Praktische Hinweise zu Kapstadt und Südafrika

Sie finden hier weitere Reisetipps und Hinweise, die sich so recht nicht in andere Rubriken einordnen liessen.

township malerei willkommen in kapstadt

Alkohol

Die meisten Bars und Restaurants haben eine Schankkonzession, d.h. sie sind licensed. Das Mindestalter, um Alkohol zu kaufen und zu konsumieren, ist 18 Jahre. In den wenigen nichtlizensierten Lokalen darf zwar kein Alkohol ausgeschenkt, dafür aber mitgebracht und getrunken werden („bring your own“). In den Kapprovinzen gilt dies vor allem für die kapmalayischen (muslimischen) Restaurants. Alkoholische Getränke können nur in besonderen Geschäften, den sog. Bottle Stores oder Liquor Stores, gekauft werden. In größeren Supermärkten gibt es Wein, aber keine anderen alkoholischen Getränke, auch kein Bier. Sonntags ist der Verkauf von Alkohol in jeglichen Geschäften verboten. Bars und Restaurants dürfen hingegen Alkohol auch sonntags ausschenken und auf den Weingütern ist es auch möglich, Wein zu probieren bzw. zu erwerben.

Behinderte in Südafrika

Südafrika versucht seit Jahren, sich auf die Bedürfnisse behinderter Reisender einzustellen, aber auch hier ist adäquates Leben und Reisen für Menschen mit Behinderungen nur mit Einschränkungen möglich. Die Bemühungen der Nationalparkbehörde Südafrikas haben dafür gesorgt, dass es in allen Parks für Rollstuhlfahrer Zugang zu vielen Teilen gibt und die meisten Parks haben auch behindertengerechte Unterkunfts- und Campingmöglichkeiten.

South African National Parks (SANP) P.O. Box 787, Pretoria 0001,
Tel. (012) 428-9111, I (012) 426-5500, www.sanparks.org.

Die Organisation Disabled People of South Africa, die ein Zentrum in jeder Provinz des Landes unterhält, arbeitet seit Jahren auf ein behindertengerechtes Südafrika hin.

DPSA, 6th Floor, Dumbarton House, 1 Church Street, Cape Town,
Tel. (021) 422 0357, www.dpsa.org.za.

Eintrittskarten

Bei Computicket, einem zentralen Reservierungssystem für Kino, Theater, Oper, Sportveranstaltungen, Popkonzerte etc., kann man Eintrittskarten vorbestellen. Hier sind auch die Tickets für die Überlandbusse erhältlich. Die Reservierungsbüros befinden sich in allen südafrikanischen Großstädten, meist in den größeren Shoppingcentern, Infos auch in den „Yellow Pages“. Information und Buchung: Tel. 0861-915-8000, online.computicket.com/web

Feiertage in Südafrika

Allgemeine Feiertage

  1. Januar: Neujahr (New Year’s Day)
  2. März: Tag der Menschenrechte (Human Right’s Day). Jahrestag des Sharpeville Massakers (1960) sowie der Bildung der Human Rights Commission, die in der neuen, demokratischen Verfassung (1996) verankert ist.

Karfreitag: Good Friday

Ostermontag: Family Day

  1. April: Freiheitstag (Freedom Day). Tag der ersten demokratischen Wahlen in Südafrika (1994)
  2. Mai: Tag der Arbeit (Workers’ Day)
  3. Juni: Tag der Jugend (Youth Day). Jahrestag des Beginns der Rassenunruhen in Soweto (1976), der mit einem Schüleraufstand begann.
  4. August: Nationaltag der Frauen (National Women’s Day) Jahrestag der Frauen-Demonstrationen gegen das Passgesetz (1956).
  5. September: Tag des Erbes (Heritage Day). In Gedenken an die kulturelle, landschaftliche und historische Vielfalt Südafrikas. Der Tag steht jedes Jahr unter einem anderen Motto.
  6. Dezember: Tag der Versöhnung (Day of Reconciliation). Jahrestag der Schlacht am Blood River (1838) zwischen Buren und Zulu. Dieser Tag war während der Apartheid der „Gelöbnistag“ und bekam 1995 seine neue Bedeutung.
  7. Dezember: Erster Weihnachtstag (Christmas Day)
  8. Dezember: Zweiter Weihnachtstag (Day of Goodwill)

Hinweis

Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, so ist der darauffolgende Montag frei. Zusätzlich gibt es noch besondere Feiertage in den asiatischen und jüdischen Gemeinden. Bewegliche Feiertage unter www.gov.za/node/63

