Maler und Künstler in Kapstadts Townships

Moons Mahala

township maler 117Studio des Künstlersist 28 Jahre alt, er lebt in Langa und Malen ist sein Leben. Er begann schon mit 9 Jahren zu malen und wusste seit dem, dass es für ihn nur diesen einen Lebensweg gibt. Nach Abschluss der Schule besuchte er eine Kunstklasse im Sivuyele College in Gugulethu. Heute lebt Moons mehr schlecht als recht von der Malerei. Im Kunstzentrum Guga S'thebe in Langa hatte er eine Ausstellung, aber es fehlten die Mittel für Werbung und es kamen nicht so viele Besucher wie erhofft. Auch in der Zeitung "City Vision" wurde schon über ihn berichtet, aber sie wird nur in den Townships verteilt und die Werbewirkung für ihn war nicht groß.

township kuenstler 117Haus des KünstlersIm Sommer verkauft er seine Bilder unter freiem Himmel in der St.George's Mall, einem Touristenanziehungspunkt in Kapstadt. Im Winter, außerhalb der Saison, ist der Verkauf sehr schlecht. Ein großes Problem ist die Enge Behausung, in der er lebt und arbeitet. "Wenn ich mehr Platz hätte, könnte mein Geist freier sein, könnte ich bessere Bilder malen", meint er. An guten Tagen malt er vier oder fünf Bilder, Szenen aus seinem Township sind seine bevorzugten Themen. township maler kapstadt 117Maler-UtensilienEr versucht sich auch .in abstrakter Malerei. Aus der Not heraus muss er aber auch Bilder malen, hinter denen er nicht steht, weil die Touristen, von denen er lebt, es mögen. Sein Traum ist eine Kunstklasse für Kinder zu leiten: "von Kindern kann man viel lernen, wird man inspiriert", Moons war im nahe gelegenen Kunstzentrum Guga S'thebe und bot an, unentgeltlich Kunstkurse durchzuführen. Geeignete Räumlichkeiten sind vorhanden und die Durchführung solche Kurse wäre die Aufgabe des Zentrums. Aber die Leiterin wies ihn mit der Begründung ab, dass keine Mittel für Material vorhanden sind und sie auf Geld von Sponsoren wartet. Sein Traum, seine Hoffnung ist, dass in der nächsten Saison ein Kunstkenner in der St. George's Mall ein Bild von ihm entdeckt, erkennt, was wirklich in ihm steckt und in Europa eine Kunstausstellung mit ihm organisiert. Damit würde sich auch sein zweiter Traum erfüllen.

Mzwandine Banda Fulani

township maler kapstadt 118Mwandine Banda Fulaniist 27 Jahre und wohnt in einem winzigen Shack in Gugulethu. In seinem Matrik-Jahrgang war er der beste Absolvent und begann ein 3-jähriges Architekturstudium am Peninsula Technikon. Aber bereits nach einem Jahr war der Drang zur Kunst stärker. Er gab das Studium auf und nahm an einem einjährigen kommunalen Kunstprojekt teil. Hier baute er seine handwerklichen Fähigkeiten aus und vervollkommnete seine Technik. Seine Bruder, ebenfalls Maler, ist ihm ein guter Lehrer. Er ist bereits anerkannt, hatte viele Ausstellungen und verkauft seine Bilder gut. Die Liebe zur Kunst und vielleicht auch das Talent haben sie vom Vater geerbt, der Hobbybildhauer war. Um uns seine Bilder zeigen zu können, muss seine Freundin vom Bett, der einzigen Sitzgelegenheit in seiner Hütte, aufstehen, denn die Bilder sind unter der Matratze gelagert. Man erkennt das Talent, er kann eines Tages zu den großen seines Faches gehören.

township maler 118Mwandine Banda Fulani zeigt seine Arbeiten

township malererei 118Als wir Mzwandine trafen ist er deprimiert. Am Morgen hatte er die Nachricht erhalten, dass eine geplante Ausstellung in Kapstadt. an der er zusammen mit anderen Künstlern teilnehmen sollte, abgesagt wurde.

Er hatte die Hoffnung, auf dieser Ausstellung einen Mäzen zu finden, der seine Bilder in Zahlung nimmt damit er sich Material kaufen kann. Sein Traum ist eine eigene Ausstellung mit seine Werken, in die er all sein Gefühl legt, die sein Leben, seine Freunde, sein Township wiederspiegeln.

Selwin Pekeur

township malerei 119Selvwin PekeurEin Künstler, der den Sprung nicht nur aus den Townships geschafft hat, sondern inzwischen international Bekanntheit erlangt hat, ist der Maler Selwin Pekeur. Die Liste seiner nationalen und internationalen Ausstellungen ist lang, Workshops haben ihn nach Übersee gebracht. Werke von ihm finden wir bei Sammlern in der ganzen Welt. Im Museum of Contemporary African Art in Washington, hängen seine Bilder. Er malt seit 1980, zunächst in der Freizeit, die in seinem Beruf als Kunstlehrer an einer Townshipschule sehr knapp war. 1998 gab er seinen Beruf auf um sich ganz seiner Kunst zu widmet. 1994 gründete er mit vier anderen Malern die Künstlergruppe "EM'Bezweni Art Group EAG", die gemeinsame Ausstellungen organisiert und sich um junge Künstler kümmerte.

Selwins Devise lautet: "Humor ist eine Kraft, die Brücken zwischen den Kulturen schlagen kann" und so sind die Menschen die er malt humorvoll und kräftig, schwarz und weiß fröhlich vereint. Meist spielen die Szenen in einem Township, im Hintergrund der Tafelberg, das Wahrzeichen seiner Heimat.

township maler kapstadt 119Selvwin Pekeur und einer seiner Werke

2002 konnte er sich einen Traum erfüllen. In Berlin, wo er auf dem Weg zu einer Ausstellungseröffnung Station machte, besuchte er eine Sammlung mit Werken von Picasso und Cézanne. Fasziniert stand er das erste Mal in seinem Leben von den Originalarbeiten seiner Idole. Er konnte nicht widerstehen, er musste eines der Originale berühre, er musste die Kraft des Meisters zu sich strömen lassen, wie er später sagte. Der Alarm den er dadurch auslöste, schreckte nicht nur die Besucher auf, sondern brachte auch alle Sicherheitskräfte auf den Plan, die sich aber davon überzeugen ließen, dass nichts Ernstes passiert war. In seinen neueren Werken ist der Einfluss der Moderne des 20. Jahrhunderts wie Picasso und Cézanne nun noch stärker zu spüren.