Arm und Reich in Südafrika

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armut und bettlen inkapstadtArmut unterscheidet nicht zwischen Schwarz und Weiss - Danke an Chris Moll für das FotoZu den größten Problemen Südafrikas zählt heute jedoch nach wie vor die gewaltige Diskrepanz zwischen Arm und Reich. Gleich hinter Brasilien gehören die Einkommensunterschiede am Kap zu den höchsten der Welt. Die nicht-weiße Bevölkerung erwartet nun von der Regierung eine Umverteilung der Besitztümer und eine rasche Verbesserung ihrer Lebenssituation, die jedoch aufgrund knapper finanzieller Mittel nicht ad hoc zu bewerkstelligen ist. Hinzu kommt, dass fast 85 % der direkten Steuern von Weißen erbracht werden, die auch den größten Teil der qualifizierten Fachkräfte stellen. Die neue Regierung muss daher auch auf die Interessen der Weißen Rücksicht nehmen, um deren Finanz- und Arbeitskraft nicht ins Ausland zu vertreiben.

Ist Südafrika auf dem Weg zum Sozialstaat?

Im Gegensatz zu Deutschland ist Südafrika kein Sozialstaat: Arbeitslosen-, Alters- und Krankenversicherung unterliegen größtenteils der privaten Initiative. Es gibt mehrere tausend private Hilfsorganisationen, die oft von der Wirtschaft mit getragen werden. Dazu kommt seit 1994 Entwicklungshilfe des Auslandes. Über 45 Prozent der Bevölkerung leben in Armut und über 20 Prozent haben kein Einkommen. Die Regierung strebt den Ausgleich der ungleichen Lebensverhältnisse für Schwarz und Weiß an – etwa 40 Prozent der Schwarzen heizen hauptsächlich mit Holz und haben nur Kerzen als Lichtquelle.

Das vom ANC entwickelte und in den Mittelpunkt ihrer Politik gestellte Wiederaufbau- und Entwicklungsprogramm soll den Wohnungsbau, den Ausbau des Erziehungswesens, die Strom- und Trinkwasserversorgung (vor allem in ländlichen Gebieten) und die Schaffung von Arbeitsplätzen beschleunigen. Da das Gesundheitswesen in den Städten bereits entwickelt ist, legt die Regierung ihren Schwerpunkt auf die Gesundheitsvorsorge in ländlichen Gebieten. Die Kindersterblichkeit unter Schwarzen fiel innerhalb von zehn Jahren um 19 Prozent. Sicherlich eine Folge des von Mandela eingeführten Projektes, schwangere Frauen und Kinder unter sechs Jahren in den staatlichen Krankenhäusern und Polikliniken kos­ten­los zu behandeln.

Millions in South Africa concerned about monthly welfare payments