Geschichte des Weinanbaus in Kapstadt

weinlese-kapstadtWeinlesen in den Winelands von KapstadtWie es anfing in Kapstadt...

Schon Jan van Riebeeck, der erste Gouverneur am Kap, begann vor mehr als 300 Jahren mit dem Weinanbau.

Er erkannte schnell, dass sich das Klima am südlichen Ende Afrikas hervorragend für Rebkulturenanbau eignete, so dass er die Herren der Holländisch-Ostindischen Handelsgesellschaft unermüdlich mahnte, ihm Rebstöcke aus Deutschland, Frankreich und Spanien zu schicken. Und bereits 1656 – nur sieben Jahre nach seiner Ankunft – erntete er den ersten Wein. Am 2. Februar 1659 schrieb van Riebeeck in sein Tagebuch: „Heute, der Herr sei gepriesen, wurde zum erstenmal aus Kaptrauben Wein gepresst.“´

Außer günstigen klimatischen Voraussetzungen, auf die gleich eingegangen werden soll, sind auch bestimmte soziale Rahmenbedingungen für den Aufbau einer Weinwirtschaft erforderlich. Und diese waren unter van Riebeeck und seinen Nachfolgern – insbesondere unter van der Stel – gegeben. Er förderte den Weinanbau so stark, dass er 1680 im Tale von Constantia, direkt an der östlichen Seite des Tafelbergs und im klimatischen Einfluss des Ozeans gelegen, über 100.000 Rebstöcke anpflanzen ließ. Und bald wurden hier die weltberühmten Constantia-Dessertweine hergestellt, die schnell einen ausgezeichneten Ruf an den Höfen Europas erlangten. Selbst Napoleon soll im Monat mehr als zwei Dutzend Flaschen Constantia-Wein getrunken haben.

mooiberge-wineryMooiberge Winery bei StellenboschEinen weiteren Qualitätsschub erhielt der südafrikanische Weinanbau, als 1688 Hugenotten-Familien aus Frankreich Zuflucht in den Tälern des Kaplandes suchten. Sie brachten die Erfahrungen des Weinanbaus und differenzierte Kellereikenntnisse (die den ersten holländischen Siedlern fehlten) aus Bordeaux, Burgund und der Provence mit. Damit waren nun auch vom „Know-how“ her optimale Möglichkeiten gegeben, Südafrika zu einem der besten Weinanbaugebiete der Welt zu entwickeln.

Immer mehr Kapweine erlangten Berühmtheit, nicht zuletzt wegen der weltumspannenden Verflechtungen der Holländisch-Ostindischen Handelsgesellschaft, die Länder zwischen Europa und Batavia versorgte.

Heute produzieren Südafrikas 4.900 Weinfarmer (viele im Nebenberuf) etwa 10 Millionen Hektoliter Wein, weit mehr als ihre Kollegen in Griechenland oder Österreich. Damit liegen sie an 7. Stelle in der Welt. Dieser Erfolg ist dem systematischen Ausbau der südafrikanischen Weinwirtschaft zu verdanken, die stark exportorientiert ist, da bei weitem nicht der gesamte produzierte Wein im Lande selbst getrunken werden kann. Für die Einheimischen hat dieser Drang zum Export aber auch eine bittere Seite: Die besonders guten Weine werden nur in limitierten Mengen auf dem heimischen Markt angeboten. Schon wenige Wochen nach der Markteinführung sind sie dann ausverkauft.