Fotografieren

Eine Kamera mit einem relativ guten Zoom ist für die meisten Aufnahmen ausreichend, sie sollte möglichst robust und staubsicher sein. Wer kein Smartphone dabei hat, sollte für Schnappschüsse eine zweite, kleine und handliche Kamera mitnehmen.

kamera objektive flohmarktAlte Kameraobjektive auf dem Flohmarkt in Milnerton

Zudem ist es wichtig, eine große Speicherkarte oder besser zwei Karten mitzunehmen. Außerdem dürfen das Ersatzakku und das dazugehörige Ladegerät inklusive Adapterstecker nicht vergessen werden.

Hinweise: Berücksichtigen Sie Stolz und Menschenwürde und fragen Sie Personen um Erlaubnis, bevor Sie ein Foto machen. Wenn Sie Tiere aufnehmen wollen, achten Sie darauf, die Tiere nicht zu beunruhigen und Distanz zu halten, wenn nötig. Nicht nur Großaufnahmen, sondern auch Aufnahmen von Tieren in ihrem Biotop sind reizvoll. Und auch kleinere Tiere sind ein Verweilen, Beobachten und eine Aufnahme wert.

Internetcafés

In den großen Städten gibt es mittlerweile mehrere Internet-Cafés. Hier können Sie e-mails schicken bzw. empfangen. Abgerechnet wird nach Zeit (Minimum 30 Min.). Doch leider öffnen diese so schnell, wie sie wieder schließen. Daher nennen wir im Reisepraktischen Teil keine Adressen. Schauen Sie in den gelben Seiten des Telefonbuches unter dem Stichwort „Internet-Café“.

Kinder

Südafrika ist ein ausgesprochen kinderfreundliches Land, entsprechend viele Unterhaltungsprogramme und Spielplätze für die Jüngeren gibt es. Auch beschäftigen sich viele Bücher speziell mit Aktivitäten und Unternehmungen für Kinder. Zahlreiche Restaurants haben spezielle Gerichte bzw. auch Hochsitze für Kinder. Bei der Buchung von Privatunterkünften, Guesthouses und auch Camps sollte man darauf achten, ob diese Kinder aufnehmen. Falls nicht, ist das kein böser Wille, sondern i.d.R. Folge davon, dass die Sicherheit von Kindern dort nicht gewährleistet werden kann. Wichtig ist zudem, sich an Badestränden vorher über die Strömungsverhältnisse zu informieren. Tidenpools bieten an vielen Stränden mehr Sicherheit.

kinder in kapstadtKinder zur Weihnachtszeit am Milnerton Strand von Kapstadt

Mit Kleinkindern zu reisen ist „normal“ in Südafrika. Größere Hotels haben einen eigenen Babysitter bzw. vermitteln seriöse Adressen von Babysittern. In den Gelben Seiten finden sich Babysitter-Organisationen (unter „Babysitter“, „Child Care“), in Kapstadt erfreuen sich die „Super Sitters“, Tel. 551-7082, (073) 976-5107, www.supersitters.net, eines sehr guten Rufs.

Kleidung

Auch wenn die Temperaturunterschiede zwischen Tageshitze und nächtlicher Kälte am ­Western Cape nicht so drastisch wie in anderen Teilen des Landes sein können, sollte man den Koffer gemäß dem „Zwiebelprinzip“ packen: Kleidung, die in mehreren Schichten getragen und je nach Temperatur an- oder ausgezogen wird. Wichtig ist leichte, luftdurchlässige Kleidung. Da es abends und nachts kalt und windig werden kann, sollten ein Fleece (Faserpelz) oder warmer Pullover nicht fehlen. Eine leichte Regenjacke sollte ebenfalls ins Gepäck. Neben einem Sonnenhut, bequemen Schuhen und Badesachen sollte man Sonnenbrille, Fernglas und eine Stirn- oder Taschenlampe nicht vergessen. Wenn Wanderungen eingeplant sind, sollten die halbhohen, festen Schuhe sowie ein Tagesrucksack nicht fehlen.

Die Kleidungssitten sind generell sportlich-leger, von offiziellen Anlässen oder besonderen Feierlichkeiten abgesehen. In Hotels und Restaurants ist angemessene Kleidung notwendig. Generell gilt: „No shoes, no shirt – no service“.

