dining Cars) stehen max. 72 Gästen zur Verfügung.

Die älteste Dampflok, „Tiffany“, wurde 1883 gebaut und ist eine der ältesten noch fahrenden Loks der Welt.

Verschiedene Routen im Land sowie zu den Victoria-Falls in Zimbabwe, nach Daressalam in Tansania (16 Tage) sowie in Namibia werden angeboten. Und seit 2001 gibt es sogar die Möglichkeit, von Victoria Falls bzw. Daressalam dann mit einer historischen Corvette aus den 1950er Jahren zurückzufliegen. Auch für diesen Zug gilt: Mindestens ½ Jahr im Voraus buchen! Hier die Strecken aus diesem Reisegebiet:

Die Kapstadt-Route

(1.600 km, 48 Stunden): Programm: 1. Tag (meist freitags): Abfahrt nachmittags ab Tshwane (Pretoria ) bzw. am frühen Abend ab Johannesburg. 2. Tag: Gegen 10h Ankunft in Kimberley, Besuch des Big Hole. Gegen 13h30 Weiterfahrt. 3. Tag: Morgens: Frühstück im Zug oder im Hotel Lord Millner in Matjiesfontein (+ Besichtigung des Ortes). Weiterfahrt gegen 10h30 nach Kapstadt, Ankunft gegen 18h in Kapstadt.

Umgekehrte Strecke: 1. Tag: Abfahrt in Kapstadt (meist montags) gegen 11h. 18h–20h Zwischenstopp in Matjiesfontein. 2. Tag: Mittags Ankunft in Kimberley und 4 Stunden Stadtbesichtigung. 3. Tag: Vormittags Ankunft in Jo’burg bzw. gegen 12h in Tshwane/ Pretoria.

Die George-Route „The Pride of Africa“

(550-600 km, 24 Stunden): 1. Tag (meist freitags). Durch die Berge über Worcester nach Ashton, wo am Nachmittag ein Weingut besichtigt wird. 2. Tag: Morgens Ankunft in George. Hier wird umgestiegen in andere Waggons, da die Küstentrasse nicht mehr zum allgemeinen Schienennetz gehört. Die Rovos-Waggons werden dem (wirtschaftlich eigenständigen) „Outeniqua Choo-Tjoe“ angehängt. Mittags mit diesem Ankunft in Knysna.

Umgekehrte Strecke: Abfahrt in Knysna (meist samstags) nach 14h. Gegen 17h Ankunft in George (Zugwechsel, s.o.). 2. Tag: Morgens Ankunft in Worcester und Besichtigung der Brandy-Fabrik. Abfahrt gegen 11h. Ankunft in Kapstadt gegen 15h30.

Weitere Routen:

  • Kapstadt - Victoria Falls: 51 Stunden
  • Durban - Tshwane (ehem. Pretoria): 55 Stunden
  • Kapstadt - Victoria Falls - Zambia - Daressalam (Tansania): 6.100 km, 13 Tage, nur einmal im Jahr
  • Fahrt nach Swakopmund (Namibia): 3.400 km, 7 Tage, nur einmal im Jahr

Infos, Reservierungen: im Touristenamt am Clock Tower an der V & A Waterfront, Tel.: (021) 421-4020, Fax: (021) 421-4022, oder über die Zentrale in Tshwane (ehem. Pretoria): Rovos Rail, P.O.Box 2837, Tshwane 0001, Gauteng, Tel.: (012) 315-8242 od. 323-6052, Fax: (012) 323-0843

Informationen zum „Rovos Rail“ in Südafrika

rovos-rail-suedafrikaRovos Rail - Dampflock in SüdafrikaDie Devise der Rovos Rail, „Reisen wie in der guten alten Zeit“, wird nicht nur in den liebevoll restaurierten und eingerichteten Waggons aus den 1920/1930er-Jahren (einige auch älter) lebendig, sondern auch im Tagesablauf.

Zum Abendessen zieht man sich um, es bleibt genügend Zeit für Gespräche und ein gutes Buch, auch kann man die Landschaft oder nachts den Sternenhimmel auf sich wirken lassen. Leider kommen keine Dampfloks mehr zum Einsatz, dennoch schiebt sich der Zug gemächlich durch die Landschaft.

Es gibt weder Radio noch Fernseher, Handys sollten nur in den Privaträumen benutzt werden. Verschiedene Routen werden angeboten, zwischen Kapstadt, Pretoria und Durban in Südafrika und zu den Victoria Falls in Simbabwe. Einmal im Jahr geht die Reise über 14 Tage von Daressalam (Tansania) über die Victoria Falls und Sambia nach Kapstadt. Weitere Fahrten beinhalten Safari- oder Golftouren. Eine 15-tägige Golftour von Kapstadt nach Johannesburg wird unter dem Titel Good Hope Golf vom zur Rovos Rail gehörenden Shongololo Express durchgeführt. Information und Reservierung: Rovos Rail und Shongololo, P.O.Box 2837, Pretoria 0001, Gauteng, Tel. (012) 315-8242, in Kapstadt Tel. (021) 421-4020, www.rovos.com.

