Township Crossroads in Kapstadt

fleischmarkt-crossroadsFleischmarkt in CrossroadsCrossroads, ein im Vergleich winziges Gebiet zwischen M22, M9 und M36, steht auch heute noch für „Slum“. Es entstand, als die Apartheids-Regierung beschlossen hatte, keine weiteren Zuwanderer mehr zuzulassen und entsprechend für keine Infrastrukturen sorgte.

Den Neuankömmlingen, die in den 1980er Jahren in aufsehenerregenden Aktionen immer wieder auf LKWs geladen und in ihre Homelands zurückgebracht wurden, blieb in dieser Zeit nichts anderes übrig, als immer wieder zurückzukehren. Ein einzigartiger Teufelskreis entstand, denn bei jeder Rückkehr brachten sie noch mehr Freunde und Verwandte mit. Ihre Hütten, die so oft mit Bulldozern niedergewalzt wurden, bauten sie jedesmal wieder auf.

Dies geschah natürlich nur sporadisch und mit wenig Mitteln, denn wussten sie, wann der nächste LKW kam? Die Stadtverwaltung tat nichts, um die Menschen zu halten bzw. anzulocken. So gab es hier über viele Jahre keinen Strom, kein fließendes Wasser und auch keine Müllabfuhr. Im Gegenzug schürte diese Politik natürlich immer wieder Unruhen. Die Polizei überwachte den „Schandfleck“ nur von Türmen aus bzw. drang bei Razzien in Armeestärke in Crossroads ein. Man stelle sich einmal vor, dass hier damals bis zu 600.000 Menschen gelebt haben! Mittlerweile bemüht man sich aber um geordnetere Verhältnisse, baut die Straßen aus, hat Minibus-Linien genehmigt und legt Wasser- sowie Stromleitungen. Die Straßen, bis Ende der 1990er noch ohne Namen, sollen ebenfalls bald benannt werden.

History Uncut - Crossroads Township in Kapstadt