Nationalparks

Besonders beeindruckend und schön sind die Landschaften in den Schutzgebieten Südafrikas, den Nationalparks und Naturreservaten. Die Nationalparks, von denen es inzwischen 19 gibt, werden von South African National Parks, der Nationalparkbehörde, kontrolliert und verwaltet. Der wohl bekannteste unter ihnen ist der Kruger National Park. In diesem Reisegebiet gibt es zehn Nationalparks: Table Mountain NP, West Coast NP, Cape Agulhas NP, Bontebok NP, Tankwa Karoo NP, Karoo NP, Garden Route NP, Mountain Zebra NP, Camdeboo NP, Addo Elephant NP, am Rande beschrieben sind zudem der Namaqua NP sowie der Richtersveld NP.Vegetation und Geografie, mit Ausnahme von Addo, stehen hier im Vordergrund, jeder Park ist jedoch sehr ergreifend und hat seinen eigenen Charme und bemerkenswertes Tierleben.

Einige der oben genannten Nationalparks bieten „game drives“ an. In den meisten Nationalparks gibt es Campingplätze und Übernachtungsmöglichkeiten. Frühzeitige Buchungen sind in der Hauptsaison auf jeden Fall ratsam.

South African National Parks (HQ), P.O. Box 787, Pretoria 0001, Tel. (012) 428-9111, I (012) 343-0905 bzw. 426-5500, www.sanparks.org. Das Nationalparkbüro in Kapstadt befindet sich im Visitor Centre (Ecke Burg/Castle Sts., Cape Town 8000, Tel. 021-487-6800, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ).

Die Naturschutzbehörde Cape Nature unterhält zahlreiche Naturreservate im Western Cape, z.B. Cederberg Wilderness (Clanwilliam), Jonkershoek (Stellenbosch), Limietberge (Paarl), De Hoop (Bredarsdorp), Anysberg (Laingsburg), Swartberg/Gamkaskloof (Prince Albert), Groot Winterhoek (Porterville), Gamkaberg (Oudtshoorn), Goukamma (Knysna), Keurbooms River (Plettenberg Bay). Viele eignen sich hervorragend zum Wandern, Mountainbiking, Kanu fahren (nur Keurbooms River) und zu anderen Aktivitäten. Unterkünfte (Selbstversorger-Hütten, Camping) unbedingt im Voraus buchen und die Conservation Fee im Voraus bezahlen. Für Wanderungen, Angeln u.Ä. muss man Erlaubnis (permit) einholen. Einige Gebiete sind sehr abgelegen, in der Regel muss man vor 16 Uhr anreisen. Man sollte sich bei der Buchung genauestens über Einzelheiten informieren.

Cape Nature, Tel. (021) 483-0190 (Mo–Fr 7–16.30 Uhr), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.capenature.co.za.

Hinweis

Die südafrikanischen National Parks und Nature Reserves verlangen alle eine Conservation Fee, Eintrittspreise, die z.T. sehr saftig sind und sich pro Tag bzw. Übernachtung berechnen. SanParks bietet eine Jahreseintrittskarte für alle National Parks und Nature Reserves des Landes sowie Swazilands (SANParks, Msinsi, EKZNWildlife, Cape Nature and Swazi Clusters Parks) an, die sog. „Wildcard“ (International All Parks Cluster). Allerdings sind die Kosten des Beitrags für Touristen so hoch, dass es sich nur lohnt, wenn im Laufe eines Jahres viele Parkbesuche anstehen oder längere Parkaufenthalte geplant sind.

Post

Schalterstunden: Mo–Fr 8.30–15.30, Sa 8–11 Uhr. In kleineren Postämtern wird oft eine Mittagspause (13–14 Uhr) eingehalten.

Porto: Die Briefmarkengebühren ändern sich laufend, weshalb das South African Post Office (www.postoffice.co.za) dazu übergegangen ist, keine Marken mit gedruckten Werten zu produzieren, sondern die Marken nur mit der jeweiligen Nutzung zu betiteln, z.B. „Airmail Postcard“. In Hotels und Geschäften/Kiosken wird oft ein Aufpreis für Briefmarken verlangt.

Briefkästen (letter boxes) sind rot und haben meist die Form einer Säule. Die Luftpost von Südafrika nach Deutschland kann sehr unterschiedlich lange unterwegs sein, von fünf Tagen bis zu drei Wochen.