Der Most Luxurious Train in the World, wie sich die Rovos Rail nennt, hat Platz für insgesamt 72 Gäste, je nach Anzahl werden Waggons und ein zweiter Restaurantwagen angehängt. Zwei Lounge Cars, der Observation Car sowie Küchen- und Personalwaggons vollständigen den Zug. Den Gästen stehen drei verschiedene Suiten zur Auswahl: Die Royal Suite nimmt einen halben Waggon ein und besitzt, neben dem Schlaflager, einen eigenen kleinen Loungebereich sowie ein Bad mit Wanne und Dusche. Die Deluxe Suite hat eine kleine Sitzecke und ein Bad mit Dusche. Die Pullman Suite ist mit einem Sofa ausgestattet, das nachts in ein Doppelbett umfunktioniert wird; das Bad hat eine Dusche. Alle Suiten sind mit einem kleinen gefüllten Kühlschrank, Safe und einer Schreibfläche ausgestattet. Die Holzpanelen und Armaturen sind Originalteile oder bis ins kleinste Detail restauriert. Achten Sie auf die Schrauben, deren Schlitze alle in eine Richtung zeigen. Der Zimmerservice steht 24 Stunden zur Verfügung. Gutes Essen und alle Getränke, von beidem oft und reichlich, sind im Preis der Fahrt mit der Rovos Rail inbegriffen. Es gibt Frühstück, Mittagessen und Abendessen, nachmittags dann noch Tee und Gebäck. Die Weinkarte ist vorzeigbar und auch an Aperitifs oder Digestifs fehlt es nicht. Die 1.600 km lange und 50–55 Stunden dauernde Fahrt von Kapstadt nach Pretoria kann natürlich auch in die andere Richtung unternommen werden.

Angefangen hat die Rovos Rail übrigens, benannt nach dem Gründer Rohan Vos, mehr als spleenige Idee. Vos war 1986 auf die Idee gekommen, für seine Familienreisen historische Waggons herrichten zu lassen und diese an Züge der staatlichen Bahn anzuhängen. Das aber war zu teuer, und Vos entschloss sich, seinen eigenen Zug zu verwirklichen. Auf einer Auktion ersteigerte er die erste Lokomotive und 1989 fuhr der erste Zug. 1999 zog die Rovos Rail in den Capital Park in Pretoria, in dem früher bis zu 138 Dampflokomotiven untergebracht waren. Heute gibt es hier neben dem Bahnhof und den Verwaltungsgebäuden auch die Werkstätten, die Schuppen für die Waggons sowie ein kleines Museum.

Blue Train oder Rovos Rail?

Ob man sich für den Blue Train oder die Rovos Rail entscheidet, ist eine persönliche Sache. Beide Züge haben ihren Charme, in beiden ist der Service hervorragend und die Bemühungen, alles perfekt zu machen, sind offensichtlich. Der Blue Train ist luxuriöser in Ausstattung und Service, das Essen ist hervorragend. Die schönsten Landschaften des Landes durchreist man allerdings im Dunkeln und das Gefühl einer gemächlichen Zugreise kommt nicht auf. Das bekommt man bei der Rovos Rail, die mit dem historischen Flair authentischer Holzwaggons über zwei Tage durchs Land zieht. Und auch hier stimmen Service und Essen! Eine objektive Bewertung ist daher unmöglich, denn man vergleicht ja auch keinen Rolls Royce mit einem Bentley. Wir können hier nur anmerken, was welcher Zug bietet und wo die Unterschiede liegen. Entscheiden müssen Sie dann, was Ihnen mehr zusagt.

Die markanten Pluspunkte der „Rovos Rail“ gegenüber dem „Blue Train“ sind: attraktivere Route entlang der Garden Route, historischer Charme, größere Abteile (mind. 11 m² – damit die größten in einem Luxuszug) und vor allem authentischer. Dafür aber ist der Fahrplan nicht so eng geknüpft, und das bedeutet für Sie dann, dass die Tour nicht in Ihren Reiseplan passen könnte. Die markanten Pluspunkte des „Blue Train“ gegenüber der „Rovos Rail“ sind: besser ausgestattete Waggons (kein so starkes Schaukeln!), professionellerer Service und besseres Essen. Südafrikanische Weine und Spirituosen, die Sie oft nicht einmal in den besten Geschäften des Landes erhalten, da sie i.d.R. nur für den Export sind.