Die Pinotage Traube - Wein aus Kapstadt

Wein für Liebhaber

"Hinreissend fricht- und erdbetont. Ein modern gemachter Wein, der sich anfänglich leicht trinkt, mit satter Maulbeerfrucht verwöhnt und am Ende tiefgründig wird"

So beschreibt Peter-Paul Falkenstein den 1998er Pinota aus dem Hause Beyerskloof und empfiehlt ihn als den "Wein des Monats".

Hinter dem Weintipp aus der Region Stellenbosch steckt Beyers Truter, etatmäßiger Weinmacher von Kanonkop, der 1988 mit Beyerskloof sein eigenes Weingut gründete. Truter war einer der ersten, die das Qualitätspotential der Rebsorte Pinotage erkannten.

Die1925 in Stellenbosch entstandene Neuzüchtung aus den beiden französischen Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Cinsaut (damals Hermitage genannt) hatte zuvor jahrzehntelang vor allem zweitklassige robuste, rustikale Rotweine geliefert. Doch Weinmachern wie Truter gelang es, das bis heute einzige südafrikanische Rebsorten-Original mit reduzierten Erträgen, der Wahl der richtigen Standorte und Klone sowie einer optimierten Kellertechnik von der Kuriosität zur international geschätzten Spezialität zu entwickeln. Heute genießen Spitzen-Pinotages weltweite Anerkennung.

Aus südafrikanischer "Zucht"

Die renommierte britische Weinautorin Jancis Robinson sieht im Pinotage Südafrikas Antwort auf Kaliforniens Zinfandel und Australiens Shiraz. Und immer mehr südafrikanische Winzer betrachten ihre nationale Rebsorte als Aushängeschild. Erst kürzlich gewann auf der südafrikanischen "Young Wine Show" der 1999er Pinotage von Helder-kruin den Meistertitel des besten Rotweins aus dem Jahrgang.

"Pinotage liebt neues Eichenholz", verrät Beyers Truter. Er erreicht die optimale Kombination aus weichen Gerbstoffen und fruchtigen Aromen, indem er seinen Pinotage zwölf Monate in neuen Eichenholzfässern reifen lässt (während Cabernet Sauvignon oder Merlot eineinhalb bis zwei Jahre im Fass lagern). Über die Dauer der Reifezeit im Holzfass gibt es unterschiedliche Auffassungen. Einigkeit herrscht darüber, dass Pinotage vom Holzfass-Ausbau profitiert. Denn der macht die Weine kompakter und vielschichtiger. Etliche erfolgreiche Pinotage-Erzeuger erzielen zudem die besten Ergebnisse mit Trauben aus alten "Buschwein"-Pflanzungen, bei denen die Reben ohne Drahterziehung in einer Art Strauchform wachsen. Aus den Trauben mit ihren dicken, harten Beerenhäuten entstehen farbintensive, aromatische Weine mit den charakteristischen Aromen von Banane, Gewürznelke, Ananas und Fruchtbonbons. Die Stilvielfalt reicht dabei von fruchtigen, leicht zugänglichen Primeur-Typen über saftig-elegante Weine bis hin zu dunkelroten, dichten Kraftprotzen mit spürbarem Holz-einfluss und viel Aiteruni Potential.

Zwar bedeckt Pinotage zur Zeit nur gut 5 Prozent der gesamten Rebfläche des Landes. Aber der Anteil wächst seit Jahren. Tendenz weiter steigend. Genau wie die Zahl ernst zu nehmender Pinotage-Erzeuger.

Kaapzicht (mit Weinmacher Danie Steytler)und Kanonkop (mit Beyers Truter) sind die führenden Erzeuger. "Die Gewächse aus diesen beiden Häusern können zweifellos als Maß der Dinge unter den südafrikanischen Pinotages betrachtet werden", urteilt die südafrikanische Weinspezialistin Sue van Wyk.

Übrigens: Feinschmecker genießen Pinotage vorzugsweise zu landestypischen Speisen - zum Beispiel zu einer Lammkeule oder zum Springbok.

Aber auch in Deutschland weiß man den südafrikanischen Wein zu schätzen. Rene Baumgart ist Sommelier in Dieter Müllers Restaurant im Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach-Heidkamp. Er meint:

"Wenn man, wie wir, in der Spitzengastronomie den Anspruch hat, eine representative Auswahl an Qualitäten aus Übersee zu bieten, dann gehören südafrikanische Weine einfach dazu. ... Bei unserem Stammpublikum kommen die Südafrikaner schon gut an. Den anderen Gästen versuchen wir, das überzeugende Preis-Genuss-Verhältnis der Weine vom Kap schmackhaft zu machen."

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Über den südafrikanischen Pinotage Wein