HIV Aids in Südafrika

hiv-aids-lebenserwartungLebenserwartung auf Grund von HIV/Aids - Quellenhinweis Foto: Wikipedia Aids gilt als die „tickende Zeitbombe“ Südafrikas. Im Jahr 2004 waren offiziellen Schätzungen zufolge etwa 21,5% der südafrikanischen Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert.

Damit liegt die Quote international auf einem der vorderen Plätze nach Swaziland mit geschätzten 40%. Die offizielle Anzahl der Infizierten ist mit etwa 5,2 Millionen in Südafrika weltweit am zweithöchsten, direkt nach Indien. Schwerpunkt der Infektion sind Vertreter afrikanische Volksgruppen in den ehemaligen Townships mit einer Infektionsrate von teilweise bis zu 100%. Diese Entwicklung und die weitere Ausbreitung der Krankheit haben dramatische demografische Folgen für das Land: die Lebenserwartung nahm in den letzten 15 Jahren um rund 20 Jahre ab, von knapp 65 Jahren 1990 auf 43 Jahren 2005.

Ursachen von HIV/Aids

Die Ursachen für die immer noch stetige Ausbreitung von HIV/Aids liegen gemäß UNAIDS an der frühen sexuellen Aktivität der Jugendlichen (das Durchschnittsalter beim ersten Geschlechtsverkehr beträgt bei Männern 16,4 Jahre und bei Frauen 17 Jahre) in Zusammenhang mit schlechter bzw. schlicht nicht vorhandener Präventionsaufklärung. Bei den Fünfzehn- bis Neunzehnjährigen sind 4,8% infiziert, bei den Zwanzig- bis Vierundzwanzigjährigen bereits 16,5%. Auch sexuelle Gewalt scheint in Südafrika eine große Rolle zu spielen: etwa 28% der Frauen geben an, schon mindestens einmal gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gedrängt worden zu sein. Die Südafrikanische Aidsstiftung (engl.: Aids Foundation of South Africa) prognostiziert, dass innerhalb der nächsten drei Jahre jährlich etwa 250.000 Südafrikaner an Aids sterben werden und diese Zahl bis zum Jahr 2008 um ungefähr 500.000 jährlich anwachsen wird.

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Johannesburger Non-Whites verbringen den größten Teil ihrer spärlichen Freizeit (sofern sie Arbeit haben) auf Beerdigungen. Der Friedhof von Soweto, ausgelegt für eine Belegung bis ins Jahr 2020, ist bereits heute voll. Mit etwa 40 % hat die Region südliches Afrika die höchste Infektionsrate weltweit; im Schnitt stirbt fast die Hälfte aller Erwachsenen an AIDS (2003: 46%).
Der weiße Bevölkerungsanteil ist mit einer Infektionsrate von nur 6 % beteiligt, also sind offensichtlich kulturelle Unterschiede zu benennen - was aber politisch nicht korrekt ist. Präsident Thabo Mbeki hat sich in einer schwachen Stunde wie folgt geäußert: "Die AIDS-Hysterie des Westens soll ... die Sexualität des schwarzen Mannes (male black sexuality) stigmatisieren." Wiederholt hat er das nie, gedruckt wurde es auch nicht. Die ANC-Führung scheint kaum mehr Verantwortung zu zeigen als das Volk, sind doch bereits 3 Kabinettsmitglieder an AIDS gestorben; im Totenschein steht das allerdings nicht.
Das Stigma ist ein anderes: 1999 wurde die AIDS-Aktivistin Gugu Dlamini in ihrem Zuludorf erschlagen, nachdem sie ihren Status enthüllt hatte.Ein unmißverständliches Signal an Leidensgenossen, ihre Krankheit totzuschweigen - und damit sich selbst. Das Gegenbeispiel ist Zackie Achmat, der als Gründer der Treatment Action Campaign TAC unermüdlich und erfolgreich gegen das Establishment kämpft und sogar für den Friedensnobelpreis nominiert wurde.

Neben den zahllosen menschlichen Katastrophen drohen mittelfristig auch ganze Volkswirtschaften zu kollabieren, denn die sexuell Aktivsten sind auch die Produktivsten, also die besten Steuerzahler. Fehlt aber das Staatseinkommen, können die zahllosen AIDS-Waisen nicht ausgebildet werden (Südafrikas Ausgaben für Bildung und Erziehung bilden mit 19,5 % den größten Einzelposten im Staatshaushalt) und bleiben lebenslang Sozialfälle. Offenbar hat erst diese Rechnung des Finanzministers Herrn Mbeki und seine menschenverachtende Gesundheitsministerin von ihrer unverständlichen Vogel-Strauß-Politik abgebracht; die Dame hatte allen Ernstes Salatrezepte als Vorbeugung gegen AIDS verlesen, statt die vorhandenen Medikamente verteilen zu lassen.

Eine Ursache der Tragödie ist sicher die negative Einstellung zum Kondom. Ein solches wirkt nicht nur lustmindernd, sondern auch unmännlich und "weiß". Schwarz gefärbte Gummis werden nicht produziert; außerdem sind Standard-Kondome für Halbwüchsige zu groß, sie rutschen ab. Daß AIDS-Kampagnen von den ungeliebten USA finanziert und auch noch stolz mit Sternenbanner versehen werden, hilft sicher nicht weiter, und das Predigen von Enthaltsamkeit ist schlicht absurd. Die Statistik der ehemaligen Schwulenkrankheit gibt weitere Rätsel auf, sind doch hierzulande von den unter 18jährigen HIV-Positiven etwa 80 % weiblich. Eine neue Studie über das Sexualverhalten Jugendlicher in Soweto liefert die Erklärung: Den ersten Sexualkontakt haben Mädchen in der Regel mit 14, und ein Drittel gibt an, er habe nicht freiwillig stattgefunden! Der Partner sei im Schnitt 4 Jahre älter gewesen.

Man kommt also nicht umhin, "male black sexuality" als frühreif und ungestüm, also nicht mehr zeitgemäß einzustufen; euphemistisch, um Herrn Mbeki nicht zu verletzen. Trotzdem wird er darauf wie gewohnt reagieren: mit einem Rassismus-Vorwurf und dem Hinweis, daß die Armut schuld sei. Ganz unrecht hat er mit letzterem nicht, denn der Zwang, ländliche Familien per Wanderarbeit in den Minen zu unterstützen, fördert neben der kulturell ohnehin üblichen Polygamie auch die Prostitution, und AIDS wird nun mal besonders gut übertragen, wenn andere Geschlechtskrankheiten dem Virus den Weg bereiten. Doch mit Besserwisserei ist den Kranken nicht geholfen. Wie sollen wir damit umgehen, ohne als Rassisten dazustehen? Die Lösung heißt wie immer Respekt, aber mit einem Vorschuß ist es nicht getan; irgendwann muß jeder sich Respekt verdienen, und dieser Weg führt über das Verständnis. Die Hilfestellung dazu kommt aus der Geschichte. Mit Dank für den Artikel an Klaus Minges www.minges.ch