Die Apartheid-Gesetzgebung

for use by white personsNur für Weisse - typisches Schild aus der ApartheidszeitDie 1948 angetretene Regierung des Premierministers D. F. Malan begann nunmehr sofort, die schon bestehende Rassengesetzgebung zu verschärfen bzw. neue rassentrennende Gesetze zu schaffen. War mit dem Gesetz gegen die Unmoral (1927) bereits der nichteheliche Geschlechtsverkehr zwischen Schwarzen und Weißen unter Strafe gestellt worden, so verbot das Gesetz gegen Gemischtehen von 1949 nun auch Eheschließungen zwischen Weißen und Nichtweißen. In einem 1950 verabschiedeten Gesetz zur Registrierung der Bevölkerung (Population Registration Act) wurden dann die Einwohner der Südafrikanischen Union in drei Gruppen unterteilt: Weiße, Farbige (Coloureds) und „Eingeborene“ (Bantu). Ebenfalls in das Jahr 1950 fällt der Erlass des Gesetzes über die Gebietseinteilung für die Bevölkerungsgruppen (Group Area Act), das nun eine Einteilung des gesamten Landes in für die einzelnen Rassen bestimmte Regionen verfügte. Das Gesetz über getrennte Einrichtungen schaffte separate öffentliche Einrichtungen – separate Strände, Busse, Toiletten, Schulen,Aufzüge, Restaurants, Parkbänke, Blutkonserven, Rettungswagen etc. Damit trat neben dem Ausbau der – bisher z.T. schon gesetzlich verankerten und praktizierten – gesellschaftlichen Trennung, der sog. „kleinen Apartheid“, zusätzlich die räumliche Trennung von Schwarzen,Weißen und Farbigen, die „große Apartheid“.

Unter J.G. Strijdom, dem Nachfolger Malans, hatte die Apartheid-Gesetzgebung 1954 eine weitere Verschärfung erfahren. Nachdem 1936 schon den schwarzen Stimmberechtigten in der Kapprovinz das Wahlrecht entzogen worden war, wurde es nun auch den Farbigen genommen. Nach dem 1956 verabschiedeten Gesetz zur getrennten Vertretung von Wählern durften künftig auch die Farbigen/Coloureds in einem gesonderten Wahlakt nur noch vier weiße Vertreter ins Abgeordnetenhaus der Union und zwei Weiße in den Provinzrat der Kapprovinz wählen. Die gebildeten Farbigen, die ja hauptsächlich von dem Gesetz betroffen waren, reagierten mit völligem Unverständnis, entfremdeten sich von „ihrem“ Staat oder schlossen sich der schwarzen Opposition an. Bei den Weißen hingegen fand die seit 1948 eingeschlagene Entwicklung eine immer breitere Zustimmung, was sich in den Parlamentswahlen 1958 zeigte, in denen die Nationale Partei fast doppelt so viele Mandate errang wie die oppositionelle Vereinigte Partei.

Damit wurde auch die Politik des entscheidenden Ideologen und Architekten der Apartheid, Hendrik Verwoerd, bestätigt, der durch Volksentscheid im Oktober 1960 über eine Republik abstimmen ließ. 52,3% votierten für die Republik, die am 31. Mai 1961, dem Nationalfeiertag (Gründung der Südafrikanischen Union 1910), ausgerufen wurde. Erster Staatspräsident wurde der ehemalige Gouverneur C. R. Swart. Zuvor war Südafrika aus dem Britischen Commonwealth ausgeschieden, da Verwoerd auf der im März 1961 tagenden Konferenz der Premierminister des Commonwealth wegen der Apartheid-Politik schweren Angriffen vor allem afroasiatischer Mitglieder des Staatenbundes ausgesetzt war.

Apartheid in South Africa