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Erzhafen und Erzeisenbahn in Saldanha

saldanha-hafenAbendstimmung am Hafen von SaldanhaZum einen wurden Arbeitsplätze geschaffen, zum anderen konnten endlich die qualitativ guten Erze aus der Gegend um Sishen (nordwestlich von Kimberley) effizient verschifft werden, da die Verschiffung von Port Elizabeth zu umständlich geworden war.

Der Konzern ISCOR, eine der größten Firmen im südafrikanischen Bergbau sowie in der Eisen- und Stahlproduktion, übernahm die Bauleitung. 1973 wurde mit den ersten Konstruktionen begonnen. Mit einer Fläche von 7.434 ha ist dieser natürliche Hafen der flächengrößte in ganz Afrika.

Um das Erz aus Sishen hierher zu transportieren, wurde eine 860 km lange Eisenbahnstrecke gebaut. Diese musste vor allem rentabel zu bewirtschaften sein. Daher wurde auf geringe Steigungen geachtet und ein sehr haltbares Material (Chrom-Mangan) für die Schienen verwendet, damit zum einen lange Züge verkehren konnten und zum anderen die Wartungskosten überschaubar blieben. Die Züge sind im Schnitt 2,2 km lang und werden von drei großen E-Loks gezogen. Auf diese Weise kann ein Zug 16.000–20.000 t Erz transportieren.

Der Staat hielt sich, vertreten durch die SAR&H (South African Railway and Harbour) und eine Planungskomission, beim Ausbau zurück und hoffte auf die Initiative der Wirtschaft, die mit Fabriken und einer Großwerft weitere Arbeitsplätze schaffen wollte. Doch als 1976 der Hafen und die Eisenbahnstrecke fertig waren, befand sich die Wirtschaft inmitten einer Rezession, und zudem wurden damals die Handelsbeziehungen mit Südafrika aufgrund der Apartheid weiter eingeschränkt. Das industrielle Wachstum in der Region Vredenburg-Saldanha blieb daher bescheiden, die großen Industriepläne wurden verschoben, und nur die Fischindustrie war und ist bis heute neben dem Erzhafen von Bedeutung. 1977 übergab die ISCOR die Hafenleitung an die SAR&H. Der Erzhafen wird seitdem gut genutzt, und eine Erzreserve in Sishen von ca. 3,5 Mrd. Tonnen gibt dem Hafen eine gute Zukunftsperspektive. Jährlich werden 15 Mio. t Erz von den Zügen über 7 km lange Förderbänder auf die Schiffe verladen – mit einer Kapazität von 8.000 t pro Stunde! Der Hafen ist tief genug, um Frachter mit einer Größe von 250.000 t aufzunehmen.

Neben dem Erz wird auch Kupfer aus dem Namaqualand umgeschlagen und, wenn auch nur in bescheidenem Umfang, Stückgut. Hierbei handelt es sich zum größten Teil um Obst aus der Region Citrusdal.

Der Hafen von Saldanha ist einer der größten natürlichen Tiefwasserhäfen Südafrikas mit einem durchschnittlichen Tiefgang von 17,5 m an 5 Liegeplätzen.

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