Rauchen

Seitdem strengere Gesetze bzgl. des Rauchens in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten aller Art in Kraft getreten sind, müssen Restaurants, Bars und selbst Shebeens (illegal betriebene Kneipen) separate Nichtrauchersektionen aufweisen. Das hat in kleineren Lokalitäten dazu geführt, dass sie ganz rauchfrei sind.Auch öffentliche Gebäude wie Behörden, Shopping Malls und Flughäfen sind rauchfreie Zonen. Das Wegwerfen von Zigarettenkippen wird mit Strafgeldern geahndet.

Strom

Die Stromspannung im gesamten Südafrika beträgt 220/230 Volt Wechselstrom, 50 Hz und alle mitteleuropäischen Elektrogeräte sind daher kompatibel. Da die Steckdosen und Stecker ein anderes Format haben, ist allerdings ein Adapter nötig, den man in Elektrogeschäften und Kaufhäusern in Südafrika kaufen kann. Achtung: Die Adapter, die man in Europa bekommt, sind für Südafrika oft ungeeignet, wie auch für Namibia und Botswana. Größere Hotels dagegen haben im Bad passende Steckdosen.

In abgelegenen und sehr ländlichen Gegenden ist die Stromversorgung nicht immer gewährleistet. Auch wenn es in diesen Gegenden Generatoren gibt, ist die Versorgung mit Strom aus der Steckdose meist zeitlich begrenzt. Eine Taschenlampe oder Stirnlampe sollte auf jeden Fall in Südafrika dabei sein.

Trinkgeld

Trinkgelder sind überall in Südafrika üblich und sollten nach Umfang und Qualität einer Leistung gegeben werden. Als Leitlinie gilt, dass das Trinkgeld 10% der Gesamtsumme (z.B. der Rechnung im Restaurant oder der Taxifahrt) entsprechen sollte. Nach eigenem Ermessen gibt man der aufmerksamen Bedienung im Restaurant oder dem besonderen Taxifahrer ein zusätzliches Trinkgeld. Gepäckträger und Zimmermädchen erhalten 5–10 Rand, je nach Anzahl der Koffer bzw. Länge des Aufenthalts und Größe der Zimmer auch mehr. In vielen Unterkünften ist es üblich, ein Trinkgeld für die gesamte Belegschaft zu hinterlassen, was dann verteilt wird.

Wale beobachten

Eine der beliebtesten Attraktionen am Kap ist das Beobachten von Walen. Jedes Jahr ziehen diese Riesenmeeressäuger aus den eisigen Gewässern der Antarktis in wärmere Gegenden, um sich zu paaren und zu kalben. Sie erreichen die Küsten Südafrikas im Juni und bis November kann man vor allen Dingen den Southern Right Whale (Südkaper oder Südlicher Glattwal) und den Humpback Whale (Buckelwal) beobachten. Aber auch andere Wale und Delphine tummeln sich dann an der gesamten Küste. Ob vom Boot oder von Land aus, das Whalewatching ist definitiv ein Highlight.

An der Westküste sind die Riesenmeeressäuger zwischen der Saldanha Bay und Lambert’s Bay zu sehen, nahe Kapstadt zwischen Simon’s Town und Muizenberg und entlang der gesamten False Bay und an der Garden Route tummeln sie sich bis Plettenberg Bay. In Hermanus, das jedes Jahr die Wale mit einem Festival zelebriert, verläuft direkt an der Klippe ein Walbeobachtungspfad. Im De Hoop Nature Reserve sind Wale direkt vom Strand aus zu beobachten und in der Plettenberg Bay halten sie sich während der gesamten Saison auf. Hier ist die Walbeobachtung auch am besten organisiert, besonders weil großen Wert darauf gelegt, die Meeressäuger so wenig wie möglich zu stören. Von hier kann man auf Bootstouren oder aus dem Flugzeug die besten Einblicke bekommen.

Zeit

Die südafrikanische Zeit ist identisch mit der europäischen Sommerzeit. Im europäischen Winter muss die Uhr um eine Stunde vorgestellt werden (wenn es in Frankfurt 12 Uhr ist, ist es in Kapstadt 13 Uhr). Aufgrund der größeren Nähe zum Äquator ist der Übergang vom Tag zur Nacht viel schneller, innerhalb von 30 Minuten wird es stockfinster. Die Tage im südafrikanischen Sommer sind kürzer als die europäischen Sommertage, dafür sind die südafrikanischen Wintertage länger als die europäischen Wintertage. Im Sommer wird es gegen 19.30 Uhr dunkel, im Winter gegen 17 Uhr.