Fischfang in Kapstadt

lamberts bay hafenDer Benguela-Strom, der von Süden an Kapstadt vorbei die afrikanische Küste ­hin­auf­zieht, führt kühles, sauerstoff- und nährstoffreiches Wasser. Die grüne Farbe des Wassers rührt vom Plankton her, das als erstes Glied einer Nahrungskette die Grundlage für die vielgestaltige Meeresfauna ist. Viele Fische ernähren sich ausschließlich von Plankton, und so liegen ausgesprochen reiche Fischgründe vor der Südwestküste Südafrikas. 75% des kommerziellen Fischfangs Südafrikas wird an der Westküste des Landes betrieben, über 800.000 Tonnen Fische werden jährlich gefischt, die größtenteils exportiert werden.

Das Zentrum der Fischerei an der Atlantikküste bilden die Standorte Hout Bay, Saldanha Bay, St. Helena Bay und Lambert’s Bay sowie einige weiter nördlich gelegene Buchten. Während die Hochseeflotte vorwiegend Frischfisch liefert, ist die Küstenfischerei auf die Herstellung von Fischkonserven, Fischmehl und Öl ausgerichtet. Zu den wichtigsten Fängen der Küstenfischerei gehören Sardellen, Sardinen, Stöcker und Makrelen, aus der Hochseefischerei kommen Seehecht, Seeteufel und Snoek. Die meisten dieser Fische gelten auf dem Weltmarkt als „Niedrigpreis“-Fische. Auch Muscheln und Tintenfische werden gefischt. Der Fang von Abalone und Crayfish (südafrikanische Languste, kleiner Hummer) ist stark reguliert, weil diese Arten weiterhin durch Wilderei dezimiert werden.

Der vorhandene Fischreichtum hatte Mitte des letzten Jahrhunderts zu einer rigorosen Ausbeutung der marinen Ressourcen bei der Küstenfischerei geführt. Insbesondere Sardinen und Langusten erzielten hohe Preise auf dem Weltmarkt. Die Überfischung geschah teils durch eigene Boote, teils durch ausländische Fangflotten. Zum Schutz für die restlichen Fischbestände und um damit die Versorgung Südafrikas mit Fisch in der Zukunft zu gewährleisten, wurden lizensierte Fangquoten für einzelne Fischarten ausgegeben. Außerdem wurde eine 200km große Verbotszone für ausländische Fischtrawler bestimmt.