Auswirkungen der Apartheid für Südafrika

Stagnation und Niedergang der südafrikanischen Wirtschaft gehen jedoch auch auf innenpolitische Faktoren und strukturelle Gegebenheiten während des Apartheid-Systems zurück, deren Auswirkungen auch heute noch zu spüren sind:

  • Zur Einführung und Durchsetzung des Apartheid-Systems waren extrem hohe Staatsausgaben nötig.
  • Der Binnenwirtschaft mangelte es an ausreichend ausgebildeten Facharbeitern, um das Wachstum zu unterstützen, und an einer breiten Mittelschicht, um eine starke Nachfrage anzukurbeln.
  • Aufgrund des Apartheid-Regimes wurden internationale Sanktionen verhängt und Investitionen abgezogen. Dadurch war das Land zu einer teuren Autarkie gezwungen, d.h. vieles musste im eigenen Land hergestellt werden, was auf dem Weltmarkt günstiger angeboten wird.
  • Internationaler Kapitalverkehr lag bracht. Unterschiedliche Kurse (Finanzrand, Devisenrand) sowie die Schwierigkeiten, bereits in Südafrika investiertes Geld wieder zurückfließen zu lassen, sind sicherlich nicht gerade motivierende Standortbedingungen.
  • Die einheimische Energie, die auf Basis der Verwertung minderwertiger Kohle erzeugt wird (Vergasung und Verflüssigung) war (und ist heute immer noch) überteuert.

oelbohrinsel kapstadtZu Apartheitszeiten spielte die Versorgung mit Erdöl eine zentrale Rolle

Das Erbe dieser Zeit war eine Staatsverschuldung von über 350 Milliarden Rand, wobei deren Zinslast z.Zt. die zweitgrößte Ausgabe im Staatsbudget hinter denen fürs Bildungswesen ist. Angesichts der Tatsache, dass ein Großteil der Schulden auf das Wirtschaftssystem der Apartheid zurückgeht, wurde vorgeschlagen, einen Teil der Rückzahlungen fallen zu lassen. Die einzig positive Folge dieser Zeit, in der Südafrika von internationalen Geldzuflüssen abgeschnitten war und fast keine Auslandskredite in Anspruch nehmen konnte ist, dass Südafrika international als „unterverschuldet“ gilt.