Wiedervereinigung im weißen Lager

Die Entwicklung der Union hin zu einem wirklich souveränen Staat im Rahmen des Britischen Commonwealth (Westminsterstatut von 1931) war in den Augen der meisten Afrikaaner das Verdienst des Premierministers Hertzog. Da das Land seit Mitte der 20er Jahre auch beachtliche wirtschaftliche Erfolge aufweisen konnte, errang die Nationale Partei bei den Parlamentswahlen 1929 mühelos die absolute Mehrheit. Nun konnte Hertzog die lang gehegte Reform der Eingeborenengesetzgebung verwirklichen und setzte 1936 das Gesetz zur Vertretung der Eingeborenen durch, das den schwarzen Stimmberechtigten in der Kapprovinz praktisch das Wahlrecht nahm, das dort seit 1853 bestanden hatte. Statt dessen durften sie in einem gesonderten Wahlgang lediglich drei zusätzliche weiße Parlamentsmitglieder in das Abgeordnetenhaus der Union und zwei Weiße in den Provinzrat der Kapprovinz wählen.

Die Weltwirtschaftskrise der nächsten Jahre, die auch in Südafrika ihre Auswirkungen hatte, veränderte dann die politische Situation. Um die Schwierigkeiten, die sich überdies durch eine langwierige Dürre verschlimmerten, in den Griff zu bekommen, entschloss sich Hertzog zur Bildung einer großen Koalition seiner Nationalen Partei mit der Südafrikanischen Partei von Smuts, die sich 1934 zur United Party (UP) vereinigten. Vor der Vereinigung hatte sich von der Nationalen Partei jedoch eine Gruppe von 19 Abgeordneten unter dem Führer Daniel François Malan abgespalten und die Gereinigte Nationale Partei (Gesuiwerde Nasionale Party, GNP) gebildet, die praktisch die Keimzelle der bis 1994 regierenden Nationalen Partei bildete.

1937 wurde das Ergänzungsgesetz zur Eingeborenengesetzgebung verabschiedet, das den Schwarzen auch den Kauf von Grundstücken sowohl in den Städten als auch außerhalb der Lokationen verbot.

1930s South Africa, Johannesburg, Street Scenes, Rare Archive Footage