Tourismus, Bodenschätze, Häfen in Kapstadt

tourismus in suedafrikaTourismus in SüdafrikaMit durchschnittlich 8 Mio.Touristen im Jahr ist der Tourismus (inkl. Dienstleistungen) ein wichtiger Wirtschaftssektor für die Western Cape Province, Tendenz weiterhin steigend. In Kapstadt hat sich die V&A Waterfront mit vielen Restaurants und Geschäften und über 30 Mio. Besuchern jährlich zu einem Anziehungspunkt für in- und ausländische Touristen entwickelt. Um auch die Innenstadt wieder für Geschäftsleute und Touristen anzubinden, ist ein Milliarden-Rand-Projekt auf dem Weg, das die Waterfront mit dem Stadtzentrum verbinden und Bootsfahrten vom Hafen direkt bis zum Artscape Theatre Centre in der nördlichen Innenstadt ermöglichen wird.

Im Vergleich zum restlichen Südafrika spielen in der Western Cape Province Bodenschätze trotz der vor Mossel Bay entdeckten (Offshore-) Gasvorkommen sowie weiterer bei Bredasdorp und in der Karoo (hier nur durch das umstrittene Fracking zu gewinnen) noch eine relativ geringe Rolle.Wichtigster Energieproduzent ist ein Atomkraftwerk in Koeberg, nördlich von Kapstadt. Alternative Energien wie Wind- und Sonnenenergie werden vor allem aus privater Initiative eingesetzt, wie die zahlreichen Sonnenkollektoren auf den Dächern und einige wenige Windräder zeigen. Die überall sichtbaren, typischen Farmwindräder dienen allerdings nur der Versorgung der Wasserpumpen direkt unterhalb des Rades.

Der Cape Town International Airport, vom Passagieraufkommen (9,8 Mio., Kapazität für 14 Mio.) vergleichbar mit den Flughäfen Stuttgart oder Köln/Bonn, ist der zweitgrößte Flughafen in Südafrika und wird von vielen internationalen Fluglinien bedient. Der zunehmende Fremden- und Geschäftsverkehr sorgt für eine positive Entwicklung.

Von den insgesamt vier großen Häfen in der Western Cape Province – Saldanha Bay (größter Naturhafen des Landes), Kapstadt, Simon’s Town und Mossel Bay – ist Kapstadt mit ca. 8 Millionen Tonnen der mit Abstand bedeutendste Umschlagshafen. Die Tafelbucht von Kapstadt besitzt Container und ro/ro-Einrichtungen. Das Sturrock-Trockendock ist das größte der südlichen Halbkugel (360 x 47,5 x 13,7 Meter). Saldanha Bay ist der führende Hafen für den Erzexport. Der Haupthafen für die Fischer an der Südküste, die die Fanggebiete um die Agulhas Bank abgrasen, ist Mossel Bay. Er ist ebenso der nächstgelegene Hafen für die in Küstennähe gelegenen Bohrinseln.

Aufschwung durch Kapstadts Hafen

hafen-kapstadtRenovierungsarbeiten meist asiatischer Schiffe am Hafen von KapstadtKapstadt wird seit der Gründung 1652 durch die günstige geographische Lage geprägt, die sie bis heute primär zur Hafenstadt macht (Hafenumschlag: ca. 8 Millionen Tonnen). Mittlerweile hat sich Kapstadt zum drittgrößten Industriestandort Südafrikas entwickelt (vorwiegend Nahrungs- und Genussmittelverarbeitung, Textil- und Möbelfabriken, (petro-)chemische Industrie) und musste nicht nur neue Hafenbecken und -anlagen bauen, sondern auch aus Mangel an Baugrund für neue Bürohäuser in der City im Innenbereich der Tafelbucht (Fore­shore-Ground) insgesamt 114 ha Land aufschütten.

Der Aufschwung des Goldbergbaus am Witwatersrand (Johannesburg) hatte den Handel über Kapstadt in hohem Maße gefördert, so dass die Hafenanlagen bereits 1895 ausgebaut werden mussten. Das Victoria-Basin (27 ha Wasserfläche) reichte bis kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges aus. Ende 1939 war das noch größere Duncan Dock (117 ha Wasserfläche) fertig gestellt. Da die Schiffe mit wachsender Tonnage noch größer wurden und die Container-Transporte zunahmen, entstanden weitere modern ausgestattete Hafenbecken und -anlagen (u.a. das Ben-Schoeman-Dock mit 112,7 ha Wasserfläche). In jüngster Zeit haben die älteren Hafenanlagen wie das Victoria-Basin eine Umwandlung erfahren. Dort entstand ein großzügig ausgebautes Freizeit-, Büro-, Wohn- und Vergnügungsviertel (Victoria-&-Alfred-Waterfront) mit einem vielfältigen touristischen Angebot, das den nationalen und internationalen Fremdenverkehr in Kapstadt selbst fördern soll. Das neueste Stadtplanungsprojekt ist ein Kanalbau, der hauptsächlich Touristenboote von der Waterfront entlang dem West-Quay-Dock in Richtung Nico-Malan-Theatre nördlich der Innenstadt führen soll.